Schriftart-in-der-Bewerbung
Die perfekte Bewerbung soll überzeugen, Kompetenzen vermitteln, die eigene Persönlichkeit optimal darstellen und einen professionellen, nachhaltig positiven Eindruck hinterlassen. Der Inhalt spielt dabei zwar die Hauptrolle, doch das Auge liest eben buchstäblich mit. Heißt: Auch optisch sollte die Bewerbung etwas her machen - durch Design, Gestaltung und die richtige Schriftart in der Bewerbung. Auch wenn die Typographie auf den ersten Blick irrelevant scheint - Schriftarten entfalten subtile Wirkung - erst recht, wenn es sich dabei nicht gerade um eine der beiden Standard-Schriftarten Arial oder Times handelt. Glücklicherweise gibt es hervorragende Alternativen...

Bewerbung Schriftart: Einheitsbrei oder individuelle Auswahl?

Zunächst einmal stellt sich die Frage: Was ist überhaupt die richtige Schriftart? Ein strenges Richtig oder Falsch gibt es dabei zwar nicht. Wohl aber ein paar Regeln, die die Auswahl der sinnvollen Schrifttypen eingrenzen.

Eine der bekanntesten Studien zum Thema "Wirkung von Schriftarten" verfasste Dawn Shaikh schon im Jahr 2008. Damals wurden rund 185 Probanden Lebensläufe präsentiert, die sich inhaltlich nicht unterschieden - wohl aber bei den verwendeten Schriftarten. Anschließend sollten die Teilnehmer den Bewerbern Persönlichkeitseigenschaften zuweisen - Resultat: Das unterschiedliche Schriftbild sorgte dafür, dass die Kandidaten unterschiedlich kompetent, glaubwürdig, reif, erfahren, professionell oder vertrauenswürdig eingeschätzt wurden.

Oder anders formuliert: Im Extrem kann die verwendete Schriftart den Ausschlag geben, ob man zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nicht.

Die wichtigste Schriftarten-Regel

Die wichtigste Regel hat mit der Typographie allerdings nichs zu tun. Sie lautet:

Verwenden Sie in all Ihren Bewerbungsunterlagen - Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Deckblatt, Dritte Seite oder Motivationsschreiben - stets dieselbe Schriftart. Schwarz auf Weiß.

Wer hier willkürlich mixt, signalisiert seinem Leser, dass es sich um eine Patchwork-Bewerbung handelt: nichts Durchdachtes, individuell für das Unternehmen Gestaltetes, sondern ein Sammelsurium aus recycelten Unterlagen. Solche Bewerbungen landen zu 99 Prozent sofort bei den Absagen.

Darüber hinaus gilt: Die inhaltliche Qualität der Bewerbung steht an erster Stelle. Immer. Erst wenn sie stimmt, können Sie sich als i-Tüpfelchen um Ihre Schriftart kümmern.

Bei der Auswahl der individuellen Bewerbungsschriftart sollten Sie indes einige Kriterien berücksichtigen.

Zuerst muss die Schrift natürlich Ihnen selbst gefallen und in der Wirkung zu Ihrer Persönlichkeit passen. Darüber hinaus erfüllt sie aber auch einen Zweck und soll mehrere Effekte auslösen:

  • Gute Lesbarkeit

    Egal, für welche Schrift Sie sich entscheiden - sie muss gut lesbar sein. Zu viele Schnörkel oder Designschriften sind bei langen Texten eher eine Netzhautpeitsche. Für gedruckte Dokumente und lange Fließtexte wurden daher sogenannte Serifenschriften entwickelt, die die Buchstaben dezent miteinander verbinden und so den Lesefluss verbessern. Das Gegenstück dazu bilden sogenannte serifenlose Schriftarten (auch Groteske Schriften genannt). Sie eignen sich vor allem für kurze prägnante Überschriften. Einige der beliebtesten Schriftarten - die sich auch für Bewerbungen eigenen können - finden Sie in der folgenden Übersicht:

    Schriftarten-Bewerbung-Anschreiben-Typo

    PS: Sie sollten in einer Bewerbung nie mehr als zwei Schriftarten verwenden - eine für den Fließtext und eine für Kontaktdaten und Überschriften oder insgesamt nur eine.


