Zufriedene Mitarbeiter sind produktiver. Das wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen. Ganz entscheidend für die Arbeitszufriedenheit ist ein stimmiges Arbeitsumfeld – und die Chance, es den eigenen Bedürfnissen entsprechend gestalten zu können.
Schlechte Arbeitsbedingungen hingegen senken nicht nur die Arbeitsproduktivität, sie machen auf Dauer auch krank – das ist ebenfalls empirisch überprüft. Allein schon aus Rücksicht auf Ihre Gesundheit sollten Sie also Zeit, Energie und – falls Sie zu Hause arbeiten – auch Geld in die Optimierung Ihrer Arbeitsbedingungen investieren.
Aber halt: Wenn Sie jetzt gleich überlegt haben, wie Sie Ihren Arbeitsplatz optisch aufpeppen können, sind Sie bereits einen Schritt zu weit gegangen. Außerdem, Hand aufs Herz: So richtig selbst verwirklichen können Sie sich sowieso nur im Home Office. Im Unternehmen sind die Gestaltungsmöglichkeiten eher beschränkt – gerade, wenn Sie sich Ihr Büro mit anderen Mitarbeitern teilen müssen.
Ergonomie sorgt für entspanntes Arbeiten
Die Grundlage fürs Wohlfühlen schafft die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes. Stuhl, Schreibtisch und Monitor sollten so aufeinander abgestimmt sein, dass Sie aufrecht sitzen und gerade auf den Bildschirm blicken können. Die größte Bedeutung kommt dabei dem Bürostuhl zu, der auf Ihre Körpermaße eingestellt werden können und dynamisches Sitzen erlaubt muss, damit sich selbst bei längerem Arbeiten am Schreibtisch keine Verspannungen bilden.
In den meisten Unternehmen ist das mittlerweile Standard: Schließlich drängen schon die Berufsgenossenschaften darauf, dass Arbeitsplätze gesundheitsfördernd gestaltet werden, um Folgekosten durch ramponierte Wirbelsäulen und Ähnliches zu vermeiden. Aus diesem Grund sollten Sie natürlich auch auf gesundes Sitzen achten, wenn Sie zu Hause arbeiten. Der Hocker am Küchentisch ist definitiv ungeeignet, wenn Kreuz- und Nackenschmerzen nicht Ihr alltäglicher Begleiter werden sollen.
Doch leider sind gute Bürostühle richtig teuer. Weil Sie Ihrem Arbeitgeber wohl eher selten einen Zuschuss zur optimalen Ausstattung Ihres Heimbüros aus den Rippen leiern können, sollten Sie sich nach gebrauchtem Mobiliar umsehen, um Ihr Budget nicht zu sehr zu strapazieren. Falls Ihnen selbst die Preise bei Gebrauchtmöbelhändlern zu hoch sind, sollten Sie beim zuständigen Amtsgericht nachfragen, wann das nächste Mal die Ausstattung eines insolventen Unternehmens versteigert wird – dort können Sie richtig sparen.
Optimierte Arbeitsabläufe bringen Schwung
Natürlich muss Ihr Arbeitsplatz Ihnen auch die Chance bieten, Ihre Arbeitsabläufe optimieren zu können. Dafür ist es beispielsweise notwendig, dass Sie alle benötigten Utensilien in Griffweite haben. Wenn Sie den Locher jedes Mal erst im Großraumbüro suchen müssen bevor Sie ein Dokument abheften können, sorgt das weder für gute Laune noch für Produktivitität. Im Gegenteil: Es führt tendenziell zu Chaos auf dem Schreibtisch – auch das ist ein Motivationskiller.
Ganz wichtig ist auch genügend Platz. Wer ständig von A nach B und zurück stapeln muss oder gar nicht alle notwendigen Unterlagen auf dem Schreibtisch ausbreiten kann, weil nicht genug Ablagefläche vorhanden ist, hält sich nur unnötig auf. Gerade wenn verschiedene Arbeiten am selben Arbeitsplatz ausgeführt werden müssen, ist außerdem eine gewisse Variablilität des Schreibtischaufbaus notwendig – etwa durch einen Auszug, der schnell die Tastatur verschwinden lässt, wenn Platz für Unterlagen notwendig wird.
