Blackout Tipps Prüfungsangst vermeiden
Und dann ist er da: der gefürchtete Blackout. Mitten in der Prüfung, kurz vor der Rede oder beim Rendezvous mit einem wichtigen Menschen streikt das Gehirn. Die Oberstube fühlt sich an wie Watte, vor dem Kopf klebt ein dickes Brett, nichts geht mehr. Vielen ist das unangenehm und peinlich. Fehler! Denn der sicherste Weg zu einem Blackout ist die Angst davor. Tatsache ist: Meistens ist so ein Aussetzer nur halb so wild. Die gefühlte Ewigkeit ist keine, oft bleibt der Aussetzer sogar unbemerkt. Hauptsache, Sie lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Wie Sie Blackouts ganz leicht überwinden...

Blackout Definition: Die Leere im Kopf

Blackout Definition: Die Leere im KopfSo ein Blackout beschreibt das plötzliche und völlige Versagen der kognitiven Fähigkeiten. Der Redner verliert seinen roten Faden, dem Prüfling fällt nichts mehr ein, das Wissen ist wie weggeblasen.

Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Theater und beschrieb dort das schlagartige, komplette Abdunkeln der Scheinwerfer - meist am Ende einer Szene. Die Zuschauer sollten nichts mehr sehen und erkennen können, so steigerte sich die Dramatik und die Pointe und der Schlusssatz konnten besonders stark nachhallen.

Als Blackout wird aber auch der totale Stromausfall großer Stromnetze bezeichnet. Besonders populär wurde der Begriff mit dem großen Stromausfall 2003 in den USA und dem Stromausfall in Europa im November 2006. Aber darum geht es hier nicht. Hier geht es um den persönlichen geistigen Aussetzer und vorübergehenden Gedächtnisverlust, wenn sich der Kandidat in einer Prüfung partout nicht mehr an das Gelernte erinnern kann.

Auslöser für den temporären Filmriss sind fast immer...

Dabei entwickeln die Betroffenen schon im Vorfeld Schreckensszenarien, die sich immer wieder vor dem inneren Auge abspielen, bis daraus ein regelrechter Katastrophenfilm entstanden ist. Ergebnis: Schockstarre. Und tritt der Blackout erst einmal ein, wirkt er meist auch noch selbstverstärkend. Dort wieder herauskommen und den Blackout überwinden - ein Ding der Unmöglichkeit. Fast.

Rede Blackout: Was tun?

Rede Blackout: Und jetzt?Die große Rede und dann das: ein gigantischer Blackout, der sämtliche Hirnregionen und das Sprachzentrum komplett lahm legt. Unangenehm! Und jetzt? Was tun?

Denken Sie etwa an Michael Bay - den Hollywood-Starregisseur. Der hat der Welt mehrere Blockbuster geschenkt, Transformers zum Beispiel. Auf der anderen Seite war er auch schon mehr als einmal für eine Goldene Himbeere nominiert, den Lächerlichkeitspreis der Filmbranche. Eine Himbeere hätte Bay zweifelsfrei auch für seinen Auftritt auf der Consumer Electronics Show (CES) 2014 in Las Vegas verdient.

Bay sollte auf der CES-Bühne Samsungs neue TV-Geräte anpreisen, Werbung für die gebogenen Wunderkisten der Koreaner machen. Er stürmte also energisch auf die Bühne und ... und verlor völlig den Faden. Ein kurzes "Äh, entschuldigung, tut mir leid", war das letzte, was das vollgepackte Auditorium von ihm vernahm. Und weg war er. Aber sehen Sie selbst:

Die Episode stammt aus der Kategorie "Worst Practice - Wie man auf keinen Fall mit einem Blackout umgehen sollte". Denn das er überhaupt einen hatte, ins Stottern geriet, nicht mehr wusste, was er sagen wollte, das war ja im Grunde nicht weiter tragisch. Menschlich, passiert jedem. Sein Umgang mit dem Blackout aber, der machte das Ganze zum Fiasko - und ließ ihn in der Presse als Depp dastehen. Sie machen das dank der folgenden Tipps aber bestimmt besser.

