BerufspendlerDas eigentlich Überraschende am Pendeln ist, dass die Menschen damit weitermachen, obwohl es sie kolossal nervt, stresst, ihnen Rückschmerzen beschert und den Anblick von popelnden Mitpendlern. Man muss schon ziemlich verrückt sein, jeden Tag erneut im Stau zu stehen, erneut anzufahren, zu bremsen, zu warten, erneut zu spät auf der Arbeit zu erscheinen und dafür im Schnitt ganze 44 Minuten Lebenszeit einzubüßen. In Ballungsgebieten sogar noch mehr. Aber so geht das über 15 Millionen Berufspendlern auf Deutschlands Straßen. Tagein, tagaus quälen sie sich morgens und abends durch überfüllte Zufahrtsstraßen, zähfließenden Verkehr und kilometerlange Staus – oder sie hocken eingequetscht in dem mal wieder verspäteten und überfüllten Regionalexpress zwischen notorischen Deoverweigerern und Liebhabern deftiger Speisen, vorzugsweise mit viel Knoblauch. Da kommt Freude auf…

Berufspendler: Die Autofahrer trifft es besonders hart

Pendler-Auto-StressJeder zweite Deutsche Arbeitnehmer ist Berufspendler – und viele sind davon ganz und gar nicht begeistert. Rücken- und Kopfschmerzen, erhöhte Infektanfälligkeit, stundenlange Staus, nervende Mitreisende, Lärm, überheizte Wagons… die Negativ-Liste des täglichen Pendelns ist lang.

Warum tun sich das dennoch jeden Tag tausende Arbeitnehmer an?

Bei den meisten lautet die pragmatische Antwort: Sie haben keine andere Wahl. Für eine gute Stelle oder gar den Traumjob nehmen viele Menschen – vor allem Familienväter und -mütter – einige Strapazen in Kauf.

Am schlimmsten trifft es allerdings die Autofahrer.

Laut Statistischem Bundesamt wählen rund 67 Prozent der Berufspendler dieses Verkehrsmittel. Nur 18 Prozent kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad ins Büro; den Bus, die U-, S- oder Straßenbahn nehmen elf Prozent und mit der Deutschen Bahn pendeln gar nur zwei Prozent zwischen Heim und Büro.

Wissenswerte Fakten über Pendler:

  • Der höchste Pendleranteil findet sich in Frankfurt (Main), der niedrigste in Berlin und den neuen Bundesländern. Die fünf Großstädte mit dem höchsten Pendleranteil sind: Offenbach am Main, Ludwigshafen am Rhein, Mülheim an der Ruhr, Wolfsburg, Frankfurt am Main. Die fünf Städte mit dem niedrigsten Anteil: Berlin, Dresden, Leipzig, Hamburg, Rostock.
  • Männer pendeln öfter und weiter als Frauen. Je größer die durchschnittliche Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort, desto größer auch der Geschlechterunterschied: Haben beide Orte etwa nur die erste Stelle der Postleitzahl gemeinsam, so liegt der Anteil männlicher Pendler schon 40 Prozent über dem der Frauen.
  • Wer mehr verdient, fährt Auto. Wer mehr als 2900 Euro netto im Monat verdient, setzt sich statistisch deutlich lieber hinters Steuer.
  • Besserverdiener fahren länger. So liegt der Anteil derjenigen, die dabei im Schnitt eine Distanz von mehr als 25 Kilometern zurücklegen, bei 86 Prozent. Im Fachjargon heißen solche Leute “Fernpendler”.
  • Auto-Pendler stehen rund 58 Stunden pro Jahr im Stau. Das haben Stauforscher ausgerechnet. Vor allem im November steigt die Staugefahr. Das lässt sich etwa aus der Statistik der beliebtesten Reisemonate des BAT-Freizeit-Forschungsinstituts ableiten: Danach nehmen sich im August die Leute bis zu 18 Tage frei, im November aber nur einen. Folglich sind dann alle auf der Arbeit – und auf der Straße.

