Die Einladung zum Vorstellungsgespräch ist für Bewerber immer ein Grund zur Freude, bedeutet sie doch, dass Sie einen großen Schritt auf dem Weg zum Wunsch-Job geschafft haben. Doch je näher der heiß ersehnte Termin rückt, desto größer wird auch die Nervosität. Das git besonders für Berufsanfänger, die sich möglicherweise auf ihr erstes Bewerbungsgespräch überhaupt vorbereiten. Damit Sie dabei nicht im Nebel stochern sondern genau wissen, worauf Sie achten müssen, haben wir heute den ultimativen Guide für Sie. Damit sind Sie optimal vorbereitet.

Als Berufsanfänger bringen Sie oft hervorragende fachliche Qualifikationen, jedoch verhältnismäßig wenig praktischer Erfahrung mit. Das muss kein Problem sein – schließlich hat das Unternehmen Sie trotzdem eingeladen – doch Sie sollten sich entsprechend vorbereiten. Konkret bedeutet das, dass Ihre Persönlichkeit im Gespräch eine große Rolle spielen wird. Logischerweise werden Sie daher auch mit Fragen rechnen müssen, die Ihre Biografie betreffen. Ihre Antworten erlauben den Personalern dann Rückschlüsse auf Ihre Kompetenzen und Soft Skills. Dass diese Fragen auch private Themen und Bereich betreffen, liegt in der Natur der Sache. Hier müssen Sie klare Grenzen ziehen und höflich aber bestimmt darauf hinweisen, dass bestimmte Themen nichts mit Ihrem Job zu tun haben. Das dürfen Sie sich auch als Berufsanfänger trauen, ein guter Personaler nimmt Ihnen das – so lange Sie dabei höflich und freundlich bleiben – nicht übel. Denn auch wenn Sie über wenig Erfahrung verfügen mögen, sind Sie im Bewerbungsprozess und vor allem im Vorstellungsgespräch ein Verhandlungspartner und kein Bittsteller. Verhalten Sie sich bitte entsprechend.

Auftreten und Körpersprache

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Tipps zur Körpersprache für Sie zusammengestellt. Denn viele Kandidaten scheitern im Bewerbungsgespräch eben nicht an ihrer fachlichen Qualifikation, sondern an nonverbalen Signalen. Eine CareerBuilder-Umfrage hat ermittelt, welche Gesten Personaler im Vorstellungsgespräch überhaupt nicht mögen und Bewerber tendenziell durchfallen lassen:

  1. Fehlender Blickkontakt (67 Prozent)
  2. Fehlendes Lächeln (38 Prozent)
  3. Herumzappeln (33 Prozent)
  4. Schlaffe Körperhaltung (33 Prozent)
  5. Schlaffer Händedruck (26 Prozent)
  6. Arme verschränken (21 Prozent)
  7. Mit den Haaren spielen oder im Gesicht rumfummeln (21 Prozent)
  8. Mit den Händen fuchteln (9 Prozent)

(Mehrfachnennungen möglich)

Gerade Kleidung und Körpersprache bekommen im Gespräch oft enormes Gewicht, denn wer sagt schon in den ersten zwei Minuten soviel Überzeugendes, dass der Rest total egal wird?

Ihre Kleidung sollte entsprechend gepflegt und der Branche angepasst sein. Bis dato herrscht die Auffassung, dass wer sich schlampig kleidet, vermutlich auch so denkt und arbeitet. Natürlich sollte Ihr Outfit auch zu Ihnen passen, aber tappen Sie nicht in die Falle, vor allem hierüber Ihre Individualität ausdrücken zu wollen. Letztlich geht es bei einem Vorstellungsgespräch immer auch um die Frage, ob Sie in das bestehende Team passen, sich also auch zu einem gewissen Grad anpassen können (und wollen). Zudem signalisieren Sie mit einer formal richtig gewählten Kleidung, dass Sie sich auf das Gespräch vorbereitet haben und die Gepflogenheiten Ihres Wunscharbeitgebers kennen.

Überhaupt beginnt Ihre Vorstellung schon beim Betreten des Firmengebäudes. Es gibt durchaus Personaler, die schon mal beim Empfang nachfragen, welchen Eindruck der Kandidat dort gemacht hat – ob er muffelig, unhöflich oder gar herrisch gegenüber dem Pförtner oder den Assistenten war. Behandeln Sie also alle Personen, die Ihnen begegnen, zuvorkommend und höflich.