Blackout überwinden: Tipps gegen den gefürchteten Aussetzer

Es gibt längst zahlreiche Tipps und Tricks gegen einen drohenden Blackout. Die einem verraten wie man vor und während einer Präsentation dieses Gespenst auf Abstand hält und den Tunnelblick verhindert. Dann gibt es Tipps, wie man ein Vorstellungsgespräch möglichst heil übersteht oder in der Prüfung einen klaren Kopf behält. Oder einem brüllenden Chef mit möglichst viel Gelassenheit begegnet.

Zu den wichtigsten Tipps gegen die gefürchteten Aussetzer gehören:

  1. Kurz innehalten.

    Sobald die Angst aufsteigt, hilft es kurz "Stopp!" zu denken. Klingt komisch, funktioniert aber – vor allem, wenn Sie sich bewusst machen, dass Sie schon viel schwierigere Situationen gemeistert haben. Danach nehmen Sie sich kurz Zeit zum analysieren: Wie sieht Ihr Problem genau aus? Wenn Sie nur glauben, dass die Zeit nicht reicht, hilft allein das Bewusstmachen, dass das nicht stimmt.

    Sie können auch bewusst eine Pause inszenieren und sich bewegen. Dass Sie auf der Leitung stehen, muss ja niemand wissen. Drei, vier Sekunden Sprechpause sind unkritisch, nur anmerken lassen sollten Sie sich die Nervosität dabei nicht. Gehen Sie ein Stückchen auf und ab. Das erhöht die Spannung und hilft Ihnen dabei, auch gedanklich wieder auf den rechten Pfad zurückzukehren. Vielleicht wandern Sie zu Ihrem Laptop und zurück und gucken dabei nachdenklich - nur keine Hektik!

    Ansonsten: Fokussieren Sie auf das Machbare. Das kann womöglich schon reichen.

  2. Aufmerksamkeit lenken.

    Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf Ihre Umgebung und weg von sich selbst. Wenn Sie die ganze Zeit darüber nachdenken, wie Sie versagen oder beispielsweise in einem Assessement auf andere wirken, heizen Sie die besagte Angstspirale nur noch mehr an. Auch wenn es schwerfällt: Imaginieren Sie etwas völlig anderes - etwa den Nachmittag nach der Prüfung und was Sie dann Schönes tun könnten. Und sei es nur, dass Sie bewusst an einen rosa Elefanten denken.

  3. Stress wegatmen.

    Auch einfache Atmungsübungen helfen, Stress abzubauen. Wer unter Angst leidet, atmet schnell und flach. Falsch! Denn darunter leidet die Sauerstoffversorgung des Gehirns. Steuern Sie also dagegen: Atmen Sie ganz bewusst tief und langsam. Vor allem in den Bauch. Der untere Teil der Lunge wird besonders gut durchblutet. Wenn Sie dorthin atmen, werden die grauen Zellen optimal mit Sauerstoff versorgt, gleichzeitig sorgt die langsame Atmung dafür, dass sich der Kreislauf beruhigt. Legen Sie dazu die Hand knapp unterhalb des Nabels auf den Bauch, und versuchen Sie anschließend genau dorthin zu atmen. Durch die Nase ein, durch den Mund wieder aus. Am besten nach der 5-mal-5-Regel: Einatmen und dabei langsam gedanklich bis 5 zählen, Luft anhalten und bis 5 zählen, Ausatmen und wieder bis 5 zählen, fünf Sekunden Pause machen und das Ganze wiederholen – mindestens fünf Mal.

  4. Muskeln entspannen.

    Eine vergleichbare Methode ist die sogenannte progressive Muskelrelaxation. Schwieriges Wort, aber leichte Übung: Hierbei gilt es, einzelne Muskeln gezielt anzuspannen und dann wieder zu entspannen. Erst die Beine – Zehen, Ferse, Waden, Oberschenkel, Po –, dann die Arme – Finger, Unterarme, Oberarme, Schultern – und schließlich den Rücken, Hals, Gesicht, Mund, Stirn. Das Ganze wirkt zweifach: Durch die Konzentration auf ihren Körper werden Sie abgelenkt, der Wechsel von An- und Entspannung fährt allmählich die Produktion der Stresshormone herunter.

