eierIhr Kalender weiß es längst: Ende der Woche ist schon wieder Ostern. Nur noch einmal schlafen, dann beginnt mit Karfreitag das höchste christliche Fest – und mit ihm das traditionelle Eierlei: überall Eier. Rote, gelbe, grüne, blaue, harte, faule, alte. Das Ei gehört zu den Ursymbolen der Menschheit. Es steht für Fruchtbarkeit oder für das Leben selbst – auch wenn die Frage, was zuerst da war – ob Henne oder Ei –, nie abschließend geklärt wurde. Das ist vielleicht auch gar nicht so wichtig, denn entscheidend ist ja, was hinten heraus kommt. Apropos: Haben Sie gewusst, dass der Durchschnittsdeutsche im Schnitt 225 Eier pro Jahr verspeist?

Im Grunde sind Eier überall drin: im Huhn, im Kuchen, in Nudeln, im Osterfest und jetzt auch in diesem Blog. Gut, letzteres bin ich selber schuld. Wer hätte auch ahnen können, dass man über Eier so viel schreiben kann?

Interessant finde ich zum Beispiel, dass das Ei neben dem Kreuz schon in frühchristlicher Zeit als Zeichen des Lebens und damit auch der Auferstehung Christi galt. Entsprechend wurden die Eier früher vorwiegend rot, der Farbe des Blutes und der Liebe, gefärbt. Das Färben selbst entstand wahrscheinlich aus der Notwendigkeit heraus, die Eier zu kennzeichnen: In der Fastenzeit durften schließlich auch keine Eier gegessen werden. Also mussten die anfallenden Eier haltbar gemacht, sprich: gekocht werden. Damit man hinterher die frischen rohen von den alten gekochten Eiern unterscheiden konnte, fügte man dem Kochwasser Pflanzenteile zu, um die Eier zu färben.

Tipp

Frische Eier erkennt man übrigens beim Einlegen in kaltes Wasser daran, dass sie flach am Boden liegen bleiben. Je weiter die runde Seite nach oben zeigt, desto älter sind sie. Eier, die an der Oberfläche schwimmen, bitte nicht mehr essen. Verdorben!

Seit dem 12. Jahrhundert färbt man vornehmlich am Ostersamstag die Ostereier, um sie dann mit anderen Lebensmitteln in bunten Körben in der Kirche zu weihen. Die Farben sind keinesfalls willkürlich gewählt. In einigen Regionen werden ihnen jeweils unterschiedliche Bedeutung zugeordnet:

  • Rot: Opfertod Christi
  • Gelb: Wunsch nach Erleuchtung und Weisheit
  • Grün: Jugend und Unschuld
  • Blau: Unglück und Kälte
  • Orange: Kraft, Ausdauer, Ehrgeiz
  • Weiß: Reinheit

Aber auch in nichtchristlichen Kulturen entwickelte sich die Tradition des Eierfärbens – etwa in Pakistan oder China. Der Chinese zum Beispiel sieht in Sachen Ei gerne schwarz: Lagert man rohe Hühner- oder Enteneier über 50 bis 100 Tage hinweg in einem Gemisch aus Kalk, Pinienasche und Salz ein, so werden diese nicht nur überaus haltbar, sondern bekommen auch noch eine dunkelolive Färbung. Das Eiweiß im Inneren wechselt ebenfalls zu dunklem Braun- bis Schwarz. Das sieht für einige Menschen nicht besonders lecker aus, gilt aber als chinesische Köstlichkeit: Tausendjährige Eier. Deren Name ist zwar eine Mogelpackung, aber mit Zucker oder Ingwer sollen sie ganz gut schmecken.

Mir jedoch nicht. Ich präferiere Nougat-Eier. Die halten sich bei mir aber nur kurz.