Pendler-Amnesie: Hinterm Steuer herrscht Stress wie bei Kampfpiloten

Pendlerstress-JetpilotDa ist es dann jedes Mal dasselbe: Zwischen 7 und 8 Uhr wird der Verkehr dichter und dichter, das Fahrtempo auf den Spuren synchronisiert sich zunehmend, der Verkehr wird instabil. Jetzt reicht schon eine einzelne Unaufmerksamkeit, ein waghalsiger Spurwechsel, eine Kurzschlussbremsung, die zu weiteren Bremsmanövern führt und eine Kettenreaktion auslöst. Stauforscher nennen das eine “Stauwelle”, die sich gegen die Fahrrichtung aufbaut. Bis zum Stillstand.

Während draußen der Verkehr ruht, herrscht hinterm Steuer allerdings Hochdruck. Sogar sprichwörtlich. Der britische Stressforscher David Lewis von der Universität von Sussex hat herausgefunden, dass der Stresspegel von Pendlern vergleichbar ist mit dem von Kampfpiloten: Fünf Jahre lang verglich er dazu Blutdruck und Herzfrequenz seiner 800 Probanden mit denen von Jetpiloten und Polizisten in Ernstfallübungen.

Und tatsächlich: Der Blutdruck der Pendler stieg rasanter als der beider Kontrollgruppen, teilweise auf bis zu 180.

Stressfaktoren beim Pendeln

Wie lange wir auf dem Weg ins Büro brauchen, ist dabei übrigens völlig egal. Was uns stresst, sind vielmehr die Unwägbarkeiten des Weges. Vor allem die Ohnmacht, einem möglichen Stau ausgeliefert zu sein, empfinden die Fahrer als “Tortur”, “Zerreißprobe”, als regelrechten “Albtraum”.

Gesund ist das nicht: Wer innerlich grollt und sich noch lange darüber ärgert, dass die beiden BMW-Fahrer hinter ihm unbedingt herausfinden mussten, wer dichter drängeln kann, der schüttet permanent Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin aus. Und die steigern im Übermaß Blutfett- sowie Zuckerwerte.

Wer also morgens chronisch Rot und Rotlichter sieht, lebt mit einem deutlich erhöhten Risiko eines Tages einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Manch Gestresste können sich hinterher nicht einmal mehr an gefahrene Streckenabschnitte erinnern und leiden an “Pendler-Amnesie”, wie Lewis das Phänomen nennt.

Ganz abgesehen davon, dass sie anschließend gerädert und gereizt auf der Arbeit erscheinen.

Pendeln ist ein Beziehungskiller

Pendeln ist Gift für die Beziehung. Schwedische Wissenschaftler der Umeå Universität haben die Daten von rund zwei Millionen Haushalten ausgewertet und dabei festgestellt: Wer täglich mehr als 45 Minuten zur Arbeit pendelt (also 90 Minuten hin und zurück), hat ein um 40 Prozent höheres Risiko geschieden zu werden. In den ersten Beziehungsjahren ist das Risiko übrigens am höchsten, erst nach fünf Jahren sinkt es wieder, weil sich die (bis dahin noch vereinten) Partner damit arrangiert haben.

Warum tun wir uns das jeden Tag an?

Pendler-Büro-ArbeitVermutlich weil es kaum Alternativen gibt. Seit die Menschen der Work-Life-Balance einen höheren Stellenwert beimessen, wechseln sie nicht mehr so schnell ihr privates Umfeld, den Freundeskreis und das gemütliche Zuhause. Lieber fahren sie länger zur Arbeit. Dafür gibt es umso mehr Alternativen zum Stress, zum Ärger und zum alltäglichen Verkehrkollaps.

Wer auf dem Weg ins Büro seine in Wallung geratenen Stresshormone besänftigen will, sollte zwei Erkenntnisse berücksichtigen:

