14 Bewerbungsfragen: Die besten Antworten
Wer erst einmal dem Personaler gegenüber sitzt, hat während des bisherigen Bewerbungsprozesses bereits einiges richtig gemacht: Die Bewerbungsunterlagen waren so überzeugend, dass man Sie persönlich kennenlernen wollte - in anderen Worten: Man sieht Sie durchaus als möglichen neuen Mitarbeiter in der ausgeschriebenen Stelle. Nun geht es darum, den bereits positiven Eindruck, den Sie vermittelt haben, zu bekräftigen. Leichter gesagt als getan, denn genau an dieser Stelle kommen die Bewerbungsfragen ins Spiel, die vielen Arbeitnehmern in spe den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Binnen weniger Minuten soll man sympathisch sein, vor Inspiration und Engagement nur so sprühen und unter Beweis stellen, warum man die Bestbesetzung für die Position ist. Eine gute Vorbereitung nimmt die Nervosität und hilft den Antworten auf die Sprünge. Wir zeigen 14 Bewerbungsfragen und wie Sie darauf am besten reagieren...

Bewerbungsfragen: Was Personaler wissen wollen

Schon der Gedanke an die Bewerbungsfragen im Jobinterview bringen einige Kandidaten an den Rand der Verzweiflung: Was soll ich nur tun, wenn ich mein Wissen nicht überzeugend rüberbringen kann? Doch die fachliche Seite spielt im Vorstellungsgespräch meist nur eine untergeordnete Rolle. Hier konnten Sie bereits durch Ihren Lebenslauf und Ihre Qualifikationen überzeugen. Im direkten Gespräch geht es vielmehr um den persönlichen Aspekt. Personaler wollen also herausfinden, ob Sie ins Unternehmen und ins Team passen.

Erreicht werden soll dies mit verschiedenen Fragetechniken und unterschiedlichen Bewerbungsfragen. Ziel ist es, die Motivation, die Arbeitsweise, die Ziele des Bewerbers aber auch dessen Persönlichkeit besser einschätzen zu können.

Bewerbungsfragen: 14 häufig gestellte Fragen und die besten Antworten

Pressmaster/shutterstock.comJedes Vorstellungsgespräch ist individuell und genauso sind es auch die Bewerbungsfragen. Bevor Sie sich nun daran machen, die besten Antworten auf häufige Bewerbungsfragen auswendig zu lernen, um diese dann im Interview 1 zu 1 wieder abzuspulen: So funktioniert es leider nicht! Selbstverständlich dürfen Sie die Antworten als Inspiration und Grundlage nehmen - genau dafür sind sie auch gedacht. Diese wie ein Tonbandgerät wiederzugeben bringt hingegen nichts. Personaler erkennen ein solches Vorgehen meist innerhalb weniger Augenblicke und sind Sie erst einmal enttarnt, ist jede Glaubwürdigkeit hinüber. Investieren Sie deshalb genügend Zeit, um sich Ihren eigenen Dreh zu überlegen, die Ideen aus den Antworten auf Ihre Persönlichkeit, Ihren Lebenslauf und Ihre Situation anzupassen - dann werden Sie Personaler überzeugen können.

  1. Können Sie uns nicht ein bisschen über sich erzählen?

    Der Klassiker unter den Gesprächseröffnungen. Für Personaler ist das die Chance, den Kandidaten live zu erleben und zwar im Rahmen der Fakten, die sie schon aus der Bewerbung beziehungsweise aus dem Lebenslauf kennen. Innerhalb einer Zeitspanne von drei bis sieben Minuten sollen Sie sich selbst präsentieren. Für die Gliederung können Sie sich an der inzwischen geläufigen Formel orientieren: Ich bin – ich kann – ich will.

    Antwort: Ich bin Susanne Mustermann, 25 Jahre alt und werde in diesem Semester mein Studium an der Universität Köln mit dem Master abschließen. Das Thema meiner Thesis lautet: ... In den vergangenen zwei Jahren war ich bei der Firma Muster AG tätig und dafür verantwortlich neue Kunden im Bereich XY zu finden und diese nachhaltig zu betreuen. Dabei konnte ich nicht nur die Umsätze um rund zwei Millionen steigern, sondern auch einige Punkte im Kundenbeziehungsmanagement verbessern, was Sie in der ausgeschriebenen Position vor allem interessieren dürfte. Diese Erfahrungen würde ich nun gerne nutzen, um mich in Ihrem Haus weiterzuentwickeln. Meine Stärken passen gut zu Ihrer Marke und den Herausforderungen der Position, die ich gerne so und so einsetzen würde.

