Antworten Sie bitte ganz spontan: Für welchen Teil Ihrer schriftlichen Bewerbung brauchen Sie am längsten? In der Regel dürfte es das Anschreiben sein, richtig? Das ist absolut verständlich, schließlich hat das Anschreiben mehrere wichtige Funktionen. Einerseits ist es Ihre Visitenkarte und prägt – zusammen mit Ihrer Bewerbungsmappe und einem möglichen Deckblatt – den ersten Eindruck Ihrer Bewerbung ganz entscheidend mit. Andererseits müssen Sie mit Ihrem Anschreiben den Personaler davon überzeugen, sich den Rest der Bewerbung genauer anzuschauen und Sie schlussendlich zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Das dabei Fehler passieren können, versteht sich von selbst.
Da diese Ihre Chancen auf ein Vorstellungsgespräch jedoch deutlich verschlechtern, haben wir im Folgenden die 22 häufigsten Fehler zusammengefasst, die Sie unbedingt vermeiden sollten. Und wenn Sie Tipps und Tricks für das perfekte Anschreiben suchen, sollten Sie einen Blick in den Kasten weiter unten werfen. Dort haben wir unserer Artikel zum Thema für Sie zusammengestellt. Jeder der folgenden Fehler für sich genommen mag für eine Absage noch nicht ausreichend sein. Doch spätestens wenn sich zwei oder drei Fehler summieren, naht das Aus für Ihre Bewerbung.
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- Bewerbungsanschreiben – Tipps für den ersten Satz
- Musterbewerbung – Tipps rund um’s Bewerbungsschreiben für ein Praktikum (mit Mustervorlage)
- Kopfzeile – Gegen eine Kopfzeile spricht überhaupt nichts – so lange Sie diese sowohl auf dem Anschreiben als auch auf dem Lebenslauf verwenden. Leider wird diese auf dem Anschreiben oft vergessen.
- Layout – Auch wenn es nebensächlich klingen mag: Sorgen Sie für ein ansprechendes Layout Ihres Anschreibens. Dieses ist für den ersten Eindruck Ihrer Bewerbung entscheidend.
- Schriftart – Es sollte selbstverständlich sein, ist es jedoch leider nicht: Die Schriftarten in Lebenslauf und Anschreiben müssen identisch sein.
- Rechtschreibfehler – Es bedarf eigentlich keiner Erwähnung: Rechtschreibfehler haben im Anschreiben nichts zu suchen.
- Kontaktdaten – Ihre vollständigen Kontaktdaten gehören zwingend auch auf das Anschreiben. Nicht nur auf den Lebenslauf.
- Ansprechpartner – Ihre Bewerbung adressieren Sie bitte an eine konkrete Person, die Sie im Vorfeld recherchiert haben. Eine allgemeine Anrede im Stile von “Sehr geehrte Damen und Herren” macht nicht den allerbesten Eindruck.
- Ich-Sätze – Sie wollen im Anschreiben egozentrisch und arrogant wirken? Dann beginnen Sie möglichst viele Sätze mit “Ich”.
- Standard-Einleitung – Der Klassiker aller Klassiker: Mit “hiermit bewerbe ich mich…” beginnt in der Regel kein erfolgreiches Anschreiben.
- Absätze – Ein seitenlanger Fließtext wirkt auf den potentiellen Leser maximal abschreckend. Das gilt auch für Ihr Anschreiben.
- Schachtelsätze – Ewig lange Sätze, die mit mehr als zwei oder drei Kommas gespickt sind, Neben- und Halbsätze beinhalten, verschiedene Themen kombinieren, oder sich in Ausschweifungen verlieren, sind nur schwer lesbar. Oder konnten Sie dem letzten Satz gut folgen?
- Telegrammstil – Auch das Gegenteil ist ein Fehler. Kurze Sätze mit wenig Inhalt. Sie erschweren das Lesen. Und schrecken Personaler ab.
- Phrasen – “In meiner bisherigen Funktion konnte ich zahlreiche Erfolge verbuchen und war hoch angesehen.” – Mag gut klingen, ist jedoch eine leere Phrase. Halten Sie sich statt dessen an konkrete Beispiele und Aussagen.
- Schwächen – Dass Ihre Schwächen im Anschreiben nichts zu suchen haben, dürfte klar sein. Dennoch tauchen diese leider in vielen Anschreiben auf. In Ihrem bitte nicht.
