Stipendium-Studienfoerderung-Bewerbung
Stipendium... Das klingt schon nach Hochbegabung und überdurchschnittlichem IQ. Viele Studenten trauen sich deshalb nicht, sich für ein Stipendium zu bewerben. Fehler! Zwar kursieren viele Vorurteile rund um die Vergabe von Stipendien, doch bei nur ein paar dieser Stipendien geht es um Begabtenförderung und hohe Ansprüche an gute Noten. Doch es gibt auch Stiftungen, wie das Mawista-Stipendienprogramm. Hier werden zum Beispiel Studenten, deren Lebenslauf Brüche aufweist und die besondere Hürden zu überwinden hatten, gefördert. Deswegen unser Appell an Sie: Geben Sie nicht vorschnell auf. Suchen Sie nach dem Stipendium, das zu Ihnen passt...

Bewerben für Stipendium: Rein in den Stipendienwald

Stipendium-bekommen-Bewerbung-Buecher-AntragDer Stipendienlotse, eine der größten Datenbanken, listet aktuell 1.250 Stipendien-Programme. Wie soll man sich da einen Überblick verschaffen? Und vor allem, wie sollen Sie bei dieser Auswahl das richtige Stipendium für sich finden?

Hier ein kleiner Überblick über die 13 Begabtenförderwerke:

  1. Die Stiftung des deutschen Volkes: Sie ist das älteste und größte Begabtenförderwerk. Schirmherr ist Joachim Gauck.
  2. Die Friedrich-Ebert-Stiftung: Sie ist die SPD-nahe Stiftung und förderte 2013 rund 2.700 Stipendiaten. Sie legt Wert darauf auch Menschen aus benachteiligten Familien zu fördern.
  3. Die Konrad-Adenauer-Stiftung: Sie ist die CDU-nahe Stiftung und förderte 2012 rund 2.600 Stipendiaten.
  4. Die Hans-Seidel-Stiftung: Das ist die CSU-nahe Studienstiftung.
  5. Die Heinrich-Böll-Stiftung: Das ist die Grünen-nahe Stiftung, die jährlich rund 1.000 Studierende fördert.
  6. Die Friedrich-Naumann-Stiftung: Diese Stiftung identifiziert sich mit liberalen Werten. Gefördert werden derzeit rund 850 Studierende und Promovierende.
  7. Die Rosa-Luxenburg-Stiftung: Sie steht der LINKEN nahe und fördert jährlich rund 190 Stipendiaten.
  8. Das Avicenna-Studienwerk: Es ist das erste muslimische Begabtenförderungswerk und das jüngste.
  9. Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk: Gefördert werden hier jüdische Studierende und Promovierende.
  10. Das Casanuswerk:Das Cusanuswerk ist das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche.
  11. Studienförderwerk Villigst e.V.: Dabei handelt es sich um das Begabtenförderwerk der evangelischen Kirche und fördert derzeit 1.300 Studierende.
  12. Die Hans-Böckler-Stiftung: Das ist die gewerkschaftsnahe Stiftung. Sie fördert auch das Studieren ohne Abitur.
  13. Die Stiftung der deutschen Wirtschaft: Diese steht dem Arbeitgeberverband nahe. Die Stiftung bietet auch ein Stipendium speziell für Lehramtsstudierende an.

Für eine tiefergehende Suche empfehlen wir folgende Quellen:

  • Der Studienlotse: Das ist eine Plattform des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und ermöglicht es Ihnen nach verschiedenen Kriterien die Datenbank zu durchforsten.
  • e-follows: Auch e-follows bietet eine umfangreiche Datenbank. Ohne Anmeldung kann hier nach Region, Stipendienart oder per Freitext gesucht werden.
  • Die Übersicht der Zeit: Unter dem Titel "Stipendium für fast alle" hat zeitonline eine Übersicht zusammengestellt, die aufzeigt, wo man sich beispielsweise als Querdenker bewerben kann.
  • Die Übersicht der Süddeutschen: Wer noch gar nicht weiß, wonach er suchen soll, kann sich hier umsehen. Gelistet werden Stipendien in alphabetischer Reihenfolge mit einer kurzen Beschreibung.