  1. Erstens: Dauernde Spurwechsel bringen nichts. Außer vielleicht einem erhöhten Adrenalinspiegel sowie erhöhten Unfallrisiko. Zahlreiche Verkehrsforscher haben unlängst nachgewiesen, dass Spurwechsel den Stau eher noch verstärken – und zwar, weil viele Fahrer dabei drängeln und nachfolgende Fahrzeuge zum Abbremsen zwingen. Schneller und deutlich entspannter kommt voran, wer auf seiner Spur bleibt und Sicherheitsabstände einhält. Zudem sollten Autofahrer bei abnehmenden Fahrbahnen alle Spuren bis zum Ende ausnutzen und sich erst dann im Reißverschlussverfahren einordnen. Das hat nichts mit Vordrängeln zu tun, sondern vermindert schlicht den Staudruck.
  2. Zweitens: Jeden Tag denselben Weg zu fahren, ist Gift für unseren Geist. Routinestrecken lullen ihn ein, wiegen die grauen Zellen in trügerische Sicherheit und sorgen dafür, dass sie irgendwann auf Standby schalten, beim Fahrer sogar noch schneller als beim Beifahrer. Die Folge: Aufmerksamkeit und Reaktionstempo sinken. Statt mit dem Verkehr beschäftigen wir uns dann mehr mit der Musik und den Moderatoren im Radio oder dem attraktiven Menschen im Rückspiegel. Danach reicht schon eine einzige Unachtsamkeit, und Sie schlittern dem Vordermann in die Knautschzone. Besser Sie wechseln ab und an die Route und suchen sich Schleichwege über Landstraßen. Die sind nicht nur praktisch, falls Sie rechtzeitig vom 10-Kilometer-Stau im Verkehrsfunk erfahren, sondern steigern Ihre Kreativität. Denn – auch das haben Wissenschaftler herausgefunden – wer ab und an einen anderen Weg zur Arbeit wählt, bewusst Umwege fährt, bringt seine Oberstube auf Trab und auch seinen Synapsen neue Wege bei. Das Prinzip dahinter heißt mentale Stimulanz. Unser Gehirn giert nach Neuem, nach Ungewohntem, nach sensorischen Reizen. Dafür ist es gemacht. Wann immer Sie Ihre grauen Zellen also mit Neuem füttern, regen Sie diese an. Und steigern so Ihre kognitiven wie kreativen Fähigkeiten.

So kontrollieren Sie die Wut am Steuer

Aber auch bei der Pendelei selbst, können Sie leicht für Entspannung sorgen. Der einfachste Weg dazu ist eine Fahrgemeinschaft mit Kollegen zu bilden, die ein ähnliches Ziel haben.

Bei der Suche nach Kandidaten helfen Ihnen entweder die Mitfahrzentralen oder entsprechende Netzwerke im Internet, wie etwa das Portal pendlernetz.de, das bereits Mitfahrer in Nordrhein-Westfalen, Stuttgart und der Rhein-Main-Region vermittelt.

Auch die Wut am Steuer lässt sich kontrollieren: “Anger control” heißt das im Fachjargon und ist letztlich eine Frage des Tatwillens und Trainings. Damit ist weder Verdrängen noch Herunterschlucken gemeint, vielmehr geht es dabei um bewusstes Erleben und Kanalisieren von Gefühlen.

Zum Beispiel so:

