Zu einer Bewerbung gehören immer Anschreiben und Lebenslauf – egal, welches Medium Sie für den Unterlagenversand wählen. Allerdings geht beim Versand der Trend immer mehr zur Online-Bewerbung: Letztes Jahr wünschten sich erstmalig mehr Personaler die Kontaktaufnahme per E-Mail oder Online-Formular als auf Papier. Außerdem gleichen sich im Zuge der Globalisierung auch die Bewerbungsstandards weltweit an. Das heißt allerdings nicht, dass die Anforderungen schwinden – im Gegenteil.

Da die Arbeit zunehmend in interkulturellen Projektteams stattfinden wird, rücken die sozialen Kompetenzen der Bewerber in den Mittelpunkt. Es kommt immer weniger nur auf Ihre Fachkenntnisse an, die Befähigung zu Interaktion und Teamarbeit wird zur zentralen Anforderung. Umso wichtiger wird es, diese bereits im Anschreiben adäquat abzubilden – und herauszustreichen, was den Bewerber fürs Unternehmen wertvoll macht. Der Lebenslauf dient lediglich dazu, diese Ansprüche mit den Qualifikationen zu untermauern, die der Bewerber besitzt – doch aus das ist Herausforderung genug.

Tipps fürs gelungene Anschreiben

Das Anschreiben bildet immer den Auftakt. Bei der papierenen Bewerbung liegt es lose auf der Mappe mit den übrigen Unterlagen. Bei der elektronischen Bewerbung ist es entweder der Text der Bewerbungs-Mail oder der Inhalt des Textfelds im Bewerbungssystem des Wunschunternehmens.

Wo auch immer: Das Bewerbungsanschreiben gibt vor allem Auskunft darüber,

  • welche beruflichen Erfahrungen Sie gesammelt haben,
  • ob Sie alle für die Stelle erforderlichen Fähigkeiten besitzen und
  • welchen Mehrwert Sie dem Unternehmen bieten, wenn es sich für Sie entscheidet.

Wenn Sie dem Personaler nur schildern, was Sie alles können, werden Sie ihrn allerdings nicht von Ihrer Eignung überzeugen – dafür ist Papier viel zu geduldig. Besser ist, Sie beschreiben, wie Sie Ihre Aufgaben angehen, damit er sich ein Bild von Ihrer Qualifikation machen kann. Suchen Sie sich also nach konkreten Beispielen, mit denen Sie ihre Kompetenzen untermauern können – und zwar nicht nur die Fachkenntnisse, sondern gerade auch die Soft Skills.

Formale Aspekte

Damit Ihrer Bewerbung Erfolg beschieden ist, müssen ganz grundlegend die Formalia stimmen: Für professionelle Korrespondenz – und was sonst ist eine Bewerbung? – gelten die Standards der DIN 5008, die mittlerweile fast schon weltweite Gültigkeit hat. Jeder Verstoß dagegen ist – gerade in konservativen Branchen – ein schwerer Fauxpas, der Ihre Bewerbung sofort ins Aus befördert.

Den gleichen Effekt haben Rechtschreibfehler: Am besten lassen Sie Ihre Bewerbung (und zwar die kompletten Unterlagen) von einer zweiten Person gegenlesen. Oder – kleiner Trick – Sie lesen sie selber rückwärts, denn dabei fallen Ihnen Fehler schneller auf. Falls Sie sich in einer Fremdsprache bewerben, sollten Sie unbedingt einen Muttersprachler hinzuziehen, der idealerweise mit den Redewendungen der Branche vertraut ist.

Das Anschreiben sollte außerdem nicht länger als eine A4-Seite sein – wenn man Anschriftenfeld und den Platz für die Unterschrift abzieht, bleibt streng genommen nur eine halbe Seite für den Textkörper. Falls Ihr Text länger ist, überlegen Sie sich bitte bei jedem Argument, ob er ihre Bewerbung wirklich unterstützt. Wenn Sie alle Redundanzen streichen und nur die besten Gründe für Ihre Einstellung anführen, überzeugen Sie den Personaler am leichtesten.

Dies gilt übrigens auch für elektronische Bewerbungen: Selbst wenn keine Seitenbegrenzung existiert, sollten Sie diesen Umfang bei einer E-Mail oder in Formularfeldern einhalten. Wenn Sie den Brief mit einem Textverarbeitungsprogramm vorbereiten, können Sie nicht nur den Umfang testen, sondern auch die eingebaute Rechtschreibhilfe nutzen – die hilft enorm bei der Fehlervermeidung.

Das Hauptkriterium ist aber die Individualität, und die beginnt mit der korrekten Ansprache Ihres Ansprechpartners im Unternehmen. Wird er nicht in der Stellenanzeige genannt, recherchieren Sie ihn bitte, denn die „Sehr geehrten Damen und Herren“ sind tabu.

