Psst-Diskretion-BewerbungJobwechsel sind heikel. Sich aus einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis heraus bei einem neuen Arbeitgeber zu bewerben, ist eine riskante Mission, schließlich soll der aktuelle Chef nichts davon mitbekommen. Denn falls das auffliegt, ist das Vertrauensverhältnis endgültig dahin. Der Betreffende gilt als illoyal und an Karriere ist sowieso nicht mehr zu denken – wenn es mit der externen Bewerbung nicht klappt. Dumm gelaufen… Muss aber nicht!

Unerwünschter Flirt mit der Konkurrenz

Grundsätzlich können Arbeitnehmer nicht dafür gefeuert werden, nur weil sie sich auf dem Arbeitsmarkt umsehen oder gar woanders bewerben. Es könnte sich ja auch um eine reine Recherche des eigenen Arbeitsmarktwertes handeln.

Aber falls diese Umschau ausgerechnet ein Flirt mit der Konkurrenz wird, ist der aktuelle Arbeitgeber – verständlicherweise – alles andere als amüsiert. Bestenfalls ist der Chef danach alarmiert und setzt zum Gegenflirt an, bietet eine Gehaltserhöhung oder stellt die Beförderung in Aussicht. Öfter aber ist er einfach nur beleidigt, schlimmstenfalls kann er Ihnen danach das Leben zur Hölle machen oder im Extrem zu gezieltem Mobbing greifen. Und wer garantiert Ihnen auch schon, dass es mit dem Jobwechsel so schnell klappt?

Eben. Muss man nicht haben.

Deshalb ist es wichtig, bei einer der Natur nach eher heimlichen Bewerbung die größtmögliche Diskretion zu wahren.

Bewerbung mit Diskretion und Sperrvermerk

Nun wird keiner von seinem potenziellen neuen Arbeitgeber verlangen können, dass der erst einmal eine Vertraulichkeitserklärung unterschreibt, bevor er die Bewerbung liest. Zudem sind die meisten Personaler schon von sich aus diskret – die guten jedenfalls.

Als zusätzlichen Schutz aber können Sie Ihre Bewerbung mit einem sogenannten Sperrvermerk versehen.

Der Begriff wird in verschiedenen Zusammenhängen verwendet:

  • Bei Pressemitteilungen etwa in Form einer sogenannten Sperrfrist. Vorher darf diese dann nicht veröffentlicht werden.
  • Bei öffentlichen Haushalten und einzelnen Positionen. Diese Gelder dürfen dann erst nach Aufhebung des Sperrvermerks ausgegeben werden.
  • Oder unter E-Mails, die damit die Weitergabe oder Vervielfältigung des Dokumentes untersagen.

Bei einer Bewerbung beziehungsweise im Anschreiben geht das aber auch. Solche Sperrvermerke stehen in der Regel am Anfang eines Dokuments, nicht zuletzt damit sie sofort ins Auge springen. Entsprechend sollten Sie das im Bewerbungsschreiben halten.

  • Entweder Sie nutzen den Betreff für den Sperrvermerk.
  • Oder Sie formulieren die Bitte um Vertraulichkeit im Schlusssatz – womöglich sogar in Fettschrift.

Beispielformulierungen für mehr Vertraulichkeit

Falls Sie schon im Betreff des Anschreibens um Diskretion bitten wollen, können Sie zum Beispiel schreiben:

Bitte vertraulich behandeln – Meine Bewerbung als…

Im Schlusssatz des Anschreibens kommen Sie Ihre Situation natürlich etwas ausführlicher beschreiben:

Da ich mich zurzeit in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befinde, bitte ich Sie, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Bitte rufen Sie mich auch nur abends ab 20 Uhr unter der oben angegebenen Nummer zurück…

In allen genannten Fällen bittet man übrigens nie um “Diskretion” oder konkret um einen “Sperrvermerk”, sondern um “Vertraulichkeit” oder darum, die Bewerbung “vertraulich zu behandeln” – das ist dann schon der Sperrvermerk.

Und falls Sie fürchten, dennoch entlarvt zu werden, weil die Branche klein und geschwätzig ist, können Sie natürlich auch alle Hinweise auf Ihren aktuellen Arbeitgeber in der Bewerbung sowie im Lebenslauf entfernen. Dann haben Sie beispielsweise nicht die Position als XXX in der Firma YYY, sondern arbeiten nur noch in einem “mittelständischen Medienunternehmen”. Vergessen Sie bei solchen Verschleierungsaktionen bitte auch nicht die Arbeits- oder Zwischenzeugnisse!

Weitere Infos dazu:
[Bildnachweis: shhhhh by Shutterstock]

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