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	<title>karrierebibel.de &#187; ABC</title>
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	<description>Jeden Tag mehr Erfolg!</description>
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		<title>Von A bis Z &#8211; Eine Anleitung für Top-Manager (im Wortsinn)</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Aug 2011 10:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Mai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was ist das schon: ein Top-Manager? Die meisten verkürzen den Begriff auf eine bloße Position in der Hierarchie: das Alpha-Alpha-Männchen, der erste und letzte Entscheider an der Spitze, C-Level eben. Was aber, wenn man den Begriff wörtlich nimmt? Was zeichnet einen wirklich guten Manager, eine echte Spitzenführungskraft aus &#8211; egal auf welcher Ebene? Und was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2011/08/MannAnzug.png" alt="" title="MannAnzug" width="90" class="alignright size-full wp-image-36586" />Was ist das schon: ein Top-Manager? Die meisten verkürzen den Begriff auf eine bloße Position in der Hierarchie: das Alpha-Alpha-Männchen, der erste und letzte Entscheider an der Spitze, C-Level eben. Was aber, wenn man den Begriff wörtlich nimmt? Was zeichnet einen wirklich <a href="http://karrierebibel.de/managermanager-wie-mitarbeiter-auf-inkompetente-chefs-reagieren/" target="_blank">guten Manager</a>, eine echte <a href="http://karrierebibel.de/bad-boss-nur-jeder-funfte-ist-mit-seinem-chef-zufrieden/" target="_blank">Spitzenführungskraft</a> aus &#8211; egal auf welcher Ebene? Und was ist das überhaupt &#8211; eine <a href="http://karrierebibel.de/begriffsstutzig-joghurt-hat-mehr-kultur-als-manches-unternehmen/" target="_blank">Top-Führungskultur</a>? <span id="more-36618"></span></p>
<p>Zugegeben, die Fragen sind schon vielfach gestellt und beantwortet worden. Auch hier auf Karrierebibel. Deshalb kommt an dieser Stelle noch mal die Essenz, das Vademecum &#8211; das ABC für Top-Manager im Wortsinn und alle, die es werden wollen: </p>
<h3 class="psychologie_c">A wie Ansprache</h3>
<p>Spontane Reden werden von Managern einfach erwartet – vor allem, wenn es im Betrieb brodelt. Dann wirken klärende Wort wie Balsam auf die wunden Seelen. Und das ist gar nicht mal so schwer: Versuchen Sie erst gar nicht, Ihre Rede durch komplizierte Fachbegriffe und Substantive aufzuwerten, das Gegenteil ist richtig: Kurze, knackige Worte verwenden, viele Verben, und vor allem Alltagsbegriffe. Wer seine Rede würzen will, gebe lieber eine Prise Sprachbilder hinzu. Sprechen Sie sodann nie von „man“ (…sollte…). Unpersönlich! Wesentlich überzeugender und authentischer wirken Ich-, Du- und Wir-Botschaften. Das gilt auch für rhetorische Rückfragen. Nicht: Wie würde man einer Krise begegnen? Sondern: Wie würden Sie der Krise begegnen? Aber Achtung: Humor gehört zwar zu einer guten Stegreifrede dazu. Aber zu viel davon und die Ansprache driftet ins Lächerliche. Alternative für schlechte Witzeerzähler: Schildern Sie lieber eine persönliche Anekdote. <!--more--></p>
<h3 class="psychologie_c">B wie Beispiele</h3>
<div class="textboxright1" style="width:55%">
<h5>Der Blick für das Wesentliche</h5>
<p>Sherlock Holmes und Doktor Watson gingen campen. Nachdem sie ihr Zelt aufgebaut hatten, gingen sie früh schlafen. In der Nacht wachte Holmes auf und weckte seinen Assistenten: „Watson“, sagte er, „öffne die Augen und schau hinauf zum Himmel. Was siehst du?“ Watson antwortete schlaftrunken: „Ich sehe Sterne, unendlich viele Sterne.“ – „Und was sagt dir das, Watson?“, fragte Holmes. Watson dachte kurz nach. „Das sagt mir, dass dort draußen unzählige Galaxien und Tausende Planeten sind. Ich nehme deshalb an, dass eine Menge gegen die Theorie spricht, wir wären allein im Universum. Und was sagt es dir, Holmes?“ – „Watson, du bist ein Narr“, rief Holmes. „Mir sagt es, dass jemand unser Zelt gestohlen hat!“
</p></div>
<p>Führen Sie nicht per Appell oder gar Befehl. Mehr Respekt und Engagement erzielen Sie über beispielhaftes Führen. Das impliziert sowohl Ihr gutes Vorbild (leben Sie vor, was Sie verlangen!) als auch mit Leidenschaft erzählte <a href="http://karrierebibel.de/und-die-moral-von-der-geschicht-warum-storytelling-wichtig-wird/">Geschichten, Anekdoten und Allegorien</a>. Tatsächlich zeigen Studien aus der Hirnforschung, dass wir Informationen besonders bereitwillig aufnehmen, wenn dabei mehrere Sinne einbezogen werden – nicht nur das Hören. Eine bildhafte Sprache, ein lebhafter Erzähler, viele eindrückliche Emotionen – all das begünstigt, dass wir uns noch lange an das Gehörte erinnern. Ein Beispiel finden Sie rechts. </p>
<h5> </h5>
<p></p>
<h3 class="psychologie_c">C wie Coaching</h3>
<p>Bei aller Personalentwicklung &#8211; vergessen Sie sich selbst nicht! Auch Sie sollten sich schließlich weiterentwickeln, zum Beispiel mithilfe eines Coachs. <a href="http://karrierebibel.de/aus-fur-seminare-die-zukunft-gehort-coaching-und-mentoring/">75 Prozent der Personaler</a> sind davon überzeugt das sich die Nachfrage nach individuellem <a href="http://karrierebibel.de/trainingslager-was-coaching-kann-fortsetzung/">Coaching</a> und Mentoring in Zukunft verstärken wird. Auch die Nachfrage nach Schulungskonzepten nach dem Leader-to-Leader-Prinzip (Manager coachen Manager) werde zunehmen (69 Prozent). Ein sinnvolles Coaching entwickelt sich zu einem <a href="http://karrierebibel.de/das-kannst-du-besser-was-coaching-kann-und-was-nicht/">Dialog auf Augenhöhe</a>, bei dem der Coach, fragt, nachhakt und genau hinhört. Er gibt weniger eigene Lösungs-Ratschläge vor, sondern lässt sie seinen Coachee selber finden. Kurzum: Es geht darum, herauszufinden, was der Coachee wirklich will. Typische Fragen sind: Wo stehst du jetzt? Wo willst du in einem halben Jahr sein? Wie willst du dorthin kommen?</p>
<h3 class="psychologie_c">D wie Delegieren</h3>
<p>Gute Manager vertrauen nicht nur eigenen Stärken, sondern vor allem denen ihrer Mitarbeiter. Deswegen delegieren sie mehr und deswegen arbeiten ihre Teams motivierter und kreativer. Delegieren zu können, ist eine elementare Führungsstärke. Nur heißt das nie, nur Aufgaben zu verteilen, damit die Leute was zu tun haben. Delegieren beinhaltet immer auch die damit verbundene Verantwortung. Kein Mitarbeiter wird sein wirklich absolut Bestes geben, wenn er nicht auch gleichzeitig die Verantwortung für das jeweilige Projekt schultern muss, am besten zugleich mit gewissen Gestaltungsvollmachten und -freiräumen.</p>
<h3 class="psychologie_c">E wie Erwartungen</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2009/02/fadenkreuz.png" alt="" title="fadenkreuz" width="100" class="alignright size-full wp-image-4058" />Setzen Sie hohe Standards. Das klingt zunächst ungewöhnlich. Tatsächlich aber setzen viele Führungskräfte Ihre Erwartungen zu tief an, weil Sie Konflikte scheuen, das Gestöhne nicht aushalten oder aber nichts größeres von Ihrer Belegschaft erhoffen. Doch man bekommt letztlich immer nur das, was man erwartet. Denken Sie an den sogenannten <a href="http://karrierebibel.de/effekthascherei-%E2%80%93-diese-35-effekte-sollten-sie-kennen-1/">Rosenthal-Effekt</a>: Dabei wurde Lehrern mitgeteilt, dass sie aufgrund bisheriger Leistungen im kommenden Schuljahr eine Klasse übernehmen dürften, die sich aus den intelligentesten Schülern zusammensetzt. Nach Ablauf des Schuljahres waren diese Klassen tatsächlich besser als alle anderen, ihre Noten, selbst der IQ der Schüler lag über 20 Punkte höher. Allerdings hatten die Psychologen gelogen. Die Klassen waren lediglich eine Zufallsauswahl. Weil aber Schüler glaubten, zu den Besten zu gehören und auch die Lehrer ihnen mehr zutrauten, stieg die Leistungs- und Lernkurve.</p>
<h3 class="psychologie_c">F wie Feedback</h3>
<p>Was Vorgesetzte beim Kritisieren immer wieder falsch machen: Sie bleiben unklar. Kritik ist nichts, was man mal so eben im Vorbeigehen erledigt. Sie gehört vorbereitet und argumentativ untermauert. „Ich habe das Gefühl…“ gilt nicht. Nur Fakten zählen. Und die gehören klar und deutlich auf den Tisch. Nicht wenige verzichten anschließend allerdings auch auf die Konsequenzen. Ganz falsch. Wer tadelt, will, dass sich etwas verbessert. Also müssen Ignoranz und anhaltende Fehler Folgen haben. Ansonsten kann man sich das Nörgeln auch sparen. Es muss ja nicht gleich die Kündigung sein, mit der man droht. Der schlimmste Fehler jedoch ist, gar nicht zu kritisieren. Weil es unangenehm ist oder weil sie Verstimmungen fürchten, lassen es Chefs gerne weiterlaufen wie bisher. Fatal! So aber haben Mitarbeiter weder die Chance, sich weiterzuentwickeln, noch ist es gut fürs Unternehmen.</p>
<h3 class="psychologie_c">G wie Größe</h3>
<p>Geben Sie Fehler zu. Kein Mensch ist perfekt, auch Chefs nicht. Trotzdem ist es (und nicht erst seit Elton John einen Song dazu geschrieben hat) einer der schwersten Sätze: „Sorry, Sie hatten recht und ich lag falsch.“ Aber genau diese Tugend, zu seinen Fehlern zu stehen, verschafft Ihnen Respekt und Anerkennung – nicht die päpstliche Unfehlbarkeit. Bekämpfen Sie also Ihren Stolz. Egal, was Sie sagen – die anderen spüren, ob Sie damit wirklich helfen oder sich lediglich selbst produzieren wollen. Stets alles besser wissen zu wollen, kann nicht zuletzt ein Indiz für Unsicherheit und Arroganz sein.</p>
<h3 class="psychologie_c">H wie Heuern (zu schnell)</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2009/01/stellenanzeige.png" alt="" title="stellenanzeige" width="100" class="alignright size-full wp-image-2832" />Sobald irgendwo Lücken im Team entstehen, müssen die gefüllt werden – je eher, je besser. Also wird die Stelle ausgeschrieben, man erhält ein paar Bewerbungen, die einen nicht wirklich umhauen und erliegt der Versuchung, die Position einfach mit dem nächstbesten Kandidaten zu füllen. Fatal! Denn das schafft oft mehr Probleme als wenn man noch etwas länger wartet, seine Anstrengungen erhöht, um wirklich den besten Bewerber zu bekommen. Das Prinzip gilt natürlich auch umgekehrt: Zu lange zu warten, bis man sich von faulen Eiern trennt, weil das einfach unangenehm oder kostspielig ist. Dabei ist warten viel kostspieliger.</p>
<h3 class="psychologie_c">I wie Involvieren</h3>
<p>Wann immer Sie Neuerungen planen – beziehen Sie Ihre Mitarbeiter frühzeitig mit ein. Ernsthaft. Das bedeutet auch, dass Sie sich deren Ideen anhören und wertschätzen. Vermeiden Sie daher, deshalb und darum unbedingt die folgenden Phrasen:</p>
<ul class="viagra">
<li><em>Das haben wir schon immer so gemacht!</em> Heißt übersetzt: Der Letzte macht das Hirn aus. Leichter lassen sich Kreativität und Initiative nicht vernichten. Vielleicht ist die Idee noch nicht ausgereift, aber es ist Ihre Aufgabe als Manager den Mitarbeiter dann zu couragieren, eine bessere Idee zu entwickeln.</li>
<li><em>Sie werden dafür bezahlt! </em>Mag sein. Aber das macht Sie noch nicht zum Herrenmenschen. Das Gehalt ist Teil der Vereinbarung Leistung gegen Geld – keine Schmerzzulage. Und schon gar nicht macht es Mitarbeiter zu unmündigen Leibeigenen. Wer sie so behandelt, darf sich über Dienst nach Vorschrift nicht wundern. </li>
<li><em>Ich will das gar nicht hören! </em>Sie pfeifen auf Kritik oder Feedback? Dann kann die nächste Krise ja kommen… Im Ernst: Kritik ist ein Indiz für einen loyalen und engagierten Mitarbeiter. Hier ist jemand daran interessiert, besser zu werden oder vor Gefahren zu warnen. Sich davor zu verschließen, ist indes ein Indiz für Dummheit. </li>
</ul>
<h3 class="psychologie_c">J wie Ja-Sager</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2009/08/Schleimen.PNG" alt="" title="Schleimen" width="100" class="alignright size-full wp-image-9690" />Es ist ein ehernes Gesetz des Erfolgs: A-Leute umgeben sich mit A-Leuten, B-Leute mit C-Leuten. Soll heißen: Wirkliche Top-Manager erkennt man daran, dass sie die Nähe zu anderen Top-Talenten suchen. Sie schätzen den Austausch untereinander, fürchten sich nicht vor den eigenen Unzulänglichkeiten und sehen in dem anderen eine Bereicherung, ja vielleicht sogar einen Ausgleich der eigenen Schwächen. Anders die zweitklassigen Manager. Sie sehen vor allem ihre Schwächen und sind ständig in Sorge, ein besserer könnte diese offenbaren oder schlimmer – sie überholen. Deswegen umgeben sich die Zweitklassigen am liebsten mit Drittklassigen und Ja-Sagern. So bleibt ihr Sattel sicher. Vorläufig.</p>
<h3 class="psychologie_c">K wie Klarheit</h3>
<p>Nichts treibt Mitarbeiter schneller in die Verzweiflung als eine wolkige Aufgabenstellung oder ungenaue Ziele. Nichts ärgert mehr als ein Chef, der zwar exakt formulieren kann, was er gerade überhaupt nicht will, dann aber leider sehr einsilbig wird bei dem Versuch, zu sagen, was er stattdessen möchte. In diesem einen Fall hilft auch nicht die Entschuldigung mit dem Bauchgefühl, Motto: <em>Ich hab da ein ganz dummes Gefühl dabei.</em> Mag sein. Aber das ist kein Ersatz für echtes Führen. Es ist wie im Märchen vom Rumpelstilzchen: Man bekommt nur was man will, wenn man dem Kind auch einen Namen geben kann. Um Missverständnisse und Konfusionen zu minimieren, sollten Sie Ihre Erwartungen stets klar und präzise gegenüber den betreffenden Mitarbeitern formulieren. E-Mails sind dabei zwar manchmal ein schneller Weg, aber der persönliche Kontakt bleibt dabei unersetzlich. Nicht zuletzt, weil Sie so besser feststellen können, ob Ihr Anliegen auch verstanden wurde.</p>
<h3 class="psychologie_c">L wie Limits</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2009/01/sanduhr.png" alt="" title="sanduhr" width="100" class="alignright size-full wp-image-3284" />Zuerst: Planen Sie mehr Zeit ein. Immer! Hinter dieser Erkenntnis steckt das sogenannte Hofstadter’sche Gesetz, das in etwa sagt, dass die Dinge in der Regel doppelt so lange brauchen wie gedacht. Danach setzen Sie am besten Zwischenstationen statt eines großen Schlussstrichs. Vielen Menschen fällt das Arbeiten in kleineren Intervallen leichter als einen Zeitraum von drei, vier Wochen zu überblicken. Überschaubare und abgeschlossene Arbeitseinheiten motivieren zudem Ihr Tema mehr und beugen Prokrastination vor. Identifizieren Sie aber auch wichtige Schlüsselfaktoren: In jedem Projekt gibt es mindestens einen gordischen Knotenpunkt. An dem scheitert das gesamte Werk oder es läuft danach wie von selbst. Spüren Sie diese Schlüsselstelle(n) als Erstes auf und lösen Sie das Problem so schnell wie möglich. Danach wird jede Deadline zur Nebensache.</p>
<h3 class="psychologie_c">M wie Mentor</h3>
<p>Suchen Sie sich ein paar gute Mitarbeiter und übernehmen Sie für diese die <a href="http://karrierebibel.de/meisterarbeit-tipps-fuer-besseres-mentoring/">Mentorenrolle</a>. Regen Sie aber auch an, dass weitere erfahrene Führungskräfte diesem Beispiel folgen. Wenn Sie einen <a href="http://karrierebibel.de/meisterarbeit-wann-man-sich-von-seinem-mentor-trennen-sollte/">Mentee</a> unter Ihre Fittiche nehmen, beachten Sie aber bitte folgendes:<br />
<!--more--></p>
<ul class="viagra">
<li><strong>Vorbild sein.</strong> Wo immer Sie können, lassen Sie Ihre Mitarbeiter Ihnen über die Schulter schauen: bei Verhandlungen, in wichtigen Meetings, bei der Geschäftskorrespondenz oder dem Projektmanagement. Kommentieren Sie Ihr Verhalten hinterher und erklären Sie, warum Sie sich in der Situation so oder so verhalten haben und welche Erfahrungen dahinter stecken.</li>
<li><strong>Erfahrungen weitergeben.</strong> Menschen lernen am besten und am liebsten aus Geschichten. Erzählen Sie also, welche Probleme Sie schon wie gemeistert haben, welche Dilemmas Sie wie gelöst haben, aber auch wo Sie aus heutiger Sicht besser anders (wie?) gehandelt hätten. Geben Sie Ihre Erfahrungen möglichst konkret weiter – aber akzeptieren Sie auch, dass manche lieber eigene Erfahrungen sammeln wollen.</li>
<li><strong>Verantwortung abgeben.</strong> Nachdem Sie Ihr Handwerkszeug plastisch vorgelebt und zugleich erklärt haben, ist es an der Zeit, Verantwortung zu delegieren. Schließlich verfestigen sich solche Lektionen nur, wenn man sie selbst regelmäßig anwenden kann. Gehen Sie dabei in kleinen Schritten vor und steigern Sie die Herausforderung nur der individuellen Lernkurve Ihres Mentees.</li>
<li><strong>Rückmeldung geben.</strong> Kommentieren Sie die Leistungen Ihres Mentees. Loben Sie, wenn möglich, mehr als Sie nörgeln. Und wenn Sie kritisieren, sagen Sie gleich dazu, wie derjenige es hätte besser machen sollen. Oder besser: Fragen Sie ihn danach und lassen Sie Ihren Schützlich selbst die Lösung finden! Überhaupt: Stellen Sie Fragen! Fragen Sie nach seinen Zielen – kurzfristig wie langfristig. Und fragen Sie ihn nach Wegen, wie er diesen näher kommen will.</li>
<li><strong>Auf dem Teppich halten.</strong> Dieser Punkt wirkt etwas ungewöhnlich, scheint mir aber ein wichtiges Problem gerade bei jungen Aufsteigern: Sie wollen zu viel auf einmal und zu schnell. Auch wenn Sie viel Talent erkennen, helfen Sie Ihren Schützlingen, indem Sie sie vor übertriebenem Ehrgeiz bewahren. Das ist schwer, wird einem selten gedankt, ist aber für deren Karriere essenziell.</li>
<li><strong>Empfehlen.</strong> Dann, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, geben Sie die Leute frei. Auch wenn man seine besten Leute gerne behalten möchte, muss man erkennen, dass auch die sich weiterentwickeln wollen und müssen. Wenn Sie dazu eine gute Chance erkennen, ist es nur anständig, wenn Sie Ihren Mentee entsprechend promoten und weiterempfehlen. Auch das fällt auf Sie zurück – und macht einen wahren Mentor aus.</li>
</ul>
<h3 class="psychologie_c">N wie Nassauer</h3>
<p>Miese Bosse stellen sich nicht nur grundsätzlich nicht hinter ihre Mitarbeiter, wenn diese scheitern oder angegriffen werden. Im Falle des Gelingens beanspruchen sie auch noch die Teilhaberschaft. Noch schlimmer: Sie beklauen ihre Mitarbeiter um deren Ideen und geben sie als eigene aus. Derart parasitäres Verhalten erstickt jedoch jeden Ehrgeiz, jedes Engagement, jeden Hauch von Kreativität im Keim. Anders herum wird ein Schuh daraus: <a href="http://karrierebibel.de/lobenswert-die-kunst-des-lobens/">Loben Sie Spitzenleistung</a>, heben Sie die entsprechenden Mitarbeiter aufs Podest! Lob ist nicht nur Labsal für die Seele – es ist ein mächtiges Instrument, um das Verhalten anderer zu verändern: Lob bringt die Menschen dazu, selbigem gerecht zu werden; es wärmt das Herz und öffnet den verstockten Geist. Jemandem zu sagen, dass er dieses oder jenes sein lassen soll, wirkt längst nicht so überzeugend wie die diskrete Einflussnahme durch gezielte Anerkennung. Wie das geht? So: </p>