Natürlich zählt zur Workflow-Optimierung auch, dass der Arbeitsplatz den physischen Gegebenheiten des Benutzers angepasst werden können muss: Das heißt, dass kleine und große Menschen unterschiedliche Reichweiten haben und deswegen Dinge an den für sie richtigen rücken können sollten. Und es bedeutet, dass Linkshänder Monitor und Tastatur nach rechts schieben können müssen, um links davon eine Schreib- und Ablagefläche zu schaffen – dort benötigen sie diese schließlich.
Kreative Gestaltung sorgt für Wohlfühlatmosphäre
Doch was wäre ein Büro-Arbeitsplatz, wenn nicht einige persönliche Dinge fürs Wohlbehagen sorgten? Jeder Kollege hat irgendwelche Accessoires auf seinem Schreibtisch, die diesen als sein Revier markieren, seine Vorlieben zeigen und – nicht zuletzt – den Arbeitsplatz wohnlich machen.
Ok, natürlich sind die Chancen dabei ungleich verteilt: Wenn die Schreibtische in Call-Center-Anordnung aneinander stehen, bleibt wirklich nur die Schreibtisch-Schublade als Aufbewahrungsort für Accessoires und die Option, aus ein paar Büchern, Bildschirmen und Aktenordnern provisorische Trennwände zu bauen: So kommt zumindest etwas Privatsphäregefühl auf.
Ein eigener großer Schreibtisch schafft da gleich mehr Raum für Zierrat, und wenn Sie sogar in einem kleineren Büro sitzen, kommen die Wände als Gestaltungs-Spielraum dazu. Optimal wird’s aber erst, wenn Sie ein Büro ganz für sich allein haben: Dann können Sie sich – im Rahmen des in der Firma Üblichen natürlich – tatsächlich selbst verwirklichen.
Klar, dabei reicht die Freiheit längst nicht so weit wie im Home Office, dafür haben Sie allerdings eine ganz andere Chance, wenn Sie Ihr Büro im Unternehmen gestalten: die der Selbstdarstellung gegenüber Kollegen und Vorgesetzten.
Raumgestaltung ist ein Karrierefaktor
Man kann nicht nicht kommunizieren, sagte der Psychologe Paul Watzlawick. Und tatsächlich trifft auch Ihr Büro deutliche Aussagen über Sie – ob Sie das nun wollen oder nicht. Mehr noch: Das, was Ihr Büro über Sie aussagt, muss noch nicht einmal etwas damit zu tun haben, wer oder was Sie tatsächlich sind.
Das hängt damit zusammen, dass Menschen mit ihren Wahrnehmungen unterschiedliche Dinge assoziieren: Wer die Fensterbank seines Büros mit Orchideen schmückt, wird beispielsweise für tüdelig und fürsorglich gehalten. Hängen dagegen Grafiken angesagter Künstler an den Wänden, spricht das eher für einen Macher und Trensdetter.
Selbstredend können Sie diese Signale auch bewusst einsetzen. Orientieren Sie sich an der Selbstdarstellung der Chefs – hochwertige Grafiken an den Wänden, ein exklusives Schmuckstück auf dem ansonsten peinlich aufgeräumten Schreibtisch, den Blick stets auf den hippen Laptop gerichtet – zeigen Sie: Ich bin wichtig, ich brauche mich nicht mit Kleinkram aufzuhalten.
Das nimmt jeder, der Ihr Büro betritt, in den ersten Augenblicken unbewusst wahr. Natürlich auch Ihre Vorgesetzten. Gesetzt der Fall, Ihre Leistung stimmt außerdem, können Sie so Ihre Karriere im Vergleich mit Kollegen, die sich nicht dergestalt inszenieren, durchaus beschleunigen.
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