  2. In welchen Bereichen sehen Sie Ihre Stärken?

    Hier geht es nicht um einen Lobgesang auf die eigene Person, sondern darum, den Personaler zu überzeugen, dass das eigene Profil zu den Anforderungen der Position passt. Dabei sollten Sie auf leere Worthülsen verzichten, sondern mit Beispielen belegen können, und auch Selbstverständliches bringt Sie hier nicht weiter. Pünktlichkeit ist also keine Stärke, sondern gehört dazu. Konzentrieren Sie sich also auf das, was Sie wirklich gut können - und was gleichzeitig im Job von Belang ist.

    Antwort: Eine meiner Stärken liegt in der Organisation, sei es bei großen Veranstaltungen oder auch in der Projektarbeit. In meiner aktuellen Position habe ich für einen unserer großen Kunden eine Fachtagung für 200 Personen organisiert. Mir fällt es leicht, den Überblick zu behalten und alle Fäden zusammenzuführen.

  3. Was sind Ihre Schwächen?

    Wenn nach den Stärken gefragt wird, ist auch die Frage nach den Schwächen oft nicht mehr weit entfernt. Niemand möchte einem potenziellen Arbeitgeber die eigenen Schwächen auf dem Silbertablett präsentieren und grundsätzlich geht es hier eher um etwas anderes: Personaler wollen wissen, ob Sie selbstkritisch sind und auch mit Ihren Schwächen ehrlich umgehen können. Die beste Antwort besteht deshalb aus einer ehrlichen Selbsteinschätzung, die um den Vorsatz der eigenen Besserung erweitert wird.

    Antwort: In großen Runden bin ich eher zurückhaltend und versuche nicht direkt im Mittelpunkt zu stehen. Ich habe jedoch gemerkt, dass ich damit die Chance vergebe, meine Ansichten und Vorschläge einzubringen und arbeite verstärkt daran, selbstbewusster aufzutreten und meine Meinung durchzusetzen.

  4. Wo sehen Sie sich selbst in fünf Jahren?

    Es geht nicht darum, detailliert darzulegen, was Sie in der Zukunft machen werden. Die Antwort zeigt vielmehr, ob Sie einen Karriereplan haben oder was Ihre Hoffnungen für die persönliche Entwicklung sind. Personaler suchen nach talentierten und motivierten Mitarbeitern, die eine Position im besten Fall langfristig besetzen können - was sich auch in Ihrer Antwort nach den nächsten fünf Jahren widerspiegeln sollte.

    Antwort: Mein aktuelles Ziel ist, ein Unternehmen zu finden, in dem ich mich beruflich, aber auch persönlich weiterentwickeln kann. Ich möchte mich dabei möglichst unterschiedlichen Herausforderungen stellen, um in mehreren Bereichen - persönlich wie auch beruflich - dazuzulernen.Mein Ziel ist, in den nächsten Jahren zunehmend mehr Managementaufgaben und Personalverantwortung zu übernehmen und dabei verstärkt strategische Ziele zu verfolgen. Ich denke, das geht besonders gut, wenn ich für eine Organisation arbeite, die sich selbst weiterentwickelt. Und das sehe ich hier als durchaus gegeben.

  5. Wie reagieren Sie auf Kritik?

    Niemand arbeitet gern mit einer Person zusammen, die absolut beratungsresistent ist, Kritik immer gleich persönlich nimmt und gute Ratschläge geflissentlich ignoriert. Was zählt, sind Persönlichkeiten, die Kritik als Möglichkeit der Entwicklung sehen, die zu jeder professionellen Zusammenarbeit dazugehört.