<ol>
<li><strong>Zeigen Sie Interesse.</strong> Von all den hier genannten Punkten ist das sowohl der einfachste wie auch effektivste, andere – seien es Mitarbeiter, Kollegen, Freunde, Partner – zu ermutigen: Zeigen Sie, dass Sie sich wirklich dafür interessieren, was der andere macht oder erreichen will. Stellen Sie Fragen. Loben Sie. Bewundern Sie. Nichts wirkt stärker.</li>
<li><strong>Wertschätzen Sie.</strong> Sprichwörtlich: Also nicht nur Schulterklopfen, sondern schätzen Sie den Wert der Sache und bestätigen Sie die große Bedeutung dieses Beitrags. Menschen hassen das Gefühl, nur ein unbedeutendes Rädchen im Getriebe – oder (noch schlimmer) das Reserverad – zu sein. Umgekehrt: Wenn Sie ihren Plänen und Projekten einen hohen Wert beimessen – am besten öffentlich – schlägt das sofort auf das Selbstbewusstsein durch, baut auf und weckt neuen Enthusiasmus.</li>
<li><strong>Bitten Sie um Rat.</strong> Es ist die subtilste Form des Lobes – und kaum jemand kann diesem Antrag widerstehen, sein Können und Wissen weiterzugeben, weil er darum gebeten wird. Erstens, weil Sie ihn dadurch erhöhen (Er der Meister – Sie der Schüler); zweitens, weil er sich so verewigen kann. Schließlich setzen Sie sein profundes Wissen damit weiter. Und am Ende ist es einfach ein sehr erbauliches Gefühl, der Welt etwas Gutes von sich hinterlassen zu haben. </li>
<li><strong>Zeigen Sie Dankbarkeit.</strong> Es gibt Menschen, die helfen gerne. Sobald sie Probleme sehen, packen sie an oder erledigen die Dinge, die getan werden müssen, ungefragt, als wäre es selbstverständlich. Ist es aber nicht. Und mangelnde Dankbarkeit kann diese Menschen sehr schnell bitter machen. Dann fühlen sie sich nur noch ausgenutzt. Traurig und folgenschwer – denn nicht selten sind sie die guten Seelen, die einen Betrieb oder eine Familie enorm bereichern.</li>
<li><strong>Überraschen Sie.</strong> Die meisten Menschen, die Überdurchschnittliches leisten oder sich herausragend engagieren, haben ein gutes Gespür dafür, das dies auch so ist. Deswegen erwarten Sie meist auch irgendeine Reaktion ihrer Umwelt darauf. Das Mindeste ist dann Lob oder Anerkennung. Viel größer aber ist der ermunternde Effekt, wenn Sie über solche Erwartungen hinausgehen. Etwa, wenn Sie dem Betreffenden aufgrund seiner Leistung einen Tag frei geben. Oder ihm und seinem Partner ein romantisches Wochenende in einem Nobelhotel spendieren – schließlich haben sich die beiden in den vergangenen Wochen wegen des wichtigen Projekts kaum noch gesehen&#8230; Egal wie, seien Sie kreativ, spontan und gehen auch Sie bei Ihrer Wertschätzung über Durchschnittliches hinaus.</li>
</ol>
<h3 class="psychologie_c">O wie Optimist</h3>
<p>Bewahren Sie sich eine positive Attitüde. Auch wenn Ihnen gerade nicht danach ist: Sie sind stets ein Vorbild, an dem sich andere orientieren. Solange Sie sich gehen lassen, schwarzsehen oder miese Stimmung verbreiten, können Sie von Ihren Kollegen nichts Besseres erwarten.</p>
<h3 class="psychologie_c">P wie Pareto-Prinzip</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2008/01/pareto.gif" alt="" title="Pareto" width="100" class="alignright size-full wp-image-716" />Manchmal bekommt man Projektergebnisse, die kleinere Mängel aufweisen. Und weil es schnell gehen muss, neigen viele Führungskräfte dann dazu, die Mankos kurzerhand selbst zu beheben. Keine große Sache. Denkste! Erstens kann das ein Indiz für persönliche Konfliktscheue sein, zweitens beginnen so oft Fahrlässigkeit und Schlendrian, Motto: <em>Ich muss keine gute Arbeit abliefern, der Alte wird’s schon richten.</em> Seien Sie also strategisch faul! Sie kennen doch sicher das Pareto-Prinzip, wonach häufig in 20 Prozent der zur Verfügung stehenden Zeit 80 Prozent der Aufgaben erledigt werden können. Die restlichen 20 Prozent der Aufgaben benötigen indes 80 Prozent der Zeit. Daraus ergibt sich indirekt eine Selbstmanagement-Technik: Statt 100 Prozent der Aufgaben erfüllen zu wollen, ist es klüger, diese zu priorisieren und sich mit den Aufgaben zu beschäftigen, die nur 20 Prozent des Zeit- und Energieaufwandes benötigen, dafür aber 80 Prozent bringen.</p>
<h3 class="psychologie_c">Q wie Querdenker</h3>
<p>Überall fordern Bosse ihre Belegschaften zu mehr Inspiration und Innovationen auf, weil das  die einzige Chance ist, im globalen Wettbewerb zu bestehen. Billig produzieren können viele, aber nur wenige können es besser. Bundeskanzlerin Angela Merkel entwickelte deshalb einmal das Diktum eines „kreativen Imperativs“ für Deutschland. Das war allerdings eine Schnapsidee. Geistesblitze gibt es nicht per Dekret. Allenfalls lassen sie sich fördern. Am Arbeitsplatz die Devise auszugeben: <em>Seid jetzt mal alle schön kreativ!</em> ist so effektiv wie einem Depressiven zuzurufen: <em>Sei doch mal wieder froh!</em> Da Einfälle immer auch Störfälle sind, mit Traditionen brechen und Anpassung verlangen, brauchen Sie für mehr Kreativität erst einmal eine entsprechende <a href="http://karrierebibel.de/minderheitsregierung-wie-querdenker-die-masse-beeinflussen/">Kultur</a>, die Andersdenken und Andersdenkende respektiert und Anregungen zulässt, statt sie sofort zu zensieren. Das schließt mit ein, dass der bessere Gedanke auch mal aus einer anderen Abteilung kommen darf oder eben nicht vom Chef, sondern vom sogenannten kleinen Mann – der dafür aber ganz nah dran ist am praktischen Problem. „Das Thema ist nicht, die Kreativität zu steigern, denn entweder ist ein Mitarbeiter kreativ oder er ist es nicht. Ich muss nur verhindern, dass Kreativität in der Bürokratie untergeht oder an Budgets scheitert“, sagte zum Beispiel Hermut Kormann, Mitgründer der Wissensfabrik. Wer also seiner Belegschaft eine mentale Frischzellenkur verpassen möchte, tut gut daran, diese einen Teil der Arbeitszeit vom Schreibtisch zu verbannen und auf Reisen, Messen, Seminare, Kongresse oder sonst wohin zu schicken, um sie auf andere Gedanken zu bringen. So wie bei Google, wo Angestellte seit jeher nebenbei kickern, flippern, telespielen und sogar 20 Prozent ihrer regulären Arbeitszeit in eigene Projekte investieren dürfen – und dabei so amüsante Dinge geschaffen haben wie etwa den Flugsimulator für GoogleEarth.</p>
<h3 class="psychologie_c">R wie Reden</h3>
<p>Man kann als Manager nicht überkommunizieren! Im Grunde ist Management nichts anderes als Kommunikation – allerdings <em>mit</em> den Mitarbeitern. Viele Führungskräfte reden jedoch ausschließlich über Projekte, Zahlenkolonnen, Ziele, aber nicht <em>mit</em> ihren Mitarbeitern. Natürlich sind Fakten wichtig, aber wenn einer spürt, dass in seinem Team die Unzufriedenheit wächst, dann hilft kein Brainstorming, keine kühne Vision und auch kein Jour fixe, dann muss man das Problem thematisieren und aus der Welt schaffen.</p>
<h3 class="psychologie_c">S wie Selbstreflexion</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2007/10/lupe.png" alt="" title="lupe" width="100" class="alignright size-full wp-image-4269" />Erfolg – soweit die allgemeine Definition – heißt, seine persönlichen Ziele zu erreichen. Dazu muss man sie allerdings erst einmal kennen. Das setzt voraus, dass man seine Stärken und Schwächen kennt und seine Ziele danach ausrichtet. Selbstreflexion beinhaltet aber auch, Entscheidungen bewusster zu treffen und mehr aus Fehlern zu lernen (was bedeutet, sie zu analysieren, um sie nicht zweimal zu begehen sowie diese emotional hinter sich zu lassen). Wer so vorgeht, ist meist optimistischer was seine Zukunft anbelangt, denn er fühlt sich ihr nicht ohnmächtig ausgeliefert.</p>
<h3 class="psychologie_c">T wie Talentmanagement</h3>
<p>Top-Mitarbeiter zu gewinnen, ist schon schwer genug. Sie sollten sie dann allerdings auch nicht so schnell wieder verlieren. Da in Krisenzeiten Talente besonders gerne wechseln, aber auch besonders nötig gebraucht werden, sollten Sie diese unbedingt wertschätzen. Sichtbar! Umfragen beweisen immer wieder: soziale Anerkennung ist der Top-Motivator im Job. Und wer zu den Leistungsträgern zählt, weiß das in der Regel auch. Also beweisen Sie diesen Leuten regelmäßig Ihre Wertschätzung und Ihren Respekt für deren Schaffen und Können – per Feedback und/oder Boni. Schaffen Sie zudem Herausforderungen Nichts hassen Talente mehr als Routinen und Langeweile im Job. Solche Menschen wollen sich entwickeln und wachsen. Sorgen Sie also für Abwechslung, neue Projekte sowie ein Minimalmaß an Überforderung ( auch Flow genannt). Und bieten Sie Coachings an. Dieser Punkt korrespondiert zwar mit dem zweiten, allerdings geht es hierbei mehr um die Persönlichkeitsentwicklung der Talente oder um das Erlernen neuer Fähigkeiten. Beides rangiert bei Top-Leuten ganz oben auf der Kriterienliste für attraktive Arbeitgeber.</p>
<h3 class="psychologie_c">U wie Unsicherheit</h3>
<p>Es gibt immer Unsicherheiten, Fürs und Widers. Managen heißt, riskante Entscheidungen zu treffen, obwohl immer Variablen übrig bleiben. Wankelmütige Manager suchen ständig nach neuen Optionen, wollen Fehler vermeiden und vermeiden doch nur eins: das Handeln. Beweisen Sie also Entscheidungsstärke! Und treffen Sie diese selbst! Viele Consultants werden gerufen, um unangenehme Entscheidungen zu rechtfertigen. Sie liefern die Show, damit der Chef sagen kann: “Eine unabhängige Studie hat ergeben, dass wir Kosten sparen und Stellen streichen müssen. Ich wollte das ja nicht, aber jetzt…” Dabei stand das von vorneherein fest. Manager, die zu oft und für jede Kleinigkeit einen Berater einstellen, müssen sich fragen lassen, worin ihre Leistung eigentlich noch besteht. Und vor allem: Warum sie nicht den Schneid haben, für ihre Entscheidungen gerade zu stehen?</p>
<h3 class="psychologie_c">V wie Veränderungen</h3>
<p>Wenn Sie Veränderungen erfolgreich durchzusetzen möchten, dann informieren Sie Ihre Mitarbeitern so umfangreich wie möglich darüber, was sich künftig verändern wird, insbesondere wie: für die Leute persönlich, für die Teams, Arbeitsabläufe, die Organisation insgesamt. So können sie sich frühzeitig darauf einstellen. Erklären Sie, warum Sie die Veränderung für notwendig halten. Menschen sind Gewohnheitstiere, Veränderungen stellen für die meisten eine Bedrohung dar. Zeigen Sie also, warum es das genaue Gegenteil davon ist und warum die größere Gefahr vom status quo ausgeht. Und zeigen Sie nicht zuletzt auch Anteilnahme bei harten Einschnitten, die für einzelne womöglich auch zum Verlust des Arbeitsplatzes führen. Die verbleibenden Kollegen sollen schließlich motiviert bleiben und nicht das Gefühl bekommen, sie sind für Sie nur eine Kostenstelle. Ihre Botschaft muss allerdings nicht nur überzeugend sein, sie muss sich auch konsistent zu bestehenden Vereinbarungen verhalten. Kulturrevolutionen gelingen oft in kleinen Schritten – auch wenn hinterher der große <em>Ruck</em> beschworen wird.</p>
<h3 class="psychologie_c">W wie Wertschätzung (monetäre)</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2009/03/trinkgeld.png" alt="" title="trinkgeld" width="150" class="alignright size-full wp-image-5378" />Relativ wie absolut hat die Höhe der Gehälter großen Einfluss auf die Stimmung. <em>Relativ: </em>Erstaunlich viele Mitarbeiter haben ein sicheres Gespür dafür, wer mehr und wer weniger verdient – vor allem aber, ob dies gerechtfertigt ist. Kollegen, die mit Prämien überschüttet werden, obwohl andere die Arbeit machen, sind Motivationskiller für den ganzen Betrieb. <em>Absolut: </em>Das Gehalt ist immer auch Ausdruck von Wertschätzung. Wer überdurchschnittlich viel leistet ohne dass sich das auf dem Lohnzettel spiegelt, schiebt irgendwann nur noch Dienst nach Vorschrift.</p>
<h3 class="psychologie_c">X wie X-Faktor</h3>
<p>Setzen Sie Ihren Mitarbeitern nur Ziele, die auch erreichbar sind, sonst erzeugen Sie Frust und Demotivation. Den Umsatz in Boomzeiten zu verdoppeln ist ambitioniert, aber nicht unmöglich. In Krisenzeiten allerdings müssen auch schon mal zehn Prozent reichen. Oder gar eine schwarze Null.</p>
<h3 class="psychologie_c">Y wie Young Professionals</h3>
<p>Wie Sie die besten Mitarbeiter einstellen? Ganz einfach: Bieten Sie Herausforderungen! Wenn Sie junge Talente, sogenannte Young Professionals, anheuern wollen, sollten Sie vor allem die Chancen des Jobs überzeugend darstellen: „Helfen Sie uns Marktführer zu werden!“ und nicht bloß die Anforderungen: „Suchen erfahrenen Marketing-Profi!“ Sogenannte Goldkragen suchen aber nicht nur nach einem Job, indem Sie Jobanzeigen abarbeiten. Sie vergleichen Optionen. Nutzen Sie zum Beispiel Ihre Webseite nicht als langweilige Litfasssäule, sondern zum Dialog mit den potenziellen Kandidaten.Und überlassen Sie das Recruiting nicht allein den Personalern, sondern beziehen Sie auch Abteilungsleiter sowie künftige Kollegen in den Auswahlprozess mit ein. Die können meist besser beurteilen, wer ins Team passt und wer die Talente hat, die Sie brauchen.</p>
<h3 class="psychologie_c">Z wie Zuhören</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2010/05/DavidGoliath.png" alt="" title="DavidGoliath" width="100" class="alignright size-full wp-image-20888" />Hören Sie zu. Wissen ist Macht, keine Frage. Aber keiner hat die Wahrheit gepachtet. Eine objektive gibt es sowieso nicht. Weise und taktisch zudem klüger ist es, auch andere Meinungen demonstrativ zuzulassen. Stellen Sie dazu Fragen – und geben Sie ruhig auch mal zu, die Antwort nicht zu wissen. Schließlich könnte Ihre Erleuchtung auch nur Blendwerk sein. Dazu drei Methoden, wie Sie ein besserer <a href="http://karrierebibel.de/quizfrage-%E2%80%93-die-machtigste-eigenschaft-eines-managers/">Zuhörer</a> werden: </p>
<ol>
<li><strong>Hinschauen </strong>Ernsthaft: Üben Sie, zu Ihrem Gegenüber längeren Blickkontakt zu halten. Sehen Sie dem anderen in die Augen (oder ab und an auf den Mund). Durch das Fokussieren konzentrieren Sie sich automatisch mehr auf dessen Worte. </li>
<li><strong>Abwarten </strong>Hören Sie auf, die Sätze des anderen zu vervollständigen, wenn es mal wieder ein bisschen länger dauert. Und trainieren Sie, nicht sofort zu antworten. Lassen Sie das Gesagte lieber sacken. Das hilft beim Nachdenken und gibt dem anderen Zeit, noch etwas anzufügen. </li>
<li><strong>Wiederholen </strong>Versuchen Sie mit eigenen Worten zusammen zu fassen, was Sie verstanden haben oder was Sie glauben, was Ihr Gegenüber ausdrücken wollte. Charmanter ist, das in eine Frage zu packen. Sonst wirkt es absolut – und Sie können sich ja auch getäuscht haben.</li>
</ol>
<p><strong>Und falls Sie immer noch nicht genug haben: Hier finden Sie noch &#8230;</strong></p>
<h3 class="psychologie_c"><a href="http://karrierebibel.de/managermanager-70-wege-ein-besserer-chef-zu-werden/">70 Wege, ein besserer Chef zu werden</a></h3>
 <p><a href="http://karrierebibel.de/?flattrss_redirect&amp;id=36618&amp;md5=e6fc8659121def67861649b5003f8b43" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://karrierebibel.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Psychoterror &#8211; Wie Sie auf Mobbing reagieren sollten</title>
		<link>http://karrierebibel.de/psychoterror-wie-sie-auf-mobbing-reagieren-sollten/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 05:52:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Mai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der ehemalige Leiter der Volksbank bekam von seinem neuen Chef und 7500 Euro – Schadenersatz. Das Mainzer Landesgericht sah es damals als erwiesen an, dass der ihn über Monate hinweg schikaniert und seine persönliche Ehre massiv verletzt hatte. Nach einer Fusion war der Mann von seinem neuen Vorgesetzten systematisch kalt gestellt worden: Der traktierte ihn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2012/01/Gerüchte.png"><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2012/01/Gerüchte.png" alt="" title="Gerüchte" width="300" class="alignright size-full wp-image-38166" /></a>Der ehemalige Leiter der Volksbank bekam von seinem neuen Chef und 7500 Euro – Schadenersatz. Das Mainzer Landesgericht sah es damals als erwiesen an, dass der ihn über Monate hinweg schikaniert und seine persönliche Ehre massiv verletzt hatte. Nach einer Fusion war der Mann von seinem neuen Vorgesetzten systematisch kalt gestellt worden: Der traktierte ihn mit erniedrigenden und schikanösen Anweisungen, dann nahm ihm die Sekretärin, den Schreibtisch und schließlich das Büro weg. Ein klassischer Fall von Mobbing. Und gar nicht einmal selten. <span id="more-35659"></span></p>
<p>Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen, die aktuell im Job gemobbt werden. Andere Zahlen sprechen von 11,3 Prozent der Beschäftigten in Deutschland, die im Berufsleben schon einmal drangsaliert worden sind – von Kollegen oder vom Chef. Genaue Zahlen kennt natürlich keiner: Die meisten Opfer schweigen – aus Scham oder Angst.</p>
<p>Die Betroffenen kommen aus allen Berufsgruppen und Hierarchiestufen, so etwa ein <a href="http://karrierebibel.de/drangsal-10-zeichen-dass-sie-gemobbt-werden/">Bericht der Initiative Neue Qualität der Arbeit</a>. In 38,2 Prozent der Fälle sind allerdings die Vorgesetzten die Täter. Der typische Mobber ist <a href="http://karrierebibel.de/schikane-am-arbeitsplatz-%E2%80%93-mobbing-tater-sind-oft-frauen/">männlich</a>, Chef, zwischen 35 und 54 Jahre alt und zählt zu den langfristig Beschäftigten. </p>
<p>Der Begriff selbst kommt übrigens vom Englischen „to mob“ und bedeutet soviel wie <em>anpöbeln</em> oder <em>bedrängen</em>. Das können gezielt gestreute Gerüchte sein, zurückgehaltene Informationen, zerkratzter Autolack, regelmäßige Gehässigkeiten oder offene Anfeindungen. Hauptsache, das Opfer wird ausgegrenzt. </p>
<h3 class="psychologie_c">10 Zeichen, dass Sie gemobbt werden</h3>
<p>Das Erstaunliche daran: Vielen ist gar nicht bewusst, dass sie terrorisiert oder <a href="http://karrierebibel.de/test-wie-fies-sind-ihre-kollegen/">gemobbt</a> werden. In der Online-Ausgabe des <a href="http://www.forbes.com/2008/03/22/health-bullying-office-forbeslife-cx_avd_0324health.html?partner=daily_newsletter" target="_blank">Forbes</a>-Magazins fand ich dazu mal einen interessanten Artikel, der zehn klassische Indizien auflistet, wie Schikane üblicherweise beginnt. Diese: </p>
<ol>
<li><strong>Die Arbeit belastet.</strong> Sie hassen Montage und lieben den Feierabend. Tagsüber schleppen Sie sich durch den Alltag, nachts quälen Sie Alpträume, Ängste, Sorgen.</li>
