Schon der Gedanke an die Klausur reicht, damit wir mit Freude den Feudel schwingen, plötzlich das Geschirr abwaschen möchten, achja, die Fensterscheiben gewähren eigentlich auch nur noch trübe Aussichten… Alles Ausweichmanöver und Vermeidungsstrategien. Dahinter steckt eine Form von Prüfungsangst. Im Extremfall verursacht sie Schlafstörungen, Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen, Lernblockaden bis hin zum Blackout während des Tests.

Prüfungsangst ist nichts ungewöhnliches. Laut Studien leidet jeder achte Student an Arbeits- und Konzentrationsstörungen sowie Prüfungsangst. Die Ursachen dafür sind Legion: übersteigerter Stress, Versagensängste, die Furcht sich zu blamieren, … Es können aber auch überzogene Erwartungen und Leistungsdruck der Eltern dahinter stecken, finanzieller Druck (Wenn ich jetzt nicht bestehe, wird mein Stipendium gestrichen) oder schlechte Erfahrungen mit früheren Prüfungen. Die einen versuchen dann dem Problem auszuweichen, schieben die Klausuren vor sich her, mutieren zum ewigen Studenten, während das schlechte Gewissen weiter wächst. Eine Spirale nach unten entsteht. Andere stellen sich der Herausforderung, scheitern aber – mit dem Effekt, dass die Angst von Mal zu Mal größer wird.

Beides ist keine Lösung. Zahlreiche Psychologen und Lernforscher haben sich bereits mit dem Problem beschäftigt. Unisono raten sie zu folgenden Gegenmaßnahmen:

  • Informieren Sie sich über Aufbau und Ablauf der Prüfung. Vielleicht auch mithilfe vergangener Prüfungen. So bekommen Sie eine Vorstellung davon, was sie später erwartet und können gezielter üben.
  • Beginnen Sie rechtzeitig mit dem Lernen und planen Sie genug Pausen ein. Der Spaß sollte ebenfalls nicht zu kurz kommen. So bleibt die Motivation.
  • Vergewissern Sie sich zwischendurch über Lernerfolge. Das gibt Selbstvertrauen. Gut ist auch das Lernen in Lerngruppen. Durch gegenseitiges Erklären lernt man meist besser und kann zudem Prüfungssituationen simulieren.
  • Ganz wichtig: Negative Gedanken sollten durch positive ersetzt werden. Also nicht: „Das schaffe ich nie!“. Stellen Sie sich lieber vor wie Sie nach bestandener Prüfung mit Ihren Freunden feiern.
  • Am Abend vor der Prüfung nichts mehr büffeln! Das übernimmt schon Ihr Hirn im Schlaf. Abschalten und Entspannen sind jetzt viel wichtiger für die Psyche.
  • In der akuten Situation selbst hilft atmen: Sobald Sie erkennen, wie der Stresspegel steigt, nehmen Sie sich eine kurze Auszeit. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Körpermitte. Atmen Sie tief und langsam ein und aus. Versuchen Sie gleichzeitig den Kopf klar zu kriegen. Erinnern Sie sich an ein schönes Erlebnis. Es soll Ihnen helfen, die aktuelle Erregung zu vergessen. Konzentrieren Sie sich nun auf den Auslöser: Was kann Ihnen schlimmstenfalls passieren? Eben! Das klingt zwar wie ein Mix aus Atemtechnik und Tai-Chi-Bummbaichi, ist aber die von Rollin McCraty entwickelte und anerkannte Freeze-Frame-Methode. Denn – das haben Wissenschaftler der Stanford Universität ermittelt – unsere Gedanken können körperliche Reaktionen steuern. Zuerst schalten wir mit der richtigen Atmung den Alarmmodus ab, durch positive Gedanken wird der Druck auf Körper und Geist gemindert, schließlich sieht alles nur noch halb so schlimm aus.

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