Das US-Magazin „Fast Company“ veröffentlichte vor einigen Jahren eine Titelgeschichte mit dem Thema „Change or Die“. Die zentrale Frage des Artikels lautete: Könnten Sie Ihr Leben umkrempeln, wenn sie es müssten?

Angenommen der Arzt sagt zu Ihnen: „Es tut mir leid, aber Sie müssen Ihr Leben, alles, was Sie bisher getan haben, Ihre kompletten Pläne und Ziele ändern – oder Sie werden sterben.“ Gemeint sind also nicht so triviale Dinge, wie sich das Rauchen abzugewöhnen oder mehr Sport zu treiben. Der Arzt fordert einen wirklich radikalen Wechsel: Beruf, Privatleben, Freizeit – nichts bleibt, wie es ist. Um zu überleben, müsste man kündigen, weit wegziehen, seine gewohnte Umgebung, alle Freunde verlassen, vielleicht Abstriche machen, völlig neu anfangen – auch mit seinem Arbeitspensum und gesellschaftlichen Status. Alles binnen weniger Tage. Es wäre so eine Art Zeugenschutzprogramm für jemanden, der gerade Al Capone verraten hat. Könnten Sie das?

Vielleicht stehen Sie kurz vor dem Höhepunkt Ihrer Karriere, das eine große Projekt wollen Sie unbedingt noch abschließen, der Traumposten liegt bereits in Greifweite. Das Haus ist noch nicht abbezahlt, das Traumauto erst bestellt, die Kinder wollen noch studieren… Peng. Aus. Vorbei. Sie müssten Ihr Leben ganz neu denken. Könnten Sie das?

Neun von zehn können es nicht. So das Ergebnis einer Umfrage, die dem Artikel voraus gegangen war. Selbst diejenigen konnten es nicht, die bereits einige Bypässe hatten. Lieber gingen Sie an ihrer Beharrlichkeit und ihren Plänen zugrunde. Wissenschaftler, die sich mit den Arbeitsmärkten der Zukunft beschäftigen, sind sich einig, dass Flexibilität ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil sein wird. Unternehmen, Kundenbedürfnisse, Technologien, Märkte – alles verändert sich rasant. Wer sich schnell genug anpassen kann, profitiert davon. Heute behaupten viele Menschen von sich, flexibel zu sein. Aber wie flexibel sind sie wirklich?