<li><strong>Sie erholen sich kaum noch.</strong> Urlaub dient Ihnen weniger zur Zerstreuung, zum Auftanken und zum Spaß, sondern Sie brauchen die Auszeit, um sich regelrecht mental und emotional zu erholen. Nicht ins Büro zu müssen, ist wie eine fehlende Last. Wenn Sie dann auch noch feststellen, dass diese Erholungsintervalle kaum noch ausreichen, um ihren Zweck zu erfüllen, ist das ein Alarmsignal: Sie stehen kurz vor einem Zusammenbruch!</li>
<li><strong>Übermäßige Kritik.</strong> Fehler kommen vor. Ebenso, dass man dafür gescholten wird. Aber das Nörgeln überwiegt, wenn Ihre grundsätzliche Kompetenz immer wieder in Frage gestellt wird, ist das ein sicheres Zeichen für Schikane.</li>
<li><strong>Fehler werden nachgehalten.</strong> Fehler werden entschuldigt, solange sie sich nicht wiederholen. So steht das in vielen Unternehmensstatuten. Und das ist auch richtig so. Aber es ist etwas anderes, wenn man Ihnen alte Fehler immer wieder vorhält und daraus eine Serie konstruiert, um Ihren Ruf zu diskreditieren.</li>
<li><strong>Sie werden regelmäßig ausgeschlossen.</strong> Und zwar vom gemeinsamen Mittagessen, vom Plausch in der Kaffeeküche (oder die Runde verstummt, sobald Sie aufkreuzen), und auch zu Meetings werden Sie entweder nicht eingeladen. Oder diese werden kurzfristig verschoben – was Ihnen allerdings keiner sagt. Ein typisches Signal für Antipathien und Heimtücke.</li>
<li><strong>Unangemessene Lautstärke.</strong> Manche Chefs haben mehr Temperament als andere. Sie sind emotionaler, impulsiver, werden vielleicht auch einmal laut. Das muss man zwar nicht hinnehmen, kann aber darüber hinweg sehen, wenn es im Rahmen bleibt. Nobody is perfect. Aber wenn Sie regelmäßig angeschrieen werden, womöglich sogar vor versammelter Mannschaft, dann ist das nicht nur unverschämt und illegal, sondern Mobbing. Die Betonung liegt allerdings auf <em>regelmäßig</em>.</li>
<li><strong>Tratsch und Lügen.</strong> Flurfunk, <a href="http://karrierebibel.de/wehrpflicht-wie-sie-auf-ueble-geruechte-reagieren-sollten/">Gerüchte</a>, Klatsch und Tratsch gibt es in jedem Unternehmen. Das hat sogar <a href="http://karrierebibel.de/das-juengste-geruecht-warum-wir-so-gerne-klatschen-und-tratschen/">Vorteile</a>. Wenn dieses Hörensagen jedoch destruktiv und anhaltend gegen Sie gerichtet ist, dann hat das den Charakter von übler Nachrede – und ist justiziabel.</li>
<li><strong>Sabotage.</strong> Noch einen Schritt weiter und man sagt Ihnen nicht nur Übles nach, sondern sorgt auch dafür, dass es stimmt. Ihr Computer wird manipuliert, Unterlagen verschwinden, Telefonterror, Kollegen intrigieren gegen sie. Eindeutiger geht es nicht.</li>
<li><strong>Ideenklau.</strong> Ist letztlich nur eine andere Form von Sabotage – nur das diesmal sogar ein andere unmittelbar davon profitiert. Auch das ein potenzielles Indiz dafür, dass man es auf Sie abgesehen hat.</li>
<li><strong>Mission Impossibile.</strong> In der Rechtsprechung fällt das eindeutig unter Mobbing: Man gibt Ihnen Aufgaben, die entweder eindeutig unter Ihrem Niveau liegen und herabwürdigend sind – oder Sie bekommen ein Projekt, das Sie unter den Bedingungen gar nicht schaffen können. Klassisch in dem Zusammenhang auch: Sobald klar ist, dass Sie an dem Abend einen wichtigen privaten Termin haben (Elternsprechtag, Hochzeitstag, etc.), überträgt Ihnen der Chef einen Job, der keinen Aufschub duldet. Und während alle zusammen Bier trinken gehen, schieben Sie Überstunden.</li>
</ol>
<p>Für die Betroffenen ist das Psychokrieg – mit teils schweren psychischen oder physischen Folgen: Manche werden schwer krank, bekommen Schlafstörungen, Depressionen, Migräne oder Magengeschwüre. Andere bringen sich sogar um. Vor allem wenn sie keinen Ausweg finden und der Belastung nicht mehr standhalten können.</p>
<h3 class="psychologie_c">Nicht jede Ablehnung ist Mobbing</h3>
<p>Allerdings gilt es dabei sauber zwischen <em>Mobbing</em> auf der einen Seite und einfacher <em>Abneigung</em> zu trennen: Von Kollegen nicht zum Mittagessen mitgenommen zu werden oder nicht gegrüßt zu werden, ist noch kein Mobbing, sondern nur grob unhöflich und eher ein Indiz dafür, dass man vielleicht an seinen Sympathiewerten arbeiten sollte. </p>
<p>Unter echtes Mobbing fallen hingegen &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8230; fortgesetzte Tätlichkeiten; sexuelle Belästigungen; Demütigungen; Diskriminierungen; grundloses Herabwürdigen der Leistung; vernichtende Beurteilungen; Isolation – auch von der betrieblichen Kommunikation; schikanöse Anweisungen, wie das Zuteilen nutzloser oder unlösbarer Aufgaben; Anweisungen für ehrmindernde Arbeiten, denen vergleichbare Mitarbeiter nicht unterworfen sind; sachlich unbegründbare Häufung von Arbeitskontrollen; sowie das Herbeiführen oder Aufrechterhalten eines Erklärungsnotstands.</p></blockquote>
<p>Häufig ist das die Folge schlechter Arbeitsorganisation: Mitarbeiter und Chef sind überlastet, unterfordert oder gelangweilt und kanalisieren ihren Frust auf ein Opfer. Oft trifft es dabei die unsicheren, kontaktarmen, stillen Kollegen. Für sie beginnt dann ein Teufelskreis aus Isolation, Schikane und der Paranoia, hinter jeder zweifelhaften Geste könnte ein Komplott stecken.</p>
<h3 class="psychologie_c">So reagieren Sie auf Schikane</h3>
<p>Bekommen Führungskräfte davon Wind, müssen sie sofort <a href="http://karrierebibel.de/in-aller-feindschaft-ueber-den-umgang-mit-mobbern/">eingreifen</a>. Denn sie haben eine arbeitsrechtliche Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeiter. Heißt: Sie müssen den Mobbern sofort Einhalt gebieten – durch Ermahnungen, Abmahnungen, Versetzung oder Kündigung. Aber auch die Gemobbten, können sich aus der Misere manövrieren, mit drei Hauptstrategien: </p>
<ul class="viagra">
<li><strong>Ignorieren:</strong> Wenn Sie genug Freunde im Unternehmen haben und sicher sein können, dass ihren Vorgesetzten der Querulant und dessen Aktionen egal ist, dann zeigen Sie dem Mobber die kalte Schulter. Das durchkreuzt ihre Pläne und trägt zur Deeskalation bei – dem wichtigsten Ziel bei Mobbing. Oft geben solche Typen schnell auf, wenn sie merken, dass Sie sich nicht in eine Opferrolle drängen lassen.</li>
<li><strong>Angreifen: </strong>Gibt der Mobber nicht auf oder schart er zunehmend mehr Verbündete um sich, müssen Sie allerdings aktiv werden. Sprechen Sie ihn erst unter vier Augen an, danach vor Zeugen. Ebenso können Sie den Betriebsrat einschalten. Offenbaren Sie sein Verhalten vor Publikum und machen Sie ihm klar, dass Sie notfalls juristische Schritte unternehmen, falls er nicht aufhört. Sammeln Sie vor der Aktion aber unbedingt ein paar stichhaltige Beweise. Zur Not indem Sie Opfer spielen und den Büroterroristen so in Sicherheit wiegen, bis er in die Falle tappt. Mobbing ist strafbar!</li>
<li><strong>Rückzug:</strong> Wenn gar nichts hilft, bleiben Ihnen nur zwei Alternativen: der Gang zum Chef oder die Kündigung. Bei Ersterem ist wichtig, dass Sie den Vorgesetzten auf seine Fürsorgepflicht aufmerksam machen und über interne Jobalternativen diskutieren. Bleiben Sie dabei aber unbedingt sachlich! Wer sich ausheult und klein macht, ramponiert seinen Ruf. Sie monieren Unrecht – deswegen sind Sie noch lange nicht wehr- oder hilflos! Der Heldennotausgang Kündigung ist hingegen oft sogar das Ziel der Mobber – vor allem, wenn einer davon der Chef ist. Auch wenn Ihnen der Abschied dann wie eine Niederlage erscheint – machen Sie sich klar: ein Unternehmen mit einer solchen Intrigantenkultur hat Sie nicht verdient.</li>
</ul>
 <p><a href="http://karrierebibel.de/?flattrss_redirect&amp;id=35659&amp;md5=453aa8f2c2ab88534741a281443867e3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://karrierebibel.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Das Manager-ABC &#8211; So werden Sie ein besserer Boss</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 19:52:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Mai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was zeichnet einen guten Manager aus? Was sind seine wichtigsten Führungswerkzeuge und -prinzipien? Zugegeben, die Fragen sind schon vielfach gestellt und beantwortet worden. Auch hier. Allerdings eben meist nur als Stückwerk. Informationen, die man sich zusammensuchen muss. Deshalb jetzt die Essenz: das ABC für Top-Manager im Wortsinn (und solche, die besser werden wollen). A wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2010/02/BossBeförderungLobApplaus.jpg"><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2010/02/BossBeförderungLobApplaus.jpg" alt="" title="BossBeförderungLobApplaus" width="300" class="alignright size-full wp-image-38522" /></a><strong>Was zeichnet einen guten Manager aus? Was sind seine wichtigsten Führungswerkzeuge und -prinzipien? </p>
<p>Zugegeben, die Fragen sind schon vielfach gestellt und beantwortet worden. Auch hier. Allerdings eben meist nur als Stückwerk. Informationen, die man sich zusammensuchen muss. Deshalb jetzt die Essenz: das ABC für Top-Manager im Wortsinn (und solche, die besser werden wollen).</strong> <span id="more-21284"></span></p>
<h3 class="psychologie_c">A wie Ansprache</h3>
<p>Spontane Reden werden von Managern einfach erwartet – vor allem, wenn es im Betrieb brodelt. Dann wirken klärende Wort wie Balsam auf die wunden Seelen. Und das ist gar nicht mal so schwer: Versuchen Sie erst gar nicht, Ihre Rede durch komplizierte Fachbegriffe und Substantive aufzuwerten, das Gegenteil ist richtig: Kurze, knackige Worte verwenden, viele Verben, und vor allem Alltagsbegriffe. Wer seine Rede würzen will, gebe lieber eine Prise Sprachbilder hinzu. Sprechen Sie sodann nie von „man“ (…sollte…). Unpersönlich! Wesentlich überzeugender und authentischer wirken Ich-, Du- und Wir-Botschaften. Das gilt auch für rhetorische Rückfragen. Nicht: Wie würde man einer Krise begegnen? Sondern: Wie würden Sie der Krise begegnen? Aber Achtung: Humor gehört zwar zu einer guten Stegreifrede dazu. Aber zu viel davon und die Ansprache driftet ins Lächerliche. Alternative für schlechte Witzeerzähler: Schildern Sie lieber eine persönliche Anekdote.</p>
<h3 class="psychologie_c">B wie Beispiele</h3>
<div class="textboxright1" style="width:55%">
<h5>Der Blick für das Wesentliche</h5>
<p>Sherlock Holmes und Doktor Watson gingen campen. Nachdem sie ihr Zelt aufgebaut hatten, gingen sie früh schlafen. In der Nacht wachte Holmes auf und weckte seinen Assistenten: „Watson“, sagte er, „öffne die Augen und schau hinauf zum Himmel. Was siehst du?“ Watson antwortete schlaftrunken: „Ich sehe Sterne, unendlich viele Sterne.“ – „Und was sagt dir das, Watson?“, fragte Holmes. Watson dachte kurz nach. „Das sagt mir, dass dort draußen unzählige Galaxien und Tausende Planeten sind. Ich nehme deshalb an, dass eine Menge gegen die Theorie spricht, wir wären allein im Universum. Und was sagt es dir, Holmes?“ – „Watson, du bist ein Narr“, rief Holmes. „Mir sagt es, dass jemand unser Zelt gestohlen hat!“
</p></div>
<p>Führen Sie nicht per Appell oder gar Befehl. Mehr Respekt und Engagement erzielen Sie über beispielhaftes Führen. Das impliziert sowohl Ihr gutes Vorbild (leben Sie vor, was Sie verlangen!) als auch mit Leidenschaft erzählte <a href="http://karrierebibel.de/und-die-moral-von-der-geschicht-warum-storytelling-wichtig-wird/">Geschichten, Anekdoten und Allegorien</a>. Tatsächlich zeigen Studien aus der Hirnforschung, dass wir Informationen besonders bereitwillig aufnehmen, wenn dabei mehrere Sinne einbezogen werden – nicht nur das Hören. Eine bildhafte Sprache, ein lebhafter Erzähler, viele eindrückliche Emotionen – all das begünstigt, dass wir uns noch lange an das Gehörte erinnern. Ein Beispiel finden Sie rechts. </p>
<h5> </h5>
<p></p>
<h3 class="psychologie_c">C wie Coaching</h3>
<p>Bei aller Personalentwicklung &#8211; vergessen Sie sich selbst nicht! Auch Sie sollten sich schließlich weiterentwickeln, zum Beispiel mithilfe eines Coachs. <a href="http://karrierebibel.de/aus-fur-seminare-die-zukunft-gehort-coaching-und-mentoring/">75 Prozent der Personaler</a> sind davon überzeugt das sich die Nachfrage nach individuellem <a href="http://karrierebibel.de/trainingslager-was-coaching-kann-fortsetzung/">Coaching</a> und Mentoring in Zukunft verstärken wird. Auch die Nachfrage nach Schulungskonzepten nach dem Leader-to-Leader-Prinzip (Manager coachen Manager) werde zunehmen (69 Prozent). Ein sinnvolles Coaching entwickelt sich zu einem <a href="http://karrierebibel.de/das-kannst-du-besser-was-coaching-kann-und-was-nicht/">Dialog auf Augenhöhe</a>, bei dem der Coach, fragt, nachhakt und genau hinhört. Er gibt weniger eigene Lösungs-Ratschläge vor, sondern lässt sie seinen Coachee selber finden. Kurzum: Es geht darum, herauszufinden, was der Coachee wirklich will. Typische Fragen sind: Wo stehst du jetzt? Wo willst du in einem halben Jahr sein? Wie willst du dorthin kommen?</p>
<h3 class="psychologie_c">D wie Delegieren</h3>
<p>Gute Manager vertrauen nicht nur eigenen Stärken, sondern vor allem denen ihrer Mitarbeiter. Deswegen delegieren sie mehr und deswegen arbeiten ihre Teams motivierter und kreativer. Delegieren zu können, ist eine elementare Führungsstärke. Nur heißt das nie, nur Aufgaben zu verteilen, damit die Leute was zu tun haben. Delegieren beinhaltet immer auch die damit verbundene Verantwortung. Kein Mitarbeiter wird sein wirklich absolut Bestes geben, wenn er nicht auch gleichzeitig die Verantwortung für das jeweilige Projekt schultern muss, am besten zugleich mit gewissen Gestaltungsvollmachten und -freiräumen.</p>
<h3 class="psychologie_c">E wie Erwartungen</h3>
<p>Setzen Sie hohe Standards. Das klingt zunächst ungewöhnlich. Tatsächlich aber setzen viele Führungskräfte Ihre Erwartungen zu tief an, weil Sie Konflikte scheuen, das Gestöhne nicht aushalten oder aber nichts größeres von Ihrer Belegschaft erhoffen. Doch man bekommt letztlich immer nur das, was man erwartet. Denken Sie an den sogenannten <a href="http://karrierebibel.de/effekthascherei-%E2%80%93-diese-35-effekte-sollten-sie-kennen-1/">Rosenthal-Effekt</a>: Dabei wurde Lehrern mitgeteilt, dass sie aufgrund bisheriger Leistungen im kommenden Schuljahr eine Klasse übernehmen dürften, die sich aus den intelligentesten Schülern zusammensetzt. Nach Ablauf des Schuljahres waren diese Klassen tatsächlich besser als alle anderen, ihre Noten, selbst der IQ der Schüler lag über 20 Punkte höher. Allerdings hatten die Psychologen gelogen. Die Klassen waren lediglich eine Zufallsauswahl. Weil aber Schüler glaubten, zu den Besten zu gehören und auch die Lehrer ihnen mehr zutrauten, stieg die Leistungs- und Lernkurve.</p>
<h3 class="psychologie_c">F wie Feedback</h3>
<p>Was Vorgesetzte beim Kritisieren immer wieder falsch machen: Sie bleiben unklar. Kritik ist nichts, was man mal so eben im Vorbeigehen erledigt. Sie gehört vorbereitet und argumentativ untermauert. „Ich habe das Gefühl…“ gilt nicht. Nur Fakten zählen. Und die gehören klar und deutlich auf den Tisch. Nicht wenige verzichten anschließend allerdings auch auf die Konsequenzen. Ganz falsch. Wer tadelt, will, dass sich etwas verbessert. Also müssen Ignoranz und anhaltende Fehler Folgen haben. Ansonsten kann man sich das Nörgeln auch sparen. Es muss ja nicht gleich die Kündigung sein, mit der man droht. Der schlimmste Fehler jedoch ist, gar nicht zu kritisieren. Weil es unangenehm ist oder weil sie Verstimmungen fürchten, lassen es Chefs gerne weiterlaufen wie bisher. Fatal! So aber haben Mitarbeiter weder die Chance, sich weiterzuentwickeln, noch ist es gut fürs Unternehmen.</p>
<h3 class="psychologie_c">G wie Größe</h3>
<p>Geben Sie Fehler zu. Kein Mensch ist perfekt, auch Chefs nicht. Trotzdem ist es (und nicht erst seit Elton John einen Song dazu geschrieben hat) einer der schwersten Sätze: „Sorry, Sie hatten recht und ich lag falsch.“ Aber genau diese Tugend, zu seinen Fehlern zu stehen, verschafft Ihnen Respekt und Anerkennung – nicht die päpstliche Unfehlbarkeit. Bekämpfen Sie also Ihren Stolz. Egal, was Sie sagen – die anderen spüren, ob Sie damit wirklich helfen oder sich lediglich selbst produzieren wollen. Stets alles besser wissen zu wollen, kann nicht zuletzt ein Indiz für Unsicherheit und Arroganz sein.</p>
<h3 class="psychologie_c">H wie Heuern (zu schnell)</h3>
<p>Sobald irgendwo Lücken im Team entstehen, müssen die gefüllt werden – je eher, je besser. Also wird die Stelle ausgeschrieben, man erhält ein paar Bewerbungen, die einen nicht wirklich umhauen und erliegt der Versuchung, die Position einfach mit dem nächstbesten Kandidaten zu füllen. Fatal! Denn das schafft oft mehr Probleme als wenn man noch etwas länger wartet, seine Anstrengungen erhöht, um wirklich den besten Bewerber zu bekommen. Das Prinzip gilt natürlich auch umgekehrt: Zu lange zu warten, bis man sich von faulen Eiern trennt, weil das einfach unangenehm oder kostspielig ist. Dabei ist warten viel kostspieliger.</p>
<h3 class="psychologie_c">I wie Involvieren</h3>
<p>Wann immer Sie Neuerungen planen – beziehen Sie Ihre Mitarbeiter frühzeitig mit ein. Ernsthaft. Das bedeutet auch, dass Sie sich deren Ideen anhören und wertschätzen. Vermeiden Sie daher, deshalb und darum unbedingt die folgenden Phrasen:</p>
<ul class="viagra">
<li><em>Das haben wir schon immer so gemacht!</em> Heißt übersetzt: Der Letzte macht das Hirn aus. Leichter lassen sich Kreativität und Initiative nicht vernichten. Vielleicht ist die Idee noch nicht ausgereift, aber es ist Ihre Aufgabe als Manager den Mitarbeiter dann zu couragieren, eine bessere Idee zu entwickeln.</li>
<li><em>Sie werden dafür bezahlt! </em>Mag sein. Aber das macht Sie noch nicht zum Herrenmenschen. Das Gehalt ist Teil der Vereinbarung Leistung gegen Geld – keine Schmerzzulage. Und schon gar nicht macht es Mitarbeiter zu unmündigen Leibeigenen. Wer sie so behandelt, darf sich über Dienst nach Vorschrift nicht wundern. </li>
<li><em>Ich will das gar nicht hören! </em>Sie pfeifen auf Kritik oder Feedback? Dann kann die nächste Krise ja kommen… Im Ernst: Kritik ist ein Indiz für einen loyalen und engagierten Mitarbeiter. Hier ist jemand daran interessiert, besser zu werden oder vor Gefahren zu warnen. Sich davor zu verschließen, ist indes ein Indiz für Dummheit. </li>
</ul>
<h3 class="psychologie_c">J wie Ja-Sager</h3>
<p>Es ist ein ehernes Gesetz des Erfolgs: A-Leute umgeben sich mit A-Leuten, B-Leute mit C-Leuten. Soll heißen: Wirkliche Top-Manager erkennt man daran, dass sie die Nähe zu anderen Top-Talenten suchen. Sie schätzen den Austausch untereinander, fürchten sich nicht vor den eigenen Unzulänglichkeiten und sehen in dem anderen eine Bereicherung, ja vielleicht sogar einen Ausgleich der eigenen Schwächen. Anders die zweitklassigen Manager. Sie sehen vor allem ihre Schwächen und sind ständig in Sorge, ein besserer könnte diese offenbaren oder schlimmer – sie überholen. Deswegen umgeben sich die Zweitklassigen am liebsten mit Drittklassigen und Ja-Sagern. So bleibt ihr Sattel sicher. Vorläufig.</p>