    Antwort: Kritik ist eine der besten Möglichkeiten sich zu verbessern. Ich bin immer dankbar für Feedback und versuche dieses nicht persönlich zu nehmen. Beispielsweise hat mir in meinem Praktikum ein Kollege gesagt, dass ihm die Präsentation, die ich für ihn erstellt habe, nicht gefällt. Er hat mir aber auch gezeigt, wo die Schwachstellen der Präsentation waren und was man anders machen kann. Dadurch hat sich mein Umgang mit dem Programm, aber auch mit dem Erstellen von Präsentation an sich, deutlich verbessert.

  6. Was wäre für Sie die ideale Situation am Arbeitsplatz?

    Bei dieser Bewerbungsfrage stehen zwei Punkte im Vordergrund: Was erwarten Sie von Ihrem Job und passen Sie in die bestehende Arbeitsatmosphäre? Hier hilft es, wenn Sie sich im Vorfeld genau mit dem Unternehmen auseinandersetzen und möglichst viel über das Arbeitsklima in Erfahrung gebracht haben - dies können Sie dann mit Ihren eigenen Vorstellungen kombinieren.

    Antwort: Ich denke der Umgang zwischen den Kollegen, aber auch die Zusammenarbeit mit dem Vorgesetzten, spielt eine große Rolle für ein erfolgreiches Team. Jeder sollte bereit sein, den anderen zu unterstützen - aber auch, dazuzulernen und Kritik anzunehmen, um die gemeinsame Arbeit fortlaufend zu verbessern.

  7. Warum sind genau Sie der Richtige für den Job?

    Für Bewerber bringt diese Frage meist Stress und die Erkenntnis: Ja, warum eigentlich? Lassen Sie sich aber nicht unter Druck setzen, sondern konzentrieren Sie sich auf Ihren Mehrwert und den Nutzen für das Unternehmen. Welche Qualifikationen bringen Sie mit, welche Arbeitsweise bringen Sie mit? Auch ein Blick in die Stellenausschreibung hilft, um zu wissen, wonach der Personaler genau sucht.

    Antwort: Für die Stelle als Junior Account Manager brauchen Sie jemanden, der gut mit Zahlen umgehen kann, lösungsorientiert denkt und die Wünsche des Kunden immer im Blick hat. Durch meinen Masterabschluss in Accounting bringe ich die fachlichen Qualifikationen mit und in meinem Praktikum bei xy habe ich bereits erste Erfahrungen im Kundenkontakt sammeln können und gelernt, worauf es ankommt.

  8. Wodurch motivieren Sie sich selbst?

    Personaler interessieren sich gezielt dafür, was Sie motiviert und woraus Sie Ihren Antrieb schöpfen. Schließlich bringt ein motivierter Mitarbeiter bessere Leistungen, setzt sich für seinen Arbeitgeber ein und sorgt dafür, dass Unternehmensziele erreicht werden. Leider reicht es nicht, die eigene Motivation zu beteuern - was es braucht, sind Beispiele und Erklärungen.

    Antwort: Am meisten motivieren mich die Ergebnisse meiner Arbeit. Zu sehen, dass ich etwas gut gemacht habe, gibt mir neue Kraft und die Lust, weitere Aufgaben anzupacken und mich falls möglich selbst zu steigern.

  9. Können Sie mit Arbeit unter Druck umgehen?

    Diese Frage kann andeuten, dass es in der Position, auf die Sie sich beworben haben, durchaus stressig zugehen kann und Überstunden möglich sind. Gleichzeitig ist es eine klassische Frage, um mögliche Schwächen eines Bewerbers auszuloten. Am besten punkten Sie bei dieser Frage mit einem Szenario, das anschaulich beschreibt, wie Sie unter Druck gute Leistungen abgeliefert haben.

    Antwort: Auch unter Druck kann ich einen kühlen Kopf bewahren und verliere das Ziel nicht aus den Augen. In meinem Praktikum bei xy kam es häufiger vor, dass Kunden kurzfristige Wünsche geäußert haben. Um diese umzusetzen, habe ich mir einen Plan gemacht und habe diesen dann Schritt für Schritt abgearbeitet.

  10. Warum arbeiten Kollegen gerne mit Ihnen zusammen?

    Eine weitere Bewerbungsfrage, die auf Ihre Selbsteinschätzung ausgerichtet ist. Nur von Teamfähigkeit zu schwadronieren, überzeugt leider noch keinen Personaler. Überlegen Sie sich deshalb die passenden Beispiele aus Ihrem bisherigen Werdegang, um Ihre Ausführungen zu unterstreichen.