  1. Durchatmen. Wenn das Blut kocht, sollten Sie zunächst tief durchatmen und bis zehn zählen. In einigen Fällen auch bis 50. Versuchen Sie dabei nur durch die Nase in den Bauch zu atmen – ohne dass sich der Brustkorb hebt. Atmen Sie nach der 4-6-8-Methode: Langsam und tief einatmen, bis vier zählen, die Luft anhalten, bis sechs zählen, langsam durch den Mund ausatmen und bis acht zählen. Das Ganze wiederholen Sie mindestens fünf Mal. Mit der Übung können Sie Ärger genauso wegatmen wie Stress. Der Auslöser ist damit zwar noch nicht unter Kontrolle – aber Sie vermeiden Kurzschlusshandlungen, die später vielleicht genauso bitter bereuen.
  2. Analysieren. Wenn Sie spüren, wie der Ärger anschwillt, machen Sie einen Schritt zur Seite und fragen Sie sich, was Sie auf die Palme treibt. Letztlich beginnt der Groll in Ihnen selbst, das Umfeld ist allenfalls ein Auslöser. Der Abstand zu sich selbst schärft aber den Blick für das große Ganze. Indem Sie die erlebte Kränkung („Der hat mich geschnitten!“) bewusst auf das Niveau holen, das ihr zusteht (“Na und?!”), bringen Sie auch Ihre Wut wieder auf ein Normalmaß. Womöglich steckt hinter der teuflischen Gemeinheit ohnehin nichts weiter als Schusseligkeit. So what?!
  3. Abreagieren. In Maßen sind gezielte emotionale Ausbrüche durchaus erlaubt. Schreien Sie Ihre Windschutzscheibe an, hauen Sie mit der Faust auf den Lenker, stampfen Sie auf den Fußraum (nur bitte nicht auf Bremse oder Gaspedal!). Aber nur kurz – und dann lachen Sie darüber. Gelotologen, also Wissenschaftler, die das Lachen (griechisch: gelos) erforschen, haben herausgefunden: Lachen baut Stress ab, hebt die Stimmung (weil der Körper dabei vermehrt Glückshormone ausschüttet), senkt den Blutdruck und lindert Schmerzen.
  4. Hören. Musik vermittelt starke Emotionen – und kann diese dämpfen wie verstärken. Mit beschwingten oder sphärischen Klängen, ruhigem Jazz, Lounge-Musik oder alten Songs, mit denen Sie glückliche Momente erinnern, können Sie zügig miese Laune, Stress oder Aggressionen vertreiben. Für den Fall, dass Sie wieder mal das Gehupe und Gedrängel der anderen Autofahrer auf die Palme bringt, sollten Sie eine entsprechende CD oder einen entsprechenden Ordner im MP3-Player an Bord haben.
  5. Selbstgespräche. Zum einen können Selbstgespräche die eigene Leistungsfähigkeit enorm steigern, Ablenkungen und Störgeräusche ausblenden sowie helfen, Probleme schneller und besser zu lösen. Zum anderen bauen sie aber auch Stress ab, reduzieren Aggressionen und sorgen für einen differenzierteren Blick und mehr Klarheit im Geist. Das hat unter anderem der US-Psychologe Thomas Brinthaupt in seinen Untersuchungen nachgewiesen. Nutzen Sie die Fahrt doch, um laut über Ihren Tagesplan zu sinnieren oder schon mal die anstehende Präsentation zu üben.
  6. Perspektivwechsel. Für jeden Ärger, jede Anspannung gibt es einen oder mehrere Auslöser. Und um die kreisen unsere Gedanken. Und zwar länger als uns gut tut. Dieses ständige Reflektieren und Grübeln ist einer der größten Stressoren, wie etwa ein Experiment von William Gerin von der Columbia Universität zeigte. Ständiges Grübeln hält aber den Stresslevel auf konstantem Niveau. Wie sich das kompensieren lässt, fanden Forscher glücklicherweise ebenso heraus: Probanden, die sich jeden Morgen für ein paar Minuten auf freundliche Gesichter fokussierten und lernten, Negatives auszublenden, waren bereits nach einer Woche deutlich entspannter und produzierten weniger von dem Stresshormon Kortisol.

Volles Ohr: Podcasts und Hörbücher für Büro-Pendler

racorn/shutterstock.comSie suchen noch nach einer sinnvoller Beschäftigung für den Arbeitsweg? Viele Berufspendler lesen oder hören Musik oder Hörbücher. Zudem gibt es eine ganze Reihe empfehlenswerter Podcasts, mit denen Sie sich auf der Fahrt zur Arbeit und nachhause inspirieren lassen können.

In diesen beiden Beiträgen haben wir für Sie Podcast- und Hörbuch-Empfehlungen zusammengestellt:

Tipps gegen den Pendler-Stress

Natürlich wissen wir nicht, wie Sie zur Arbeit fahren und pendeln. Entsprechend haben wir verschiedene Tipps ausgewählt, die auf unterschiedliche Situationen zutreffen, nur nicht auf alle gleichzeitig. Suchen Sie sich also bitte die passenden heraus, wägen Sie die Vorschläge auf ihre Vor- und Nachteile hin ab und machen Sie das Beste daraus. Die Reihenfolge der Tipps stellt übrigens keine Wertung oder Priorisierung dar…