Zur Individualisierung zählt außerdem, dass Sie die Bewerbung wirklich aufs Unternehmen zuschneiden – also Anschreiben UND Lebenslauf für jede Stelle neu schreiben. Schließlich soll der Personaler erkennen können, warum Sie sich gerade bei ihm bewerben und was Sie für genau diese Stelle qualifiziert. Wenn Sie das nicht tun, wirkt Ihr Anschreiben beliebig – und die Absage ist vorprogrammiert.

Inhaltliche Anforderungen

Um den Personaler zu überzeugen, warum Sie der richtige Kandidat sind, schilderst Sie ihm am besten, warum Sie sich ausgerechnet für diese Position bewerben: Was Sie am Unternehmen reizt und was Sie für Ihren künftigen Arbeitgeber einzigartig und so wertvoll macht. So wecken Sie das Interesse des Personalers – und seinen Wunsch, Sie kennenzulernen.

Damit Ihr Anschreiben gelingt, sollten Sie die folgenden Zutaten verwenden:

  1. Bezug herstellen: Falls es eine konkrete Stellenanzeige gibt, nimmt der erste Absatz Bezug auf die ausgeschriebene Stelle. Lassen Sie dabei subtil einfließen, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht und sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben – etwa so:

    Mich reizt die Aufgabe, beim Marktführer für Fluxkompensatoren meine Erfahrung als Leiter der Qualitätssicherung einzubringen und so mithelfen zu können, den Marktvorsprung weiter auszubauen.

    Oder Sie holen den Leser dort ab, wo Sie sich zum letzten Mal begegnet sind – beispielsweise am Stand seines Unternehmens auf einer Personalmesse:

    …sicher erinnern Sie sich an unser Gespräch am letzten Dienstag. Ihre Ausführungen haben mich in meiner Absicht bestärkt, mich bei Ihnen zu bewerben…

    Vermeiden Sie dagegen bitte Floskeln wie “Hiermit bewerbe ich mich…” oder “Ihre Stellenanzeige hat mein Interesse geweckt…” – das sind nur leere Phrasen, die das Interesse des Personalers sofort schwinden lassen.

  2. Mit Stärken punkten: Der zweite Teil ist Eigenmarketing. Hier machen Sie klar, warum sie die richtige Besetzung für die Stelle sind. Nicht zu großspurig natürlich – aber selbstbewusst dürfen Sie schon mit Ihren Erfolgen umgehen:

    In meiner aktuellen Position verantworte ich die Umsetzung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses in der Fertigung. Durch dessen konsequente Fortschreibung konnten die Produktivität um 30 Prozent gesteigert und die Kosten um 20 Millionen Euro gesenkt werden.

    Auch Ihre Soft Skills können Sie mit Beispielen hervorragend untermauern:

    In meiner jetzigen Position koordiniere ich die Arbeit von fünf Mitarbeitern. Ich sehe mich dabei als Teamplayer, der seine Leitungsaufgaben durch Motivation wahrnimmt. Meine Vorgesetzten beschreiben mich als loyalen Mitarbeiter, der flexibel auf verschiedenste Anforderungen reagiert, stets den Überblick behält und Menschen gut motivieren kann.

    Drei kurze Sätze, die den Personaler weitaus besser von Ihren Qualifikationen überzeugen als wenn Sie “Ich bin zuverlässig, belastbar und teamfähig” schreiben.

  3. Nutzen darstellen: Im dritten Teil stellen Sie die Verbindung zum Unternehmen her: Was immer Sie erwähnen – bisherige Aufgaben, Projekte, Führungsjobs – sie müssen zum Anforderungsprofil der Stelle passen. Fokussieren Sie sich auf jene Highlights des Lebenslaufs, die Sie zum idealen Kandidaten machen:

    Ich bin mir sicher, dass mich meine fünfjährige Erfahrung im Optimieren von Abläufen in die Lage versetzt, auch in Ihrem Unternehmen zahlreiche Kosten zu sparen und die Produktion kontinuierlich zu verbessern.

    Hier zählt nicht Masse, sondern Klasse. Vermeiden sollten Sie deswegen Nullnummern wie “Ich bin überzeugt, Ihren Anforderungen zu entsprechen.”

    Selbstverständlich können Sie diesen Teil mit den beiden anderen verweben und sind nicht starr an die Reihenfolge gebunden, wichtig ist nur, dass Sie einen Spannungsbogen in Ihre Bewerbung einbauen, der den Personaler konsequent zum letzten Punkt führt.

  4. Reaktionen provozieren: Nachdem Sie aufgelistet haben, was alles für Ihre Einstellung spricht, sollten Sie den Ball zum Personaler spielen. Bedanken Sie sich für sein Interesse – und fordern ihn zum Handeln auf:

    Weitere Fragen beantworte ich Ihnen selbstverständlich gerne im persönlichen Gespräch. Ich freue mich auf Ihre Einladung.

    Wenn Sie richtig selbstbewusst sind, können Sie das Heft aber auch gern in der Hand behalten:

    Diese Themen können wir natürlich gern im persönlichen Gespräch vertiefen. Ich rufe Sie nächsten Dienstag an, um einen Termin dafür zu vereinbaren.

