Die derzeitige Wirtschaftskrise offenbart eine Strukturkrise. 59 Prozent der Manager sagen, die Krise habe Schwächen in der eigenen Organisation aufgedeckt, die sie nun mit Change-Initiativen beseitigen wollen. Das klingt gut, das klingt nach schonungsloser Offenheit, nach Kulturwandel, nach Lernbereitschaft und –fähigkeit und natürlich nach Ärmelhochkrempeln. Das klingt nach einer schönen Change-Management-Umfrage, die Celerant Consulting da unter 561 Führungskräften veranstaltet hat.
Doch dann liest man das, Zitat: „Die Studie zeigt ganz klar, dass das Management als Reaktion auf die Krise konventionelle Einsparmethoden bevorzugt.“ Und so ist es wohl auch, denn:
Change-Management, meine ich, klingt anders.
Überdies: 56 Prozent der Unternehmen haben im vergangenen Jahr drei oder mehr Veränderungs-Initiativen gestartet, im Vergleich zur Vorjahres-Untersuchung (57 Prozent) ist die Zahl damit aber praktisch gleich geblieben. Trotz Umsatzrückgängen und geringerer Produktivität zeigen die Unternehmen damit eine eher gesteigerte Veränderungsunwilligkeit.
Viele Change-Management-Projekte scheitern ohnehin daran, dass klar definierte und erreichbare Meilensteine fehlen (29 Prozent) und damit verbunden konkret messbare Ziele. Weitere Gründe für das Scheitern sind schlechte Kommunikation (16 Prozent) und damit indirekt zusammenhängender Widerstand von Mitarbeitern (14 Prozent). „Angesichts eines Gesamtetats für Change in Deutschland von über 5 Milliarden Euro ist es erschreckend, dass rund 40 Prozent der Projekte scheitern. Da man in der Beratung einen Return on Investment von 1 zu 3 zugrunde legt, ergibt das einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von 6 Milliarden Euro“, sagt die Studienverantwortliche Roswitha Tertea.
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