Drei Dinge, die man über das Unternehmen im Bewerbunsggespräch lernt:
  1. Transparenz Schon der Auswahlprozess selbst und ob man Sie über alle Stufen dabei aktiv informiert, offenbart, wie professionell der Arbeitgeber, vor allem aber die Personalabteilung in spe arbeitet. Ebenso: Verrät man Ihnen auch, wo die Problemfelder des neuen Jobs liegen – oder versucht man Ihnen nur einen Job zu verkaufen?
  2. Betriebsklima Stellt man Ihnen zum Vorstellungsgespräch ein Glas Wasser hin? Oder vielleicht sogar Kaffee oder Kekse? Allein diese simple Geste sagt viel darüber aus, ob man Mitarbeiter hier als Kapital oder als Kostenstelle begreift. Genauso: Wie herzlich und respektvoll werden Sie begrüßt? Ist der Dialog eher ein Gespräch oder ein Stressinterview?
  3. Verlässlichkeit Wenn der Personaler verspricht, sich am Montag zu melden und tut das nicht, zeugt das weder von einem manierlichen Umgang, noch von einem gut organisierten Auswahlprozess. Ihr Alarmsystem sollte aufschrillen, wenn Sie zudem ein Verfahren nach dem anderen durchlaufen sollen. Irgendwann muss man sich entscheiden können!

Auch sollten Sie den Raum nicht schon betreten, während Sie sich noch Ihre Bluse zurechtzupfen, die Krawatte richten oder das Hemd in die Anzughose stopfen. Rennen Sie nicht mit ausgestreckter Hand auf den Personaler zu, sondern warten Sie ab, bis der Ihnen die Hand reicht – und legen Sie ihm dann bitte keinen toten Fisch in die Handflächen. Ein kurzer, fester Händedruck sollte es schon sein. Dabei halten Sie dabei stets Blickkontakt und stellen sich mit Vor- und Zunamen vor. Bedanken Sie sich für die Einladung, aber setzen Sie sich nach dieser kleinen Zeremoniebitte bitte noch nicht hin. Das dürfen Sie erst, wenn man Ihnen einen Platz zuweist und Sie bittet sich zu setzen. Falls Sie den Eindruck haben, dass das Eis irgendwie noch nicht gebrochen ist, erzählen Sie ruhig eine amüsante (aber kurze) Anekdote zur Auflockerung.

Klassische körpersprachliche Tabus wiederum sind: sich in den Stuhl zu lümmeln, die Arme zu verschränken, hektische Mikrogesten (Fingertrommeln, Nasenkratzen, Haarezupfen), die Beine übereinander schlagen und dabei nervös mit dem oberen wippen, die Arme hinter dem Kopf verschränken, Pseudo-Denkerposen (Daumen und Zeigefinger um Wange und Kinn reiben) sowie zu weites Vorlehnen im Stuhl. All das lässt Sie entweder aggressiv, abwesend, desinteressiert, unsouverän, unfreundlich, reserviert oder manierlos erscheinen. Stattdessen sollten Sie sich aufrecht (signalisiert Aufrichtigkeit) hinsetzen, leicht vorgelehnt (Engagement und Interesse) und Ihre Sitzhaltung derjenigen des Gesprächspartners anpassen. Profis sprechen in dem Zusammenhang auch vom Spiegeln der Körpersprache Ihres Gegenübers. Mit dieser Technik lassen sich subtil und schnell Vertrauen und Sympathie herstellen. Wichtig aber: Die andere Person nicht nachäffen! Nur behutsam seine Gestik und Sprache der des anderen angleichen.

Falls Sie von zwei oder gar drei Personalern interviewt werden, sollten Sie bei Ihren Antworten alle Teilnehmer nacheinander ansehen und ansprechen (dabei aber bitte nicht dreinschauen, als würden Sie gerade ein Tennismatch verfolgen) und zum Schluss zu jener Person zurückkehren, die die Frage gestellt hat. Das Wichtigste dabei immer: viel lächeln!

Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Beim Stichwort Bewerbungsgespräch denken viele spontan an einige klassische Fragen, die in diesem Kontext immer wieder gerne genannt werden. Doch davon gibt es wirklich viele. Im Vorstellungsgespräch können Ihnen die unterschiedlichsten Fragen begegnen und gerade Berufsanfänger müssen mit einigen Klassikern definitiv rechnen. Die häufigsten haben wir für Sie zusammengefasst.