    Gesundheit

  1. Bei der Kleidung gilt – vor allem wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen – das gute alte Zwiebelprinzip. Mit mehreren Kleidungsschichten können Sie sich verschiedenen Wetterlagen problemlos anpassen.
  2. Selbst bei warmen Temperaturen sollten Sie einen leichten Schal dabei haben. So können Sie einen steifen Hals vermeiden, falls Sie beispielsweise mitten im Durchzug sitzen müssen.
  3. Autofahrer sollten sich über ein ergonomisches Sitzkissen Gedanken machen. Bereits kleine Veränderungen der Sitzhaltung können Nacken- und Rückenschmerzen vorbeugen.
  4. Ebenfalls wichtig: Eine individuell angepasste Sonnenbrille. Sie ist nicht nur ein Schutz gegen blendendes Sonnenlicht, sondern schont auch die Augen. Gerade für Bildschirmarbeiter ein wichtiger Aspekt.
  5. Was für Autofahrer das Sitzkissen ist für Zugfahrer ein Nackenkissen. Damit ist Schlafen oder Dösen ohne Verspannungen kein Problem.
  6. Nutzen Sie den Arbeits- und/oder Heimweg für etwas Bewegung an der frischen Luft. Steigen Sie eine Station früher aus oder parken Sie ein Stück vom Unternehmen entfernt und gehen Sie den Rest zu Fuß.
  7. Sowohl Auto- als auch Zugfahrer sollten immer eine Flasche Wasser dabei haben. Dehydrieren werden Sie auf dem Weg zur Arbeit zwar nicht. Doch einem trockenen Hals oder einer krächzenden Stimme können Sie mit einigen Schlucken Wasser entgegenwirken.
  8. Gute Ohrstöpsel können in öffentlichen Verkehrsmitteln ein wahrer Segen für Ohren und Nerven sein.
  9. Ein kleiner Snack für zwischendurch sollte zu Ihrer Standard-Pendler-Ausstattung gehören. So können Sie kleine Tiefphasen überbrücken und fit bleiben.
  10. Die Kleidung muss Ihrem Job angemessen sein, das versteht sich von selbst. Dennoch sollten Sie auf bequemen Sitz und gute Passform achten. Sonst kann längeres Sitzen oder Stehen beim Pendeln schnell unangenehm werden.
  11. Equipment

  12. Egal ob Rucksack, Messenger oder Handtasche: Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, sollte seinen täglichen Begleiter unbedingt im Vorfeld mehrere Stunden testen und auf Schutz gegen Regenschauer und Spritzwasser achten.
  13. Sowohl für Autofahrer als auch für Pendler in öffentlichen Verkehrsmitteln können sie ein Segen sein: Thermo-Trinkbecher. Achten Sie unbedingt auf leichte Ein-Hand-Bedienung und hohe Dichtigkeit.
  14. Moderne Smartphones können viele Geräte ersetzen, haben jedoch eine enorme Schwachstelle: die Akkulaufzeit. Ein Autoladegerät, ein Wechselakku oder ein externer Akkupack sind für Pendler daher Pflicht.
  15. Vor allem für Zug- und Bahnfahrer sind gute Kopfhörer unverzichtbar. Autofahrer erfreuen sich an FM-Transmittern oder Autoradios, die den Anschluss des Smartphones erlauben.
  16. Vieltelefonierer fühlen sich ohne Headset fast schon nackt. Wer allerdings mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, sollte Rücksicht auf seine Mitreisenden nehmen. Autofahrer müssen selbst entscheiden, ob die Ablenkung durch ein Telefonat via Headset vertretbar ist oder nicht.
  17. E-Reader und Tablets können für Pendler Buch und sogar Computer unterwegs ersetzen. Ob Sie ein solches Gerät wirklich brauchen, müssen Sie beurteilen. Praktisch sind solche Gadgets auf jeden Fall.
  18. Sie nehmen Ihr Essen von zu Hause mit? Dann investieren Sie bitte einige Euros in hochwertige Boxen. Wer schon einmal sein halbes Mittagessen aus dem Rucksack gefischt hat, wird seine Sparsamkeit bereut haben.
  19. Luftbefeuchter und Raumdüfte für Autos sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits können manche Menschen mit dem richtigen Duft auch den nervigsten Stau entspannt überstehen. Andererseits können minderwertige Düfte Kopfschmerzen verursachen und Beifahrer abschrecken.
  20. Für Zug- und Busfahrer können Notizbuch und Stift wertvolle Begleiter sein. Egal ob Sie sich die Einkaufsliste oder die nächste geniale Idee notieren: Papier und Stift sind immer zur Hand.
  21. Kaugummis gehören für viele Pendler zur Standardausstattung. Die Optik mag für die Umgebung nicht immer ästhetisch sein, doch bewusstes Kauen kann Verspannungen im Kieferbereich lösen und entspannend wirken.
  22. Produktivität