<h3 class="psychologie_c">K wie Klarheit</h3>
<p>Nichts treibt Mitarbeiter schneller in die Verzweiflung als eine wolkige Aufgabenstellung oder ungenaue Ziele. Nichts ärgert mehr als ein Chef, der zwar exakt formulieren kann, was er gerade überhaupt nicht will, dann aber leider sehr einsilbig wird bei dem Versuch, zu sagen, was er stattdessen möchte. In diesem einen Fall hilft auch nicht die Entschuldigung mit dem Bauchgefühl, Motto: <em>Ich hab da ein ganz dummes Gefühl dabei.</em> Mag sein. Aber das ist kein Ersatz für echtes Führen. Es ist wie im Märchen vom Rumpelstilzchen: Man bekommt nur was man will, wenn man dem Kind auch einen Namen geben kann. Um Missverständnisse und Konfusionen zu minimieren, sollten Sie Ihre Erwartungen stets klar und präzise gegenüber den betreffenden Mitarbeitern formulieren. E-Mails sind dabei zwar manchmal ein schneller Weg, aber der persönliche Kontakt bleibt dabei unersetzlich. Nicht zuletzt, weil Sie so besser feststellen können, ob Ihr Anliegen auch verstanden wurde.</p>
<h3 class="psychologie_c">L wie Limits</h3>
<p>Zuerst: Planen Sie mehr Zeit ein. Immer! Hinter dieser Erkenntnis steckt das sogenannte Hofstadter’sche Gesetz, das in etwa sagt, dass die Dinge in der Regel doppelt so lange brauchen wie gedacht. Danach setzen Sie am besten Zwischenstationen statt eines großen Schlussstrichs. Vielen Menschen fällt das Arbeiten in kleineren Intervallen leichter als einen Zeitraum von drei, vier Wochen zu überblicken. Überschaubare und abgeschlossene Arbeitseinheiten motivieren zudem Ihr Tema mehr und beugen Prokrastination vor. Identifizieren Sie aber auch wichtige Schlüsselfaktoren: In jedem Projekt gibt es mindestens einen gordischen Knotenpunkt. An dem scheitert das gesamte Werk oder es läuft danach wie von selbst. Spüren Sie diese Schlüsselstelle(n) als Erstes auf und lösen Sie das Problem so schnell wie möglich. Danach wird jede Deadline zur Nebensache.</p>
<h3 class="psychologie_c">M wie Mentor</h3>
<p>Suchen Sie sich ein paar gute Mitarbeiter und übernehmen Sie für diese die <a href="http://karrierebibel.de/meisterarbeit-tipps-fuer-besseres-mentoring/">Mentorenrolle</a>. Regen Sie aber auch an, dass weitere erfahrene Führungskräfte diesem Beispiel folgen. Wenn Sie einen <a href="http://karrierebibel.de/meisterarbeit-wann-man-sich-von-seinem-mentor-trennen-sollte/">Mentee</a> unter Ihre Fittiche nehmen, beachten Sie aber bitte folgendes:<br />
<!--more--></p>
<ul class="viagra">
<li><strong>Vorbild sein.</strong> Wo immer Sie können, lassen Sie Ihre Mitarbeiter Ihnen über die Schulter schauen: bei Verhandlungen, in wichtigen Meetings, bei der Geschäftskorrespondenz oder dem Projektmanagement. Kommentieren Sie Ihr Verhalten hinterher und erklären Sie, warum Sie sich in der Situation so oder so verhalten haben und welche Erfahrungen dahinter stecken.</li>
<li><strong>Erfahrungen weitergeben.</strong> Menschen lernen am besten und am liebsten aus Geschichten. Erzählen Sie also, welche Probleme Sie schon wie gemeistert haben, welche Dilemmas Sie wie gelöst haben, aber auch wo Sie aus heutiger Sicht besser anders (wie?) gehandelt hätten. Geben Sie Ihre Erfahrungen möglichst konkret weiter – aber akzeptieren Sie auch, dass manche lieber eigene Erfahrungen sammeln wollen.</li>
<li><strong>Verantwortung abgeben.</strong> Nachdem Sie Ihr Handwerkszeug plastisch vorgelebt und zugleich erklärt haben, ist es an der Zeit, Verantwortung zu delegieren. Schließlich verfestigen sich solche Lektionen nur, wenn man sie selbst regelmäßig anwenden kann. Gehen Sie dabei in kleinen Schritten vor und steigern Sie die Herausforderung nur der individuellen Lernkurve Ihres Mentees.</li>
<li><strong>Rückmeldung geben.</strong> Kommentieren Sie die Leistungen Ihres Mentees. Loben Sie, wenn möglich, mehr als Sie nörgeln. Und wenn Sie kritisieren, sagen Sie gleich dazu, wie derjenige es hätte besser machen sollen. Oder besser: Fragen Sie ihn danach und lassen Sie Ihren Schützlich selbst die Lösung finden! Überhaupt: Stellen Sie Fragen! Fragen Sie nach seinen Zielen – kurzfristig wie langfristig. Und fragen Sie ihn nach Wegen, wie er diesen näher kommen will.</li>
<li><strong>Auf dem Teppich halten.</strong> Dieser Punkt wirkt etwas ungewöhnlich, scheint mir aber ein wichtiges Problem gerade bei jungen Aufsteigern: Sie wollen zu viel auf einmal und zu schnell. Auch wenn Sie viel Talent erkennen, helfen Sie Ihren Schützlingen, indem Sie sie vor übertriebenem Ehrgeiz bewahren. Das ist schwer, wird einem selten gedankt, ist aber für deren Karriere essenziell.</li>
<li><strong>Empfehlen.</strong> Dann, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, geben Sie die Leute frei. Auch wenn man seine besten Leute gerne behalten möchte, muss man erkennen, dass auch die sich weiterentwickeln wollen und müssen. Wenn Sie dazu eine gute Chance erkennen, ist es nur anständig, wenn Sie Ihren Mentee entsprechend promoten und weiterempfehlen. Auch das fällt auf Sie zurück – und macht einen wahren Mentor aus.</li>
</ul>
<h3 class="psychologie_c">N wie Nassauer</h3>
<p>Miese Bosse stellen sich nicht nur grundsätzlich nicht hinter ihre Mitarbeiter, wenn diese scheitern oder angegriffen werden. Im Falle des Gelingens beanspruchen sie auch noch die Teilhaberschaft. Noch schlimmer: Sie beklauen ihre Mitarbeiter um deren Ideen und geben sie als eigene aus. Derart parasitäres Verhalten erstickt jedoch jeden Ehrgeiz, jedes Engagement, jeden Hauch von Kreativität im Keim. Anders herum wird ein Schuh daraus: <a href="http://karrierebibel.de/lobenswert-die-kunst-des-lobens/">Loben Sie Spitzenleistung</a>, heben Sie die entsprechenden Mitarbeiter aufs Podest! Lob ist nicht nur Labsal für die Seele – es ist ein mächtiges Instrument, um das Verhalten anderer zu verändern: Lob bringt die Menschen dazu, selbigem gerecht zu werden; es wärmt das Herz und öffnet den verstockten Geist. Jemandem zu sagen, dass er dieses oder jenes sein lassen soll, wirkt längst nicht so überzeugend wie die diskrete Einflussnahme durch gezielte Anerkennung. Wie das geht? So: </p>
<ol>
<li><strong>Zeigen Sie Interesse.</strong> Von all den hier genannten Punkten ist das sowohl der einfachste wie auch effektivste, andere – seien es Mitarbeiter, Kollegen, Freunde, Partner – zu ermutigen: Zeigen Sie, dass Sie sich wirklich dafür interessieren, was der andere macht oder erreichen will. Stellen Sie Fragen. Loben Sie. Bewundern Sie. Nichts wirkt stärker.</li>
<li><strong>Wertschätzen Sie.</strong> Sprichwörtlich: Also nicht nur Schulterklopfen, sondern schätzen Sie den Wert der Sache und bestätigen Sie die große Bedeutung dieses Beitrags. Menschen hassen das Gefühl, nur ein unbedeutendes Rädchen im Getriebe – oder (noch schlimmer) das Reserverad – zu sein. Umgekehrt: Wenn Sie ihren Plänen und Projekten einen hohen Wert beimessen – am besten öffentlich – schlägt das sofort auf das Selbstbewusstsein durch, baut auf und weckt neuen Enthusiasmus.</li>
<li><strong>Bitten Sie um Rat.</strong> Es ist die subtilste Form des Lobes – und kaum jemand kann diesem Antrag widerstehen, sein Können und Wissen weiterzugeben, weil er darum gebeten wird. Erstens, weil Sie ihn dadurch erhöhen (Er der Meister – Sie der Schüler); zweitens, weil er sich so verewigen kann. Schließlich setzen Sie sein profundes Wissen damit weiter. Und am Ende ist es einfach ein sehr erbauliches Gefühl, der Welt etwas Gutes von sich hinterlassen zu haben. </li>
<li><strong>Zeigen Sie Dankbarkeit.</strong> Es gibt Menschen, die helfen gerne. Sobald sie Probleme sehen, packen sie an oder erledigen die Dinge, die getan werden müssen, ungefragt, als wäre es selbstverständlich. Ist es aber nicht. Und mangelnde Dankbarkeit kann diese Menschen sehr schnell bitter machen. Dann fühlen sie sich nur noch ausgenutzt. Traurig und folgenschwer – denn nicht selten sind sie die guten Seelen, die einen Betrieb oder eine Familie enorm bereichern.</li>
<li><strong>Überraschen Sie.</strong> Die meisten Menschen, die Überdurchschnittliches leisten oder sich herausragend engagieren, haben ein gutes Gespür dafür, das dies auch so ist. Deswegen erwarten Sie meist auch irgendeine Reaktion ihrer Umwelt darauf. Das Mindeste ist dann Lob oder Anerkennung. Viel größer aber ist der ermunternde Effekt, wenn Sie über solche Erwartungen hinausgehen. Etwa, wenn Sie dem Betreffenden aufgrund seiner Leistung einen Tag frei geben. Oder ihm und seinem Partner ein romantisches Wochenende in einem Nobelhotel spendieren – schließlich haben sich die beiden in den vergangenen Wochen wegen des wichtigen Projekts kaum noch gesehen&#8230; Egal wie, seien Sie kreativ, spontan und gehen auch Sie bei Ihrer Wertschätzung über Durchschnittliches hinaus.</li>
</ol>
<h3 class="psychologie_c">O wie Optimist</h3>
<p>Bewahren Sie sich eine positive Attitüde. Auch wenn Ihnen gerade nicht danach ist: Sie sind stets ein Vorbild, an dem sich andere orientieren. Solange Sie sich gehen lassen, schwarzsehen oder miese Stimmung verbreiten, können Sie von Ihren Kollegen nichts Besseres erwarten.</p>
<h3 class="psychologie_c">P wie Pareto-Prinzip</h3>
<p>Manchmal bekommt man Projektergebnisse, die kleinere Mängel aufweisen. Und weil es schnell gehen muss, neigen viele Führungskräfte dann dazu, die Mankos kurzerhand selbst zu beheben. Keine große Sache. Denkste! Erstens kann das ein Indiz für persönliche Konfliktscheue sein, zweitens beginnen so oft Fahrlässigkeit und Schlendrian, Motto: <em>Ich muss keine gute Arbeit abliefern, der Alte wird’s schon richten.</em> Seien Sie also strategisch faul! Sie kennen doch sicher das Pareto-Prinzip, wonach häufig in 20 Prozent der zur Verfügung stehenden Zeit 80 Prozent der Aufgaben erledigt werden können. Die restlichen 20 Prozent der Aufgaben benötigen indes 80 Prozent der Zeit. Daraus ergibt sich indirekt eine Selbstmanagement-Technik: Statt 100 Prozent der Aufgaben erfüllen zu wollen, ist es klüger, diese zu priorisieren und sich mit den Aufgaben zu beschäftigen, die nur 20 Prozent des Zeit- und Energieaufwandes benötigen, dafür aber 80 Prozent bringen.</p>
<h3 class="psychologie_c">Q wie Querdenker</h3>
<p>Überall fordern Bosse ihre Belegschaften zu mehr Inspiration und Innovationen auf, weil das  die einzige Chance ist, im globalen Wettbewerb zu bestehen. Billig produzieren können viele, aber nur wenige können es besser. Bundeskanzlerin Angela Merkel entwickelte deshalb einmal das Diktum eines „kreativen Imperativs“ für Deutschland. Das war allerdings eine Schnapsidee. Geistesblitze gibt es nicht per Dekret. Allenfalls lassen sie sich fördern. Am Arbeitsplatz die Devise auszugeben: <em>Seid jetzt mal alle schön kreativ!</em> ist so effektiv wie einem Depressiven zuzurufen: <em>Sei doch mal wieder froh!</em> Da Einfälle immer auch Störfälle sind, mit Traditionen brechen und Anpassung verlangen, brauchen Sie für mehr Kreativität erst einmal eine entsprechende <a href="http://karrierebibel.de/minderheitsregierung-wie-querdenker-die-masse-beeinflussen/">Kultur</a>, die Andersdenken und Andersdenkende respektiert und Anregungen zulässt, statt sie sofort zu zensieren. Das schließt mit ein, dass der bessere Gedanke auch mal aus einer anderen Abteilung kommen darf oder eben nicht vom Chef, sondern vom sogenannten kleinen Mann – der dafür aber ganz nah dran ist am praktischen Problem. „Das Thema ist nicht, die Kreativität zu steigern, denn entweder ist ein Mitarbeiter kreativ oder er ist es nicht. Ich muss nur verhindern, dass Kreativität in der Bürokratie untergeht oder an Budgets scheitert“, sagte zum Beispiel Hermut Kormann, Mitgründer der Wissensfabrik. Wer also seiner Belegschaft eine mentale Frischzellenkur verpassen möchte, tut gut daran, diese einen Teil der Arbeitszeit vom Schreibtisch zu verbannen und auf Reisen, Messen, Seminare, Kongresse oder sonst wohin zu schicken, um sie auf andere Gedanken zu bringen. So wie bei Google, wo Angestellte seit jeher nebenbei kickern, flippern, telespielen und sogar 20 Prozent ihrer regulären Arbeitszeit in eigene Projekte investieren dürfen – und dabei so amüsante Dinge geschaffen haben wie etwa den Flugsimulator für GoogleEarth.</p>
<h3 class="psychologie_c">R wie Reden</h3>
<p>Man kann als Manager nicht überkommunizieren! Im Grunde ist Management nichts anderes als Kommunikation – allerdings <em>mit</em> den Mitarbeitern. Viele Führungskräfte reden jedoch ausschließlich über Projekte, Zahlenkolonnen, Ziele, aber nicht <em>mit</em> ihren Mitarbeitern. Natürlich sind Fakten wichtig, aber wenn einer spürt, dass in seinem Team die Unzufriedenheit wächst, dann hilft kein Brainstorming, keine kühne Vision und auch kein Jour fixe, dann muss man das Problem thematisieren und aus der Welt schaffen.</p>
<h3 class="psychologie_c">S wie Selbstreflexion</h3>
<p>Erfolg – soweit die allgemeine Definition – heißt, seine persönlichen Ziele zu erreichen. Dazu muss man sie allerdings erst einmal kennen. Das setzt voraus, dass man seine Stärken und Schwächen kennt und seine Ziele danach ausrichtet. Selbstreflexion beinhaltet aber auch, Entscheidungen bewusster zu treffen und mehr aus Fehlern zu lernen (was bedeutet, sie zu analysieren, um sie nicht zweimal zu begehen sowie diese emotional hinter sich zu lassen). Wer so vorgeht, ist meist optimistischer was seine Zukunft anbelangt, denn er fühlt sich ihr nicht ohnmächtig ausgeliefert.</p>
<h3 class="psychologie_c">T wie Talentmanagement</h3>
<p>Top-Mitarbeiter zu gewinnen, ist schon schwer genug. Sie sollten sie dann allerdings auch nicht so schnell wieder verlieren. Da in Krisenzeiten Talente besonders gerne wechseln, aber auch besonders nötig gebraucht werden, sollten Sie diese unbedingt wertschätzen. Sichtbar! Umfragen beweisen immer wieder: soziale Anerkennung ist der Top-Motivator im Job. Und wer zu den Leistungsträgern zählt, weiß das in der Regel auch. Also beweisen Sie diesen Leuten regelmäßig Ihre Wertschätzung und Ihren Respekt für deren Schaffen und Können – per Feedback und/oder Boni. Schaffen Sie zudem Herausforderungen Nichts hassen Talente mehr als Routinen und Langeweile im Job. Solche Menschen wollen sich entwickeln und wachsen. Sorgen Sie also für Abwechslung, neue Projekte sowie ein Minimalmaß an Überforderung ( auch Flow genannt). Und bieten Sie Coachings an. Dieser Punkt korrespondiert zwar mit dem zweiten, allerdings geht es hierbei mehr um die Persönlichkeitsentwicklung der Talente oder um das Erlernen neuer Fähigkeiten. Beides rangiert bei Top-Leuten ganz oben auf der Kriterienliste für attraktive Arbeitgeber.</p>
<h3 class="psychologie_c">U wie Unsicherheit</h3>
<p>Es gibt immer Unsicherheiten, Fürs und Widers. Managen heißt, riskante Entscheidungen zu treffen, obwohl immer Variablen übrig bleiben. Wankelmütige Manager suchen ständig nach neuen Optionen, wollen Fehler vermeiden und vermeiden doch nur eins: das Handeln. Beweisen Sie also Entscheidungsstärke! Und treffen Sie diese selbst! Viele Consultants werden gerufen, um unangenehme Entscheidungen zu rechtfertigen. Sie liefern die Show, damit der Chef sagen kann: “Eine unabhängige Studie hat ergeben, dass wir Kosten sparen und Stellen streichen müssen. Ich wollte das ja nicht, aber jetzt…” Dabei stand das von vorneherein fest. Manager, die zu oft und für jede Kleinigkeit einen Berater einstellen, müssen sich fragen lassen, worin ihre Leistung eigentlich noch besteht. Und vor allem: Warum sie nicht den Schneid haben, für ihre Entscheidungen gerade zu stehen?</p>
<h3 class="psychologie_c">V wie Veränderungen</h3>
<p>Wenn Sie Veränderungen erfolgreich durchzusetzen möchten, dann informieren Sie Ihre Mitarbeitern so umfangreich wie möglich darüber, was sich künftig verändern wird, insbesondere wie: für die Leute persönlich, für die Teams, Arbeitsabläufe, die Organisation insgesamt. So können sie sich frühzeitig darauf einstellen. Erklären Sie, warum Sie die Veränderung für notwendig halten. Menschen sind Gewohnheitstiere, Veränderungen stellen für die meisten eine Bedrohung dar. Zeigen Sie also, warum es das genaue Gegenteil davon ist und warum die größere Gefahr vom status quo ausgeht. Und zeigen Sie nicht zuletzt auch Anteilnahme bei harten Einschnitten, die für einzelne womöglich auch zum Verlust des Arbeitsplatzes führen. Die verbleibenden Kollegen sollen schließlich motiviert bleiben und nicht das Gefühl bekommen, sie sind für Sie nur eine Kostenstelle. Ihre Botschaft muss allerdings nicht nur überzeugend sein, sie muss sich auch konsistent zu bestehenden Vereinbarungen verhalten. Kulturrevolutionen gelingen oft in kleinen Schritten – auch wenn hinterher der große <em>Ruck</em> beschworen wird.</p>
<h3 class="psychologie_c">W wie Wertschätzung (monetäre)</h3>
<p>Relativ wie absolut hat die Höhe der Gehälter großen Einfluss auf die Stimmung. <em>Relativ: </em>Erstaunlich viele Mitarbeiter haben ein sicheres Gespür dafür, wer mehr und wer weniger verdient – vor allem aber, ob dies gerechtfertigt ist. Kollegen, die mit Prämien überschüttet werden, obwohl andere die Arbeit machen, sind Motivationskiller für den ganzen Betrieb. <em>Absolut: </em>Das Gehalt ist immer auch Ausdruck von Wertschätzung. Wer überdurchschnittlich viel leistet ohne dass sich das auf dem Lohnzettel spiegelt, schiebt irgendwann nur noch Dienst nach Vorschrift.</p>
<h3 class="psychologie_c">X wie X-Faktor</h3>
<p>Setzen Sie Ihren Mitarbeitern nur Ziele, die auch erreichbar sind, sonst erzeugen Sie Frust und Demotivation. Den Umsatz in Boomzeiten zu verdoppeln ist ambitioniert, aber nicht unmöglich. In Krisenzeiten allerdings müssen auch schon mal zehn Prozent reichen. Oder gar eine schwarze Null.</p>
<h3 class="psychologie_c">Y wie Young Professionals</h3>
<p>Wie Sie die besten Mitarbeiter einstellen? Ganz einfach: Bieten Sie Herausforderungen! Wenn Sie junge Talente, sogenannte Young Professionals, anheuern wollen, sollten Sie vor allem die Chancen des Jobs überzeugend darstellen: „Helfen Sie uns Marktführer zu werden!“ und nicht bloß die Anforderungen: „Suchen erfahrenen Marketing-Profi!“ Sogenannte Goldkragen suchen aber nicht nur nach einem Job, indem Sie Jobanzeigen abarbeiten. Sie vergleichen Optionen. Nutzen Sie zum Beispiel Ihre Webseite nicht als langweilige Litfasssäule, sondern zum Dialog mit den potenziellen Kandidaten.Und überlassen Sie das Recruiting nicht allein den Personalern, sondern beziehen Sie auch Abteilungsleiter sowie künftige Kollegen in den Auswahlprozess mit ein. Die können meist besser beurteilen, wer ins Team passt und wer die Talente hat, die Sie brauchen.</p>