    Gern genutzte Gesprächsöffner
  • Erzählen Sie etwas über sich.
  • Warum sollten wir Sie einstellen?
  • Was können Sie für uns tun, was andere nicht können?
  • Warum möchten Sie diesen Job?
  • Warum kommen Sie zu spät? (pure Provokation)
  • Fragen zur Bewerbungsmotivation
  • Welche Ziel verfolgen Sie mit diesem Job?
  • Warum haben Sie noch keine andere Stelle gefunden?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Was wissen Sie über unsere Branche?
  • Was haben Sie vorher verdient?
  • Welches Gehalt stellen Sie sich vor?
  • Wenn ich Ihnen Ihr Gehalt zahle, dass Sie fordern, dafür aber von Ihnen verlange, Ihre Stellenbeschreibung für das kommende Jahr zu schreiben – was stünde darin?
  • Wie lange würde es dauern, bis Sie bei uns einen signifikanten Beitrag leisten?
  • Wären Sie bereit, umzuziehen?
  • Haben Sie auch Fragen an mich?
  • Wenn Sie jemanden für diese Stelle interviewen müssten, auf was würden Sie achten?
  • Persönlichkeit / Stärken-Schwächen-Profil
  • Was sind Ihre Stärken?
  • Nennen Sie bitte drei positive Dinge, die Ihre Kommilitonen über Sie sagen würden.
  • Und was würde sie negatives über Sie sagen?
  • Was sind Ihre Schwächen?
  • Geben Sie mir ein paar Beispiele von Ideen, die Sie umgesetzt haben.
  • Was ist Ihr größter Fehler – und was haben Sie daraus gelernt?
  • Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?
  • Wovor haben Sie am meisten Angst?
  • Nennen Sie mir jeweils ein Beispiel, wann Sie überdurchschnittliches und unterdurchschnittliches geleistet haben.
  • Können Sie beschreiben, wie das war, als Sie für Ihre Leistung kritisiert wurden?
  • Was irritiert Sie am meisten an anderen Menschen und wie gehen Sie damit um?
  • Sagen Sie mir etwas über Sie, das ich Ihrer Meinung nach unbedingt wissen sollte.
  • Wo möchten Sie in fünf Jahren stehen?
  • Wohin möchten Sie sich in Ihrer Karriere entwickeln?
  • Was ist Ihr größter Erfolg, den Sie außerhalb Ihres Berufs erreicht haben?
  • Was sind Ihre großen Lebensträume?
  • Fragen zur Arbeitsweise
  • Wie motivieren Sie sich?
  • Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil beschreiben?
  • Welche Techniken oder Werkzeuge nutzen Sie, um sich selbst zu organisieren?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten, dass Sie Ihre Tagesaufgaben unmöglich alle schaffen können?
  • Wie stellen Sie möglichst schnell Ihre Vertrauenswürdigkeit in Ihrem neuen Team unter Beweis?
  • Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ein “Nein” als Antwort erhalten?
  • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
  • Welche Aufgabe war für Sie zu schwer und wie haben Sie das Problem gelöst?
  • Was werden Sie in den ersten 30 Tagen dieses Jobs unternehmen?
  • Kulturfragen / Fitting
  • Was hat Sie an diesem Unternehmen interessiert?
  • Wie sieht das ideale Unternehmen für Sie aus?
  • Was wäre für Sie eine ideale Arbeitssituation?
  • Wann waren Sie in Ihrem Job am meisten zufrieden?
  • Welche Kultur reizt Sie mehr – stukturiert oder unternehmerisch?
  • Was trifft mehr auf Sie zu: Sie sind Detail orientiert – Sie sind visionär?
  • Was ist besser: Sollte ein Chef geliebt oder gefürchtet werden?
  • Was sind die zentralen Eigenschaften einer guten Führungskraft?
  • Und einer schlechten?
  • Was ist der Unterschied zwischen gut und außergewöhnlich?
  • Wenn ich Ihr Chef wäre und würde etwas von Ihnen verlangen, von dem Sie nicht überzeugt sind – was würden Sie tun?
  • Charakterfragen / Wertetest
  • Nennen Sie fünf Begriffe, die Ihren Charakter beschreiben.
  • Welche drei Charaktereigenschaften würden Ihre Freunde Ihnen nachsagen, um Sie zu beschreiben?
  • Worauf sind Sie besonders stolz?
  • Was war die wichtigste Lektion, die Sie in der Schule gelernt haben?
  • Was war die wichtigste Lektion Ihres Studiums?
  • Wer hat Sie in Ihrem Leben entscheidend geprägt? Wie?
  • Gab es einen Menschen in Ihrer Laufbahn, der Sie verändert hat?
  • Welcher Manager ist für Sie ein Vorbild und warum?
  • Mit welchen Persönlichkeiten kommen Sie am besten zurecht und warum?
  • Was war die schwerste Entscheidung, die Sie in den vergangenen zwei Jahren treffen mussten?
  • Wann haben Sie etwas falsch gemacht. Wie sind Sie damit zurecht gekommen?
  • Was bedauern Sie am meisten? Warum?
  • Mittagessen: Sie ordern ein Steak, englisch. Der Kellner bringt es durchgebraten. Was tun Sie?
  • Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie für jemanden arbeiten müssten, der weniger weiß als Sie?
  • Angenommen Sie finden heraus, dass Ihr Arbeitgeber etwas Verbotenes tut – wie gehen Sie damit um?
  • Was für ein Auto fahren Sie?
  • Fangfragen zum Web 2.0 (beispielhaft)
  • Wir haben ein Video im Netz gefunden, dass Sie bei einem Hallenturnier zeigt. Dabei foulen Sie einen Mitspieler, was der Schiedsrichter jedoch nicht mitbekommen hat. Würden Sie sich auch heute über Regeln hinwegsetzen, wenn es Ihnen nutzt?
  • Auf Twitter schreiben Sie häufig, dass Sie gerade keine Lust haben zu arbeiten. Sind Sie jemand, der stark motiviert werden muss?
  • Sie schreiben in Ihrer Bewerbung, dass Sie gute Kontakte in Ihrer Branche besitzen. In Xing sind Sie aber mit den einschlägigen Leuten und auch mit vielen Ihrer Kollegen gar nicht vernetzt. Wie erklären Sie sich das?
  • Haben Sie schon mal einen persönlich beleidigenden Kommentar in einem Blog gepostet? Wir hatten da neulich etwas gefunden bei… Wie hieß das Blog doch gleich…?
  • In Ihrem Blog beschreiben Sie, dass Sie es hassen mit Menschen zusammen zu arbeiten, die nicht einmal Ihre Muttersprache richtig sprechen. Wie schätzen Sie Ihre interkulturelle Kompetenz ein?
  • Im Profil eines Ihrer besten Freunde auf Facebook ist ein Foto von Ihnen verlinkt, dass Sie in ziemlich desolatem Zustand auf einer Party zeigt. In den Profilen Ihrer anderen Freunde haben wir ähnliche Bilder gesehen. Könnte das die Note 3 in Ihrem Bachelor-Abschluss erklären?
  • Spontanitäts- und Stressfragen
  • Wozu ist der Filz auf einem Tennisball?
  • Wie oft am Tag überlappen sich die Zeiger einer Uhr?
  • Wie würden Sie ein Flugzeug vermessen – ohne Maßstab?
  • Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welche Superkraft würden Sie wählen?
  • Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie?
  • Wenn Sie wählen können, jetzt an irgendeinem Ort dieser Erde zu sein, wo wären Sie?
  • Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie im Lotto gewinnen?
  • Verkaufen Sie mir diesen Bleistift!
  • Nennen Sie mir 10 Dinge, wozu man einen Stift noch benutzen kann!
  • Was machen Sie, wenn Sie Spass haben wollen?
  • Wie mache ich mich in Ihren Augen als Interviewer?

