Blog Reichweite
Ein eigenes Blog bietet Bewerbern, Unternehmen und Fachkräften gleichermaßen Chancen und Vorteile und wirkt sich inzwischen enorm auf Reichweite, Bekanntheit und die persönliche Reputation aus. Starten viele mit ihrem Blog als Tiger - und landen als Bettvorleger. So mancher Blogger realisiert nach den ersten Wochen, dass Bloggen eben doch nicht ganz so einfach ist und die Leser nicht vom Himmel fallen. Bei vielen deutschen Blogs sind die Besucherzahlen auch nach Monaten noch überschaubar. Kein Wunder: Dahinter stecken oft die immer selben sieben Sünden des Bloggens...

Bloggen ist leicht.... zu Beginn

Der Einstieg ins eigene Blog ist verführerisch leicht. Ein Content Management System - egal ob Wordpress oder eine andere Lösung - ist schnell aufgesetzt. Und selbst dieser Aufwand lässt sich mit Blogging-Plattformen umgehen. Die technischen Hürden sind also atemberaubend niedrig und die Ideen werden in der ersten Euphorie für das neue Projekt oft in Hülle und Fülle geboren.

Doch die anfängliche Begeisterung weicht früher oder später Ernüchterung, wenn aus den Ideen konkrete Texte werden sollen. Und wenn das Schreiben der Artikel kein Problem darstellt, wartet noch die Herausforderung des Community Aufbaus auf die Neu-Blogger.

Gerade die Community (auch Tribe genannt) aufzubauen und zu entwickeln ist deutlich schwerer als das Schreiben von Beiträgen. Selbst wenn sich Blogger in sozialen Netzwerken engagieren und versuchen ihr Netzwerk auszubauen, können diese Bemühungen mitunter ins Leere laufen.

Die Gründe dafür sind nicht ganz eindeutig, unserer Erfahrung nach liegen die Ursachen in vielen Fällen aber in einer oder mehreren der sieben klassischen Sünden von Bloggern. Betrachten Sie diese bitte nicht als persönliche Kritik, sondern nutzen Sie sie als Anstoß und Impuls zur Verbesserung:

  1. Blog-Sünde: Ihr Blog ist hässlich

    Zwar geht es in jedem Blog vornehmlich um Texte, Artikel, Content und dessen Qualität. Aber das Auge liest mit, wie es so schön heißt. Auch der beste Artikel stirbt in einem hässlichen Design den Heldentod. Vor allem dann, wenn dieses mit jeder Menge Schnickschnack überfrachtet wird.

    Mehr noch: Die Qualität eines Artikels können Leser schließlich erst beurteilen, wenn sie zumindest einige Zeilen in den Text hineingelesen haben. Genau das wird jedoch nicht passieren, wenn bereits der erste optische Eindruck des Blogs abschreckend ist.

    Der Begriff "hässlich" bezieht sich allerdings nicht nur auf die generelle Optik des Blogs, sondern auch auf das Layout der einzelnen Artikel. Ein responsives, sprich Smartphone taugliches Design ist heute eine Selbstverständlichkeit, ebenso dass Sie Ihre Artikel durch Absätze, Zwischenüberschriften, Listen und anderen Elemente strukturieren. Wer sich hier keine Mühe gibt, sein Blog und die Artikel ansprechend zu gestalten, sagt seinen Lesern indirekt, dass er sich für sie nicht interessiert. Und wer besucht so eine Seite dann noch? Eben.

  2. Blog-Sünde: Sie kennen Ihre Leser nicht

    Sie haben tolle Ideen und sind davon begeistert? Klasse! Das ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Bloggen. Denn wenn Sie die Artikel schon nicht gerne selber lesen würden, wer soll es dann tun? Gleichzeitig sind Sie allerdings auch nicht der Maßstab aller Dinge. Die entscheidende zweite Frage lautet daher: Finden andere Menschen Ihre Themen genauso interessant? Und wissen Sie, für wen Sie schreiben? Wenn Sie beide Fragen nicht beantworten können, sollten Sie noch mal zurück ans virtuelle Reißbrett und das Konzept Ihres Blogs überarbeiten.

    Natürlich können Sie auch einfach drauflos schreiben und schauen, was passiert. Es gibt durchaus erfolgreiche Blogs, die genauso begonnen haben. Doch das sind Ausnahmen, und von den hundert anderen Blogs, die mit der Strategie sang- und klanglos eingegangen sind, hören Sie natürlich nichts. Lernen Sie deshalb Ihre Zielgruppe(n) kennen, deren Sorgen und Nöte und Fragen - und diese beantworten Sie dann. So gut es geht (und besser als andere).

  3. Blog-Sünde: Sie enttäuschen Ihre Leser

    Sie sind ein absolutes Ass im formulieren ansprechender Überschriften und Themen? Hervorragend - aber nur, wenn Ihre Artikel mit den Überschriften mithalten können. Die besten und attraktivsten Überschriften der gesamten Blogosphäre sind nur dann sinnvoll, wenn Ihre Inhalte die dadurch geweckten Erwartungen Ihrer Leser auch erfüllen. Alles andere fällt unter die Kategorie Clickbaiting und liest sich dann meist so: Was dieser Junge erlebt ist unglaublich. Bei Minute 1:22 bleibt kein Auge trocken Oder: Diese Frau wollte nur Ihren Mann besuchen. Was dann geschah, schockiert alle.

