Eigentlich läuft alles gut: Bei Ihren Kollegen sind Sie anerkannt, Ihr Chef lobt Sie in den höchsten Tönen, Ihre Aufgaben schaffen Sie problemlos. Kurz gesagt: Ihr Job macht Ihnen eigentlich Spaß. Eigentlich, denn nach und nach schleicht sich das Gefühl ein, dass Sie auf der Stelle treten und einfach nicht weiter kommen. Über kurz oder lang beginnen Sie zu zweifeln und fragen sich, ob Sie an diesem Arbeitsplatz wirklich richtig sind. Um das heraus zu finden, können Sie beispielsweise mit einem Coach zusammen arbeiten. Doch auch Mentoren oder ein Bewerbungstrainer können die richtigen Ansprechpartner für Sie. Das kommt ganz auf Ihre Situation und Bedürfnisse an.

Aus meiner Arbeit als Coach von Arbeitnehmern, Studenten und Freiberuflern weiß ich: Coaching ist nicht immer das Mittel der Wahl und löst ganz sicher nicht alle Probleme. Allerdings kann auch ein Mentor oder ein Bewerbungstrainer nicht immer helfen, es kommt eben darauf an, was der Grund für Ihren Stillstand ist und wie Sie Ihre Karriere weiter gestalten wollen. Eines haben alle drei Optionen jedoch gemeinsam: Sie sind auf jeden Fall mit Arbeit verbunden. Welchen Weg auch immer Sie für sich wählen, Sie müssen bereit sein, Zeit und Energie zu investieren und sich selbst engagieren. Sonst kann keine der drei genannten Berufsgruppen Ihnen helfen.

Das das Argument gerne und oft vorgebracht wird: Ja, Freunde, Familie und Kollegen können Sie natürlich bei der Suche nach Antworten unterstützen. Doch erstens fehlt diesen Menschen oft das Fachwissen um Ihnen wirklich helfen zu können. Zweitens sind nahe stehende Menschen natürlich emotional vorbelastet und haben bereits ein mehr oder weniger festes Bild von Ihnen im Kopf. Ein Coach, Mentor oder Bewerbungstrainer sieht Sie dagegen aus einer neutralen Perspektive und erkennt Potenziale und Schwächen, die Freunde und Familie vielleicht gar nicht wahrnehmen.

Wann lohnt sich ein Coach?

Zugegeben, der Begriff des Coachings wurde in den letzten Jahren inflationär gebraucht und löst daher beim einen oder anderen spontane Abwehrreaktionen aus. Das ist verständlich, doch ein seriöser und professioneller Coach kann eine große Hilfe sein. Er ist immer dann die Option der Wahl, wenn Sie selbst den Drang zur Veränderung spüren, die Richtung und/oder den Weg jedoch noch nicht klar benennen können. Wichtig: Ein guter Coach wird Ihnen niemals Lösungen präsentieren, sondern immer Werkzeuge und Impulse geben, die Sie zum Nachdenken anregen. Lösungen und Antworten für Ihre Probleme und Fragen müssen Sie dann selbst finden. Ihr Coach begleitet Sie dabei lediglich und gibt Hilfestellung, nimmt Ihnen die Arbeit jedoch nicht ab.

Die Kosten hängen dabei von der Dauer des Coaching-Prozesses und dem Preismodell des jeweiligen Coaches ab. Beachten Sie bitte, dass ich bewusst vom Coaching-Prozess spreche, denn ein Coaching wird in der Regel mehrere Sitzungen und einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.

Doch besser ein Mentor?

Ein Mentor ist eine Person, die Sie als Vorbild und Ratgeber auf Ihrer beruflichen Laufbahn begleitet. Die meisten Mentoren sehen diesen Prozess nicht als Arbeit, sondern als Gefälligkeit und Hilfestellung unter Freunden oder doch zumindest Bekannten an. Ob sich eine Person als Mentor für Sie eignet, können Sie an der Erfahrung und den Leistungen desjenigen nur teilweise festmachen. Wichtig ist – wie auch beim Coach – dass Sie auf der zwischenmenschlichen und persönlichen Ebene ein gutes Gefühl haben und Vertrauen aufbauen können. Inzwischen gibt es auch Freiberufler, die eine Mentorentätigkeit gegen Bezahlung anbieten. Ob das für Sie funktioniert, müssen Sie selbst ausprobieren.

Bleibt die Frage, wann Sie sich statt eines Coaches einen Mentor suchen sollten. Die Antwort ist einfach: Wenn Sie Ihre aktuelle Karriere im Unternehmen – oder zumindest der Branche – fortsetzen wollen, Sie jedoch nicht wissen, wie das gelingen kann. In diesem Fall kann Ihnen der Rat eines Mentors deutlich effektiver und besser helfen, als ein Coach.

Wann hilft der Bewerbungstrainer?

Bewerbungstrainer sind immer dann Ansprechpartner der Wahl, wenn der Jobwechsel für Sie bereits beschlossene Sache ist und Sie Ihr Potenzial optimal ausschöpfen wollen. Da die Berufsbezeichnung Bewerbungstrainer nicht geschützt ist, tummelt sich ein Vielzahl an Dienstleistern auf dem Markt. Manche Angebote weisen dabei eine bestenfalls fragwürdige Qualität auf. Einen guten Bewerbungstrainer erkennen Sie an seiner – belegbaren – Erfahrung, regelmäßigen Fortbildungen und seiner Arbeitsweise. Denn ein professioneller Bewerbungstrainer wird Ihnen im ersten Gespräch nicht dutzende Tipps und Ratschläge geben. Er wird viel mehr ein ausführliches Profiling mit Ihnen durchführen und erst im Anschluss Veränderungen anstoßen. Dabei arbeitet er jedoch mit Ihnen und präsentiert Ihnen keine fertigen Lösungen.

Die Kosten können hier stark variieren und hängen nicht nur vom Stundensatz, sondern auch vom notwendigen Umfang des Bewerbungstrainings ab. In der Regel sind die Kosten jedoch niedriger anzusetzen als beispielsweise bei einem Coaching.

Haben Sie selbst bereits mit einem Coach, Mentor oder Bewerbungstrainer zusammen gearbeitet? Dann freue ich mich über Ihre Erfahrungsberichte und Kommentare.