Die letzte Frage ist natürlich besonders perfide. Denn hier geht es in der Regel nicht um ein Feedback – oder zumindest nur vordergründig. Vielmehr ist es eine Art Rückgrat-Test oder Selbstbewusstseinsfrage. Denn wer jetzt sofort undiffereniert loslobt, outet sich als potenzieller Schleimer, der womöglich alles für diesen Job tun würde. Der beste Ausweg aus einer solch fiesen Fangfrage ist übrigens, diese nicht zu beantworten, sondern der Wechsel in die Metaebene: “Das klingt für mich wie eine Fangfrage. Ich würde mich mit Ihnen lieber noch über den Job unterhalten…”

Gegenfragen sind wichtig

Gegen Ende der meisten Bewerbungsgespräche fällt der entscheidende Satz: “Haben Sie noch Fragen?” Nutzen Sie diese Chance! Jetzt haben Sie die Gelegenheit, offene Punkte zu klären und mehr über das Unternehmen zu erfahren. Täuschen Sie sich aber bitte nicht: Es gibt dabei auch dumme Fragen! Unklug wäre es etwa, an dieser Stelle Rückfragen zu stellen, die sich auch zuvor schon leicht mit einem Klick auf die Unternehmens-Webseite hätten beantworten lassen. Genauso fatal: Fragen, die der Interviewer sowieso nur auf eine Art beantworten kann. Ist das Betriebsklima gut? Ist mein künftiger Chef nett? Habe ich gute Aufstiegschancen? Nein, haben Sie nicht! Wer solche Fragen stellt, ist offensichtlich naiv, unvorbereitet und katapultiert sich gleich wieder ins Aus.