  • Seriöser Eindruck

    Unter den Schriftarten gibt es zahlreiche Klassiker, wie Arial oder Times New Roman. Zu den moderneren Varianten dagegen zählen Helvetica oder Georgia. Das Schriftbild und dessen seriöser Ausdruck sollte letztlich zur Zielbranche passen. Wer sich in konservativen Branchen bewirbt, greift daher besser auf klassisch-nüchterne Schriften zurück. Bei einer Bewerbung in modernen oder Kreativberufen darf es hingegen ruhig etwas ausgefallener sein. Wie unterschiedlich die Wirkung sein kann, illustrieren die folgenden Beispiele:

    Schriftarten-Vergleich-Beispiel

    Zur Veranschaulichung haben wir die genannten Schriftarten mit Textbeispielen in einem PDF zusammengestellt, das Sie sich kostenlos herunterladen können.


  • Passende Verbindung

    Steigern lässt sich dieser Eindruck, indem Sie eine Schriftart auswählen, die zum Zielunternehmen passt beziehungsweise dessen eigener Type (die Sie beispielsweise auf der Website finden) ähnelt. Indem Sie das Bewerbungs-Layout derart subtil angleichen, erwecken Sie den Eindruck schon zum Unternehmen zu gehören.


  • Breite Verfügbarkeit

    Dieses Auswahlkriterium spielt vor allem bei Online-Bewerbungen oder einem Bewerberblog eine Rolle. Arbeiten Sie hier mit zu ausgefallenen Schriften, laufen Sie Gefahr, dass diese beim Betrachter nicht verfügbar und Ihr Design daher nicht korrekt angezeigt wird. Effekt: Die Bewerbung wirkt wie zerschossen - und deshalb unprofessionell.

Schriftart wählen: Bitte erst zum Schluss

Extra-Tipp-IconHaben Sie alle Kriterien berücksichtigt und sich für ein Gesamtkonzept entschieden, warten Sie damit trotzdem noch bis zum Schluss. Die (für Sie) richtige Schriftart sollten Sie erst auswählen, wenn Sie Anschreiben und Lebenslauf ausformuliert haben. Erst im Gesamtbild zeigt sich die Wirkung der Schrift auf alle Textpassagen.

Alles außer Arial: Die richtige Schriftart in der Bewerbung

DasAugeLiestMitWas die perfekte Schriftart in der Bewerbung anbelangt, gehen die Meinungen auseinander. Es bleibt ja auch letztlich eine Geschmacksfrage. Was die einen für seriös und professionell halten, empfinden andere schon als altbacken und langweilig. Die "Arial" wird zum Beispiel meist bei Geschäftsbriefen nach DIN5008 verwendet. Der Chef der gleichnamigen Designagentur Brian Hoff betitelte die "Times New Roman" etwa als "Jogginghose unter den Schriftarten", weil die nur zeige, dass sich der Bewerber keinerlei Gedanken über die Schriftart gemacht habe.

Da ist etwas Wahres dran. Auch wenn dies gegenüber den Bewerbungsinhalten eine Nebensache ist, können Sie sich damit dennoch geschickt von der Masse abheben und dokumentieren, dass Sie sich bei den Bewerbungsunterlagen selbst bis zu diesem Detailgrad Gedanken gemacht haben. Was für ein Ausdruck von Sorgfalt und Gewissenhafigkeit schon bei der ersten Arbeitsprobe!

Bitte nicht falsch verstehen: An den beiden Klassikern Arial und Times ist nichts schlecht. Mit beiden Schriftarten können Sie nichts falsch machen. Aber es gibt durchaus spannendere Alternativen...

Und die müssen nicht mal in Ihrer Standard-Textverarbeitung wie etwa Word oder Open Office vorhanden sein. Bewerber können ebenso auf den großen Gratis-Fundus der Google Fonts zurückgreifen. Hier stehen Ihnen mehr als 150 Schriftarten und Schriftfamilien zur Verfügung.

Um Ihnen die Suche zu erleichtern, haben wir jeweils zwei Schriftarten mit und ohne Serifen ausgewählt, die Sie in schriftlichen Bewerbungen verwenden können. Beachten Sie bitte, dass die Auswahl rein subjektiv ist und keine Regel darstellt.