<h3 class="psychologie_c">Z wie Zuhören</h3>
<p>Hören Sie zu. Wissen ist Macht, keine Frage. Aber keiner hat die Wahrheit gepachtet. Eine objektive gibt es sowieso nicht. Weise und taktisch zudem klüger ist es, auch andere Meinungen demonstrativ zuzulassen. Stellen Sie dazu Fragen – und geben Sie ruhig auch mal zu, die Antwort nicht zu wissen. Schließlich könnte Ihre Erleuchtung auch nur Blendwerk sein. Dazu drei Methoden, wie Sie ein besserer <a href="http://karrierebibel.de/quizfrage-%E2%80%93-die-machtigste-eigenschaft-eines-managers/">Zuhörer</a> werden: </p>
<ol>
<li><strong>Hinschauen </strong>Ernsthaft: Üben Sie, zu Ihrem Gegenüber längeren Blickkontakt zu halten. Sehen Sie dem anderen in die Augen (oder ab und an auf den Mund). Durch das Fokussieren konzentrieren Sie sich automatisch mehr auf dessen Worte. </li>
<li><strong>Abwarten </strong>Hören Sie auf, die Sätze des anderen zu vervollständigen, wenn es mal wieder ein bisschen länger dauert. Und trainieren Sie, nicht sofort zu antworten. Lassen Sie das Gesagte lieber sacken. Das hilft beim Nachdenken und gibt dem anderen Zeit, noch etwas anzufügen. </li>
<li><strong>Wiederholen </strong>Versuchen Sie mit eigenen Worten zusammen zu fassen, was Sie verstanden haben oder was Sie glauben, was Ihr Gegenüber ausdrücken wollte. Charmanter ist, das in eine Frage zu packen. Sonst wirkt es absolut – und Sie können sich ja auch getäuscht haben.</li>
</ol>
<p><strong>Und falls Sie immer noch nicht genug haben: Hier finden Sie noch &#8230;</strong></p>
<h3><a href="http://karrierebibel.de/managermanager-70-wege-ein-besserer-chef-zu-werden/">70 Wege, ein besserer Chef zu werden</a></h3>
 <p><a href="http://karrierebibel.de/?flattrss_redirect&amp;id=21284&amp;md5=8f23952b85c6126ab3703b641b69a4b8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://karrierebibel.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Drum prüfe&#8230; – So finden Sie den richtigen Coach</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 06:42:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Mai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie so oft bleibt es auch in Sachen Coaching beim Einzelnen hängen, vorab genau zu prüfen, wem er sich anvertraut, wie der Coach seine Leistung definiert, wie er Erfolg und Vertraulichkeit sicherstellt, welche Kompetenzen und Referenzen er nachweisen kann und wie er am Ende abrechnet. Misstrauisch sollte etwa jeder werden, dem vollmundige und nebulöse Versprechen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie so oft bleibt es auch in Sachen Coaching beim Einzelnen hängen, vorab genau zu prüfen, wem er sich anvertraut, wie der Coach seine Leistung definiert, wie er Erfolg und Vertraulichkeit sicherstellt, welche Kompetenzen und Referenzen er nachweisen kann und wie er am Ende abrechnet. Misstrauisch sollte etwa jeder werden, dem vollmundige und nebulöse Versprechen gemacht werden. Das vielleicht wichtigste Kriterium aber ist die Chemie zwischen Coach und Coachee: Nur wer seinem Coach voll und ganz vertraut, kann von der Beratung profitieren. Auf was Sie darüber hinaus achten und wie Sie Ihren Coach auswählen sollten, lesen Sie hier&#8230;<br />
<span id="more-1849"></span></p>
<ul class="viagra">
<li><strong>Recherche. </strong>Die Personalentwickler in den Unternehmen haben inzwischen einen guten Überblick über den Coachingmarkt und arbeiten meist mit einem festen Trainer-Pool zusammen. Im Top-Management dagegen finden die Kunden ihren Coach fast ausschließlich über Empfehlungen. Das ist ohnehin eine der besten Quellen: Fragen Sie die Leute in Ihrem Umfeld – Personaler, Vorgesetzte, Kollegen, Bekannte –, wer gute Erfahrungen einem Coach  gemacht hat. Erste Orientierung bieten aber auch Datenbanken im Internet: Seriös sind zum Beispiel <a href="http://www.coach-datenbank.de" target="_blank">Coach-Datenbank.de</a>, <a href="http://www.coach-gutachten.de" target="_blank">Coach-Gutachten</a> und <a href="http://www.coachingportal.de" target="_blank">Coachingportal</a>. </li>
<li><strong>Referenzen. </strong>Seriöse Anbieter können nachprüfbare Referenzen nennen. Meist sind das Personalentwickler in den Unternehmen. Obacht allerdings bei Zertifikaten: Im deutschsprachigen Raum gibt es rund 300 Institutionen, die Coaches ausbilden, zudem über 20 Coaching-Verbände, die allesamt teils eigene Qualitätsstandards propagieren und eigene Zertifikate vergeben. Gute Coachs haben sich hingegen meist auf bestimmte Branchen, Bereiche und Themen spezialisiert. Fragen Sie aber auch, ob sich der Coach selbst regelmäßig von einem Experten begutachten lässt. </li>
<li><strong>Ausbildung. </strong>Achten Sie auf die Qualifikation des Trainers. Er sollte mindestens 30 Jahre alt sein, ein Hochschulstudium, ideal sind Wirtschaftswissenschaften und Psychologie, sowie eine 12- bis 15-monatige Coachingausbildung absolviert haben. Zudem sollte er oder sie mindestens drei Jahre Berufserfahrung mitbringen und sich in der Wirtschaft auskennen. Jemand, der noch nie ein Unternehmen von innen gesehen hat, wird Ihre Probleme nur schwer verstehen.</li>
<li><strong>Methoden. </strong>Top-Trainer sind in der Lage verschiedene Perspektiven einzunehmen und unterschiedliche Methoden anzuwenden. Fragen Sie also nach seinen praktischen Erfahrungen in unterschiedlichen Jobs und nach seinen Qualifizierungen. Ein guter Trainer versteht es, verschiedene Gesprächstechniken passend zur Situation einzusetzen. Sätze wie „Wenn Sie Karriere machen wollen, müssen Sie&#8230;“, haben dabei nichts zu suchen. Gute Coachs bilden sich regelmäßig weiter. Auch das sollten sie dokumentieren können.</li>
<li><strong>Vorgespräch. </strong>Üblich ist ein kostenloses Vorgespräch mit dem Coach. Seien Sie aber vorsichtig: Scharlatane laden gern zu unverbindlichen Schnuppersitzungen und stellen diese in Rechnung, falls kein Auftrag folgt. Dagegen gibt es kaum eine juristische Handhabe, weil Sie vor Gericht nur schwer nachweisen können, nicht beraten worden zu sein. Im Vorgespräch geht es darum zu klären, was Sie erreichen wollen, ob der Coach Ihnen dabei helfen kann, mit welchen Methoden und ob Sie beide einen Draht zueinander finden. Sympathie ist für den weiteren Prozess essenziell. Bitten Sie den Coach aber auch, einen beispielhaften Prozess zu schildern. So sehen Sie konkret, wie er arbeitet.</li>
<li><strong>Kosten. </strong>Unterschreiben Sie nie einen Vertrag beim Erstkontakt. Erst recht nichts, das eine Mindeststundenanzahl festschreibt. Seriöse Anbieter gewähren Bedenkzeit. Bezahlt wird ohnehin nur die beanspruchte Beratung. Üblich sind Stundensätze zwischen 100 und 200 Euro. Eine Sitzung dauert zwischen drei Stunden und einem Tag. Im Top-Management werden allerdings Tagessätze zwischen 1500 und 10 000 Euro verlangt. Fixieren Sie also unbedingt schriftlich die Honorare für Einzelsitzungen.</li>
</ul>
 <p><a href="http://karrierebibel.de/?flattrss_redirect&amp;id=1849&amp;md5=1c687c3f5f2218649678481b465904ae" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://karrierebibel.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sage und schweige – Das ABC der Diplomatie</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 09:41:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Mai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diplomaten können reden ohne viel zu sagen und sagen, was sie nicht meinen. Sie scheuen das Direkte, kennen alle Umwege und denken lieber zweimal nach, „bevor sie nichts sagen“, wie es Winston Churchill einmal beschrieb. Von allen Künsten, Konflikte konfliktlos auszufechten, ist die Diplomatie sicher die effektivste, aber auch die schwerste. Denn sie mäandert durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2009/04/Bewerbungsgespräch.png"><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2009/04/Bewerbungsgespräch.png" alt="" title="Bewerbungsgespräch" width="300" class="alignright size-full wp-image-38493" /></a>Diplomaten können reden ohne viel zu sagen und sagen, was sie nicht meinen. Sie scheuen das Direkte, kennen alle Umwege und denken lieber zweimal nach, „bevor sie nichts sagen“, wie es Winston Churchill einmal beschrieb. <span id="more-1713"></span></p>
<p>Von allen Künsten, Konflikte konfliktlos auszufechten, ist die Diplomatie sicher die effektivste, aber auch die schwerste. Denn sie mäandert durch die Grauzone zwischen perfekter Rhetorik und gezielter Halbwahrheit. Das macht sie unglaublich erfolgreich: Wer sich beruflich oder privat über die Köpfe anderer hinweg setzen will, erzeugt meist nur Gegenwehr und gelangt selten zum Ziel, wenn er Kunden an Land ziehen, mit Lieferanten um Konditionen feilschen oder den Chef von einer Beförderung überzeugen will. Mit Fingerspitzengefühl ginge es wesentlich besser. </p>
<h4 class="psychologie_c">Deshalb heute: <strong>das ABC der Diplomatie</strong>.</h4>
<h3>Atmosphäre </h3>
<p>ist für jede Verhandlung das A. Zeigen Sie dem anderen echtes, persönliches  Interesse, bleiben Sie freundlich, lächeln Sie! Und vermeiden Sie jede vorwurfsvolle Konfrontation. </p>
<h3>Beziehungen </h3>
<p>sind dabei wesentlich. Vertraulichkeiten und Wohlwollen fördern sie, taktisches Verhalten sabotiert sie. Spiegeln Sie deshalb anfangs die Körpersprache des anderen, das öffnet ihn. </p>
<h3>Contenance </h3>
<p>Wer Ruhe bewahrt, seine Gefühle im Zaum hält, stiftet Frieden, bevor der Konflikt eskalieren kann. Dazu gehört auch, den anderen nicht mit Argumenten und Forderungen zu überfahren.</p>
<h3>Durchspielen </h3>
<p>Ohne gute Vorbereitung geht nichts. Also durchdenken Sie vorher alle möglichen  Szenarien, dann können Sie diese nicht kalt erwischen. Zudem erweitert das Ihren Horizont.</p>
<h3>Ehrlichkeit </h3>
<p>währt am längsten. Ein guter Diplomat darf weder lügen noch betrügen – er muss aber auch nicht alles sagen. Geben Sie also nur Informationen preis, die von Ihnen erwartet werden!</p>
<h3>Fragen</h3>
<p>die helfen Unklarheiten zu beseitigen oder Verständnis zu wecken („Könnte es auch sein, dass…?“), wirken freundlicher als Feststellungen mit Absolutheitsanspruch („Fakt ist&#8230;“). Tabu sind jedoch Suggestivfragen. Die sind reine Manipulation und ramponieren jedes Gesprächsklima.</p>
<h3>Gesichter </h3>
<p>sind zu wahren – und zwar das eigene, wie das des anderen! Jederzeit. </p>
<h3>Hineinfühlen </h3>
<p>Empathie ist der Schlüssel zum diplomatischen Erfolg: Was ist das Motiv des anderen? Wo liegen seine Interessen? Wo seine wunden Punkte? Wie kann ich ihn für mich gewinnen?</p>
<h3>Intention </h3>
<p>Was ist Ihr Ziel? Wer nicht weiß, wohin er will, landet oft woanders. Auch wenn Umwege in der Diplomatie die Regel sind – den roten Faden dürfen Sie trotzdem nie verlieren. </p>
<h3>Jubel </h3>
<p>Behalten Sie die Freude über Teilerfolge immer (!) für sich. Erstens, weil der andere sonst dafür Zugeständnisse erwartet. Zweitens, weil ihn Ihr (Teil-)Sieg wie einen Verlierer aussehen lässt.</p>
<h3>Kompromisse </h3>
<p>sind schlecht. In der Mitte treffen sich nur zwei Verlierer. Gute Diplomaten suchen deshalb stets gemeinsam nach kreativen Lösungen abseits der üblichen Vorstellungen. </p>
<h3>Lernen </h3>
<p>statt Wissen. Wer den anderen dominieren, übertrumpfen, belehren oder mit eigenem Wissen glänzen will, schadet sich nur. Besser: Studieren Sie Ihr Gegenüber und passen Sie sich seiner Rolle an. Denken Sie einfach an Antonius Freuds Bonmot von der Machtlosigkeit des Gepriesenen. </p>
<h3>Mimik </h3>
<p>Jede noch so einstudierte Geste ist gefährlich. Wird sie entlarvt, gelten Sie als unehrlicher Falschspieler. Der Diplomat aber muss Vertrauen schaffen – und dafür braucht er Authentizität. </p>
<h3>Nachgeben </h3>
<p>In Sprache, Stil und Form jederzeit – in der Sache niemals! Diplomatie ist das Gegenteil von Tauziehen: Hier bewegen sich beide Seiten freiwillig aufeinander zu. Denken Sie immer daran!</p>
<h3>Ort </h3>
<p>Je gespannter die Ausgangslage, desto neutraler sollte der Ort sein, an dem sich beide begegnen. Ist das nicht möglich gilt: Machen Sie es dem anderen leichter. Wer einen Heimvorteil nutzt, verhält sich zwar taktisch klug, aber diplomatisch tölpelhaft. </p>
<h3>Pedanten</h3>
<p>die sich selbst über Nickeligkeiten sofort aufregen, haben schon verloren. Diplomatie lebt von den leisen, feinen Tönen und den Nuancen im Subtext. Auf diese gilt es jederzeit zu achten. </p>
<h3>Querfeldein </h3>
<p>Die direkte Verbindung zwischen zwei Gipfeln ist nicht die Gerade, sondern die Serpentine. Vorteil Nummer 2: Umwege erhöhen die Ortskenntnis. Verbergen Sie also stets Ihr wahres Ziel!</p>
<h3>Radau </h3>
<p>Nur ein Narr verschießt seine besten Argumente zu Beginn. Diplomatisches Verhandeln ist ein ständiges Ausloten, Abgleichen, Anpassen, Abwarten. Und Geduld bei diesem Spiel essenziell!</p>
<h3>Spielraum </h3>
<p>Diplomatie ist wie tanzen: Damit sich keiner auf die Füße tritt, brauchen beide Bewegungsfreiheit – und Verhandlungsspielraum. Den man natürlich für sich vorher auslotet. </p>
<h3>Taktgefühl </h3>
<p>entwaffnet. Wer auch dann noch Zuneigung signalisiert, obwohl er hart attackiert wird, macht sein Gegenüber mürbe, müde und verdient sich obendrein Respekt und Sympathie.</p>
<h3>Unterbrechen </h3>
<p>ist tabu! Das wäre ein schwerer Affront gegen die Souveränität des anderen. Lassen Sie ihn lieber alles sagen, was er will. Am Ende erfahren Sie so vielleicht mehr als ihm lieb ist. </p>
<h3>Verlierer </h3>
<p>gibt es in der Diplomatie nicht – oder sie ist gewaltig schief gelaufen! Suchen Sie deshalb nie nur den eigenen Vorteil. Wer die Probleme des anderen mitlöst, schafft sich treue Verbündete. </p>
<h3>Wiederholen </h3>
<p>Regelmäßiges Zusammenfassen, was verstanden wurde und worüber Einigkeit besteht, betont Gemeinsamkeiten und vermeidet Missverständnisse. Verboten sind jedoch subtile Wertungen. </p>
<h3>X–beliebig </h3>
<p>darf keines Ihrer Worte sein. Achten Sie auf jedes Missverständnis, dass es auslösen kann und formulieren Sie so exakt wie nötig und so wortkarg wie möglich, um Angriffsfläche zu minimieren.</p>
<h3>YES&#8230; </h3>
<p>Vermeiden Sie das Wort „Nein“, es erzeugt Spannungen und Differenzen. Besser ist das dosierte oder suggerierte „Ja“, bei dem nur Teilen der Aussage – oft den unwichtigen – zugestimmt wird. </p>
<h3>Zuhören</h3>
<p>In der Rhetorik heißt es: Wer fragt, führt. In der Diplomatie gilt das für Zuhörer. Denn hier geht es nicht um kluge Konter, sondern darum, den anderen das Gespräch scheinbar führen zu lassen.</p>
 <p><a href="http://karrierebibel.de/?flattrss_redirect&amp;id=1713&amp;md5=010ac1cc9b38c1089ce1a516f124b2f5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://karrierebibel.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Dossier: Das ABC der Präsentation</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jun 2008 08:16:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Mai</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Job]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
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		<description><![CDATA[Schätzungen zufolge werden mithilfe von Powerpoint täglich rund 30 Millionen Präsentationen weltweit zusammengeschustert – allen voran von Consultants, PR-Agenten und Werbern. Und was dabei entsteht! Überfrachtete Folien, grelle Überblendeffekte, Bulletpoint-Orgien, 200-Slide-Daumenkinos, Copy-and-paste-Katastrophen, Phrasendreschflegel. Bevor auch Sie Vernebelung, Langeweile und Augenkrebs riskieren – hier ein kompaktes ABC, wie Sie mit Powerpoint &#038; Co. einen überzeugenden Vortrag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2008/06/PräsentationPowerpointKeynoteRede.jpg"><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2008/06/PräsentationPowerpointKeynoteRede.jpg" alt="" title="PräsentationPowerpointKeynoteRede" width="300" class="alignright size-full wp-image-38495" /></a>Schätzungen zufolge werden mithilfe von <a href="http://karrierebibel.de/redensart-mehr-als-33-tipps-fuer-powerpoint-und-praesentation/">Powerpoint</a> täglich rund 30 Millionen Präsentationen weltweit zusammengeschustert – allen voran von Consultants, PR-Agenten und Werbern. Und was dabei entsteht! Überfrachtete Folien, grelle Überblendeffekte, Bulletpoint-Orgien, 200-Slide-Daumenkinos, Copy-and-paste-Katastrophen, Phrasendreschflegel. <span id="more-1310"></span></p>
<p>Bevor auch Sie Vernebelung, <a href="http://karrierebibel.de/meetings-die-alternative-zur-arbeit/">Langeweile</a> und Augenkrebs riskieren – hier ein kompaktes ABC, wie Sie mit Powerpoint &#038; Co. einen überzeugenden Vortrag halten:</p>
<h3>Aufbau</h3>
<p>Beginnen Sie mit einem Knall, einer Anekdote, einer Pause! Die meisten Zuhörer merken sich nur Auftakt und Schlusspointe eines Vortrags. Deshalb sollten beide sitzen. Wem partout nichts einfällt, sagt den Zuhörern wenigstens, warum das Kommende ihr Leben beeinflussen wird. Konzentrieren Sie sich bei Ihrer Präsentation außerdem stets auf das Wesentliche! Eine gelungene Präsentation orientiert sich am Zuhörer, ist deshalb kurz, folgt einem logischen Aufbau und regt zum Mitdenken an. Die Faustregel: Nicht mehr als vier Worte pro Zeile, nicht mehr als sechs Zeilen pro Folie. Und weil der Schluss fast immer haften bleibt, braucht er etwas Inspirierendes: einen Ausblick, etwas Spektakuläres. Aber keine Zusammenfassung! Selbst eine provokante Frage ist besser als seine Rede ausplätschern zu lassen. </p>
<h3>Blickkontakt</h3>
<p>Halten Sie Blickkontakt zu Ihrem Publikum. Jederzeit! Laut psychologischen Studien muss, wer überzeugen will, mindestens 90 Prozent seiner Redezeit Augenkontakt zum Publikum halten. Der Trick für Schüchterne: knapp über die Menge hinwegsehen. Den Unterschied merkt kein Mensch – Sie müssen nur regelmäßig mit den Augen über alle Kopfe fliegen.</p>
<h3>Copyrights</h3>
<p>Leider vergessen das viele Vortragende: Wenn Sie eine öffentliche Präsentation halten, müssen die verwendeten Bilder, Filmausschnitte, Musikausschnitte oder Telefonmitschnitte autorisiert sein, beziehungsweise einer Creative-Commons-Regel unterliegen. Sie verletzen sonst Urheberrechte oder gar Persönlichkeitsrechte. Und ein wenig amüsierter Zuschauer könnte Sie der GEMA melden. Das wird dann teuer. </p>
<h3>Design</h3>
