Die Jobsuche ist nie einfach. Die Konkurrenz ist groß, die möglichen Stellen knapp und die Erwartungen und Anforderungen kaum zu erfüllen. Eine noch deutlich größere Herausforderung wird es, wenn eine Lücke im Lebenslauf erklärt werden muss, die aus gesundheitlichen Gründen entstanden ist. Die Bewerbung nach einem Burnout bringt viele Fragen und Unsicherheiten mit, denen sich Jobsuchende stellen müssen. Was muss ich erwähnen? Wie gehe ich mit dem Burnout in der Bewerbung um? Kann ich Personaler überhaupt überzeugen? Die Rückkehr nach einer gesundheitlichen Pause aufgrund von Erschöpfung ist zugegeben nicht einfach. Wir beantworten die wichtigsten Fragen und zeigen, wie Sie mit einem Burnout in der Bewerbung umgehen können...

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Bewerbung nach Burnout: Der schwierige Schritt zurück in den Job

Burnout? Da schrillen bei vielen Personalverantwortlichen sofort alle Alarmglocken. Das ist nichts persönliches, sondern hat meist rein professionelle Gründe. Unternehmen suchen neue Mitarbeiter, auf die sie sich immer verlassen können, die belastbar sind und möglichst schnell volle Leistungen im Team bringen, um zum Erfolg beizutragen.

Ein Burnout vermittelt erst einmal einen anderen Eindruck und lässt daran zweifeln, ob der Bewerber wirklich wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist oder ob in nächster Zeit vielleicht mit einem Rückfall oder anderen Einschränkungen am Arbeitsplatz zu rechnen ist. Es bleibt in der Bewerbung nur ein recht kurzer Eindruck, um eine Entscheidung zu treffen - und ein Burnout, auch wenn dieser bereits überwunden ist, kann leicht zum entscheidenden Faktor werden.

Der Weg zurück in den Job ist deshalb bei einer Bewerbung nach dem Burnout gleich auf verschiedenen Ebenen besonders schwer. Nach einem Burnout mangelt es oft ohnehin noch an Selbstbewusstsein, da die Krankheit als eigene Schwäche interpretiert wird und somit die Angst vor der scheinbar stärkeren Konkurrenz noch größer wird.

Häufen sich dann noch die Absagen, leidet das Selbstwertgefühl noch weiter. Doch ein Burnout muss nicht das Ende der Karriere bedeuten und muss ebenso wenig zum Problem in der Bewerbung werden - wenn Sie richtig damit umgehen.

Muss ich einen Burnout in der Bewerbung angeben?

Bewerbung nach Burnout Depression erwähnen Vorstellungsgespräch Lebenslauf KrankheitDie Angaben, die Sie in Ihren Bewerbungsunterlagen machen, müssen grundsätzlich der Wahrheit entsprechen. Wer hier schwindelt, Unwahrheiten einfügt oder sich beispielsweise Qualifikationen und Fähigkeiten zuschreibt, die er gar nicht besitzt, riskiert im Zweifelsfall später die fristlose Kündigung. Wie sieht es aber mit einem Burnout aus - muss dieser in der Bewerbung erwähnt werden?

Eine Krankheit, wie in diesem Fall ein Burnout, ist zunächst einmal eine Privatangelegenheit, die Sie nicht mit einem zukünftigen Arbeitgeber besprechen müssen. Hier kann es allerdings Ausnahmen geben. So müssen Sie Krankheiten angeben, wenn davon abzusehen ist, dass diese Sie bei der Arbeit beeinträchtigen und möglicherweise den Vereinbarungen in Ihrem Arbeitsvertrag entgegenstehen.

Wird also beispielsweise explizit von eine hohe Belastbarkeit gefordert oder wird deutlich, dass mit dem Job viel Stress und große Anforderungen einhergehen, kommen Sie nicht drum herum, einen Burnout anzugeben - obwohl dann ohnehin fraglich ist, ob es der richtige Posten für Sie ist.

Ist dies nicht der Fall, haben Sie die Wahl, wie Sie mit einem Burnout in der Bewerbung umgehen wollen. Hier sollten Sie vor allem danach entscheiden, wie lang die Lücke im Lebenslauf ist. Kurze Auszeiten von ein bis zwei Monaten lassen sich meist noch recht problemlos im Lebenslauf unterbringen kommen ohne großes Misstrauen von Personalern aus.

