fireexitDie derzeitige Wirtschaftskrise offenbart eine Strukturkrise. 59 Prozent der Manager sagen, die Krise habe Schwächen in der eigenen Organisation aufgedeckt, die sie nun mit Change-Initiativen beseitigen wollen. Das klingt gut, das klingt nach schonungsloser Offenheit, nach Kulturwandel, nach Lernbereitschaft und –fähigkeit und natürlich nach Ärmelhochkrempeln. Das klingt nach einer schönen Change-Management-Umfrage, die Celerant Consulting da unter 561 Führungskräften veranstaltet hat.

Doch dann liest man das, Zitat: „Die Studie zeigt ganz klar, dass das Management als Reaktion auf die Krise konventionelle Einsparmethoden bevorzugt.“ Und so ist es wohl auch, denn:

  • 65 Prozent der befragten Führungskräfte haben ihre Budgets gekürzt.
  • 54 Prozent haben mit Entlassungen und
  • 40 Prozent mit Veränderungen in der Organisationsstruktur auf die Krise reagiert.
  • Lediglich 19 Prozent haben beim Verhalten der Mitarbeiter angesetzt.
  • 66 Prozent zählen Kostenreduzierungen zu den dringendsten Themen der Zukunft.
  • 66 Prozent nutzen die Krise auch, um Veränderungen durchzusetzen, die sie in einem anderen Wirtschaftsumfeld nicht durchsetzen könnten – etwa Entlassungen, die bei 54 Prozent der teilnehmenden Unternehmen stattgefunden haben.
  • Zudem hat sich die Zahl der Unternehmen, die auf die Kostenbremse treten, gegenüber dem Vorjahr von 52 Prozent auf 65 Prozent erhöht.
  • 46 Prozent wollen zumindest die Organisation auf künftige Herausforderungen vorbereiten. Also nicht einmal die Hälfte.

Change-Management, meine ich, klingt anders.

Überdies: 56 Prozent der Unternehmen haben im vergangenen Jahr drei oder mehr Veränderungs-Initiativen gestartet, im Vergleich zur Vorjahres-Untersuchung (57 Prozent) ist die Zahl damit aber praktisch gleich geblieben. Trotz Umsatzrückgängen und geringerer Produktivität zeigen die Unternehmen damit eine eher gesteigerte Veränderungsunwilligkeit.

Viele Change-Management-Projekte scheitern ohnehin daran, dass klar definierte und erreichbare Meilensteine fehlen (29 Prozent) und damit verbunden konkret messbare Ziele. Weitere Gründe für das Scheitern sind schlechte Kommunikation (16 Prozent) und damit indirekt zusammenhängender Widerstand von Mitarbeitern (14 Prozent). „Angesichts eines Gesamtetats für Change in Deutschland von über 5 Milliarden Euro ist es erschreckend, dass rund 40 Prozent der Projekte scheitern. Da man in der Beratung einen Return on Investment von 1 zu 3 zugrunde legt, ergibt das einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von 6 Milliarden Euro“, sagt die Studienverantwortliche Roswitha Tertea.