Sie wollen schneller lernen und mehr behalten? Machen Sie mehr Pausen! Klingt zu einfach, um wahr zu sein? Ist es aber. Wissenschaftler um Soren Ashley und Joel Pearson von der Universität von New South Wales in Sydney konnten jetzt nachweisen, dass sich Lernerfolg schneller einstellt, wenn man regelmäßige Pausen einplant und nicht rund um die Uhr trainiert. Denn wer zu viel übt, macht (wie beim Gesetz des abnehmenden Ertrags) immer kleinere Lernfortschritte.

Die Erklärung dazu: Beim Lernen neuer Fähigkeiten entstehen im Gehirn neue Verbindungen, im Fachjargon: neurale Plastizität. Um uns diese Fertigkeiten langfristig anzueignen, müssen die Veränderungen im Gehirn aber vertieft und gefestigt werden. Das gelingt aber nur durch den Transfer vom Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis. Also durch regelmäßige, längere Pausen. „Werden die Informationen und neuralen Veränderungen nicht entsprechend konsolidiert, macht sich der Lernfortschritt nur kurzfristig bemerkbar oder stellt sich gar nicht erst ein“, sagt Soren Ashley.

Schlafmangel verhindert Lernerfolg

Bei den Versuchen mussten zum Beispiel 31 Probanden schwierige Computeraufgabe, wie das Aufspüren von Lichtpunkten auf einem Bildschirm mit zahlreichen visuellen Ablenkungen, absolvieren. Hierfür wurden die Probanden in drei Gruppen aufgeteilt, die die Aufgaben auf drei Arten bewältigen sollten. Die erste Gruppe beschäftigte sich am ersten Tag eine Stunde lang mit der Aufgabe, die zweite dagegen gleich zwei Stunden ohne Pause. Die dritte Gruppe übte ebenfalls zwei Stunden lang, machte zwischen den Übungseinheiten jedoch eine Stunde Pause, in der die Gruppenmitglieder alles machen durften, wonach ihnen der Sinn stand – außer schlafen. Schon am zweiten Tag schnitten die Teilnehmer der ersten Gruppe besser ab als die der zweiten, obwohl sie sich nur halb so lange mit den Aufgaben beschäftigt hatte. Das ditte Team war ebenfalls besser als die zweite, teils sogar besser als die erste.

Tatsächlich zeigen auch andere Untersuchungen, dass sich Schlafmangel besonders negativ auf den Konsolidierungsprozess auswirkt. „Viele Studien haben gezeigt, dass ein Lernfortschritt grundsätzlich ausbleibt, wenn man nach einem Übungstag nicht schläft. Ähnlich sieht es aus, wenn man zu viel übt und dem Gehirn nicht genug Zeit zur Konsolidierung gibt“, sagt Joel Pearson.