  23. Wenn Sie Ihren Arbeitsweg sinnvoll nutzen wollen, können Sie beispielsweise zu Papier und Stift greifen und die Aufgaben des Tages ordnen und planen.
  24. Autofahrer können zwar nicht schreiben, Aufgaben und Ideen lassen sich bei modernen Smartphones jedoch problemlos diktieren. Ob die Ablenkung vertretbar ist, müssen Sie selbst entscheiden.
  25. Das gilt auch für Telefonate – natürlich mit Headset – während der Autofahrt. Zug- und Bahnfahrer sollten aufgrund des öffentlichen Raumes von Dauertelefonaten Abstand nehmen.
  26. Der Heimweg eignet sich oft hervorragend, um den zurückliegenden Tag Revue passieren zu lassen und zusammenzufassen. Dadurch können Sie nicht nur alle noch offenen Projekte identifizieren, sondern auch abschalten.
  27. Sie bloggen privat oder beruflich? Dann nutzen Sie Ihre Pendelzeit als Inspirationsquelle. Wenn Sie die Augen offen halten und Ihre Umgebung bewusst wahrnehmen, finden Sie garantiert genug Anregungen.
  28. Bloggen ist nicht Ihre Stärke, Sie podcasten lieber? Grundsätzlich können Sie – wenn die Qualität nicht absolut überragend sein muss – mit Ihrem Headset und Smartphone auch während der Fahrt podcasten. Die Ablenkung kann hier jedoch enorm sein, daher ist Vorsicht geboten.
  29. Auch das Diktieren oder Schreiben von SMS und E-Mails ist möglich. Spätestens am Ziel ist die Netzverbindung dann auch stabil genug, um die vorbereiteten Nachrichten zu verschicken.
  30. Eine Reise oder ein größeres Projekt steht an? Dann ziehen Sie sich die entsprechenden Unterlagen aufs Tablet oder drucken Sie sich diese aus und studieren Sie die Dokumente in Zug oder Bus. Dass sensible Daten in der Öffentlichkeit nichts zu suchen haben, versteht sich von selbst.
  31. Sie wollen sich ein neues Gadget, Möbelstück, Auto oder etwas anderes kaufen? Dann speichern Sie Reviews und Co. auf Ihren bevorzugten Geräten und verschaffen Sie sich ganz in Ruhe auf dem Weg zur Arbeit einen Überblick über den Markt. Autofahrer können sich die Informationen von akuellen Smartphones auch vorlesen lassen.
  32. Sie sind gerade auf Jobsuche? Dann können Sie – gedanklich, schriftlich oder akustisch – den ersten Entwurf oder zumindest die wichtigsten Punkt des nächsten Anschreibens vorbereiten.
  33. Weiterbildung

