Zum richtigen Verhalten in Vorstellungsgesprächen gibt es hunderte Ratgeber, Seminare und Vorträge. Von der angemessenen Kleidung über die richtige Körpersprache bis hin zur Formulierung der Antworten reicht die Bandbreite dabei. All das ist wichtig und sinnvoll. Doch wenn Sie bereits Vorstellungsgespräche absolviert haben wissen Sie: Auch die Vorbereitung und das Verhalten des Personalers spielen für Sie als Bewerber eine große Rolle. Denn nicht immer ist Ihr Gegenüber im Bewerbungsgespräch so gut vorbereitet, wie Sie erwarten.

Ein schlecht vorbereiteter, launischer oder überforderter Personaler kann für Sie einerseits eine Chance, andererseits jedoch auch ein echtes Problem sein. Die Kollegen von Job Mob haben sich mit der Frage beschäftigt, wie Sie als Bewerber mit solchen Personalern umgehen und uns damit für das heutige Thema inspiriert.

Der Dauerredner

Nicht nur nervöse Bewerber, auch unerfahrene oder unsichere Personaler neigen dazu, viel zu viel zu reden. Als Bewerber könnten Sie jetzt denken: “Mir kann gar nichts besseres passieren, dann kommen schon keine kritischen Fragen.” Das ist oft richtig, von kritischen Fragen bleiben Sie verschont.

Das bedeutet jedoch auch, dass der Personaler im Gespräch oft nicht alle wichtige Facetten beleuchtet und nicht alle wichtigen Informationen von Ihnen abfragt. Der Personaler hat daher möglicherweise ein falsches Bild von Ihnen und schließt den Arbeitsvertrag mit Ihnen mit falschen oder überzogenen Erwartungen ab.

So seltsam es klingen mag: Stellen Sie bei einem viel redenden Personaler bitte sicher, dass er den richtigen Eindruck von Ihnen hat und über alle wichtigen Informationen verfügt. Nur so kann die Grundlage für eine Zusammenarbeit tragfähig sein.

Der Unvorbereitete

Diese Situation haben – leider – viele Bewerber schon erlebt: Sie betreten gut vorbereitet das Gesprächszimmer, Ihr Gegenüber hat jedoch nicht einmal Ihren Lebenslauf, geschweige denn Ihr Anschreiben vorliegen. Bei den Fragen wird deutlich: Er hat Ihre Bewerbung gar nicht gelesen.

Die Gründe dafür können vielfältig sein und müssen gar nicht mit Gleichgültigkeit seitens des Personalers zu tun haben. Vielleicht hat er mehrere dutzend Bewerber pro Woche im Gespräch oder er ist für einen erkrankten Kollegen eingesprungen? Den Grund für die schlechte Vorbereitung Ihres Gegenübers können Sie als Bewerber nicht beeinflussen, den Verlauf des Bewerbungsgespräches allerdings schon.

Geben Sie Ihrem Gesprächspartner von sich aus mehr Informationen, erwähnen Sie die wichtigsten Punkte in Ihrem Lebenslauf und sorgen Sie so dafür, dass alle wichtigen Punkte angesprochen werden. Fragen Sie ruhig nach, was den Personaler konkret interessiert. Im Extremfall kann es sinnvoll sein, das Bewerbungsgespräch neu zu terminieren, doch das ist wirklich die letzte Option.

Der Aggressive

Ein guter und erfahrener Personaler wird Ihnen zu Beginn die Nervosität nehmen und das Bewerbungsgespräch mit etwas Smalltalk einleiten. Doch ein unerfahrener und überforderter Personaler kann dazu neigen, Sie übertrieben offensiv anzugehen. Da kann es schon mal passieren, dass Sie keinen Satz ganz zu Ende sprechen können, immer unterbrochen werden und eine Frage die andere jagt.

Den so entstehenden Druck können Sie reduzieren, in dem Sie sich für Ihre Antworten Zeit lassen, kurz nachdenken und dann ruhig und überlegt antworten. Ein Glas Wasser oder eine Tasse Kaffee können in dieser Situation hilfreich sein. Nehmen Sie einen Schluck und nutzen Sie die gewonnene Zeit zur Vorbereitung Ihrer Antwort und zur Beruhigung des Gespräches.

Der Neugierige

Da auch Personaler nur Menschen sind, ist es ganz natürlich, dass in manchen Bewerbungsgesprächen die Neugier zum tragen kommt. Das merken Sie als Bewerber recht schnell, denn spätestens nach der dritten Frage die sehr weit in den privaten Bereich geht, ist klar: Mit dem Job an sich hat das nicht direkt zu tun. Sicher kann es für ein Unternehmen interessant sein ob Sie in einer stabilen Beziehung leben, doch allzu detaillierte Fragen über Ihr Privatleben müssen Sie nicht beantworten.

Gehen Ihnen die Fragen deutlich zu weit, können und sollten Sie eine klare Grenzen ziehen. Weisen Sie Ihr Gegenüber dann freundlich aber bestimmt darauf hin, dass es sich um private Themen handelt, die Sie im Kontext des Bewerbungsgespräches nicht diskutieren wollen. Damit zeigen Sie auch, dass privates und berufliches trennen können.