BH-Körbchen-Büro
Wer professionell sein will, muss leiden. Vor allem wir Frauen. Und eigentlich nervt das doch ziemlich, oder? Blasen in den Pumps, kneifende Strumpfhosen und mangelnde Bewegungsfreiheit im Blazer. Dabei wäre frau in Jogginganzug und Sneakers mindestens genauso produktiv, wenn nicht gar produktiver. Glücklicher auf jeden Fall. Doch aufgepasst: Es gibt ein Hintertürchen - die Unterwäsche. Die sieht (im besten Fall) keiner. Und gerade dort geht im Berufsleben Funktionalität eindeutig vor Ästhetik. Wozu acht Stunden oder mehr leiden, wenn den Unterschied kein Mensch bemerkt? Obendrein kann der falsche BH auch noch einigen Schaden anrichten. Damit machen wir jetzt aber Schluss...

BH im Büro: Kennen Sie die richtige Größe?

Welche BH-Größe tragen Sie eigentlich gerade: 75B? 75C? Sehr wahrscheinlich, dass das die falsche ist. Die Zahlen verschiedener Studien reichen von 50 bis 80 Prozent. Auch wenn die Werte nicht genau sind: Auf jeden Fall zu viele Frauen tragen die falsche BH-Größe.

Laut Rosemarie Scherer, Produkt- und Fitting-Expertin bei Enamora, liegt das vor allem an der Unterbrustweite: "Die meisten Frauen, vor allem die mit üppiger Oberweite, kaufen aus Routine einfach 75, obwohl sie eigentlich schmaler sind."

Die Folgen sind fatal: Etwa 80 Prozent des Brustgewichts würden vom sogenannten Unterbrustband gehalten. Sei das zu weit, werde das Gewicht auf die Schultern oder die Träger verlagert und führe langfristig zu Rückenschmerzen und einschneidenden Trägern. Und das ist ja genau das Gegenteil von dem, was wir uns von einem guten BH erhoffen.

Was also tun?

  1. Finden Sie Ihre richtige Unterbrustweite heraus.

    Das geht so: Einen gut sitzenden BH anziehen und das Maßband direkt unter der Brust anlegen. Dafür zusätzlich in einem Spiegel überprüfen, ob es an allen Seiten gerade anliegt. In einer Größentabelle können Sie dann die passende Größe ablesen. Einen richtig sitzenden BH erkennen Sie daran, dass das Unterbrustband vorne und hinten auf derselben Höhe anliegt. Auch wenn es optisch erst einmal für mehr Sitz zu sorgen scheint, auf keinen Fall die Träger zu eng ziehen.

  2. Tragen Sie den BH nicht länger als zwei Jahre.

    Denn er leiert aus und verliert dann an Stützkraft. Die Neuanschaffung ist auch nicht so teuer: Im Netz findet man schließlich oft Dessous mit Rabatt. Zusätzlich sollten Sie den BH nach zwei Mal Tragen waschen, damit sich der Stoff wieder in die richtige Form zieht. Dafür einen Wäschesack verwenden und auf keinen Fall Weichspüler!

BH im Büro: Harte Schale im Beruf

Nude-BH-BraJa, es sind Liebestöter - die hautfarbenen und sogenannten Nude-BHs mit Schalen. Immer wieder werden auch Prominente wie zum Beispiel Eva Mendes von Paparazzi als Trägerinnen solcher "Oma-BHs" geoutet. Gerade von diesen Hollywood-Schönheiten würde man ja sexy Dessous erwarten, räkelte sich doch Eva Mendes vor nicht allzu langer Zeit noch mit eingeölter Haut, Strapsen und nassen Haaren für Calvin Klein vor der Kamera. Aber das ist eben Werbung - und Alltag etwas völlig anderes.

Fakt ist eben auch: Der hautfarbene Nude-Büstenhalter ist auch einer der bequemsten. Und Sie haben im Job ja vermutlich auch nicht vor, sich gegenüber dem Chef oder ihrem gutaussehenden Kollegen damit zu offenbaren.

Gerade für Berufe mit üblichem Dresscode eignet sich der hautfarbene BH am besten. Den sieht man nicht unter der weißen Bluse oder dem T-Shirt.

Bloß keine weiße Unterwäsche darunter anziehen - die scheint erst recht durch und deckt so den verzweifelten Versteckversuch auf. Am besten eignet sich beim Nude-BH eine nahtlos geformte Variante mit glatten Schalen. Die ist nicht nur farblich unsichtbar, sondern zeichnet sich auch nicht an den Übergängen ab.

Das heißt natürlich auch: Weg mit hübschen Rüschen und sexy Spitze! Aber sehen Sie es einfach so: Im Job wollen Sie angezogen am besten aussehen.

Frauen mit üppiger Oberweite empfehlen Profis übrigens einen sogenannten Minimizer oder Shaper, der den Busen formt und optisch verkleinert. So schön ein üppiges Dekolletee in der Freizeit auch sein kann, am Arbeitsplatz wirkt das immer ein bisschen aufgedonnert und unseriös, genau wie abstehende Knöpfe an Bluse oder Blazer.

Ebenso sind auch Push-Ups nichts für das Büro. Ja, sie schummeln toll und sorgen für optimalen Stand. Aber Ihr Gesprächspartner soll ja in Ihre Augen oder auf die Präsentation schauen, nicht in den Ausschnitt. Geben Sie der Eitelkeit also ein Körbchen - aber ein passendes!

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