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Stipendium-Bewerbung: Tipps für das Motivationsschreiben

Was schreibe ich nur? Nicht wenige sitzen vor Ihrem Motivationsschreiben in spe und wissen nicht recht, was Sie formulieren sollen. Einerseits sollen sich in einem positiven Licht darstellen und die eigenen Leistungen beschreiben. Andererseits ist das enorm schwer - ohne irgendwie eitel oder arrogant zu klingen.

Zugegeben, das Motivationsschreiben ist der schwierigste Teil der Bewerbung für ein Stipendium. Aber auch keine Raketenwissenschaft...

Das Motivationsschreiben ist dem Anschreiben einer Bewerbung ähnlich. Jedoch ist das Motivationsschreiben persönlicher und unter Umständen sogar länger. Darin sollten Sie authentisch darstellen, warum Sie gefördert werden sollten.

Drei Dinge interessieren einen Gutachter:

  1. Welche Vorteile bringt das Stipendium dem Bewerber?
  2. Passt der Bewerber zu Stiftung?
  3. Welche Ziele hat sich der Bewerber gesetzt und kann er diese auch erreichen?

Darauf sollten Sie in Ihrem Motivationsschreiben Antwort geben können. An folgenden Fragen können Sie sich bei der Beantwortung orientieren:

  • Warum will ich ein Stipendium?
  • Was erwarte ich mir von der Förderung?
  • Warum bewerbe ich mich bei dieser Stiftung?
  • Warum sollte ich gefördert werden? Was zeichnet mich aus?

Deswegen empfiehlt es sich, bevor Sie mit dem Schreiben loslegen, in sich zu gehen und sich selbst über Ihre Ziele und Ihre Motivation klar zu werden. Denn nur dann können Sie diese auch glaubwürdig darstellen.

Sehen Sie das Motivationsschreiben als Selbstpräsentation. Gehen Sie dabei auf persönliche Errungenschaften und Hürden ein. Lassen Sie den Gutachter an Ereignissen teilhaben, die Sie geprägt haben.

Statt Ihre Stärken und Leistungen bloß zu benennen, beschreiben Sie mithilfe von Beispielen, wo Sie diese einsetzen. Schreiben Sie nicht nur "Ich bin politisch engagiert". Wenn nach einem solchen Satz kein Beispiel folgt, bleibt dieser inhaltsleer. Schreiben Sie lieber "Ich engagiere mich in der Fachschaft und im Studierendenparlament".

Schlagen Sie von ihrem bisherigen Tun eine Brücke in die Zukunft und erläutern Sie Ihre Ziele. Beschreiben Sie dabei, was Sie sich vorgenommen haben und warum. Wichtig ist es, dass Sie erläutern, wie Sie durch das Stipendium auf dem Weg zur Erreichung Ihrer Ziele unterstützt werden.

Dabei können Sie auf den finanziellen Aspekt eingehen, doch sollte dieser nicht im Vordergrund stehen. Sie werden nicht als Stipendiat ausgewählt, bloß weil Sie eine Finanzspritze fürs Studium suchen. Argumentieren Sie lieber, dass die finanzielle Unterstützung wichtige Freiräume schaffen würde, um sich beispielsweise intensiver ehrenamtlich zu engagieren.

Viele Bewerber vergessen in Ihrem Motivationsschreiben darauf einzugehen, wie Sie die Stiftung bereichern könnten. Als Stipendiat wird auch von Ihnen erwarten für die Stiftung aktiv zu werden und das Programm mitzugestalten. Beschreiben Sie, wieso Sie mit Ihrer Persönlichkeit und Ihren Fähigkeiten zur Stiftung passen und was Sie beitragen können. Dabei hilft es sich beispielsweise das Seminarangebot, Publikationen und laufende Projekte genau anzusehen.

Wonach suchen die Stiftungen?

Es kommt nicht nur auf sehr gute Noten an. Die meisten Stiftungen suchen nach Stipendiaten, die in der Lage sind über den Tellerrand hinaus zu blicken. In der Regel werden keine Stipendiaten aufgenommen, die zwar Ihr Abitur mit 1,0 abgeschlossen haben, aber kein anderweitiges Engagement mitbringen. Soziales und politisches Engagement wird in der Auswahl von Stipendiaten groß geschrieben. Es geht auch darum zu zeigen, dass der Stipendiat Verantwortung übernimmt und die Gesellschaft mitgestalten will. Und genau deswegen ist das Motivationsschreiben auch eine Chance für Sie.

