Betriebsblindheit: Die gefährliche Routine im Job
Jeder kennt sie, einige Mitarbeiter beklagen sich über sie und Vorgesetzte geben gerne vor, in ihrem Unternehmen würde sie keine Rolle spielen. Die Rede ist von der Betriebsblindheit. Mit den Jahren hat sich eine immer größere Routine eingeschlichen, die leider nicht nur positiv ist. Zwar kann Routine bei einigen Aufgaben helfen, um weniger Zeit und Energie aufzuwenden, doch wenn es zur Betriebsblindheit kommt, wird die Routine schnell zur Gefahr - für Ihren Job oder sogar für das gesamte Unternehmen. Haben Sie dieses Problem jedoch erkannt, können Sie die nötigen Schritte einleiten, um der Betriebsblindheit den Kampf anzusagen. Wir zeigen, wie Ihnen das gelingt...

Betriebsblindheit: Eine kurze Definition

Ollyy/shutterstock.comBevor wir uns damit beschäftigen können, wie Sie mit Betriebsblindheit umgehen sollten, ist es zunächst wichtig zu verstehen, was es damit eigentlich genau auf sich hat. Denn obwohl jeder den Begriff kennt und auch häufig damit jongliert wird, fehlt es doch oft an der eindeutigen Definition.

Eine gern genutzte, jedoch sehr allgemein gehaltene Definition besagt: Betriebsblindheit ist die fehlende Aufmerksamkeit für betriebliche Prozesse. Dem lässt sich nur schwer widersprechen, aber diese Beschreibung macht den Begriff der Betriebsblindheit nicht wirklich zugänglicher und sorgt bei manchem eher für zusätzliche Verwirrung.

Es gibt aber auch eine kurze Definition, in der die wichtigsten Punkte konkret zusammengefasst werden:

Von Betriebsblindheit spricht man, wenn aktuelle betriebliche Vorgänge nicht mehr neu beurteilt, sondern nur aufgrund von Routine und der Vergangenheit beibehalten und für richtig befunden werden.

Hierdurch wird deutlich, wie sich die Betriebsblindheit bemerkbar macht. Der zweite wichtige Punkt in der Definition ist der Auslöser in Form von Routine. Denn hier können Sie aktiv werden, um sich und Ihren Arbeitgeber vor den Folgen der Betriebsblindheit zu schützen.

Betriebsblindheit: So umgehen Sie die Gefahren

  1. Kontrollieren Sie sich selbst

    Um der Betriebsblindheit vorzubeugen, ist es sehr hilfreich, regelmäßig die eigene Arbeitsweise zu kontrollieren. Das ist aber - wie so oft - leichter gesagt, als getan. Es ist keine leichte Aufgabe, das eigene Handeln möglichst objektiv zu beobachten und sich dabei selbst zu hinterfragen. Schaffen Sie es aber trotzdem, schieben Sie der Betriebsblindheit einen Riegel vor. Die wichtigste Frage, die Sie für sich selbst klären müssen, ist: Mache ich mir Gedanken über meine Aufgaben oder handele ich nur aus Routine?

  2. Bleiben Sie dauerhaft kritisch

    Ein weiterer Schritt, um den Gefahren der Betriebsblindheit zu entgehen, ist kritisches Denken. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass altbekannte Strukturen und Abläufe nur weiterhin erhalten bleiben, weil sie fälschlicherweise für fehlerfrei und unersetzlich gehalten werden. Immer wenn Sie also ein Projekt bearbeiten oder sich einer Aufgabe widmen, die schon bekannte Arbeitsabläufe erfordern, fragen Sie sich: Ist dies wirklich der beste Weg oder mache ich es nur, weil wir es schon immer so gemacht haben?

  3. Holen Sie Feedback ein

    Auch ein Wechsel der Perspektive kann Ihnen dabei helfen, der Betriebsblindheit vorzubeugen. Suchen Sie dazu beispielsweise den Dialog mit Ihren Kollegen, aber auch mit Kunden oder Geschäftspartnern. Diese können Ihnen von ihrer außenstehenden Position oft wertvolles Feedback geben und darauf aufmerksam machen, falls es Verbesserungspotenzial gibt. Gerade das Gespräch mit Kollegen kann helfen, wenn diese vielleicht ebenfalls bemerken, dass die bisherige Routine nicht mehr praktikabel ist.

  4. Tragen Sie zu Veränderungen bei

    Der letzte entscheidende Punkte, um die Gefahren der Betriebsblindheit in den Griff zu bekommen, ist der eigene Wille zur Veränderung. Viele Arbeitnehmer stehen sich dabei selbst im Weg. Das hat einen einfachen Grund: Routinen sind gemütlich. Es ist angenehm, die Dinge einfach immer wieder so zu machen, wie man es gewöhnt ist. Zusätzlich erspart man sich die Arbeit, neue Abläufe lernen zu müssen. Mit dieser Einstellung stehen Sie Ihrem Erfolg jedoch im Weg. Gehen Sie lieber mit gutem Beispiel voran und sorgen dafür, dass Ihr Team nicht in Routinen erstickt.

Anzeichen, dass Sie unter Betriebsblindheit leiden

Das besonders heimtückische an der Betriebsblindheit, ist der Umstand, dass Betroffene sich häufig gar nicht bewusst sind, dass ihre Einschätzungen der aktuellen Situation getrübt werden. Meistens trifft man auf die felsenfeste Überzeugung, dass die betrieblichen Abläufe nicht zu beanstanden sind. Doch der Schein kann trügen, denn wie der Name schon sagt, sind wir manchmal einfach nur blind für das, was wirklich passiert.

Damit Sie nicht in diese Falle tappen, sollten Sie auf diese Anzeichen achten, die Ihnen verraten, ob Sie unter Betriebsblindheit leiden:

  • Die Konkurrenz hängt Sie ab. Sollten Sie feststellen, dass die Konkurrenz plötzlich einen Vorsprung auf Sie aufbaut, ist es gut möglich, dass Betriebsblindheit damit zusammenhängt. Vielleicht sind Ihre Arbeitsabläufe einfach nicht mehr auf dem aktuellen Stand.
  • Sie langweilen sich bei der Arbeit. Empfinden Sie Ihre Arbeit regelmäßig als langweilig? Grund dafür ist häufig Routine, da Sie Ihre Aufgaben nicht mehr fordern und Sie auch nicht mehr darüber nachdenken.
  • Es fehlt an Innovation. Ein besonders deutliches Anzeichen für Betriebsblindheit ist das völlige Fehlen von Innovation. Können Sie sich beispielsweise nicht erinnern, wann in Ihrem Unternehmen eine Veränderung stattgefunden hat, ist es eindeutig dringend an der Zeit dafür.
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