    Hauptsache, Sie lassen sich nicht zu müden Formulierungen wie “Ich würde mich freuen, wenn Sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen.” hinreißen.

Das gehört in den Lebenslauf

Der tabellarische Lebenslauf hat sich mittlerweile fast in der ganzen Welt durchgesetzt. In der Regel wird er nach zwei Kategorien gegliedert: Die erste ist die thematische Sortierung, die Ihre Karrierestationen etwa in Ausbildung und Berufserfahrung gliedern.

In den einzelnen Rubriken werden die Stationen dann chronologisch aufgereiht. Aktuell ist dabei die sogenannte amerikanische Gliederung üblich: Sie beginnen die Aufzählung mit der aktuellsten Position und arbeiten sich dann zeitlich bis zur Schulausbildung nach hinten durch.

Der Aufbau

Bestandteile des Lebenslaufs sind in der Regel (in dieser Reihenfolge):

  • Ihre persönlichen Daten: Geburtstag und -ort, dazu das Bewerbungsfoto. Nichts zu suchen haben hier Nationalität oder Religionszugehörigkeit. Diese Angaben sind außerdem nur im deutschsprachigen Raum und in Südeuropa notwendig. Im Rest der Welt sind sie tabu, um den Bewerber vor Diskriminierung zu schützen.
  • Eine Übersicht Ihrer Berufserfahrung: Dazu gehören Ihre bisherigen Positionen ebenso wie Praktika oder Studentenjobs, sofern Sie dort Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle erwerben konnten.
  • Angaben zu Ihrer Ausbildung: Dazu zählt der Schulabschluss, Ihr Hochschulexamen, eine mögliche Berufsqualifikation und etwaige Weiterbildungen. Wichtig ist, dass Letztere etwas mit der angestrebten Position zu tun haben – ansonsten sollten Sie auf deren Nennung verzichten.
  • Ihre Hobbys: Auch wenn sie nicht wirklich mit der Position zu tun haben, werden Sie von Personalern in der Regel gern gesehen. Wichtig ist auch die Nennung von Ehrenämtern – insbesondere, wenn Sie darin Erfahrungen gewannen, die Sie auch im Job nutzen können.

Bei der Lebenslaufgestaltung hat sich inzwischen durchgesetzt, dass links in der Tabelle die kalendarischen Daten der einzelnen Stationen stehen (also etwa „08/1999 – 07/2003“), rechts daneben dann die Beschreibung dessen, was Sie im jeweiligen Lebensabschnitt gemacht haben: Betonen sollten Sie dabei die Erfahrungen, die Sie besonders für die angestrebte Stelle qualifizieren, den Rest stellen Sie nur kurz dar. Bei Berufsanfängern sollte die Aufzählung der Karrierestationen eine Seite nicht überschreiten, mit zunehmender Berufserfahrung darf es gern mehr werden.

Weglassen sollten Sie allerdings keinen Karriereschritt – etwa, weil er nichts mit der künftigen Stelle zu tun hat. Gerade deutsche Personaler achten sehr darauf, dass Ihre Berufsbiografie lückenlos ist: Nicht erklärte Abschnitte wecken ihr Misstrauen und führen zu Nachfragen – oder katapultieren Sie ins Aus.

Mögliche Varationen

Eine Alternative zum Lebenslauf ist insbesondere im englischsprachigen Raum das Job-Profil: Hier gliedern Sie Ihre berufliche Entwicklung nicht nach den Stationen, die Sie durchliefen, sondern bündeln die Kenntnisse und Erfahrungen, die Sie dort erwerben konnten.

So werden aus zwei Jahren fürs Unternehmen A, drei für Firma B und eins für Arbeitgeber C zum Beispiel „6 Jahre Tätigkeit im Marketing“, „4 Jahre Projektverantwortung“ und „1 Jahr Führungserfahrung“. Gerade bei mehreren unterschiedlichen Stationen oder Wechseln zwischen Ausbildung und Berufstätigkeit sorgt dieser Aufbau für mehr Übersichtlichkeit.

Bei nicht-linearen Karrieren oder mehreren parallelen Entwicklungen – etwa einem berufsbegleitenden Studium – in Ihrem Lebenslauf können Sie auch auf Tools wie Résumé Transformation zurückgreifen: Durch grafische Mittel erhalten inhaltsgleiche Stationen etwa eine übereinstimmende Farbe und verschiedene Handlungsstränge lassen sich beispielsweise als parallele Balken darstellen – das sorgt für mehr Übersichtlichkeit bei der Aufbereitung Ihrer beruflichen Entwicklung.

Diese Form ist zwar für viele Branchen noch etwas ungewohnt und eignet sich auch eher für die elektronische Bewerbung, könnte aber wegen ihrer Anschaulichkeit durchaus zum künftigen Lebenslauf-Standard werden.