Als moderne Serifenschriften empfehlen wir Ihnen:

Als serifenlose (groteske) Schriften kommen in Frage:

Ebenso eignen sich die jeweils mit oder ohne Serifen versehenen Gegenstücke der genannten Schriftarten für den Einsatz in der Bewerbung.

Achtung: Diese Schriftarten bitte nicht verwenden

Auffallen und aus der Masse herausstechen - okay. Aber bitte nicht um jeden Preis. Das eherne 3-F-Gesetz des Designs - Form Follows Function - sollten Sie nie brechen. Es gibt moderne Schriften, die fallen auf, aber in der Regel nur negativ: zu verspielt, zu viele Schnörkel, zu unseriös. Zu diesen Typen gehören zum Beispiel:

  • Comic Sans
  • Casual
  • Lobster Two
  • Courier
  • Bernard
  • Impact

Entscheiden Sie selbst: Würden Sie eine Bewerbung mit diesen Typen einer exzellenten Fachkraft zuordnen?

Ungeeignete-Schriftarten-Bewerbung

Tipps für die richtige Schriftgröße: Die 11-13-15-Regel

Welche Schriftgröße sollten sie in der Bewerbung verwenden? Gute Frage. Eine feste Regel gibt es auch hierbei nicht. Die meisten Bewerber verwenden die Standard-Größe von 12 Punkt für den normalen Text. Das Gros der Schriftarten ist darauf abgestimmt und perfekt lesbar.

Allerdings - das lässt sich auch an den obigen Beispielen gut erkennen - ist nicht jede Schriftart in 12 Punkt gleich groß: Manche fallen kleiner aus, andere wirken größer. Letztlich gilt der Grundsatz: Die Schrift muss stets gut lesbar bleiben und sollte nicht zu klein ausfallen. Schon aus zwei Gründen:

  • Nicht gerade wenige Personaler tragen Brillen und sind deshalb dankbar für große Lettern.
  • Kleingedrucktes wirkt immer latent kleinlich und erinnert an hässliche AGB. Keine Assoziation, die Sie wecken wollen.

Das vorausgesetzt können Sie aber dennoch bewusst mit der Schriftgröße experimentieren und origineller und individueller werden - zum Beispiel mit der sogenannten 11-13-15-Regel:

  • 11-Punkt

    In dieser Schriftgröße sollte der gesamt Fließtext stehen. Also alle längeren Textpassagen im Lebenslauf oder Anschreiben. Verwenden Sie dafür möglichst eine Schrift mit Serifen.

  • 13-Punkt

    Diese Größe sollte allein Datum, Absender, Adressen, Zwischenüberschriften (etwa im Lebenslauf) vorbehalten bleiben. Hierfür eignen sich groteske Schriften.

  • 15-Punkt

    Diese Schriftgröße verwenden Sie bitte nur für Ihren Namen im Kopf jeder Seite. Er soll am meisten herausstechen und in Erinnerung bleiben (serifenlose Schrift).

Warum ausgerechnet diese krummen Größen? Ganz einfach: Weil die Mehrheit der Bewerbungen heute dem Schema 12-14-16 folgt. Nebeneinander gelegt werden Sie also prompt auffallen.

Überdies können Sie in den Bewerbungsunterlagen das Schriftbild noch mit Kursiven oder Fettschriften variieren. Aber bitte nie willkürlich, sondern stets mit Bedacht und systematisch - beispielsweise alle Überschriften fett, die Monatsangaben im Lebenslauf kursiv.

PS: Weitere Tipps zu Typografie und Layout finden Sie auch HIER (PDF).

PPS: Einen Lebenslauf kostenlos anlegen und gestalten, können Sie auch in unserer Jobbörse Karrieresprung.de. Zusätzliches Plus: Sie können den Lebenslauf jederzeit editieren, gratis als PDF speichern oder verschicken - und wenn Sie sich (ebenfalls kostenlos) registrieren damit auch von Arbeitgebern gefunden werden. Probieren Sie es aus!

Lebenslauf-gestalten-Karrieresprung-de

[Bildnachweis: iprostocks by Shutterstock.com]

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