GaudiLab/shutterstock.comStudenten genießen oft eine hervorragende Ausbildung, kommen motiviert von der Universität und wollen den Arbeitsmarkt im Sturm erobern. Wäre da nicht ein kleines Problem mit der viele Absolventen zu kämpfen haben: Theoretisches Wissen allein reicht nicht, Berufserfahrung tut Not. Zwar beinhalten viele Studiengänge einen mehr oder weniger hohen Praxisanteil, doch tatsächliche Berufserfahrung lässt sich damit nicht ersetzen. Der logische Schluss: Studenten müssen zusätzlich Berufserfahrung sammeln, um die Verknüpfung von Studieninhalten und praktischen Anwendungen zu erfahren. Um nach dem Studium zeitnah in den Job einsteigen zu können, muss all dies noch vor dem Abschluss geschehen. Ein Spagat, der Zeit, Energie und auch Nerven erfordert. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und wo Sie am besten Berufserfahrung sammeln können...

Berufserfahrung sammeln: Das Problem vieler Studenten

Es klingt so leicht: Während des Studiums die erste Berufserfahrung sammeln und mit den richtigen Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt durchstarten. Einige Studenten werden sich aber fragen: Woher soll ich die Zeit nehmen, um neben dem Studium, was bereits einer Vollzeitbeschäftigung gleichkommt, noch ausreichend Berufserfahrung zu sammeln, um spätere Arbeitgeber zu überzeugen? Zugegeben ist das nicht ganz einfach, doch können Studenten sich einen Vorteil zunutze machen: Ihre Flexibilität.

Vorlesungen mit Anwesenheitspflicht nehmen nur einen Teil der Studienzeit ein. Viel Lernarbeit findet außerhalb des Hörsaales statt. Diese Zeit können sich Studenten weitestgehend frei einteilen und sich so Zeitfenster für andere Tätigkeiten schaffen. Dabei wird es sich in den meisten Fällen natürlich nicht um einen Vollzeit-Job handeln, doch Teilzeit-Aufgaben können Studenten definitiv übernehmen.

Damit ist natürlich ein gewisser Aufwand verbunden, doch kann es sich lohnen, wenn Sie diesen auf sich nehmen. Sie sammeln nicht nur Erfahrung, die Ihnen bei der späteren Jobsuche helfen kann, sondern erhalten auch wichtige Einblicke in die tatsächliche praktische Anwendung von Dingen, die an der Universität größtenteils theoretisch behandelt werden.

Berufserfahrung sammeln: Welche Möglichkeiten gibt es?

bikeriderlondon/shutterstock.comWollen Studenten sich gleichzeitig zur theoretischen Ausbildung noch Berufserfahrung aneignen, stehen ihnen dabei verschiedene Wege offen. Eine ist natürlich das duale Studium, das in der folgenden Auflistung bewusst nicht auftaucht, da hier die Berufserfahrung bereits Teil des gesamten Studienkonzeptes ist. Stattdessen konzentrieren sich die Optionen auf Studenten, deren Studium sich auf theoretisches Wissen fokussiert und die deshalb nach anderen Möglichkeiten suchen, um Berufserfahrung zu sammeln. Wir haben uns verschiedene Alternativen angesehen und zeigen Ihnen, wo Sie besonders gut und zielgerichtet Berufserfahrung sammeln können.

  1. Studentenjobs

    Viele Studenten gehen arbeiten, um sich ein wenig Geld dazuzuverdienen. In zahlreichen Branchen werden Teilzeit-Stellen oder projektbezogene Aufgaben gerne an Studenten des Fachgebietes vergeben. Natürlich müssen sich Studenten für diese Jobs ganz normal bewerben. Das kann stressig sein, ist jedoch eine hervorragende Vorbereitung für die spätere Bewerbung um einen Arbeitsplatz. Wichtig ist bei solchen Stellen allerdings, dass sich sowohl der Zeitumfang als auch die Arbeitszeiten mit dem Studium vereinbaren lassen. Hier haben Branchen mit hoher Telearbeit logischerweise Vorteile gegenüber Jobs, bei denen die Studenten persönlich vor Ort sein müssen.

  2. Kooperationsprojekte der Hochschulen mit Unternehmen

    Diese haben gleich mehrere Vorteile: Erstens sind die Arbeits- und Projektzeiten in der Regel von vornherein auf die Vorlesungszeiten abgestimmt und zweitens läuft die Bewerbung hier hochschulintern ab, der Aufwand hält sich daher meist in Grenzen. Dazu kommt, dass die so erbrachten Leistungen oft direkt für das Studium verwertet werden können. Einen Nachteil stellt dabei jedoch oft die Bezahlung dar, die bei solchen Projekten entweder gar nicht oder nur niedrig erfolgt.

  3. Werkstudent

    Als Werkstudent knüpfen Sie wichtige Kontakte zu Unternehmen und legen vielleicht bereits den ersten Stein für Ihre spätere Karriere. Sie arbeiten bis zu 20 Stunden pro Woche neben dem Studium bei einem Arbeitgeber und erhalten Einblicke in die Prozesse und Arbeitsabläufe. Auch die Bezahlung ist hier ein Pluspunkt. Auf der anderen Seite sind die Anforderungen jedoch relativ hoch: Zum einen sind diese Plätze durch die vielen positiven Aspekte sehr begehrt, auf der anderen Seite bedeuten sie eine Menge Arbeit, da Werkstudenten in den Semesterferien oftmals in Vollzeit arbeiten.

  4. Freiberufliche Tätigkeit

    Eine freiberufliche Tätigkeit bietet die größte zeitliche und räumliche Flexibilität, ist jedoch auch am schwersten zu realisieren. Denn um überhaupt Aufträge zu erhalten oder an Projekten von Unternehmen teilnehmen zu können, müssen Studenten Reputation und Reichweite aufbauen. Das braucht Zeit und Energie, die Studenten im Vorfeld investieren müssen, ohne sicher sein zu können, dass sich der Aufwand später lohnt.

Berufserfahrung sammeln: Das sollten Sie beachten

Unabhängig davon, auf welche der oben beschriebenen Arten Sie Ihre Berufserfahrung sammeln, gibt es einige Punkte zu beachten. Wenn Sie die folgenden Themen im Vorfeld Ihrer Tätigkeit klären, können Sie sich viel Stress und Hektik sparen. Konkret bedeutet das:

  • Klären Sie den Zeitbedarf der Aufgaben möglichst exakt.
  • Vereinbaren Sie die Arbeitszeiten unbedingt schriftlich und stimmen Sie diese - wenn es zu Kollisionen mit Vorlesungen kommt - mit Ihren Referenten oder Professoren ab.
  • Legen Sie schriftlich die Zeiten fest, in denen Sie persönlich anwesend sein müssen.
  • Achten Sie auf Klauseln, die einen kurzfristigen Arbeitseinsatz notwendig machen könnten. Klären Sie, ob diese Klauseln gestrichen werden können.
  • Bestehen Sie darauf, dass alle Absprachen und Vereinbarungen bezüglich Arbeitszeit, Anwesenheit, Bezahlung und ähnliches schriftlich festgehalten werden.
[Bildnachweis: GaudiLab, by Shutterstock.com]