Es gibt so einige Dinge, die man beim Bewerbungsgespräch tunlichst lassen sollte, weil sie einen sonst den potenziellen Job kosten können. Ganz weit oben auf dieser Bewerbungskillerliste stehen laut Nennungen durch Personaler etwa:
- Negativ über aktuelle oder ehemalige Arbeitgeber sprechen (57 Prozent)
- Arrogantes oder desinteressiertes Auftreten beim Bewerbungsgespräch (52 Prozent)
- Keine guten Fragen stellen (35 Prozent)
- Unangemessen gekleidet sein (35 Prozent)
- Telefonate per Handy führen oder SMS verschicken (30 Prozent)
- Keine konkreten Beispiele für erbrachte Leistungen geben können (19 Prozent)
- Zu viele persönliche Informationen preisgeben (13 Prozent)
Nun hat CareerBuilder in derselben Umfrage unter 625 Arbeitgebern aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Schweden noch nach den kuriosesten Auftritten bei Vorstellungsgesprächen gefragt. Herausgekommen ist dabei ein Liste, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte (zumal manches wirklich unglaublich ist):
- Ein Bewerber behielt die ganze Zeit über seinen Helm auf.
- Als der Gesprächsleiter den Raum verließ, machte der Kandidat einen Auslandsanruf mit dem Firmentelefon.
- Bei seiner Bewerbung gestand ein Kandidat, dass er lieber Vikar werden würde.
- Der Bewerber schlief ein.
- Eine Kandidatin brachte eine Verwandte mit zum Gespräch.
- Ein Bewerber bat um eine Zigarette.
- Eine Bewerberin sprach über ihr gesamtes Liebesleben.
- Ein Kandidat tunkte seinen Keks in ein heißes Getränk, der dann in der Tasse zerbrach und fischte ihn mit den Fingern wieder heraus.
- Ein Kandidaten offenbarte, sie wüsste selbst nicht, warum sie bei dem Vorstellungsgespräch sei.
- Ein Bewerber kratzte sich das ganze Gespräch hindurch am Bein.
Und zum Abschluss noch drei Tipps, um das Vorstellungsgespräch zu meistern:
- Eine Mappe vorbereiten. Dort hinein gehören Belege über frühere Erfolge und Beispiele, welchen Beitrag der Bewerber zum Erfolg des ehemaligen Arbeitgebers geleistet hat.
- Positiv bleiben. Auch wer schon länger arbeitslos ist, muss sich nicht entschuldigen. Arbeitgeber wissen, wie hart umkämpft der Arbeitsmarkt ist. Sie werden überprüfen, wie aktiv ein Bewerber in dieser Zeit war, ob er sich freiwillig engagiert, Weiterbildungen besucht oder sonstige Versuche unternommen hat, um beruflich voranzukommen. Bewerber sollten immer betonen, was sie aus dieser Zeit gelernt haben.
- Mit Ideen kommen. Zeigen, dass man schon wie ein Angestellter denkt, ist einer der besten Wege, sich von der Konkurrenz abzuheben. Bei der Bewerbung auf eine Marketingstelle könnte der Kandidat beispielsweise Ideen für eine neue Firmenkampagne vorstellen.



Strangerli
zu den drei Tipps:
Punkt 1: Ist eine Mappe denn auch für digitale Erfolge notwendig oder reichen Unterlagen, die auf diese Erfolge hinweisen? Man war nur ein Teil des ganzen Erfolgs, wie soll man diesen Teil hervorheben? Vor allem wenn man “nur” das Produkt erstellt hat, das andere erfolgreich Verkaufen.
Punkt 2: Gehört das selbstständige Weiterbilden ohne Kurse denn auch dazu?
Punkt 3: Könnte das nicht auch zu Ideenklau führen?
Jochen Mai
@Strangerli: Jetzt suchst du aber nach Problemen, bzw. mit etwas eigener Kreativität (was sowieso besser ist, als Tipps einfach nur blind zu kopieren), kommt man zu jeder Frage auf die richtige Antwort:
1. Alle Erfolge, die für den neuen Job relevant sind gehören in die Mappe – andere nicht. Wenn man nur Teil war, sollte man das auch so darstellen.
2. Ja, allerdings sollte man das dann glaubhaft belegen, dass dies wirklich eine gezielte Weiterbildung war und nicht nur eine im Nachhinein deklarierte.
3. Wer schon mit so viel Misstrauen in den neuen Job geht, sollte sich einen anderen suchen.
Strangerli
Danke für die Antworten.
Ich bin über die Jahre ein negativer Mensch geworden. Es wird bei einem vertrauensvollen Umfeld noch einige Zeit dauern bis ich das ablegen kann. Wir alle sind Produkt unserer Erfahrungen.
Um auch noch auf die Liste der kuriosesten Auftritte einzugehen:
Seinen Helm nicht abzunehmen ist schon ein ziemlich seltsamer Auftritt. Ich hörte schon einmal von Bewerbern, die nicht ihre Mütze absetzen. Vermutlich weil sie diese immer auf dem Kopf haben und nicht mehr daran denken, aber ein Helm ist wirklich etwas einmaliges.
Der eingeschlafene Bewerber mußte wohl noch eine weile im Raum warten bis jemand zum Bewerbungsgespräch kam. Eine Stunde ist auch nichts ungewöhnliches, aber wer bei der Wartezeit einschläft war einfach nur übermüdet und hätte früher ins Bett gehen sollen.
Bei dem aufgelösten Keks hätte man lieber etwas sagen können wie “Integration ist ein sehr wichtiger Faktor. Das gilt nicht nur für Kekse in der Kaffeetasse sondern auch für zukünftige Mitarbeiter.” :-). Das ist jedenfalls besser als den Keks herauszufischen. Trinken sollte man das Gemisch vielleicht doch.
smiley
Hey, die Tipps sind sehr gut :-)