Bei fast jedem Workshop zum Thema Karriereplanung werden Sie Sätze hören wie “Sie müssen Ihr Netzwerk pflegen und Ihre Beziehungen stärken, um erfolgreich zu sein.” Da Sie natürlich weiter kommen wollen, befolgen Sie diesen Rat. Sie knüpfen Beziehungen auf Xing, auf Facebook, auf Messen und im Job. Doch irgendwann stellt sich eine Frage “Habe ich jemand wichtigen vergessen? Wie ist meine Beziehung zu Kollege XY?” Kurz gesagt, es wird schwer den Überblick zu behalten. Wir stellen Ihnen heute daher die Netzwerkkarte vor – eine Methode, die die Lösung für genau dieses Problem bietet.

So funktioniert die Netzwerkkarte

Der Ursprung dieser Methode liegt in der Sozialarbeit. Hier wird sie eingesetzt, um die vorhandenen Kontakte eines Klienten zu erkennen und die ungenutzten Potenziale im sozialen Netzwerk aufzuspüren. Wenn im Folgenden also von Ressourcen die Rede ist, sind damit Kontakte und deren Potenzial für Ihre Karriere gemeint.

Das Ziel der Netzwerkkarte ist, die vorhandenen und wünschenswerten Beziehungen zu visualisieren, um so die ungenutzten Chancen besser zu erkennen. Unten sehen Sie eine solche Netzwerkkarte – sie erinnert nicht ganz zufällig an eine Mindmap:

So wenden Sie die Methode an

Betrachten wir diese Netzwerkkarte genauer. Den Mittelpunkt bilden Sie selbst, von Ihnen gehen Verbindungen zu allen Kontakten in Ihrem Netzwerk aus. Je dicker die Verbindungslinien ausfallen, desto intensiver ist die Beziehung zum jeweiligen Kontakt. Die gestrichelten Verbindungslinien haben eine besondere Bedeutung: Sie stehen für Kontakte, bei denen noch keine Beziehung besteht, jedoch wünschenswert oder wichtig wäre.

In unserem Beispiel sind die Beziehungen zu Kollege C und zum stellvertretenden Abteilungsleiter am besten ausgebaut. Bei Kollege A ist noch etwas Beziehungsarbeit zu leisten und Kollege B ist eher flüchtig bekannt. Zum Bereichs- und Abteilungsleiter bestehen noch keine Kontakte, für die weitere Karriere sind diese allerdings von großer Bedeutung. Dieses Schema lässt sich natürlich auf alle Arten von Kontakten, also auch auf Geschäfts- und Kooperationspartner, (potentielle) Kunden und Klienten übertragen, die Mindmap entsprechend ausweiten und verästeln.

So erstellen Sie Ihre Netzwerkkarte

Tool-Tipp

Für Netzwerkkarten eignen sich diverse Mindmap-Programme. Das oben verwendete Beispiel wurde mit dem, nur für Apple erhältlichen, Programm Mindnode erstellt. Ein weiteres, kostenloses Programm ist Freemind, mit dem sich ebenfalls sehr gute Diagramme erstellen lassen.

Wenn Sie jetzt eine eigene Netzwerkkarte erstellen wollen, empfehle ich Ihnen in die folgenden drei Schritte.

  1. Legen Sie fest, welche Kontakte Sie darstellen wollen. Grundsätzlich ist es sinnvoll, für jede Kategorie eine eigene Netzwerkkarte zu erstellen, also eine für Kunden, Kollegen und Vorgesetzte und eine für Geschäftspartner. So stellen Sie sicher, dass Sie nicht den Überblick verlieren und niemanden vergessen.
  2. Schreiben Sie alle Kontakte auf, die Ihnen zu der gewählten Kategorie einfallen. Und zwar wirklich alle, egal wie wichtig oder unwichtig diese auf den ersten Blick zu sein scheinen. Bringen Sie diese mit Ihnen und anderen durch Linien in Verbindung.
  3. Jetzt kommt der aufwändigste Schritt: Beurteilen Sie die Intensität Ihrer Beziehung zu den jeweiligen Personen oder Firmen. Nach welchen Kriterien Sie dabei vorgehen, liegt natürlich an Ihren Zielen. Kriterien können der Nutzen für eine mögliche Beförderungen sein, die Vergabe künftiger Aufträge oder der Nutzen für die eigene Reputation. Wichtig ist nur, dass Sie diese Kriterien festlegen, bevor Sie die Linien einzeichnen.

So geht es weiter

Mit der so erstellten Netzwerkkarte haben Sie einen guten Überblick über Ihre Kontakte und alle noch brach liegenden Ressourcen gewonnen. Jetzt können Sie damit beginnen, Strategien zu entwickeln, um diese Ressourcen zu erschließen und deren Potenziale zu nutzen. Damit Ihnen die Netzwerkkarte auch künftig von Nutzen ist, müssen Sie diese jedoch ab und an aktualisieren. Nur so reflektiert sie auch, wie sich Ihr Netzwerk entwickelt und verändert.