<p>Über die Frage, wie man eine optimale Folie gestaltet, gibt es unzählige Ratschläge. Bewährt hat sich indes die Regel KISS – <em>Keep It Straight and Simple</em>. Im Extrem heißt das: Nur eine Botschaft pro Folie. Die Aufmerksamkeit des Publikums ist begrenzt und sollte vor allem Ihrem Vortrag gehören. Zu viele Bulletpoints, Fußnoten oder unbedacht eingesetzte Grafiken und Bilder verwirren nur. Je mehr Informationen eine Folie enthält, desto mehr verschwimmt die Kernaussage. Aus demselben Grund wirken auch Überschriften redundant. Besser also: nur eine Zeile pro Folie! Die Slides sollen schließlich den Vortrag visualisieren – nicht ersetzen! Konkret: Auf der Folie, die dieses Prinzip umsetzt, stünde in diesem Fall nur „K I S S“ in großen Lettern. Den Rest erklärt der Redner. Aber Achtung: Solche Folien ergeben ohne den Vortrag keinen Sinn mehr und eignen sich daher nicht für ein Memo oder Handout, das Sie nach der Präsentation ans Publikum verteilen. Hier brauchen Sie dann natürlich wieder die Erklärung inklusive. </p>
<h3>Effekte</h3>
<p>Seien Sie sparsam mit Stilmitteln. Verwenden Sie nie mehr als zwei Schrifttypen und möglichst nur Farben aus einer Familie (zum Beispiel Rot, Orange, Zinnober) und verzichten Sie auf überflüssigen Schnickschnack wie Überblend- oder Soundeffekte. Das lenkt nur ab. Ein guter Vortrag ist ein relevantes Extrakt: nicht Vollmilch, sondern Kondensmilch! Guy Kawasaki, ein gefragter Redner und Wagnisfinanzierer aus dem Silicon Valley hat die populäre 10–20–30-Regel aufgestellt: Danach sollte ein guter Powerpoint-Vortrag nie mehr als 10 Folien umfassen, nicht länger als 20 Minuten dauern und eine Schriftgröße von nicht weniger als 30-Punkt verwenden. Das gilt sicher nicht für alle Vorträge, aber ein Großteil wäre besser, würde das berücksichtigt. </p>
<h3>Folien</h3>
<p>Zuschauer wollen bei Präsentationen erstens beeindruckt, zweitens unterhalten, drittens angeregt und erst an vierter Stelle informiert werden. Das hat die Unternehmensberatung Mercer herausgefunden. Nach diesem Prinzip sollten Sie auch Ihre Folien aufbauen. Aufsehen erregen Sie etwa mit Reizwörtern, interessanten Einblicken, überraschenden Vergleichen und unbekannten Fakten und Nachrichten, die für Ihre Zuhörer relevant sind (zum Beispiel die Ergebnisse einer neuen Studie). Die Höhepunkte dessen sollten Sie am Anfang und am Ende des Vortrags platzieren. </p>
<h3>Grafiken</h3>
<p>Starre Grafiken werden nur selten erinnert. Der Grund: Sie sind leblos. Beim Betrachter lösen sie weder Bilder im Kopf noch Emotionen aus. Überzeugungskraft entfalten Grafiken vor allem, wenn diese animiert werden. Wenn Sie also einen dramatischen Anstieg darstellen wollen, zeigen Sie nicht fünf Balkendiagramme in Reihe, sondern einen Balken, der während Ihres Vortrags dramatisch wächst. Das prägt sich viel besser ein und ist obendrein spannend zu beobachten.</p>
<h3>Handout</h3>
<p>Wenn Sie etwas Bleibendes hinterlassen wollen, geben Sie zu Ihrem Vortrag ein umfassendes Handout mit Zahlen, Daten und Tabellen aus. Aber nie (!) vor der Präsentation, sondern immer erst danach. Kein Mensch hört oder sieht Ihnen noch zu, wenn er die Pointe Ihrer Rede bereits nachschlagen kann. Und wenn möglich geben Sie auch nicht einfach Kopien Ihrer Powerpoint-Folien ab. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, sind diese ohne Ihren Vortrag nutzlos. Was sich stattdessen eignet, sind Checklisten, Literaturtipps, Tipplisten, Links zu weiterführenden Seiten.</p>
<h3>Initial</h3>
<p>Wie Sie Ihre Rede eröffnen, entscheidet oft schon, ob Ihnen Ihr Publikum auch den Rest des Vortrags gespannt zuhört – oder bereits nach den ersten Sekunden abschaltet. Folgende Einstiegsformen haben sich bewährt:</p>
<ol>
<li><strong>Interaktiv</strong> – Lassen Sie Ihr Publikum selbst über Ihr Thema sinnieren, indem Sie eine rhetorische Frage, am besten aus der Metaebene stellen: „Was denken Sie: Wie kann ein Redner dafür sorgen, dass ihm sein Publikum zuhört?“</li>
<li><strong>Nachrichtlich</strong> – Beginnen Sie mit den Ergebnissen einer aktuellen Studie oder (Branchen-)News: „Sie haben es heute gelesen: Die Konjunktur flaut ab…“</li>
<li><strong>Überraschend</strong> – Sie können die Nachricht aber auch bewusst verfälschen und eine Falschaussage treffen, um eine Art Was-wäre-wenn-Szenario aufzubauen: „Die Statistik zeigt: In zehn Jahren ist Deutschland ein Greisenheim.“</li>
<li><strong>Provokativ</strong> – Überhöhen Sie Ihre Kernthese oder -aussage zum Extrem, das schafft Reibungsfläche, aber eben auch Aufmerksamkeit: „Wer nicht netzwerkt, findet keinen Job.“</li>
<li><strong>Vergleichend</strong> – Analogien, Parabeln, Gleichnisse – Geschichten hört jeder gerne: „Vorträge sind wie Stau: Man würde gerne abkürzen, kommt aber nicht raus.“</li>
<li><strong>Persönlich</strong> – Apropos Geschichten: Erzählen Sie eine eigene, eine Anekdote aus ihrem Leben: „Sie werden nicht glauben, was mir gerade im Hotel passiert ist…“</li>
<li><strong>Humorvoll</strong> – Starten Sie zur Auflockerung mit einem Witz, idealerweise mit einem, der zum Thema passt.</li>
</ol>
<h3>Jux</h3>
<p>Würzen Sie Ihre Präsentation und Folien ruhig mit ein bisschen Humor. 1977 fanden die Psychologen Robert M. Kaplan und Gregory C. Pascoe heraus, dass Personen sich eher an die Inhalte einer Rede erinnern, wenn diese mit Humor gewürzt war. Forscher der Universität Michigan wiederum untersuchten 1986 über 1000 Anzeigen und kamen zum Ergebnis: Humorige Werbung wird in 17 Prozent der Fälle öfter erinnert als normale. Aber übertreiben Sie es nicht. Humor ist wie Salz: Im Übermaß verdirbt es die Speise. </p>
<h3>Körpersprache</h3>
<p>Der optimale Stand beim Präsentieren sieht so aus: Beine durchgestreckt und leicht geöffnet; Füße stehen parallel und fest auf dem Boden (Wippen, Ballen- oder Fersenstellung verrät Nervosität, Unsicherheit und Verspannung). Der Rücken ist durchgestreckt, die Arme angewinkelt, die Hände – so sie nicht auf etwas zeigen – liegen ineinander, Handflächen nach oben (signalisiert Offenheit und Ehrlichkeit). Arme nie verschränken! Oder beide in die Hosentaschen stecken (unhöflich, unehrlich). Erlaubt ist aber, ab und an die passive Hand in die Hosentasche zu stecken. Und machen Sie stets ruhige, langesame Bewegungen. Das wirkt souveräner als ein nervöser Hampelmann auf der Bühne.</p>
<h3>Lampenfieber</h3>
<p>Der Hals schnürt sich zusammen, der Mund wird trocken, die Hände nass, der eigene Puls pocht im Ohr. Man fühlt sich nackt und ohnmächtig – in einem Wort: Lampenfieber. Der Fehler dabei: Die Betroffenen konzentrieren sich zu sehr auf ihr Selbst, ihre Gefühle, ihre Scham, ihre Wirkung, ihre Ovationen. Alles Ballast! Während der Sprecher versucht den Bammel vor der Begegnung mit den anderen zu kontrollieren, verliert er den Kontakt zum Publikum und seine Wirkung verpufft. Der erste Schritt, Nervosität zu überwinden, ist aus der Antizipation der Reaktionen realistische Szenarien zu formen: Was kann schon passieren? Was wären die Folgen? Aber auch Praktisches lässt sich klären: Wie sieht der Vortragsraum aus? Was kann ich vorbereiten? So wird aus der Angst Gewissheit, und davor muss man sich nicht fürchten. Ein weiterer Fiebersenker ist, sich zu entspannen: Holen Sie noch hinter der Bühne tief Luft in Bauch und Brust. Dann schütteln Sie sich ordentlich aus. Sieht albern aus, hilft aber wirklich. Wiederholen Sie das mindestens zehn Mal bis die Hände kribbeln. Was ebenfalls Wunder wirkt: Suchen Sie Kontakt zum Publikum. Anfänger sollten sich jemanden in der Menge suchen, der ihnen zulächelt oder zunickt. Im Zweifel ist das ein Freund, der sie heimlich unterstützt. Fortgeschrittene bauen ihr Publikum bewusst ein – indem sie Zwischenfragen stellen. Der Effekt ist enorm: Je stärker der Kontakt, desto geringer die Panik. Und sollte der rote Faden dennoch reißen, behalten Sie Ruhe: Eine Pause von fünf Sekunden wird als Betonung oder Denkpause gewertet. Brauchen Sie länger, fassen Sie einfach die bisherigen Ergebnisse zusammen. Und nehmen Sie Ihr Lampenfieber nicht so wichtig! Laut Studien dringt davon allenfalls ein Achtel nach außen.</p>
<h3>Leinwand</h3>
<p>Nicht die Powerpoint-Folien spielen die Hauptrolle, sondern Sie. Entsprechend sollte die Leinwand, auf der Sie Ihre Folien zeigen, nie in der Mitte der Bühne stehen – das ist Ihr Ort. Sie sind der Mittelpunkt der Präsentation! Der Platz der Leinwand ist links und/oder rechts von Ihnen. Und: Kein noch so schickes Folien-Brimborium kann einen schlechten Vortrag rausreißen. Es kann ihn aber verschlimmern. Geben Sie ihm also nicht zu viel Raum.</p>
<h3>Monitor</h3>
<p>Denken Sie daran, vor dem Vortrag Ihren Bildschirmschoner zu deaktivieren sowie ein paar Verlängerungskabel für den VGA-Ausgang mitzunehmen. Im ersten Fall könnte das zu peinlichen Momenten kommen – je nachdem, was Ihr Bildschirmschoner zeigt. Im zweiten Fall bleiben Sie flexibel, falls Sie Ihren Bühnenstandort verändern möchten. </p>
<h3>Notizen</h3>
<p>So manche Powerpoint-Präsentation gerät zur Offenbarung – dann nämlich, wenn der Redner sein Laptop an den Beamer anschließt und alle sehen, wie sein Desktop aussieht, wofür er sich interessiert und welche Bilder er sich vielleicht kürzlich herunter geladen hat. Säubern Sie also Ihr Desktop, bevor Sie den Bildschirminhalt ausstrahlen. Aber auch während der Präsentation möchten Sie vielleicht auf Ihrem Laptop eigene Notizen sehen, während Ihr Publikum nur die Slides anschaut. Moderne Grafikkarten schaffen das, dazu braucht es nur wenige Handgriffe: Zuerst Beamer anschließen, dann auf das Desktop mit der rechten Maustaste klicken und im Menü die „Anzeige“ auswählen. Im Menü-Punkt „Einstellungen“ können Sie die den Windows-Desktop auf dem Monitor erweitern. Stellen Sie dann die richtige Auflösung für den Beamer ein und beenden Sie das Menü mit „OK“. Dann starten Sie die Powerpoint-Präsentation und klicken auf den Menüpunkt „Bildschirmpräsentation“, beziehungsweise „Bildschirmpräsentation einrichten“. Hier können Sie auswählen, auf welchen Monitor die Slides erscheinen sollen. Der <em>Hauptmonitor</em> ist meist der Laptop-Bildschirm. Wählen Sie in diesem Fall den Bildschirm 2 oder „Plug and Play Monitor“ aus. Das Ganze mit „OK“ bestätigen, fertig. </p>
<h3>Online-Versand</h3>
<p>Sobald man Bilder, O-Töne oder gar Videos in seine Präsentationen einbaut, geht der benötigte Speicherbedarf einer Präsentation schnell durch die Decke. Auf dem eigenen Laptop mag das weniger ein Problem sein – wohl aber, wenn man die Datei verschicken will, zum Beispiel an seine Team-Kollegen oder eine andere Abteilung. Hier helfen zwei Tricks: Erstens, Sie wandeln Ihre Powerpoint-Präsentation in eine PDF-Datei um. So gut wie jeder Rechner hat heute einen AdobeReader installiert und der beherrscht sogar den Präsentationsmodus. Danach ist der Vortrag allerdings nicht mehr zu bearbeiten und kann auch nicht mehr als Powerpoint-Präsentation eingesetzt werden. Die zweite Alternative ist deshalb: komprimieren. Der <a href="http://www.pptminimizer.com/deu/index.php" target="_blank">PPTminimizer</a> ist so ein Verdichtungsprogramm und kann selbst große Präsentationen von 10 MB und mehr um bis zu 90 Prozent komprimieren. Zudem besitzt es ein Plugin für Outlook, so dass der Präsentationsanhang beim Versenden automatisch verdichtet wird. Das Tool ist allerdings nicht umsonst: 30 Euro kostet es, eine kostenlose Testversion ist aber verfügbar.</p>
<h3>Publikum</h3>
<p>Wie sehr Sie Ihr Publikum fesseln, hängt auch davon ab, wie sehr Sie es bei Ihrem Vortrag einbeziehen. Dabei stehen Ihnen grundsätzlich folgende Formen zur Verfügung: </p>
<ul class="viagra">
<li>Die bewährteste Form ist, Fragen zu stellen – als kurze Meinungsumfrage (Wie würden Sie entscheiden?), als Quiz (Richtig oder falsch?) oder Zielgruppenanalyse (Sind heute Manager unter uns?).</li>
<li>Stellen Sie kurze und kompakte Fragen! Nie mehr als zwei Sätze.</li>
<li>Stellen Sie provokante oder ungewöhnliche Fragen, aber niemals ähnliche. Ausnahme: Sie fragen ganz bewusst am Anfang und am Ende des Vortrags dasselbe, um einen Sinneswandel im Publikum zu dokumentieren.</li>
<li>Sie können aber das Publikum selbst Fragen stellen lassen. Aber Achtung: Klugschwätzer und Querulanten können die Dramaturgie zerstören. Wer das Mikrofon freigibt, sollte deshalb vorher überlegen, wie er auf solche Typen reagiert. Grundregel: Immer höflich und souverän bleiben.</li>
<li>Niemals versuchen, gegen eine plaudernde Masse anzureden. Besser: Pausieren, bis alle still sind. Auch gut: etwas Rätselhaftes auf das Flipchart malen. Das macht die Leute neugierig und sie werden schneller still.</li>
<li>Sollte es keine Mikrofone für das Publikum geben, wiederholen Sie bitte die Statements oder Fragen aus dem Publikum. Nichts ist nerviger als eine Diskussion, die der Rest des Saals nicht mitverfolgen kann.</li>
</ul>
<h3>Quote</h3>
<p>Zitate lockern jeden Vortrag auf. Zudem schmücken Sie die Präsentation durch die Prominenz des Autors und geben Ihrer Rede so zusätzliches Gewicht. Klassisch ist etwa das Quote bei Vortragsbeginn. Achten Sie aber stets darauf, dass das Zitat möglichst kurz ist und verwenden Sie auch nur eines pro Folie. Auf der sollte dann nichts weiter stehen als ein Zweizeiler in Anführungszeichen und natürlich der Urheber. </p>
<h3>Rückfragen</h3>
<p>Was tun, wenn mitten im Vortrag Rückfragen kommen – oder schlimmer: Wenn Störenfriede dazwischen rufen oder Ihre Präsentation kritisieren, bevor sie zu ende ist? Das Wichtigste: Niemals die Souveränität verlieren und sich lauthals über die Nervensäge empören! Das macht Sie klein. Bei Rückfragen, auf die Sie nicht eingehen wollen, verweisen Sie am besten auf später („Dazu komme ich noch“ oder „Bitte merken Sie sich Ihre Frage. Am Ende des Vortrags werde ich solche Fragen gerne beantworten.“). Oder Sie stellen eine rhetorische Gegenfrage: „Was würde denn aus Ihrer Sicht den Vortrag interessanter machen?“ Oder bitten Sie den Nörgler um Präzisierung: „Was verstehen Sie denn unter &#8230;?“</p>
<h3>Sprache</h3>
<p>Schon die Sprachmelodie sorgt für Spannung. Heben und senken Sie Ihre Stimme ab und an und werden Sie mal lauter und leiser, selbst kurzes Flüstern ist erlaubt. Das steigert die Wirkung Ihrer Aussagen enorm. Hauptsache, Sie variieren und machen auch mal Pausen. Darüber hinaus gilt: Hauptsachen in Hauptsätze! Formulieren Sie möglichst keine Relativ- und schon gar keine Schachtelsätze. Überzeugend wirken allein Hauptsätze mit nicht mehr als zehn Wörtern. Wie dieser. Und betonen Sie die Verben! Die meisten Redner legen das Gewicht auf Substantive. Falsch! Verben, insbesondere aktive, regen das Gehirn wesentlich stärker an und machen den Vortrag spannend. Und wenn es komplizierter wird, verwenden Sie Sprachbilder. Technische Themen ohne Metaphern, Vergleiche, Parabeln lebhaft darzustellen, ist ungefähr so einfach wie einen Pudding an die Wand zu nageln. Das war eine Metapher.</p>
<h3>Timing</h3>
<p>Auf die Reihenfolge kommt es an. Falsch ist: Erst projizieren, dann vorlesen. Dann hört Ihnen keiner mehr zu, weil das Publikum erst selbst liest. Hören die Leute danach, was sie schon wissen, schalten sie zudem ab. Deshalb sollte eine Folie nur Stichworte oder einprägsame Zahlen beinhalten. Und die sollten Sie exakt dann einblenden, wenn sie auch im Vortrag kommen. Nicht vorher, nicht danach. Bei Flipcharts oder Overheadprojektoren ist das ähnlich: Erst sagen, dann schreiben! Niemals Folien oder Flipchartblätter nur ablesen. Erstens beleidigt das die Intelligenz der Zuhörer (die können selber lesen); zweitens hört sowieso keiner zu. Besser: Die Punkte zuerst verbal erarbeiten, dann notieren.</p>
<h3>Unterbrechen</h3>
<p>Gönnen Sie Ihren Zuschauern ab und an eine Pause. Nicht nur akustisch, sondern auch optisch. Sie werden überrascht sein, wie wohltuend und zugleich aufmerksamkeitssteigernd der Effekt ist, wenn Sie zwischendurch eine leere Folie einblenden. Die Zeit können Sie zum Beispiel nutzen, um wichtige Kernaussagen zu wiederholen, eine persönliche Anekdote zu erzählen, eine kurz Gruppendiskussionen oder Zuhörerfrage einzubauen.</p>
<h3>Vorstellung</h3>
<p>Es gibt zig Kniffe, wie sich ein Vortrag aufpeppen lässt. Der Wichtigste aber ist, direkt zur Sache zu kommen. Viele Redner moderieren erst sich selbst und dann das Thema an. Falsch! Dasselbe gilt für ausschweifende Hinweise zum Verlauf des Referats. Damit wird jede mögliche Dramaturgie im Keim erstickt. Sagen Sie kurz (!) etwas über sich – und dann kommen Sie bitte auch schon zur Sache.</p>
<h3>Wiederholungen</h3>
<p>Bei Schreiben gelten Sie als schlechter Stil (nicht immer zu recht), bei Powerpoint-Präsentationen sind Wiederholungen dagegen sogar ausdrücklich erlaubt. Sie erhöhen den Merkeffekt beim Publikum. Damit sind freilich keine Redundanzen gemeint – wie etwa die schon angesprochenen Überschriften auf ihren Slides einfach abzulesen. Vielmehr können Sie sogar manche Folie doppelt einblenden (auch leicht modifiziert) oder Kernaussagen als eine Art Running-Gag oder Motto wiederholen: „Und nicht vergessen! …“ Ein amüsanter und charmanter Trick ist auch eine Art Countdown einzubauen: Bei einem halbstündigen Vortrag können Sie alle fünf Minuten eine Folie einblenden „Noch 25 Minuten bis zu meinem Nachredner“, „Noch 20 Minuten bis zu meinem Nachredner“, „Noch 15 Minuten…“</p>
<h3>X-fach</h3>
<p>Nachdem Sie nun schon viel über das Prinzip KISS, wenige und klare Folien gelesen haben, sollten Sie auch die Ausnahme kennen lernen, die die Regeln bestätigt: Dick Hardt, Gründer von Sxip, hat einen einzigartigen Vortragsstil. Jeder Satz, jedes Stichwort bekommt bei ihm eine eigene Folie. Ein 15-minütiger Vortrag bringt es so schon mal auf über 250 Folien – und bleibt dennoch informativ, einprägsam und amüsant. Wie das geht? Sehen Sie selbst: </p>
<p><iframe width="570" height="330" src="http://www.youtube.com/embed/RrpajcAgR1E" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>Youtube</h3>
<p>Apropos Video: Sie können inzwischen auch Youtube-Videos in Ihre Powerpoint-Präsentation einbinden. Das funktioniert sowohl im Offline als auch im Online-Betrieb. <a href="http://community.zdnet.co.uk/blog/0,1000000567,10007472o-2000453931b,00.htm" target="_blank">Hier</a> erfahren Sie wie das geht (englischer Artikel).</p>
<h3>Zeigestock</h3>
<div class="textboxright2" style="width:40%">
<iframe class="alignright" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=000000&#038;IS2=1&#038;bg1=FAFAFA&#038;fc1=000000&#038;lc1=000000&#038;t=karrierebibel-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as4&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;ref=ss_til&#038;asins=B002KQ565Q" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe><strong>PS:</strong> Ich selbst benutze in Verbindung meinem MacBook und Keynote diesen Präsenter inklusive Laserpointer und kann ihn nur empfehlen: Leicht, Apple-Weiß und rundum kompatibel: plug&#038;play.