    Da die Überschrift die erste Werbung für Ihren Artikel darstellt, gilt auch hier der Grundsatz: Nichts tötet ein schlechtes Produkt so nachhaltig und schnell wie gute Werbung. Dieses Prinzip gilt analog auch für Artikel und Überschriften: Natürlich können Sie Ihre Überschriften etwas herunterschrauben, doch besser wäre es, wenn Sie Ihre Artikel inhaltlich und qualitativ auf das Level Ihrer Titel bringen. Alles andere sorgt für Produktenttäuschen - und schreckt Leser nachhaltig ab.

  4. Blog-Sünde: Sie konkurrieren mit anderen Blogs

    Natürlich wollen Sie die Reichweite, Sichtbarkeit und Leserschaft Ihres Blogs bestmöglich ausbauen und sich von anderen Blogs abheben. Doch wenn Sie andere Blogs und Blogger als Konkurrenten betrachten und diese etwa ignorieren oder totschweigen (womöglich sogar negativ über sie schreiben), schaden Sie sich nur selbst - und Ihrem Blog.

    Blogger sind - oder sollten es zumindest sein - netzwerkorientiert und verlinken sich untereinander gegenseitig. Das hat sie groß gemacht - und noch so gelingt auch organisches Wachstum, die allen nutzt. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie mitmachen oder sogar den Anfang - indem Sie den Kontakt zu anderen Bloggern suchen und diese auch mal zuerst und ohne Berechnung verlinken. Das ist ein schöner Bloggerbrauch und sorgt nachweislich für Aufmerksamkeit und Reichweite.

  5. Blog-Sünde: Sie haben keine Content Strategie

    Ein Blick in verschiedene Blogs zeigt, der Content ist das Rückgrat jedes Blogs. Aber er braucht auch so etwas wie einen Themenplan - ein Gerüst, an dem Sie sich orientieren, um aktuell zu bleiben, Lücken zu schließen und Doubletten zu vermeiden.

    Strategischer Blogaufbau braucht einen Plan, der idealerweise über die ersten tollen Themen hinausreicht und am Anfang mindestens ein Jahr abdecken sollte. Mit den ersten Artikeln - insbesondere, wenn die richtig gut sind - schaffen Sie so etwas wie eine Erwartungshaltung. Und auch die sollten Sie nicht enttäuschen. Jedenfalls solange, bis man Ihnen auch kleinere Durchhänger verzeiht. Ansonsten merken Leser schnell, dass Sie Ihr Pulver schon verschossen haben - und klicken weiter. So werden Sie dann keine nennenswerte Stammleserschaft und Reichweite aufbauen können. Die Verpackung ist wichtig, doch schlussendlich muss der Inhalt Ihrer Artikel dauerhaft stimmen und den Lesern permanent Nutzen stiften, wenn der Traffic steigen soll.

  6. Blog-Sünde: Sie sprechen nicht mir Ihren Lesern

    Selbst wenn Sie keine der bisher genannten Sünden begehen, kann Nummer sechs das virtuelle Genick brechen. Um Ihr Blog ausbauen und für Leser attraktiv zu bleiben, müssen Sie auch mit Ihren Lesern sprechen. Das kann durch eine Bitte um Kommentare (Fachjargon: "call to action"), eine direkte Frage an die Leser oder einfach das aufmerksame Lesen - und zeitnahe Beantworten - der Kommentare geschehen.

    Natürlich gilt es auch hier die Balance zwischen zu vielen und zu wenigen Aufforderungen zu finden. Platzieren Sie beispielsweise in jedem Artikel einen call to action, werden Ihrer Leser davon schnell genervt sein. Wichtiger ist daher oft, zeitnah auf Feedback der Leser einzugehen und dieses zu nutzen, um Ihr Blog und die Themen weiterzuentwickeln. Achso: Und vergessen Sie nicht, sich für konstruktive (!) Kritik und Lob zu bedanken. Denken Sie daran: Sie schreiben für Menschen - und die wollen eben nicht nur lesen, sondern auch kommunizieren.

  7. Blog-Sünde: Sie bloggen zu selten

    Angenommen, Sie stoßen auf ein bisher unbekanntes Blog und der aktuellste Artikel ist zwei Monate alt. Was denken Sie jetzt? Genau: Lange Blog-Pausen und Funkstille wirken sich negativ auf die Reichweite aus. Besser, Sie bloggen nur einmal pro Woche und halten diesen Rhythmus durch, als mit einer viel zu hohen Frequenz zu starten und diese dann drastisch reduzieren zu müssen.

    Neben der Frequenz sollten Sie sich idealerweise auch einen festen Veröffentlichungsrhythmus zulegen. Regelmäßigkeit kann bei Ihren Lesern Vertrauen schaffen und Ihnen den Ruf der Zuverlässigkeit einbringen. Als angenehmer Nebeneffekt erleichtert Ihnen ein fixer Rhythmus auch die Redaktions- und Themenplanung.

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[Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]