    Antwort: Ich denke, meine Kollegen schätzen vor allem meinen großen Einsatz und die Motivation. Auch bei schwierigen und langwierigen Aufgaben kann ich andere mitreißen und gebe immer mein Bestes. Als in meinem letzten Job eine wichtige Deadline anstand, habe ich mit zwei Kollegen eine Zusatzschicht eingelegt, um rechtzeitig fertig zu werden und einen erkrankten Kollegen zu entlasten.

  11. Welche Position bevorzugen Sie bei der Teamarbeit?

    Versuchen Sie Ihre Flexibilität darzustellen. Ihre Antwort sollte zeigen, dass Sie in der Lage sind, die Führung in einer Gruppe zu übernehmen, jedoch auch, dass Sie ein Teamplayer sind. Hier ist ein Mittelweg häufig eine gute Lösung: Treten Sie bei dieser Frage zu forsch auf, wird Ihre Teamfähigkeit nicht richtig kommuniziert, ordnen Sie sich hingegen nur unter, lassen Sie kein Führungspotential erkennen.

    Antwort: In einem gemeinsamen Projekt möchte ich ein bestmögliches Ergebnis erzielen. Dafür ist es wichtig, dass alle Beteiligten ihr Potential ausnutzen. Um positive Vorschläge von Kollegen voranzubringen, helfe ich diesen gerne bei der Umsetzung. Doch ich achte auch darauf, meine eigenen Ideen einzubringen und meine Meinung zu vertreten.

  12. Wie gehen Sie mit Fehlern und Rückschlägen um?

    Fehler gehören zum Leben dazu und passieren in jedem Beruf. Für Personaler ist es deshalb wichtig, wie Sie mit diesen umgehen, wenn Ihnen ein Fehler in der täglichen Arbeit unterläuft. Versuchen Sie nicht so zu tun, als würde Ihnen niemals ein Fehler unterlaufen - das wirkt unglaubwürdig, nicht selbstkritisch und absolut nicht authentisch.

    Antwort: Zwar versuche ich, Fehler zu vermeiden, doch sollte ich trotzdem einmal damit konfrontiert werden, löse ich die Situation in zwei Schritten: Zunächst konzentriere ich mich auf eine passende Lösung, um den Fehler schnell zu beheben. Anschließend lasse ich noch einmal Revue passieren, wie es dazu kommen konnte, um in Zukunft bei einer ähnlichen Situation besser reagieren zu können.

  13. Was denken Sie von Ihrem letzten Arbeitgeber?

    Eine gefährliche Frage, die darauf abzielt, wie zufrieden Sie an alter Wirkungsstätte waren. Allerdings sollte niemand im Vorstellungsgespräch über einen ehemaligen Arbeitgeber herziehen. Der Fokus bei dieser Bewerbungsfrage liegt also in jedem Fall auf den positiven Seiten, selbst wenn Sie unzufrieden waren und deshalb gekündigt haben.

    Antwort: Ich bin sehr dankbar für die Chancen, die mir mein letzter Arbeitgeber bot. Ich konnte dort erste Berufserfahrung sammeln und meine Fähigkeiten durch Fortbildungen erweitern. Dort habe ich viel für meinen weiteren beruflichen Weg gelernt.

  14. Haben Sie noch weitere Fragen?

    Die meist letzte Bewerbungsfrage im Vorstellungsgespräch auf die es nur eine mögliche Antwort gibt: Ja. Wer keine Rückfragen stellt, wirkt auf Personaler schnell unvorbereitet oder gar desinteressiert. Bei den Rückfragen sollten Sie jedoch nichts hinterfragen, dass bereits im Gespräch erklärt wurde - oder was Sie durch eine kurze Recherche im Internet selbst hätten herausfinden können.

    Antwort: Ja, ich hätte schon noch einige Fragen zu Ihren letzten Ausführungen. Sie sprachen von den Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter. Könnten Sie genauer erläutern, wie Talente und Stärken in Ihrem Unternehmen gefördert werden?


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