Oft spielen auch die Werte und die eigene Weltanschauung eine Rolle. Diese sollten bei der Stiftung und dem Stipendiaten zusammenpassen. So wird es Ihnen beispielsweise schwer fallen zu begründen, warum sie sich beim Cusanuswerk bewerben, wenn Sie von sich selbst sagen, nicht gläubig zu sein und keine Verbindung zu Gott haben.

So drücken es einige der Stiftungen aus:

Die Stiftung des deutschen Volkes:

Leistung, Initiative, Verantwortung: Unter diesem Motto fördert die Studienstiftung des deutschen Volkes junge Menschen mit hoher wissenschaftlicher oder künstlerischer Begabung, die, geleitet durch Neugier und Freude an der Erkenntnis, erfolgreich studieren und forschen, die aus eigenem Antrieb Ideen entwickeln und umsetzen, die sich tatkräftig über die eigenen Belange hinaus engagieren – und von denen deshalb (wie es unsere Satzung formuliert) nach ihrer Begabung und Persönlichkeit besondere Leistungen im Dienst der Allgemeinheit zu erwarten sind.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung:

Die Konrad-Adenauer-Stiftung will durch ihre Förderung begabten und engagierten jungen Menschen ein gründliches Studium ermöglichen und sie für Aufgaben in Staat und Gesellschaft, insbesondere in Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und Verwaltung, Medien und Kultur sowie in internationalen Organisationen, vorbereiten.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung:

Wir unterstützen junge, ambitionierte Talente, die sich für eine gerechte Gesellschaft im Sinne der sozialen Demokratie einsetzen. Bei uns haben auch Menschen aus benachteiligten Familien die Chance auf eine exzellente Ausbildung.

Tipps für das Motivationsschreiben und die Bewerbung

  • Wählen Sie die richtige Stiftung aus.

    Bevor Sie sich bewerben, nehmen Sie sich die Zeit, um das Angebot und das Selbstverständnis einer Stiftung zu studieren. Beides muss zu ihnen passen. Nur so können Sie auch eine glaubwürdige Bewerbung schreiben.

  • Konzentrieren Sie sich auf eine Stiftung.

    Zwar ist es grundsätzlich möglich, sich bei mehreren Stiftungen zu bewerben, doch eine doppelte Förderung ist es nur in den seltensten Fällen. Danach wird in den Bewerbungsunterlagen der meisten Stiftungen auch explizit gefragt. Weil viele der Stiftungen grundverschieden sind, machen Sie sich auch unglaubwürdig, wenn Sie sich nach dem Gießkannenprinzip bewerben. Außerdem ist eine Bewerbung in der Regel sehr zeitaufwendig.

  • Ziehen Sie auch kleine Stiftungen in Betracht.

    Gerade hier sind die Chancen besonders günstig. Sie sind nicht so bekannt wie große Stiftungen und erhalten auch nicht so viele Bewerbungen. Teilweise haben sie auch ganz spezielle Kriterien, die nur wenige Kandidaten erfüllen. Passen Sie in eine solche Nische, stehen Ihre Chancen sehr gut.

  • Beachten Sie die Fristen.

    Diese sind teilweise sehr unterschiedlich. Einige Stiftungen wollen die Unterlagen bis zum 1. Juli haben, andere bis zum 1. September. Diese sollten Sie unbedingt beachten. Ist der Einsendeschluss verpasst, muss man teils bis zu einem Jahr warten, bis man erneut eine Chance bekommt.

  • Bewerben Sie sich zu Beginn Ihres Studium.

    Die Friedrich-Ebert-Stiftung empfiehlt, sich bis zum 3. Semester zu bewerben. Zum einen haben Sie auf diese Weise die Chance, während des gesamten Studiums gefördert zu werden und auf der anderen Seite kann die Stiftung so langfristig ihren Werdegang begleiten.

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