Burnout. Der Begriff füllte in den vergangenen Jahren zig Artikel. Allein im Internet finden sich über 26 Millionen Beiträge dazu. Als Urheber vermuten manche den britischen Autor Graham Greene, der 1961 in seinem Roman A Burnt-Out Case erstmals einen Berufstätigen seelisch ausbrennen ließ. Vielen Ärzten, Psychologen, Anti-Stress-Trainern und auch so manchem Scharlatan hat die Angst davor seitdem Aufträge verschafft. Dabei ist nicht jedes Zipperlein ein Zeichen für einen drohenden Zusammenbruch. Oft ist es nur ein Zipperlein.
Den echten Burnout, also das totale Ausgebranntsein, zu bestimmen, ist schwer. Am ehesten lässt sich die Störung mit einer Batterie vergleichen: Wer daran leidet, hat keinen Saft mehr. Bis dahin ist es ein schleichender Prozess: Der Körper schüttet permanent und auf hohem Niveau Stresshormone aus. Das kann zu Durchfall, Kopfschmerzen, Schlafstörungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Man wird gereizter, kann sich nicht mehr regenerieren, macht Fehler. Dagegen anzukämpfen beschleunigt den Energieverfall nur noch. Irgendwann wachsen einem die Dinge über den Kopf. Alles geht schief, die Selbstzweifel nagen am Ego, man isoliert sich, fühlt sich überfordert, hilflos. Schlimmstenfalls wird daraus eine Depression.
Ursachen können sein, dass man sich unerreichbare Ziele gesteckt hat oder dass Lob für erbrachte Leistungen fehlt. Das macht Burnout so gefährlich: Nicht die Faulen leiden daran, sondern öfter die Engagierten, Leistungswilligen, die so zu Märtyrern ihres Anspruchs werden. Der Burnout-Forscher Matthias Burisch nennt sie die „Selbstverbrenner“.
Statistiken zufolge sind Frauen stärker gefährdet als Männer. Sie neigen dazu, es allen recht machen zu wollen, und sie stützen ihr Selbstwertgefühl öfter auf äußere Anerkennung. Wer oben genannte Symptome an sich beobachtet, sollte Hilfe in Anspruch nehmen. Darüber hinaus gibt es vorbeugende Maßnahmen:
- Kämpfen Sie gegen Ursachen, nicht gegen Symptome! Gegen Müdigkeit hilft nicht mehr Kaffee, sondern regelmäßige Pausen, regelmäßiger Schlaf, gesundes Essen und Ausgleichssport.
- Setzen Sie Prioritäten! Jeder Mensch hat gleich viel Zeit – man muss sie nur richtig einteilen. Was müssen Sie erledigen? Was sind die Zeitfresser? Wie können Sie die Zeit besser einteilen? Manches lässt sich delegieren.
- Überprüfen Sie Ihre Erwartungen! Genauso wenig wie Sie allen gefallen können, können Sie andere ändern. Machen Sie sich frei von übernommenen Statusbildern und Rollenmustern.
- Gehen Sie Konflikte offensiv an! Ungeklärtes runterzuschlucken oder in sich hineinzufressen, zermürbt und zehrt an der Leistungskraft. Entweder Sie bleiben Teil des Problems oder werden Teil der Lösung.
- Klären Sie Ihre Aufgaben! Überforderung entsteht, wenn berufliche Kompetenzen und Erfolgskriterien nicht klar definiert sind. Schaffen Sie sich emotionalen Halt durch Gewissheit.
Die Röher Parkklinik bietet hierzu übrigens einen kostenlosen Fragebogen mit anschließender Auswertung an, die eine erste Grundlage für eine individuelle und wissenschaftlich fundierte Burnout-Beratung sein kann.







Gerhard Zirkel
6.
Sorgen Sie für einen optimalen Wohn- und Arbeitsplatz. Viele Probleme lassen sich dadurch schon vermeiden bevor sie zum Problem werden.
Gerhard Zirkel
Stefan
7.
Überprüfen Sie regelmäßig die Ziele die Sie so angestrengt und aufopfernd zu erreichen suchen – möglicherweise sind diese Ziele ihr überzogenes Engagement gar nicht wert?
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