Geht die gesundheitliche Pause allerdings über diesen Zeitraum hinaus, können Sie die Lücke nicht einfach unerklärt lassen. Personaler werden diese ohnehin bemerken und sich dann ihren Teil dazu denken - was meist dazu führt, dass Ihre Bewerbung aussortiert wird.

Bewerbung nach Burnout: So können Sie damit umgehen

Wie so oft gilt auch für das Thema Burnout in der Bewerbung oder im späteren Vorstellungsgespräch: Es ist immer da, was Sie daraus machen. Das klingt nach einer Binsenweisheit, trifft jedoch den Kern der Sache. Auch in der Bewerbung nach einem Burnout wollen Sie sich als künftiger Mitarbeiter präsentieren, den Fokus auf Ihre Stärken legen und zeigen, dass Sie die optimale Besetzung für die offene Position sind.

Es sollte also nicht darum gehen, Ihren Leidensweg zu erzählen oder zu begründen, wie es bis zum Burnout kommen konnte. Das sind zum einen sehr persönliche Informationen, zum anderen nutzen diese dem Personaler nur sehr wenig. Viel wichtiger ist: Sehen Sie sich nun wieder vollkommen einsatzbereit? Und was haben Sie vielleicht sogar aus der Zeit lernen können - über sich selbst, für Ihre Arbeit oder im Umgang mit anderen Menschen?

So können Sie die vermeintliche Schwäche sogar in persönliche Stärken verwandeln, die Sie auch gleich belegen können. Bleibt noch die Frage, ob all dies wirklich schon in der Bewerbung verpackt werden kann. Oder ob das Vorstellungsgespräch der bessere Zeitpunkt ist, um darauf einzugehen. Zumal viele Personaler spätestens hier ohnehin noch einmal genauer nachfragen.

In jedem Fall müssen Sie die Lücke, durch einen Burnout im Lebenslauf entsteht, erklären. Hierfür stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Die vollkommen offene Variante

    Ihnen steht es natürlich frei, ganz offen mit Ihrem Burnout umzugehen und diesen in der Bewerbung auch anzusprechen. Das erfordert Mut und zeigt auch, dass Sie sich vor dem Thema nicht verstecken. Möglicherweise können Sie Personalern so imponieren und zeigen, dass Sie wirklich gestärkt aus der Zeit hervorgegangen sind.

    Dennoch ist hier immer Vorsicht geboten. Es wird immer auch Personaler geben, die sich kaum überzeugen lassen und stattdessen davon ausgehen, dass Sie auch in Zukunft zu häufigen Problemen und geringer Leistungsfähigkeit neigen. In diesem Fall landen Ihre Bewerbungen gleich auf der Ablage.


  • Eine berufliche Auszeit aus privaten Gründen

    Eine beliebte Formulierung, gerade weil sie so ungenau ist und viel Spielraum lässt. Dies umfasst nicht nur mögliche Krankheiten, sondern kann beispielsweise auch bedeuten, dass Sie sich um Angehörige gekümmert haben. So entsteht keine unerklärte Lücke im Lebenslauf.

    Werden Sie dann zum Vorstellungsgespräch eingeladen, haben Sie die Chance, sich noch einmal zu überlegen, wie sehr Sie ins Detail gehen wollen. Sicher ist in jedem Fall, dass der Personaler Sie darauf ansprechen wird, was genau die privaten Gründe denn waren. Er versucht schließlich so viel wie möglich zu erfahren, um seine Entscheidungen zu treffen.


  • Auszeit aufgrund von Krankheit und Genesung

    Der entscheidende Aspekt ist hier das Wort Genesung. So vermitteln Sie gleich von Anfang an, dass die Krankheit überwunden ist und sich in Zukunft nicht weiter auf Ihre Arbeit auswirken wird.

    So sollen Personalern sofort die Sorgen genommen werden, es könnte sich um einen Mitarbeiter handeln, der nicht leistungsfähig genug ist, um den Erwartungen gerecht zu werden.

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

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