Also doch! Wir diskutieren ja gerade noch an anderer Stelle, ob schnelle Entscheidungen glücklicher machen und Bauchentscheidungen die bessere Wahl sind. Da finde ich diese Studie von Murray Barrick zu Vorstellungsgesprächen, die sagt: Egal, wie strukturiert ein Bewerbungsgespräch auch abläuft, wie sehr die Personaler betonen, ihre Auswahl auf Fakten und fachliche Eignung zu stützen – entschieden wird in den ersten Minuten:
These findings suggest that the rapport-building stage was giving early insight into some sense of perceived fit to the specific role, as well as genuine candidate ability, in addition to personality factors. By careful analysis, the researchers found that all of these factors influenced the final interview ratings, and that this was due to the way they shaped first impressions: after those first few minutes, there was little extra influence of these qualities across the rest of the interview.
Oder wie der Volksmund sagt: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.
Das deckt sich auch mit einer Umfrage, die der Personaldienstleister Robert Half vor zwei Jahren unter 2800 Personal- und Finanzmanagern durchgeführt hat, Ergebnis: Gerade einmal fünf (maximal zehn) Minuten nehmen sich 67 Prozent der Führungskräfte oder Personaler, um eine Bewerbung durchzusehen und sie anschließend zu verwerfen oder den Kandidaten zu kontaktieren.
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Andreas Wander
Die Entscheidung trifft man in wenigen Minuten, dann sucht man Stunden/Tage/Woche nach Gründen, die meine Entscheidung (den ersten Eindruck) untermauern.
Roland Kopp-Wichmann
Dieses Ergebnis unterstreicht ja genau den Gast-Artikel von Tanja Ries (http://karrierebibel.de/die-qual-der-wahl-sofort-entscheider-sind-glucklicher/) nach dem schnelle Entscheidungen oft besser sind.
Auch bei Bewerbungsgesprächen mit sagen wir zehn Bewerbern à einer Stunde, sind neben den Bewerbungsuunterlagen so viele Fakten und Eindrücke aufgelaufen, das kann man nur aus dem Bauch heraus entscheiden. Von wegen sachlicher und rationaler Entscheidung.
Josef
Hallo,
das Bauchgefühl und der Kopf lassen sich nicht immer so einfach trennen wie wir das wollen. Warum soll das gerade bei der Bewerbung anders sein.
freundliche Grüße
Josef
Bianca
Wäre ich Personaler, würde ich den ersten Eindruck erst einmal auf mich wirken lassen. Denn ein Bauchgefühl kann auch täuschen. Nicht umsonst lädt man doch mehrere Kandidaten ein, und entscheidet sich anschliessend, ob jemand für einen Job geeignet ist. Wäre ich Personaler, ich würde die engere Auswahl nacheinander sprechen, und nach dem letzten Gespräch vergleichen und abwägen. Nur so ist eine professionelle Entscheidung garantiert.