Vielleicht haben Sie sich bei der Überschrift gedacht: “Ich verstehe mich gut mit meinen Kollegen, da muss ich mir deren Loyalität doch nicht noch zusätzlich sichern.” Das kann sein, ist jedoch keineswegs zwingend der Fall. Ein gutes Verhältnis zu Ihren Kollegen und eine gute Stimmung im Team sind zwar wichtig, doch Loyalität ist etwas ganz anderes. Diese müssen – und können – Sie sich erarbeiten.
Zugegeben, das erfordert einen nicht unerheblichen Zeit- und Energieeinsatz Ihrerseits. Der Aufwand lohnt sich, denn mit loyalen Kollegen können Sie nicht nur effektiver und unkomplizierter zusammenarbeiten, Sie gewinnen gleichzeitig einiges an Sicherheit und festigen Ihre Position innerhalb des Teams und des Unternehmens.
Auch wenn es Zeit braucht, es ist nicht kompliziert, sich die Loyalität Ihrer Kollegen zu sichern – sofern Sie kontinuierlich daran arbeiten und dabei authentisch bleiben. Wenn Sie sich verstellen, merken das die Kollegen irgendwann. Loyalität können Sie dann natürlich nicht mehr erwarten. Die folgenden Strategien bringen Sie Ihrem Ziel näher:
Freundlicher Umgang
Gut, das ist keine spezifische Grundlage für Loyalität, doch wenn Sie Ihre Kollegen ständig anschnauzen, werden die wohl kaum auf den Gedanken kommen, zu Ihnen zu halten.
Direkte Kommunikation
Sollten Probleme oder Fragen auftreten, sprechen Sie diese bitte direkt mit dem zuständigen Kollegen an. Gehen Sie statt dessen immer den Umweg über Ihren Vorgesetzten, werden sich Ihre Kollegen übergangen fühlen. Oft lassen sich Probleme ohnehin am besten im persönlichen Gespräch klären.
Klare Standpunkte
Menschen, die Ihre Fahne ständig nach dem Wind drehen und Ihre Meinung zwischen Frühstücks- und Mittagspause drei mal ändern, nehmen Sie wahrscheinlich auch nicht ernst. Daher müssen Sie Ihre Standpunkte klar vertreten und zu Ihrer Einschätzung stehen können. Ändern Sie Ihre Haltung jedoch, sollten Sie dafür ebenfalls gute Gründe haben und diese erläutern.
Hohes Engagement
Loyalität können Sie nur dann erwarten, wenn Sie sich selbst voll einbringen und entsprechendes Engagement zeigen. Wer immer pünktlich um 17:00 Uhr das Büro verlässt, während alle anderen noch arbeiten, muss sich nicht wundern, wenn die Kollegen ihn nicht schätzen.
Zuverlässige Zusammenarbeit
Klar, wenn Sie Ihren Kollegen ständig das Blaue vom Himmel versprechen und dann nicht mal einen Bruchteil einhalten können, werden Sie unglaubwürdig. Machen Sie dagegen realistische Zusagen und halten diese auch ein, bauen Sie einen Ruf als zuverlässiger Kollege auf.
Kollegiale Hilfsbereitschaft
Sicher, Sie sollen und können Ihren Kollegen die Arbeit nicht abnehmen. Allerdings spricht nichts dagegen, bei einem zeitkritischen Projekt auszuhelfen und den Kollegen zu entlasten – sofern es Ihre Zeit und Ihr Arbeitspensum erlauben.
Ehrliches Lob
Warum soll immer nur der Chef seine Mitarbeiter loben? Wenn ein Kollege seinen Job wirklich gut gemacht hat und Sie vielleicht auch noch von dessen Ergebnis profitieren, sollten Sie mit Lob nicht sparen. Dabei geht es nicht darum, sich einzuschleimen, es muss dann schon ernst gemeintes und ehrliches Lob sein.
Konstruktive Kritik
Auch das unterstreicht Ihre Kompetenz und Kollegialität: Geben Sie Kollegen konstruktives Feedback – auch in Form von Kritik – wenn dieses angebracht ist und Sie fachlich in der Lage sind, die Arbeit zu beurteilen. Achten Sie dabei bitte darauf, dass Sie das Feedback unter vier Augen und nicht in Gegenwart des Chefs abgeben. Sonst wirkt Ihre gut gemeinte Rückmeldung ganz schnell so, als wollten Sie den Kollegen anprangern.
Loyalität zeigen
Sie erwarten Loyalität von Ihren Kollegen? Dann sollten Sie sich auch loyal zum Team und den einzelnen Mitgliedern verhalten. Vermeiden Sie es daher, sich auf Kosten der Gruppe oder Einzelner zu profilieren oder deren Fehler öffentlich hervorzuheben.
Fachliche Kompetenz
Um Lob oder auch Kritik äußern zu können, müssen Sie natürlich Ihre fachliche Kompetenz unter Beweis stellen. Dabei vollführen Sie jedoch immer eine Gratwanderung: Halten Sie sich zu sehr zurück, wird Ihre Kompetenz nicht sicht- und erkennbar. Übertreiben Sie es jedoch und stellen Ihre fachlichen Stärken zu jeder möglichen Gelegenheit heraus, haben Sie irgendwann den Ruf des Besserwissers, der zu allem seinen Senf dazu geben muss. Den schmalen Grat dazwischen müssen Sie jedes Mal neu finden.
Setzen Sie diese Strategien kontinuierlich in die Tat um, werden Sie sich über kurz oder lang die Loyalität der meisten Kollegen verdienen. Alle werden Sie nicht erreichen, denn sonst müssten Sie versuchen, es allen recht zu machen – und das geht garantiert nach hinten los.
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Adrian Knoth
Es sind Sätze wie dieser, die dafür sorgen, daß Leute 60h/Woche arbeiten und das Leben nicht mehr genießen können:
“Wer immer pünktlich um 17:00 Uhr das Büro verlässt, während alle anderen noch arbeiten, muss sich nicht wundern, wenn die Kollegen ihn nicht schätzen.”
Ich empfehle dringlichst die Lektüre von
http://www.alternet.org/visions/154518/why_we_have_to_go_back_to_a_40-hour_work_week_to_keep_our_sanity/?page=entire
in Kombination mit
http://www.spiegel.de/international/zeitgeist/study-finds-germans-incapable-of-enjoying-life-a-834973.html
Adr”14h/Tag im Büro”ian
Christian Mueller
Hallo Adrian,
da muss ich dir widersprechen. Es geht nicht darum, sich aufzureiben und ständig Überstunden zu machen. Wenn allerdings ein Projektabschluss ansteht und das ganze Team mehr arbeiten muss, um die Deadline zu schaffen, kann es nicht sein, dass einzelne Kollegen überpünktlich Feierabend machen und der Rest das dann ausbaden muss.
Von Selbstausbeutung oder übertrieben vielen Überstunden habe ich nicht geschrieben und wenn du meine anderen Artikel auf der Karrierebibel liest wirst du feststellen, dass ich davon absolut nichts halte.
Gruß,
Christian Müller
Sidenstein Filmproduktion
Ich denke wir werden die Tipps in Zukunft beherzigen. Vielen Dank für die Aufstellung!