- Stärken – Achten Sie bei Ihren Stärken darauf, dass Sie wirklich nur die nennen, die für die ausgeschriebene Stelle relevant sind. Alles andere sieht schnell nach übertriebener Selbstdarstellung aus.
- Teamfähigkeit – Ihre Fähigkeit, mit anderen zusammen zu arbeiten, muss in Ihrem Anschreiben natürlich erwähnt werden. Übertreiben Sie es damit jedoch nicht, sonst entsteht der Eindruck, dass Sie nicht selbstständig arbeiten können.
- Substantivismus – Wenn Sie jeden Satz mit einer Vielzahl von Substantiven füllen, an deren Stelle auch Verben zum Einsatz kommen könnten, wird das Lesen anstrengend. Oder wirkte der letzte Satz auf Sie angenehm?
- Höflichkeit – Die neue deutsche Rechtschreibung beinhaltet das großgeschriebene Anredepronomen “Sie” nach wie vor. Das gilt natürlich auch für Ihr Anschreiben. Außerdem ist das großgeschriebene “Sie” eine Frage der Höflichkeit.
- Anpassung – Ein Anschreiben, das Sie genau so an jedes beliebige Unternehmen der gleichen Branche schicken können, ist wenig überzeugend. Passen Sie Ihr Anschreiben bitte auf das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle an.
- Konjunktiv – In wenigen, eher konservativ ausgerichteten Branchen kann der Konjunktiv für höfliche Formulierungen notwendig sein. Doch auch in diesen Branchen gilt: Konjunktiv-Formulierungen lassen Sie schnell unsicher wirken. Das kann nicht in Ihrem Sinne sein.
- Länge – Eine, bei erfahrenen Arbeitnehmern maximal zwei, A4-Seiten darf Ihr Anschreiben nicht überschreiten. Ist Ihr Entwurf länger, müssen Sie kürzen.
- Wiederholungen – Eine Möglichkeit Ihr Anschreiben zu kürzen: Lassen Sie Wiederholungen weg. Die haben im Text ohnehin nichts verloren und nerven den Leser nur.
- Vorstellungsgespräch – Die Frage nach dem Vorstellungsgespräch ist essentieller Bestandteil eines jeden Anschreibens, fehlt in der Praxis jedoch oft. Bei Ihnen bitte nicht.
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Die besten Tipps und Dossiers für das Vorstellungsgespräch: So überzeugen Sie jeden Personaler.

AndreasP
Ich will ja nicht klugscheißen, aber Punkt 17 ist so nicht korrekt. Auch nach der neuen Rechtschreibung schreibt man meines Wissens die Höflichkeitsform Sie immer groß.
Lediglich beim Du/du in Briefen ist es freigestellt, ob man groß oder klein schreibt.
Christian Mueller
Hallo Andreas,
ich habe beide Aussagen gefunden, grundsätzlich gilt das große “Sie” jedoch für Briefe oder im geschäftlichen Kontext. Hab den Punkt jedoch entsprechend angepasst, war etwas missverständlich formuliert. Danke dir.
Gruß,
Christian
Pingback: Netzexil › Bewerbung mit Absage
Jörg
Muss die Teamfähigkeit erwähnt werden? Ich selbst erachte Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und Belastbarkeit heutzutage als Grundvoraussetzungen im Beruf.
Habe ich bisher im Anschreiben auch nicht erwähnt und bin bisher ziemlich gut damit gefahren.
D7
Folgende schwierige Situation: Ich bin schwerhörig. Ich habe aber ein grds. völlig normale Ausbildung durchlaufen, d.h. Regelschule (Gymnasium) und zur Zeit im sechsten Semester meines Studiums, dass ich in ein paar Monaten abschließen werde. Zwischenzeitlich drei Praktika. Bloß: Ich kann wegen meiner Schwerhörigkeit nicht (gut) telefonieren und Verstehen bei Störgeräuschen ist ebenfalls schwierig für mich. Sonst aber kann ich mich wunderbar unterhalten. Wie packe ich SOWAS in ein Anschreiben? Soll das überhaupt erwähnt werden?
Heinz Buser
Diese 22 typische Fehlern bringen es im Prinzip auf den Punkt. Klingt in erster Linie nach viel, aber ganz so schwer ist es doch nicht. Nur Mut!
Beste Grüsse