Das Büro. Für rund 17 Millionen Menschen in Deutschland ist es nicht nur eine Art neue Heimat – es ist auch der Ort an dem sie durchschnittlich 212 Werktage im Jahr verbringen. Das kann wahnsinnig spannend sein. Oder wahnsinnig machen. Der Kühlschrank in der Gemeinschaftsküche entwickelt ein Eigenleben, im Lift herrscht unangenehmes Schweigen, und in Konferenzen melden sich immer die gleichen Wichtigtuer zu Wort… Da wünscht man sich entweder, einen direkten Draht zu Scotty, der einen hochbeamt, oder wenigstens kurzfristig etwas mehr Spaß und Spannung.
Beamen kann er noch nicht, aber wie man mehr Spaß und Spannung in den drögen Büroalltag bringt, das weiß mein geschätzter (und wirklich sehr netter) Ex-Kollege, ehemals Redakteur bei der Münchner Abendzeitung, Timo Lokoschat, ziemlich gut. Etwa mit ein paar wirklich amüsanten Mutproben, die sich spielerisch zwischen Empfang, Sekretariat, Konferenzraum und Kantine einbauen lassen – und die er jetzt in seinem neuen und angenehm handlichen 100-seitigen “Bürobuch” zusammengefasst hat, das diese Tage erscheint (und mir vorab schon vorliegt).
Zur besseren Einschätzung von Risiken und Nebenwirkungen ist jeder Vorschlag nach vier Kategorien bewertet. Diese lauten:
- Spaß: Wie viel Vergnügen bereitet die Mutprobe?
- Action: Wie viel Bewegung ist im Spiel?
- Grips: Wie viel Köpfchen braucht man?
- Mut: Wie viel Überwindung kostet sie?
Damit Sie eine bessere Vorstellung davon haben, was Sie erwartet, gibt es hier und heute schon mal auszugsweise zehn der Mutproben, die mir ziemlich gut gefallen haben. So wird jedes Büro zum Abenteuerspielplatz!
10 Mutproben zwischen Kantine und Konferenzraum
DekorationSortieren Sie die Gegenstände auf dem Schreibtisch Ihres Kollegen nach Farben. Oder dessen Bücher im Regal.
| KaffeeverkostungTrinken Sie den angebotenen Automatenkaffee. In manchen Unternehmen die größte Mutprobe überhaupt.
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LästermaulGehen Sie zu einem der berüchtigten Lästerzirkel und fragen Sie: “Habt ihr das schon gehört?” Dann auf “Was?” antworten: “Ach, egal.” Und weitergehen.
| MittagessenGehen Sie zu einer Kantinenrunde, in der Sie garantiert niemanden kennen, klopfen Sie dreimal auf den Tisch und sagen Sie dabei: “Ich mach nur mal so.”
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Online-AuktionVersteigern Sie im Internet einen Gegenstand, der erkennbar einem Kollegen gehört – etwa seine Lieblingstasse. Verlangen Sie aber einen überzogenen Preis und verschicken Sie den Link.
| SammelmailErhalten Sie einen E-Mail mit mehreren Empfängern, drücken Sie auf “Allen antworten” und entscheiden Sie sich zwischen “Geht klar”, “Gebongt” oder “Okäse”.
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TischgebetFordern Sie Ihre Kollegen beim Mittagessen zum gemeinsamen Gebet auf. Beten Sie: “Mäusebein und Krötendreck, fertig ist der Tisch gedeckt! Hex hex!”
| MailwechselTeilen Sie dem Boss höflich aber bestimmt mit, dass Sie gerne eine andere Mailadresse hätten. Zur Wahl stehen Honeybunny@ihrefirma.de oder Der_dunkle_Lord_der_Sith@ihrefirma.de.
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KeksjagdBasteln Sie sich eine Art Teleskopstange, um an die nahezu unerreichbaren Konferenz-Kekse zu kommen.
| PlatztauschFragen Sie Ihren Kollegen, der während des Meetings gerade das Wort führt, ob er mit Ihnen den Platz tauschen will.
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Dorin Popa
Timo ist zwar immer noch nett, aber seit Juni nicht mehr bei der Abendzeitung, sondern Programmleiter beim Sanssouci Verlag
Jochen Mai
Aha… So ganz klar wurde das in der Buchkladde nicht. Habs dann mal korriergiert. Ändert freilich am Amüsement des Buchs wenig – und Timo bleibt ebenfalls nett.
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