  34. Wer seinen Horizont erweitern will, sollte sich unbedingt mit Podcasts beschäftigen. Zu fast jedem Thema gibt es inzwischen hoch interessante und qualitativ gute Angebote. Für die mobile Weiterbildung eine klare Empfehlung.
  35. Ähnliches gilt auch für die Zusammenfassung der Nachrichten oder Videos. Speichern Sie die Inhalte auf Ihren Geräten und nutzen Sie die Zeit, um sich auf den neuesten Stand zu bringen.
  36. Für Zug- und Busfahrer liegt das Lesen von Büchern und Magazinen natürlich nahe. Mit Diensten wie Instapaper oder Read it Later können Sie auch Blogartikel und Beiträge von Webseiten offline speichern und lesen.
  37. Auch wenn sie manchmal nerven können: Ihre Beifahrer oder Nebensitzer können wahre Wissensquellen sein. Um das herauszufinden, müssen Sie sich natürlich auf Gespräche einlassen.
  38. Fernstudenten können bei vielen Bildungsträgern die E-Learning-Inhalte auf Tablet oder Smartphone konsumieren. Nutzen Sie diese Option.
  39. Wenn Sie Meetings oder Vorträge mitschneiden und protokollieren, ist der Arbeitsweg die perfekte Gelegenheit, um Ihre Aufzeichnungen durchzugehen. Sensible Themen scheiden in Zug und Bus natürlich aus und Autofahrer sollten vor allem auf Audio-Aufzeichnungen setzen.
  40. Eher in den Bereich der persönlichen Entwicklung geht der folgende Ansatz: Beobachten Sie die Menschen oder Autos um sich herum und versuchen Sie im Lauf der Zeit, Ihren Eindruck der Menschen zu verfeinern. So schulen Sie Ihre Beobachtungsgabe und lernen, Ihren ersten Eindruck kontinuierlich zu überarbeiten.
  41. Sie wollen mit einem komplett neuen Thema beginnen und wissen nicht, ob Sie sich wirklich darauf einlassen wollen? Dann nutzen Sie die Zeit des täglichen Pendelns als Testphase. Wenn Ihnen das (Hör-)Buch oder der entsprechende Podcast so gar nicht zusagt, hat sich der Zeitaufwand zumindest in Grenzen gehalten.
  42. Mit Audio-Sprachkursen können Sie auf dem Weg zur Arbeit und auf dem Heimweg damit beginnen, eine neue Sprache zu lernen.
  43. Der Vergleich verschiedener Studiengänge und Bildungsanbieter lässt sich während des Pendelns hervorragend bewerkstelligen – solange alle Informationen offline oder analog vorliegen.
  44. Entspannung

  45. Auch wenn es zu den Klassikern gehört: Das morgendliche Dösen in Bus und Bahn kann Ihnen richtig gut tun – vorausgesetzt, Sie dösen nicht zu lange und werden nach spätestens 20 Minuten aktiv. Sonst laufen Sie Gefahr, noch müder zu werden und nur schwer aufzuwachen.
  46. Gewöhnen Sie sich an, die immer gleiche Playlist auf dem Heimweg abzuspielen. Nach wenigen Wochen wird diese Musik zu einem Ritual, dass auch Ihrem Unterbewusstsein den Wechsel von Arbeit zu Freizeit signalisiert.
  47. Gute Gespräche mit anderen Pendlern – idealerweise über nicht arbeitsrelevante Themen – können Ihnen beim Wechsel zum Feierabend helfen.
  48. Autogenes Training lässt sich – mit etwas Übung – auch in Zug oder Bus durchführen und kann belebend und entspannend wirken.
  49. Geführte Gedanken- und Fantasiereisen – die Sie auf dem Smartphone oder MP3-Player als Audio-Datei dabei haben – können ein Feierabend-Ritual werden.
  50. Tagebuch schreiben ist in der Öffentlichkeit oder im Auto natürlich kritisch und schwierig. Einige kurze Gedanken zum Tag können Sie Notizbuch oder Smartphone – schriftlich oder diktiert – jedoch anvertrauen und so Ihren Kopf frei bekommen.
  51. Ruhiges und bewusstes Atmen eignet sich vor allem für die Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel. Für Autofahrer ist das Risiko der Entspannung und Ablenkung zu groß.
  52. Das bewusste Aufschreiben oder Diktieren aller Aufgaben, die vom Tag übrig geblieben sind, kann Ihnen beim Wechsel von Arbeit zu Freizeit helfen.
  53. Auch wenn es für manche etwas esoterisch klingen mag: Kurzmeditationen lassen sich mit etwas Übung in fast jeder Situation – auch auf dem Arbeitsweg – durchführen. Mit Esoterik hat das allerdings nichts zu tun, mehr mit den physiologischen Auswirkungen von Meditation. Dieser Ansatz benötigt jedoch Übung und fällt für Autofahrer aus.
  54. Sowohl für Autofahrer als auch für Pendler in öffentlichen Verkehrsmitteln kann die Natur zur Erholungsquelle werden. Steigen Sie etwas früher aus oder halten Sie kurz an und genießen Sie einen Sonnenuntergang, die Sonnenstrahlen oder den Wind und die Natur um Sie herum.
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