Lange Akkulaufzeit, (optional) integriertes UMTS, ultraportabel – das iPad ist das perfekte Gerät für das Bloggen unterwegs. Sicher ist eine physikalische Tastatur – gerade für längere Texte – praktisch, doch die virtuelle iPad-Tastatur leistet mit etwas Übung erstaunlich gute Dienste. Das Problem ist jedoch die Software. Mit dem mobilen Safari ist das WordPress-Backend unbenutzbar, die WordPress-App taugt höchstens für die Kommentar-Moderation oder für kleine Änderungen. Mit dem Chrome-Browser lässt sich das WordPress-Backend zwar ordentlich bedienen, wirklich komfortabel ist das jedoch auch nicht. Abhilfe schafft hier die App Blogsy, denn damit lassen sich Blogpost bequem und einfach verfassen – wenn Sie mit einigen Kompromissen leben können.
Zuerst die Daten: Die App ist für 3,99 Euro im iOS-App-Store erhältlich und unterstützt in der Version 4.0.2 “Medusa” insgesamt elf Blog-Systeme. Darunter sind auch populäre Vertreter wie Posterous, Tumblr, Blogger, Typepad und natürlich WordPress. Dienste wie Youtube, Instapaper, Flicker und Picasa sind direkt integriert, auch ein eigener Browser ist mit an Bord.
Optik und Handhabung
Beim ersten Öffnen wirkt Blogsy wie ein reduzierter Texteditor. Die üblichen Formatierungsoptionen wie Schrift- und Textart, fett, kursiv, unterstrichen und die Textausrichtung befinden sich in einer Leiste am oberen Bildschirmrand. Rechts sind verschiedene Dienste, das Menü-Symbol und der Wechsel zum HTML-Modus sichtbar.

Bei einem Klick auf Flickr, Picasa, Youtube oder die Foto-Bibliothek öffnet sich ein neues Panel mit dem entsprechenden Dienst. Ein Klick auf das WordPress-Symbol zeigt alle eingetragenen Blogs an. Ein Klicken Sie auf das entsprechende Blog, öffnet sich die Mediathek des Blogs und Sie haben Zugriff auf alle bereits vorhandenen Medien. Klingt toll, ist jedoch – leider – einer der Schwachpunkte der App. Denn hier gibt es keine Suchfunktion, bei mehr als 20 Bildern kann die Suche daher wirklich viel Zeit in Anspruch nehmen. Natürlich können Sie Bilder auch aus der iPad-Bibliothek in die Mediathek des Blogs hochladen, diese tauchen dann ganz oben in der Bilderliste auf und lassen sich bequem verwenden. Das Einsetzen der Bilder funktioniert dann durch ziehen und loslassen. Auch das Setzen von Links ist komfortabel geregelt und lässt sich mit wenigen Klicks realisieren. Wie das genau funktioniert, zeige ich Ihnen im folgenden Video-Tutorial.
Einsatz in der Praxis
Im täglichen Einsatz macht Blogsy eine gute Figur. Artikel lassen sich schnell und einfach erstellen und werden im Blog gut formatiert angezeigt. So lange Sie sich also auf das Schreiben von Artikeln beschränken, wird Ihnen Blogsy gute Dienste leisten. Doch so bald Sie etwas mehr tun wollen, stoßen Sie leider schnell an die Grenzen der App. Ein Titelbild lässt sich beispielsweise nur durch eine umständliche Änderung in Ihrer WordPress-Installation festlegen. Das liegt zwar an WordPress – diese Funktion steht für Drittanbieter nicht über die API zur Verfügung – ist für den Blogger allerdings lästig. Eine einfachere Lösung stellt hier die Installation des WordPress-Plugins Automatic Post Thumbnail im Blog dar. Dieses Plugin legt jeweils das erste Bild des Artikels automatisch als Titelbild fest.
Das größte Manko ist aus meiner Sicht jedoch ein anderes: In Blogsy lässt sich ausschließlich im WYSIWYG-Modus komfortabel arbeiten. Der HTML-Modus bietet dem Nutzer keine der vom WordPress-Backend gewohnten Hilfen, hier müssten Sie Ihren HTML-Code komplett selbst schreiben – das gilt auch für Links. Ursprünglich in Blogsy erstellte Artikel sollten Sie daher auch in WordPress nur im WYSIWYG-Modus bearbeiten.
Fazit
Wer unterwegs auf dem iPad Artikel verfassen will und nicht im HTML-Modus arbeitet, wird mit Blogsy sicherlich sehr gut klar kommen. Die App macht Spaß und erleichtert das Bloggen ganz erheblich. Blogger, die sich normalerweise im HTML-Editor bewegen, müssen den einen oder anderen Kompromiss in Kauf nehmen. Dennoch ist Blogsy für den schnellen Artikel unterwegs eine ausgezeichnete App und eine klare Kaufempfehlung.
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