</div>
<p>Um einzelne Punkte auf Ihren Folien hervorzuheben, können Sie während des Vortrags auch mit einem Laserpointer arbeiten oder mit dem Mauszeiger sichtbar über die Folien wackeln (was weniger elegant aussieht). Oder aber sie nehmen sich einen Stift zur Hand und stochern damit auf der Leinwand rum. Ein bisschen Bewegung ist schließlich wichtig bei Reden und nimmt Ihnen zugleich die Nervosität. Bei all diesen Zeigehilfen sollten Sie sich nur einen kleinen Rhetoriktrick merken: Große Redner haben immer dicke, große Stifte; kleine Redner nehmen kleine.</p>
 <p><a href="http://karrierebibel.de/?flattrss_redirect&amp;id=1310&amp;md5=531c43de6a593f17787b82d937894f62" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://karrierebibel.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bürotypen – und wie Sie ihnen am besten begegnen</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Mar 2008 14:33:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Mai</dc:creator>
				<category><![CDATA[ABC]]></category>
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		<description><![CDATA[Typen-Illustrationen: Ann-Kathrin Nikolov*, Köln Sagen wir es, wie es ist: Es gibt nichts, was die Freude der Menschen an ihrer Arbeit mehr zersetzt als andere Menschen. Jeden Montagmorgen schleppen sich Millionen Arbeitnehmer in ihre Büros, schauen dabei drein als wäre ihnen gerade die Kaffeemaschine auf den Zeh gefallen und imaginieren bereits an der Firmenpforte eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2012/01/WutTelefon.png"><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2012/01/WutTelefon.png" alt="" title="WutTelefon" width="300" class="alignright size-full wp-image-38253" /></a><strong>Typen-Illustrationen: <a href="mailto:anna.nikolov@gmx.de">Ann-Kathrin Nikolov</a>*, Köln</strong></p>
<p>Sagen wir es, wie es ist: Es gibt nichts, was die Freude der Menschen an ihrer Arbeit mehr zersetzt als andere Menschen. Jeden Montagmorgen schleppen sich Millionen Arbeitnehmer in ihre Büros, schauen dabei drein als wäre ihnen gerade die Kaffeemaschine auf den Zeh gefallen und imaginieren bereits an der Firmenpforte eine Höllenwoche mit ihrem cholerischen Chef, ihrem altklugen Abteilungsleiter und dem völlig gestörten Egomanen am Schreibtisch gegenüber. Schrecklich. <span id="more-9"></span></p>
<p>Rund 17 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten in einem Büro. Acht Stunden täglich, mindestens. Damit ist ihr Arbeitsplatz zugleich ein wichtiger Lebensraum, der ihr Verhalten, ihre Psyche und Gesundheit entscheidend beeinflusst. Büros gleichen einem Mikrokosmos mit eigener Kultur, eigenen Regeln und Ritualen sowie jeder Menge Fallgruben und Konfliktfeldern, die zwischen Konferenzraum und Korridor, zwischen Kaffeeküche und Kopierer lauern. Die meisten von uns verbringen mehr Zeit, reden mehr mit ihren Kollegen als mit ihrer Familie, kennen die Belegschaft besser als ihre Nachbarn und sind den Launen und Marotten der Kollegen, ihrer Missgunst und ihren Intrigen dennoch ungeschützter ausgeliefert. Schließlich kann man sich seinen Lebenspartner aussuchen, seine Regierung und sogar seinen Beruf wählen – die Kollegen nicht.</p>
<p>Den Luxus eines Rückzugsraumes genießen hier zu Lande allenfalls 33 Prozent der Erwerbstätigen: Sie sitzen in einem Einzelbüro. Aber schon 20 Prozent teilen sich die Arbeitswabe mit einem Kollegen, 16 Prozent hocken in einem Mehrpersonenbüro und noch mal rund 20 Prozent im Großraum, so eine Studie des Fraunhofer IAO in Stuttgart. Kein Wunder, dass es bei so viel menschlicher Nähe regelmäßig kracht. Im sozialen Gehege Büro prallen regelmäßig die unterschiedlichsten <a href="http://www.competence-site.de/personalmanagement.nsf/CC226272993B87A5C125712C0062300D/$File/pers%C3%B6nlichkeitaggression.pdf" target="_blank">Charaktere</a> zusammen. Das pathologische Spektrum der Verhaltensweisen reicht von Tratsch und Klatsch, Lug und Betrug, über üble Nachrede, Mobbing und Bossing bis hin zu nackter Gewalt.  „Negative Emotionen stecken an“, sagt Christian Dormann, Organisations- und Wirtschaftspsychologe an den der Universität Mainz. Es brauche nur eine kritische Masse an Griesgramen und Neurotikern, damit sich das Gruppenklima ins Negative wandelt.</p>
<p>Muss es aber nicht. Mit welchen unterschiedlichen Cheftypen und Kollegen <a href='http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2007/08/buerotypen.pdf' title='Buerotypen'>(.pdf)</a> sie in Ihrem Arbeitsumfeld vielleicht arbeiten müssen – und wie Sie ihnen am besten begegnen, soll Ihnen heute diese kompakte Bürofibel zeigen:</p>
<h3>Der Blender</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2007/06/blender.thumbnail.jpg" class="right" alt="Blender" /><strong>Verhalten</strong>: Kann nichts – hat aber gut Reden. Seine einzige Stärke ist die Selbstvermarktung, sein einziges Ziel ist der Ruhm. Das Mittel dazu: der Superlativ. Als Chef ist er durchaus zu gebrauchen, solange er den Rest der Truppe machen lässt und der Laden läuft. Denn Superstars an der Spitze beflügeln die Marke. Im Mittelmanagement sind sie jedoch Klimakiller.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Stehlen Sie der Niete bloß nicht die Schau! Dann wird dieser Typ zum Rächer. Solchen Chefs schenkt man am besten Beifall, und den Glauben, die gute Idee war ihre. Das ist Balsam für ihre Seele. Ist der Strahlemann ein Kollege, entlarven Sie sein Dilettantentum am besten durch eigene Spitzenleistung.</p>
<h3>Der Bürokrat</h3>
<p><strong>Verhalten</strong>: Sein Motto ist: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Was auch immer im Unternehmen passiert, er wird es dokumentieren, protokollieren, archivieren – und wiedervorlegen. Im Zweifel wird er sagen: „Wir haben noch nicht alle Eventualitäten geprüft.“ Oder: „In meinem Memo am Montag habe ich bereits gewarnt, dass…“ Bürokraten sind – ähnlich wie Pedanten – detailversessen und oft borniert.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Unordnung oder Kontrollverlust machen ihm Angst. Falls so ein Typ Ihr Boss ist: Informieren Sie ihn immer rechtzeitig und wirken Sie beruhigend auf ihn ein – idealerweise, indem Sie ihn mit vielen, sehr vielen Details füttern. Ist er ein Kollege: Schenken Sie ihm etwas Wärme und Geselligkeit. Viele tauen dabei auf – und werden zu loyalen Büronachbarn.</p>
<h3>Der Choleriker</h3>
<p><strong>Verhalten</strong>: Brüllt gern und oft und geht schon wegen Kleinigkeiten durch die Decke. Er reagiert ebenso unberechenbar wie unkontrolliert. Seine Wutproben an spezielle Auslöser zu knüpfen, wäre sinnlos – alles kommt infrage. In der Regel ist dieser Typ ein emotionales Wrack, nicht selten gepaart mit einer ausgeprägten Profilneurose.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Niemals versuchen, einem Schreihals mit Argumenten zu kommen! Zwecklos. Besser wirkt: Selbstbewusstsein zeigen, Blickkontakt halten und völlige Ruhe bewahren. Das nimmt ihm den Wind aus den Segeln. Und nehmen Sie seine Launen bloß nichts persönlich. Der Typ kann nicht anders. Im Zweifel vertagen Sie das Gespräch bis eine sachliche Ebene wieder möglich ist.</p>
<h3>Die Diva</h3>
<p><strong>Verhalten</strong>: Egozentrisch, hochgradig sensibel und nachtragend. Ein falsches Wort, und die Diva reagiert beleidigt. Meist hält sie sich für ein verkanntes Genie – und das nagt an ihrem Ego. Natürlich gehört sie längst befördert, natürlich hat sie die Katastrophe lange kommen sehen, natürlich weiß sie es besser. Jedenfalls erzählt sie das hinterher auf dem Flur. Ihre Lieblingsvokabel: ich.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Diven muss man mit Samthandschuhen anfassen. Kritik vertragen sie gar nicht, selbst wenn sie das behaupten. Aber nicht selten haben sie tatsächlich einige nützliche Talente. Schenken Sie ihnen also ruhig Gehör, Applaus und geben Sie ihnen Freiräume. Wer so über die Stränge schlägt, lässt sich am ehesten über seine Sucht nach Anerkennung dressieren.</p>
<h3>Der Intrigant</h3>
<p><strong>Verhalten</strong>: Dieser Partisane erledigt sich seiner Konkurrenten gerne aus dem Hinterhalt – vorzugsweise durch Lügen, Gerüchte, gesäten Zweifel. Das Ziel ist fast immer Rufmord, Motto: irgendwas wird schon hängen bleiben. Offenbarte Schwächen nutzt er sofort zu seinem Vorteil aus.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Geben Sie ihm nichts in die Hand, was er gegen Sie verwenden könnte! Und vermeiden Sie jeden privaten Kontakt. Ihre Reaktion hängt entscheidend von seinem Status ab: Ist er als Wadenbeißer bekannt, lassen Sie ihn am besten links liegen. Stört es den Mond, dass ihn der Wolf anheult? Eben. Genießt der Heckenschütze jedoch einen starken Leumund, müssen Sie umgehend kontern, seine Behauptungen richtig stellen und ihn als fiesen Taktierer enttarnen. Sie selbst müssen dabei aber unbedingt cool bleiben! Sonst bieten Sie nur weiteres Futter.</p>
<h3>Der Karrierist</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2007/06/karrierist.thumbnail.jpg" class="right" alt="Karrierist" /><strong>Verhalten</strong>: Er will unbedingt nach oben – schnell und um jeden Preis. Alles ist für ihn ein Wettkampf, jede Niederlage eine Demütigung, die er so schnell nicht vergisst. Für ihn gibt es nur zwei Sorten Kollegen: Konkurrenten und Verlierer.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Meiden Sie den Typ wo Sie können. Er ist pures Gift. Entweder, er stellt ihnen ein Bein oder er lacht sie aus. Beides macht Job und Lebensfreude nicht besser. Und falls so ein Machtmensch mal Ihr Boss wird: Seien Sie unbedingt loyal, sagen Sie stets „Ja“ zu seinen Entscheidungen – oder suchen sich einen neuen Job.</p>
<h3>Der Kumpel</h3>
<p><strong>Verhalten</strong>: Nett, hilfsbereit, harmlos. Sein Ehrgeiz hält sich genauso in Grenzen wie seine Leistungen. Auskommen und Gemütlichkeit sind ihm wichtiger. Ärger geht er möglichst aus dem Weg – Entscheidungen deshalb auch.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Nehmen Sie ihn wie er ist: Der will nur spielen! Prüfen Sie aber genau, ob er auch wirklich ein Kumpeltyp ist! Manchmal versteckt sich hinter dieser Geste ein Karrierist, der Ihnen gerade eine Falle stellt. Ist der Kumpel Ihr Boss: Nutzen Sie seine Großzügigkeit nie aus, und zeigen Sie immer Respekt. Dieser Chef gibt Ihnen gerne Freiraum – will diese aber auch gewinnbringend genutzt sehen.</p>
<h3>Das Opfer</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2007/06/opfer.thumbnail.jpg" class="right" alt="Opfer" /><strong>Verhalten</strong>: Diese Mimose kriegt nichts auf die Reihe – Schuld sind aber immer andere: der Chef, die Kollegen, die Umstände. Egal, ob sich diese Leute gleichzeitig für alles verantwortlich fühlen – ihre Hilflosigkeit stellen sie in jedem Fall zur Schau. Obacht! Opfertypen sind keinesfalls passiv, sie manipulieren: Durch das Jammern zwingen sie andere subtil in die Täterrolle und steuern sie durch das schlechte Gewissen. Ihre Ohnmacht kann zudem ein Weg sein, unangenehme Arbeit abgenommen zu bekommen.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Bloß nicht kritisieren! Von dem Schock erholt sich die Mimose nie. Analysieren Sie allenfalls gemeinsam das wahre Ausmaß der Katastrophe sowie die wahren Hintergründe. Mehr als eine Anleitung zur Selbsthilfe sollten Sie jedoch nicht leisten. Sonst werden Sie zu seinem Opfer.</p>
<h3>Der Parasit</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2007/06/parasit.thumbnail.jpg" class="right" alt="Parasit" /><strong>Verhalten</strong>: Geschickter Taktiker und Meister der Organisation. Unangenehme Aufgaben kann er perfekt durch Schmeicheleien oder per Gefallensdienst delegieren, während er lästige Arbeit vermeidet. Geht das Projekt schief, wäscht er seine Hände in Unschuld. Andernfalls reklamiert er die Idee und damit auch das Lob für sich.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Alarmstufe Rot! Der Typ missbraucht jeden, wenn er kann. Falls Sie eine gute Idee haben, präsentieren Sie diese nur vor Zeugen, damit sichern Sie Ihre Urheberschaft. Auch Prob-leme besprechen Sie besser nie unter vier Augen – im Zweifel streitet der Parasit später alle Mitverantwortung ab. Und bevor Sie in die Gefallensfalle tappen: Bieten Sie nur Tauschgeschäfte mit Vorauskasse an!</p>
<h3>Der Pedant</h3>
<p><strong>Verhalten</strong>: Nie zufrieden, kleinkrämerisch und obendrein altklug. Seine übertriebene Sorgfalt und Kontrollsucht hält er für eine Tugend. Als Chef neigt er zu einem autoritären, tyrannischen Führungsstil – als Kollege zur Bescheidwisserei. Widerspruch zwecklos.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Da gibt es nur eins: Überzeugen einen solchen Chef nur durch Leistung und machen Sie keine Fehler! Dem pedantischen Kollegen hingegen schenken Sie einfach nur ein vieldeutiges Lächeln.</p>
<h3>Der Routinier</h3>
<p><strong>Verhalten</strong>: Er kennt alles aus eigener Erfahrung, besitzt bereits eine eigene Inventarnummer und drosselt jegliche Kreativität mit Belehrungen vom Typ: „Das haben wir schon immer so gemacht – und machen wir auch noch so, wenn du schon lange nicht mehr da bist.“ Sein Motto ist: Wer sich bewegt, kann stolpern; seine Attitüde: Ich weiß es besser; seine Haltung: Kommt gar nicht erst in die Tüte.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Alte Bäumen lassen sich nicht versetzen. Dann gehen sie ein. Zu neuer Blüte bringt man Routiniers nur, indem man ihnen zuhört und das Gefühl gibt, dass ihre Erfahrung geschätzt wird. Dann bringen sie sich auch wieder in neue Prozesse und Projekte ein.</p>
<h3>Der Schleimer</h3>
<p><strong>Verhalten</strong>: Unterwürfig. Der Typ dient sich jedem an, der hierarchisch über ihm steht, denn er weiß: Sein Überleben hängt nicht von seinem (meist nicht vorhandenen) Können ab, sondern von der Gunst der Könige.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Chefkletten sind zwar peinlich – aber auch nützlich. Sobald sie glauben, dass eine Aufgabe den Chef erfreut, übernehmen sie den Job gern. Das kann die eigene Arbeit herrlich erleichtern – alles eine Frage der Darstellung!</p>
<h3>Der Streber</h3>
<p><strong>Verhalten</strong>: Rackert sich ohne Murren bis zum Umfallen ab. Er ist morgens der Erste im Büro und abends der Letzte. Mittagspausen sind für den Streber Zeitverschwendung, Partnerschaften oft auch.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Falls er obendrein intelligent ist, ist er ungemein nützlich. Falls nicht, dient er wenigstens als Fleißvorbild. Lassen Sie ihn machen – auf Dauer nur nicht ungebremst. Sonst brennt er Ihnen sehenden Auges aus. Vor allem braucht er menschliche Zuwendung: Streber sind meistens einsam.</p>
<h3>Das Tratschmaul</h3>
<p><strong>Verhalten</strong>: Weiß alles – und lässt das jeden wissen. Keine Information bleibt vor diesem Typ verborgen, aber auch keine ist banal genug, nicht weitererzählt zu werden. Natürlich dient der permanente Nachrichtenfluss dem Netzwerken genauso wie dem Anschein, besonders gut verdrahtet zu sein.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Die Nähe zu Klatschtanten ist ambivalent. Einerseits erfährt man so viel und bekommt drohendes Unheil frühzeitig mit. Andererseits gelten undichte Stellen als unehrlich und unberechenbar: Man weiß nie, ob man nicht selbst gerade ausgehorcht wird. An der Spitze sind sie sogar gänzlich unwillkommen. Wer zu nah dranhängt, gerät deshalb leicht in Sippenhaft.</p>
<h3>Der Wirbelwind</h3>
<p><strong>Verhalten</strong>: Energisch, dynamisch, aggressiv. Der Typ ist ein Macher – allerdings von der ungeduldigen Sorte. Wer nicht genauso schnell schaltet wie er, sinkt sofort in seinem Ansehen. Also eigentlich alle. Falls er tatsächlich so blitzgescheit ist, wie er sich darstellt, dann steckt er voller Tatendrang, hat zu allem etwas zu sagen und sprudelt fortlaufend bessere Ideen hervor, die er bitteschön alle zackzack umgesetzt sehen will.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Solche Machertypen neigen zu autoritärem Gehabe – auch wenn sie keine Vor-gesetzten sind. Dafür diskutieren sie die Kollegen in Grund und Boden und hören ungern zu. Die eloquenten Blitzmerker nutzen jede gezeigte Schwäche sofort aus. Deshalb: Lassen Sie sich nicht provozieren, bieten Sie möglichst wenig Angriffsfläche, fassen Sie sich kurz und verzichten Sie auf jegliche Gefühlsduselei. Ansonsten: Lassen Sie ihn machen!</p>
<h3>Die Zicke</h3>
<p><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2007/06/zicke.thumbnail.jpg" class="right" alt="Zicke" /><strong>Verhalten</strong>: Hochgradig launisch, selbstverliebt, eigensinnig. Am besten kann die Bürozicke lästern, Fehler bei anderen entdecken und den allgemeinen Spaß bremsen. Zu ihrem Repertoire gehören Augenrollen, Stirnkräuseln, Weggucken, Abwinken, Auslachen. Ihr Selbstwertgefühl ist stets relativ: Wirken andere schlechter, geht’s der Zicke besser. Auch wenn der Name anderes suggeriert: Zicken können durchaus auch männlich sein.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Ignorieren. Zicken haben nur den Einfluss, den Sie diesen Spaßbremsen selber einräumen.</p>
<h3>Der Zweifler</h3>
<p><strong>Verhalten</strong>: Vermeidet jede Form von Veränderung, Entscheidung, Stress – könnte ja schiefgehen! Probleme sitzt er am liebsten aus. Verbesserungsvorschläge werden verschleppt, Kreativität ausgetrocknet, Kritik ignoriert. Seine Innovationsfeindlichkeit tarnt der Zweifler durch Besonnenheit, Tiefenanalyse und Rückfragen. Solche Typen werden selten Chef – blockieren aber den ganzen Laden.</p>
<p><strong>Umgang</strong>: Als Advocatus Diaboli hat er seine Berechtigung, denn er bremst auch blinde Euphorie und hilft Fehler zu vermeiden. Lassen Sie ihn den Berater spielen, das schmeichelt ihm! Und üben Sie keinen Druck auf ihn aus – dann liefert er wenigstens fundierte Entscheidungshilfen.</p>
<p><small>*Ann-Kathrin Nikolov hat visuelle Kommunikation an der FH Aachen studiert und arbeitete für die Agentur Counterpart bevor sie sich selbstständig machte. Sie ist spezialisiert auf Layout, Satz, Illustration, Composing, Bildbearbeitung und Screendesign. Zu den Kunden, für die sie arbeitete, gehören Metro, Früh Kölsch, Standard Life, Valeo, Cognis.</small></p>