  5. Wiederholen und zusammenfassen.

    Im Falle eines Vortrags oder einer Präsentation können Sie das gerade Gesagte auch als Überbrückungshilfe kurz wiederholen und so wertvolle Sekunden gewinnen. Ihr Publikum wird denken, dass Sie den letzten Punkt einfach nur betonen wollen - Sie selbst lösen dabei Ihre Blockade und den Blackout. Die anspruchsvollere Variante der Wiederholung ist die Zusammenfassung. Fassen Sie den bisherigen Vortrag in kurzen Stichpunkten zusammen. Indem sie die Rede noch mal rekapitulieren, finden die meisten auch den roten Faden wieder.

  6. Blackout zugeben.

    Blöd, wenn Sie der Blackout ausgerechnet in einer mündlichen Prüfung oder im Bewerbungsgespräch überfällt. In dem Fall ist Ehrlichkeit die beste Waffe, die Sie haben: Sagen Sie dem Prüfer oder Personaler, dass Sie gerade blockiert sind. Wenn er weiß, dass Sie feststecken, kann er Ihnen helfen – zum Beispiel mit einer anderen Frage. Die meisten Prüfer tun das ohne zu zögern - sofern sie von Ihrer überhaupt Notlage wissen. Falls Sie hingegen eisern schweigen, um sich keine Blöße zu geben, wird man eher Ihre Vorbereitung in Frage stellen.

All die rein kognitiven Tipps und Tricks haben allerdings einen kleinen, nicht zu unterschätzenden Haken: Das menschliche Gehirn versagt seinem Besitzer unter Stress schnell und vor allem nachhaltig den sonst so gewohnten Dienst. Und so kann es passieren, dass die vorher so fleißig geübten Bewusstwerdnungstechniken oder Entspannungsübungen einem erst wieder einfallen, wenn man mit der Schamesröte im Gesicht wieder auf dem Flur steht. Nur dann ist es dann leider zu spät.

Auch das ist aber kein Problem, denn wir haben noch einen weiteren Trick, der immer funktioniert...

Der ultimative Tipp gegen Blackout: Wackeln mit den Zehen!

Blackout Denkblockade ZehenwackelnDer ultimative Tipp gegen Aussetzer klingt nur skurril: Wackeln Sie bei einem Blackout mit den Zehen! Echt jetzt...

Der Grund: Die beiden dicken Zehen können Sie nie vergessen, und sie versagen auch bei Stress nicht. Zudem sind am weitesten von Ihrem Gehirn entfernt. Um sie bewusst und aktiv bewegen zu können, muss das Gehirn etwas von seiner im Stress geblockten Energie abzweigen. Das funktioniert aber nur, wenn Sie bewusst mit den Zehen wackeln.

Viele Menschen machen instinktiv bei Stress das Richtige: Sie wackeln und wippeln mit den Füßen. Nur leider unbewusst. Das sieht dann weniger sourverän aus. Schlimmer: Das Gezappel aktiviert die eh schon überaktiven Nerven nur zusätzlich. Machen Sie das aber ganz bewusst, tritt sofort Ruhe in der Oberstube ein. Denn nun muss der der Körper seine bewährten Stressmuster verlassen.

Durch die Bewegung löst sich überdies die – ebenfalls häufig unbewusste – stressbedingte Starre in den Muskeln. Außerdem kann man das immer und überall machen - ohne, dass es irgendjemandem auffallen würde. Wer das Zehenwackeln bewusst und langsam zelebriert, wird merken, wie sich der Tunnelblick wieder weitet und das Gehirn nicht mehr gefühlt gegen einen arbeitet.

[Bildnachweis: Suzanne Tucker by Shutterstock.com]