Unklug sind aber auch Fragen zu Arbeits- oder Urlaubszeiten, zu Zusatzleistungen, Vergünstigungen oder baldigen Gehaltserhöhungen. Das stellt Ihre Motivation gewaltig in Frage. Ebenso wenig sollten Sie Unsicherheit durchblicken lassen. Fragen Sie also bitte nicht, ob Sie einen guten Eindruck hinterlassen haben oder wie Ihre Chancen auf den Job stehen. Die Grundhaltung muss sein: Das Unternehmen hat gerade eine exzellente Chance, den besten Kandidaten einzustellen! Auch wenn Sie das bitte so nie verbalisieren sollten oder den Fehler machen, in Arroganz zu verfallen. Es ist nur eine Grundhaltung, ein kleiner Schuss Selbstbewusstsein. Mehr nicht.

Die folgenden zwölf Fragen können Ihnen zusätzliche Informationen über das Unternehmen liefern:

  1. Warum wird diese Position ausgeschrieben?
  2. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen dieses Jobs?
  3. Können Sie mir einen typischen Tag oder eine typische Woche in dieser Position beschreiben?
  4. Welche wesentlichen Ziele sollten innerhalb des ersten Jahres erreicht werden?
  5. Und wie würden Sie diese Erfolge messen?
  6. Was würde der ideale Kandidat in diesem Job außergewöhnliches leisten?
  7. Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?
  8. Und wie würden Sie den Führungsstil des direkten Vorgesetzten beschreiben?
  9. Wie wird bei Ihnen Leistung gemessen?
  10. Gibt es spezielle Förderprogramme, um Talente weiterzuentwickeln?
  11. Haben Sie noch irgendwelche Zweifel an meiner Eignung für diese Position über die wir reden sollten?
  12. Wann denken Sie, werden Sie eine Entscheidung treffen?

Wenn Sie sich sicher sind, dass Ihnen diese Fragen im Bewerbungsgespräch nicht einfallen werden, gibt es einfachen Trick: Notieren Sie sich zumindest die Stichworte dazu. Notizbuch und Stift dürfen und sollten Sie ohnehin in das Gespräch mitnehmen, um sich die wichtigsten Punkte zu notieren. Das ist ein den meisten Fällen gar kein Problem.

Drei besonders pfiffige Fragen

  1. Warum arbeiten Sie für dieses Unternehmen? Die spontane Antwort verrät einiges über das Betriebsklima. Ein Personaler, der jetzt nur das übliche Broschüren-Blabla absondert, macht hier nur einen Job. Wer dagegen eine Perspektive hat, wird mit Leidenschaft davon erzählen.
  2. Was ist aus Mitarbeitern geworden, die schon in dieser Abteilung gearbeitet haben? Hier geht es um Ihre Karriere. Werden Angestellte wirklich gezielt weiterentwickelt, dann sollte der Personaler von ein paar spannenden Lebensläufen berichten können. Indirekt erfahren Sie natürlich auch etwas über die Förder-Qualitäten Ihres Chefs in spe.
  3. Wie lange hat mein Vorgänger auf der Position gearbeitet? An diese Frage können Sie weitere anschließen: Wie lange ist die Stelle unbesetzt? oder Wie lange arbeitet mein Vorgesetzter schon auf seiner Position? Sie finden so indirekt heraus, ob Sie bald auf einem heißen Stuhl sitzen und wie viel Erfahrung Ihr künftiger Boss hat.

Alle Tipps, die wir Ihnen gegeben haben, sind wichtig und helfen Ihnen garantiert bei Ihrer Vorbereitung. Doch eines können wir Ihnen nicht abnehmen: Den authentischen Auftritt im Vorstellungsgespräch. Denn bei aller Vorbereitung sollten Sie immer Sie selbst bleiben und selbstbewusst auftreten. Schauspielern ist erstens anstrengend und zweitens nicht dauerhaft möglich. Lassen Sie es daher besser gleich ganz und verhalten Sie sich so normal, wie es Ihre Nervosität zulässt. Sie werden merken: Auch Personaler sind Menschen und die meisten können richtig freundlich sein.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Vorstellungsgespräch!