DangerDas Verhältnis von Mitarbeitern zu ihrem Chef ähnelt zuweilen dem von geladenen Teilchen: manchmal ziehen sie sich an, manchmal stoßen sie sich ab – und wenn sie unter Druck zusammengeraten, kommt es zum Megaknall. Zurzeit wächst die Gefahr dafür, denn aktuell sind nahezu 50 Prozent der Fach- und Führungskräfte mit ihrem Vorgesetztem unzufrieden – in kleinen Unternehmen sogar noch mehr.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Institut für Mittelstandsforschung an der Universität Lüneburg gemeinsam mit der Personalberatung Hanseatisches Personalkontor Hapeko durchgeführt hat und an der sich 2059 Personen, davon über 50 Prozent Fach- und Führungskräfte beteiligt haben.

Die Beziehung zum Chef hat ganz offenbar sogar gesundheitliche Wirkung. 56,7 Prozent der Arbeitnehmer, die mit ihrem Chef nicht klar kommen, empfinden hohen Arbeitsstress. Selbst wenn die Beziehung nur mittelmäßig gut bewertet wurde, empfanden 42,6 Prozent der Befragten den Arbeitsstress immer noch als hoch.

Auch ökonomisch macht sich das Miteinander im Büro bemerkbar: Von den Befragten, die mit ihrer Arbeitssituation zufrieden sind, suchen derzeit (immerhin!) 24 Prozent aktiv einen neuen Job. Bei den Unzufriedenen erhöht sich dieser Wert erheblich – auf 63,6 Prozent. Oder anders formuliert: Unzufriedenheit mit dem Chef steigert massiv den Fluktuationswunsch.

Ebenfalls bemerkenswert: Über zwei Drittel (69,4 Prozent) der Mitarbeiter, die ihrem Vorgesetzten eine geringe fachliche Kompetenz attestieren, beurteilen auch die Qualität der Führungsbeziehung als schlecht. Dabei zeigte sich, dass sich Männer weniger von ihren Vorgesetzten unterstützt fühlen als Frauen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Männer weibliche Vorgesetzte haben.