 <p><a href="http://karrierebibel.de/?flattrss_redirect&amp;id=9&amp;md5=51bc917260cb03ec9ce96051276acaeb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://karrierebibel.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Von Anschreiben bis Zeugnis – Das ABC der Bewerbung</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jan 2008 06:34:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Mai</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[ABC der Bewerbung]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer nicht wirbt, bekommt auch keinen Job. Eine Bewerbung ist – wie der Name schon sagt – Werbung in eigener Sache. Trotz dieses sehr individuellen Erscheinungsbildes gelten Bewerbungen einige Konventionen. Sie zu beherzigen, macht nicht uniform, sondern hat sich bewährt. Statt der üblichen Tipps zur Bewerbung heute die Essenz, das ABC der Bewerbung: Anschreiben Liegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2011/10/StudentAbbrecherUniStudium.jpg"><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2011/10/StudentAbbrecherUniStudium.jpg" alt="" title="StudentAbbrecherUniStudium" width="300" class="alignright size-full wp-image-38636" /></a>Wer nicht wirbt, bekommt auch keinen Job. Eine <a href="http://karrierebibel.de/stellenanzeigen-und-jobangebote/">Bewerbung</a> ist – wie der Name schon sagt – Werbung in eigener Sache. Trotz dieses sehr individuellen Erscheinungsbildes gelten Bewerbungen einige Konventionen. Sie zu beherzigen, macht nicht uniform, sondern hat sich bewährt. Statt der üblichen Tipps zur Bewerbung heute die Essenz, das <strong>ABC der Bewerbung</strong>: <span id="more-754"></span></p>
<h3>Anschreiben</h3>
<p>Liegt obenauf und ist keine Dreingabe, sondern das Initial Ihrer Bewerbung. Entsprechend übersichtlich und prägnant muss es sein. Im Gegensatz zum Lebenslauf, der das Profil des Bewerbers schärft, spiegelt das Bewerbungsanschreiben seine Motivation. Wichtig: Dem Adressaten klar zeigen, warum man sich auf die <a href="http://karrierebibel.de/stellenanzeigen-und-jobangebote/">Stelle bewirbt</a> und der Beste ist, den der Personaler dafür bekommen kann. Falsch wäre, nur die Höhepunkte der Biografie zu wiederholen. Kondensieren Sie vielmehr Ihre Leistungen, Erfahrungen und Erfolge zu einem flammenden Plädoyer für sich selbst. Absolventen zielen dabei vor allem auf Studienschwerpunkte ab, Berufserfahrene legen mehr Gewicht auf die bisherige Position und erfolgreich absolvierte Projekte. Soziale Kompetenzen stehen im Vordergrund. Auf sie achten Personaler besonders. Sie klischeefrei zu formulieren, ist schwer aber essenziell. Bei einem Satz wie <em>„Ich bin team- und konfliktfähig&#8230;“</em> zählen Recruiter nur die Tage bis zur Pension. Unverzichtbar im Anschreiben: Ihr Name, Adresse sowie E-Mail-Adresse und Telefonnummer in der Kopfzeile. Darunter das Datum. Dann linksbündig Vor- und Zuname des Adressaten (nicht: <em>„An die Personalabteilung“</em>) sowie Anschrift, eine konkrete Betreffzeile („Bewerbung / Ihre Stellenanzeige vom 24. Juli 2007 in der <em>Lokalzeitung</em>“). Abschließend eine Unterschrift (nicht gedruckt!) und der Anlagenvermerk (Lebenslauf, Zeugnisse). Der Aufbau selbst besteht aus vier Teilen: Die Einleitung nimmt Bezug auf die ausgeschriebene Stelle. Kommen Sie gleich zum Punkt, bitte nicht einsteigen mit <em>„Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als &#8230;“</em> Der zweite Teil ist Eigenmarketing. Hier macht der Bewerber klar, warum er der Richtige ist. Im dritten Teil wird eine Verbindung zum Unternehmen hergestellt: Warum bewerben Sie sich ausgerechnet hier? Am Ende bedanken Sie sich für das Interesse, stellen heraus, dass Sie sich über einen Vorstellungstermin freuen würden und garnieren das Ganze <em>mit freundlichen Grüßen</em>.</p>
<h3>Bedanken</h3>
<p>Ein Dankeschön ist selten nach einem Bewerbungsgespräch. Wie mir Personaler sagten, bedanken sich nur etwa drei von 100 Bewerbern mit einem Brief. Dabei hebt das mehr ab als knallbunte Bewerbungsmappen. Warum also nicht ein <em>Dankeschön</em> schreiben? Betonen Sie, dass Sie das Gespräch anregend fanden und jetzt erst recht wissen, wie gut der Job zu Ihnen passt und es Ihren Wunsch erhöht hat, für dieses Unternehmen zu arbeiten. Wiederholen Sie maximal zwei Erkenntnisse des Jobinterviews und beantworten Sie eventuell offene Fragen. Danken Sie für die Zeit und Aufmerksamkeit (falls Sie gemeinsam Essen waren auch dafür), und freuen Sie sich auf eine <em>baldige Antwort</em>. Das alles sollte nicht länger als eine halbe Seite sein. </p>
<h3>Charakter</h3>
<p>Lebensläufe gleichen sich immer mehr an und heraus kommen Klone: Studium an einer Spitzenuniversität in Rekordzeit, Auslandspraktika, Fremdsprachenkenntnisse, gebleichtes Lächeln, modischer Kurzhaarschnitt (auch die Frauen), festen Partner – aber ungebunden. Solche Nachwuchskräfte wollen hoch hinaus, haben die Laufbahn optimiert, ihren Lebenslauf genauso sorgfältig geplant wie die Radtour durchs australische Outback. Das alles mag strategisch sinnvoll und taktisch klug sein. Doch wird das wichtigste dabei übersehen: der Charakter. Der gibt aber heute den Ausschlag. Akademische Brillanz beflügelt eben nicht zwangsläufig Kreativität, mit sozialem Geschick steht sie gelegentlich sogar auf dem Kriegsfuß. Doch exakt diese Fähigkeiten werden immer wichtiger: Konzepte moderieren, Abläufe modernisieren, Mitarbeiter motivieren. Wer an der Uni reüssiert, kann im Team dennoch scheitern, wenn er Konflikten mit 0815-Methoden begegnet. Zeigen Sie also in Ihrer Bewerbung, dass Sie nicht nur fachlich eine Koryphäe sind, sondern auch empathisch.</p>
<h3>Deckblatt</h3>
<p>Die einen sagen, es gehört unbedingt dazu und obenauf. Andere sehen es erst nach dem Anschreiben – versehen mit Foto sowie den übergroßen Kontaktdaten des Bewerbers. Und wieder andere sehen darin nur Zeit- und Materialverschwendung. Je nachdem kann es gar einer stilistischen Bankrotterklärung des Bewerbers gleichkommen, wenn der ein Deckblatt mit einem Kunstwerk verwechselt. „Ein Deckblatt wertet Ihre Bewerbung nicht auf wie eine Krawatte den Träger, sondern verhüllt sie wie ein Häkelschoner die Hakle-Rolle: Es hat einfach keine vernünftige Funktion“, schreibt zum Beispiel der Bewerbungsratgeber <a href="http://www.jova-nova.com/bewerb/bewerbungsmappe.htm" target="_blank">Gerhard Winkler</a>. Ich finde, er hat Recht.</p>
<h3>Eigenlob</h3>
<p>Zu viel Eigenlob turnt Personaler ab. Auch wer später im Vorstellungsgespräch zu lange redet, kassiert Minuspunkte. Das kam bei einer Studie der Personalberatung Korn/Ferry International unter 212 Personalberatern heraus. Luftpumpen, die sich als Gottes Gabe an die Wirtschaft verkaufen, fallen mehrheitlich durch. Gleiches gilt für diejenigen, die bei Gehaltsvorstellungen das Normalmaß um 20 Prozent überziehen. Selbstvertrauen im Vorstellungsgespräch ist zwar wichtig. Personaler ziehen aber Natürlichkeit immer spürbarer Arroganz vor. Nichts stößt mehr ab als ein eitler Selbstdarsteller. </p>
<h3>Foto</h3>
<p>Um das Bewerbungsfoto wird viel Bohai gemacht. Dabei ist es ganz einfach: Die Größe variiert zwischen 6 x 4 oder 9 x 6 Zentimetern. Es sollte weder aus dem Automaten noch aus dem Urlaub stammen, sondern ein Porträt (also keine Ganzkörperaufnahme) vor einem neutralen Hintergrund sein. Am besten von einem Profi gemacht. Wer Abzüge in die Bewerbung integriert, dann dem ersten Blatt des Lebenslaufs – und zwar oben in die erste Zeile der Tabelle. Ob rechts oder links, hängt davon ab, in welche Richtung die Nase zeigt. Faustregel: immer in die Seite hinein! Befestigt wird das Lichtbild mit einem Klebestift, nicht mit einer Büroklammer. Wer das Foto digital in den Lebenslauf integriert, sollte auf zwei Dinge achten: </p>
<ol>
<li>eine möglichst hohe Auflösung wählen, damit der Druck besser wird.</li>
<li>möglichst fototaugliches hochwertiges Papier verwenden. Sonst können Sie genauso gut eine Fotokopie einschicken.</li>
</ol>
<p>Schwarzweiß oder farbig? Das ist letztlich Geschmacksache. Monochrome Bilder wirken eleganter, können aber auch manieriert aussehen. Farbfotos dagegen sind authentischer, je nach Beleuchtung aber auch misstönend. Am besten Freunde fragen, welche Alternative sie sympathischer finden. Das Motiv selbst zeigt Sie im Halbporträt, dazu etwas Schulterpartie. Damit das Gesicht nicht glänzt, vorher abpudern oder mit Klopapier sanft abreiben. Die Kleidung sollte zum angestrebten Job passen: Wer sich als Banker in spe bewirbt, sollte wie ein Banker aussehen. Für Frauen gilt noch der Zusatz: Schulterfrei-Look ist tabu, ebenso tiefe Dekolletees und zu viel Make-up. Psychotests haben ergeben: Frauen mit Pferdeschwanz wirken seriöser und haben bessere Chancen zum Vorstellungsgespräch geladen zu werden als Frauen mit langen offenen Haaren. </p>
<h3>Greisenalter</h3>
<p>Ältere Arbeitnehmer auf Jobsuche fühlen sich häufig im Nachteil, wenig geschätzt und unattraktiv für den Arbeitsmarkt. Sicher gibt es so etwas wie Altersdiskriminierung. Die Konzentration darauf, zumal bei einer <a href="http://karrierebibel.de/alte-besen-bewerbungstipps-fuer-aeltere/">Bewerbung</a>, ist aber eine gefährliche Perspektive: die des Opfers. Seien Sie kein Bittsteller! Sie möchten den Job, bieten aber auch einiges. Ziel der Bewerbung muss sein, dem Personaler klar zu machen, dass er vor sich die Idealbesetzung sieht, kein Notstopfen. Verkaufen Sie sich auch nie als Allrounder oder Mädchen für alles. Eingestellt werden überwiegend Spezialisten – mit fortgeschrittenem Alter sowieso. Und sprechen Sie – wenn möglich – Ihr Alter niemals an. Schon gar nicht verteidigen! Mit Ihrer Leistungsfähigkeit, Kreativität und Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem hat das schließlich nichts zu tun. Falls Sie dennoch vom Personaler darauf angesprochen werden, wirken Sie entschlossen sämtlichen Klischees entgegen: Sie sind kerngesund, lernwillig, kommen mit jungen Leuten und anderen Kulturen wunderbar zurecht und müssen noch nicht einmal mehr früh nachhause, weil da ein kleines Kind auf Sie wartet. </p>
<h3>Heucheln</h3>
<p>Grundsätzlich gilt die Wahrheitspflicht für Bewerbungsunterlagen und Jobinterviews. Man darf also nicht vorgeben, einen Universitätsabschluss zu besitzen, wenn es nur der einer Fachhochschule ist. Kommt das später heraus, ist das ein Grund für eine fristlose Kündigung. Erleidet das Unternehmen dadurch sogar wirtschaftlichen Schaden, kann es Sie zu Schadenersatz verklagen. Manche Schwachpunkte lassen sich dennoch beschönigen. Eine Schwangerschaft, chronische Krankheiten etwa muss man dem Arbeitgeber nicht mitteilen, sofern die Krankheit keinen unmittelbaren Einfluss auf den Beruf hat.</p>
<h3>Internet</h3>
<p>Jede zweite offene Stelle wird heute über das Internet besetzt. Deutsche Unternehmen veröffentlichen bereits 85 Prozent ihrer Vakanzen auf der eigenen Homepage. Auch die elektronische Bewerbung folgt bestimmten Regeln: Die Betreffzeile sollte kurze, aussagekräftige Schlagwörter enthalten. Nicht <em>Bewerbung für einen Job</em>, sondern <em>Bewerbung als Vertriebsleiter / Ihre Anzeige</em>. Zudem müssen Umgangsformen, Grammatik und Orthographie stimmen. Der sonst übliche lockere Umgangston in E-Mails ist ein Erfolgskiller. Da wo Freifelder stehen, sollten Sie sich ins rechte Licht rücken, den Text aber in Ruhe vorschreiben. Spontan schleichen sich Fehler ein. Und: Zwei Anhänge an die E-Mail – Lebenslauf und Foto – reichen. Zulässig ist auch ein Link zur eigenen Webseite, wo weitere Informationen abgerufen werden können. Aber bitte nicht ausschließlich! Die Anhänge sollten im PDF-Format gespeichert sein, sonst können Formatierungen verloren gehen. Achtung bei Sonderzeichen! Das Euro-Symbol kann bei Gehaltsvorstellungen zu unfreiwilliger Verwirrung führen, wenn die Programmversion des Empfängers ein anderes Zeichen daraus macht. Besser gleich <em>EUR</em> schreiben. </p>
<h3>Jobmessen</h3>
<p>Recruiting-Messe, Praktikumsbörse, Absolventenkongress – Jobmessen sind die Gelegenheit, um sich über Praktika und Berufsangebote zu informieren und mit künftigen Chefs ins Gespräch zu kommen. Der Sinn solcher <a href="http://karrierebibel.de/besser-bewerben-tipps-fuer-jobmessen/">Jobmessen</a> besteht aber nicht darin, von Stand zu Stand zu hasten und sämtliche Aussteller zu besuchen. Konzentrieren Sie sich nur auf Unternehmen, die Sie beruflich interessieren und machen Sie mit diesen früh feste Termine aus! Die beliebtesten Arbeitgeber sind schnell ausgebucht. Und packen Sie den Tag nicht zu voll. Pro Unternehmen und Gespräch sollten Sie mit 45 Minuten rechnen. Und werfen Sie sich in Schale: Erscheinen Sie zur Messe wie Sie später auch den Job antreten würden. Profis bringen sich sogar ein paar Kosmetika mit, um sich zwischen den Terminen in den Waschräumen frisch zu machen. Ebenfalls im Reisegepäck: aktuelle Bewerbungsmappen mit Kurzanschreiben, Lebenslauf und Foto. Pluspunkte sammelt, wer sein Motivationsschreiben individuell für das jeweilige Unternehmen formuliert. Und überlegen Sie sich eine Strategie für die Selbstpräsentation. Differenzieren Sie sich bitte nicht über Floskeln, wie „Ich bin flexibel, motiviert und kreativ“ (Gähnfaktor 10!), sondern indem Sie Ihre Stärken auf die anvisierte Stelle zuspitzen. Optimal: Kandidaten, die sich vorher ein genaues Bild vom jeweiligen Unternehmen, der Branche, den Produkten und der aktuellen Darstellung in der Presse machen und darauf im Gespräch eingehen. Wirkt top informiert!</p>
<h3>Körpersprache</h3>
<p>Beobachten Sie die Körpersprache Ihres Gegenübers beim Vorstellungsgespräch! Schlagen dessen Augenlider immer seltener, schweift sein Blick öfters ab, wechselt er häufiger die Sitzposition und macht sich kaum noch Notizen, dann brechen Sie Ihren Monolog besser ab. Alles Anzeichen, dass sich der Interviewer langweilt. Stellen Sie besser eine Rückfrage oder wechseln Sie in die Metaebene: „Langweile ich Sie?“ Das zeigt zumindest, dass Sie ein aufmerksamer und empathischer Bewerber sind. </p>
<h3>Lebenslauf</h3>
<p>Ob der Lebenslauf besser amerikanisch – also mit der aktuellen Position zuerst – oder chronologisch verfasst wird, ist egal. Wichtiger ist, dass das Profil des Bewerbers schnell erfasst werden kann. Personaler müssen hunderte solcher Mappen lesen, die wenigsten investieren jeweils mehr als vier Minuten. Das Wesentliche muss also sofort ins Auge springen. Die tabellarische Form ist heute Standard: links Zeitangaben, rechts Fakten. Bitte keinen optischen Firlefanz! Ein Lebenslauf ist eine reine Faktensammlung. Stichworte reichen, Kommentare sind tabu. Genauso eine Anrede oder Grußformel zum Schluss. Was in die Vita rein muss: persönliche Daten (Name, Geburtstag und -ort, Anschrift, Familienstand, Staatsangehörigkeit), Ausbildung (dazu gehört auch evtl. geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst), Berufserfahrung, besondere Qualifikationen (Weiterbildung, Kenntnisse, Fähigkeiten, Sprachen), Interessen (Mitgliedschaften, soziale Dienste – keine Hobbys!). Alles zeitlich exakt eingeordnet, vor allem lückenlos. Das weckt sonst den Verdacht, Sie wollten peinliche Stationen vertuschen. Monatsangaben reichen in der Regel, also: <em>06/2003 – 06/2006 Ausbildung zum Bankkaufmann in der Kreissparkasse Köln</em>. Tipp: unter die persönlichen Angaben, gleich eine Zeile mit der angestrebten Position einfügen. Betont den Anspruch auf die ausgeschriebene Stelle. Dann aber sollte sofort das stärkste Argument dafür folgen: Bei Absolventen sind es die Ausbildung und Studienschwerpunkte die darauf hinführen, bei Jobwechslern die aktuelle Position, bei Arbeitsuchenden ihre besonderen Qualifikationen. Formal muss der Lebenslauf mit Ort, Datum und einer Unterschrift versehen werden. Damit ist er eine Urkunde. Obacht: Bewusst falsche Angaben sind dann Urkundenfälschung und Betrug und können eine Kündigung zur Folge haben.</p>
<h3>Mappe</h3>
<p>Die teure Bewerbungsmappe kann man sich sparen. Wer meint, dass er positiv auffällt, weil er sein Bewebungsschreiben in dreiflügelige Pappmappen steckt, irrt. So sieht heute jedes zweite Gesuch aus. Und ausgeklappt nimmt das Triptychon den halben Schreibtisch des Personalers ein. Das nervt. Die Mappe ist idealerweise ein Klemmhefter, kein Schnellhefter mit Lochung. So kann der Personaler die Unterlagen leichter herausnehmen und wieder zurückstecken. Und bitte keine aufdringlichen Farben. Schwarz, Dunkelblau, maximal Rot sind auffällig genug.</p>
<h3>Nervosität</h3>
<p>Ist normal und darf in Maßen gezeigt werden. Menschen, die im Vorstellungsgespräch eine coole Fassade aufsetzen, gelten als <em>Gefühlsunterdrücker</em> und kassieren Minuspunkte. Wer seine Gefühle versteckt, so das Fazit einer Studie der Psychologin Jane Richards von der Universität Texas, kann in einer belastenden Situation schlechter auf seine Gesprächspartner eingehen und reagiert verzögert. Denn Selbstbeherrschung kostet Kraft. Darunter leidet das Erinnerungsvermögen. Deshalb können sich Gefühlsunterdrücker auch schlechter an Gesprächsdetails erinnern. Authentizität kommt besser an.</p>
<h3>Offenheit</h3>
<p>Vergessen Sie aber auch allzu große Offenheit. Bei aller Liebe zur Authentizität – den Job bekommt meist, wer <em>Ja</em> sagt, bis der Personaler strahlt. Oder anders formuliert: Der Schleimer schlägt jeden Selbstdarsteller im Vorstellungsgespräch. Das haben die US-Wirtschaftswissenschaftler Chad Higgins und <a href="http://www.cba.ufl.edu/mang/faculty/facultyinfo.asp?WEBID=2133" target="_blank">Timothy Judge</a> herausgefunden und dazu bei <a href="http://media.www.marquettetribune.org/media/storage/paper1130/news/2004/12/07/News/Flattery.May.Get.You.Anything.Even.A.Job-2629028.shtml" target="_blank">116 Studenten</a> beobachtet, welches Verhalten im Jobinterview besser ankam. Zudem befragten sie zahlreiche Personalverantwortliche. Das Ergebnis war stets dasselbe: Werbung in eigener Sache ist nicht schlecht, erfolgreicher aber ist, Komplimente zu machen, Gemeinsamkeiten zu finden und diese subtil ins Gespräch einzubauen. Sagen Sie also ruhig, dass Sie dieselbe Uni wie der Personaler besucht haben oder das gleiche Hobby pflegen. Das baut eine Bindung auf. Aus der Sozialpsychologie ist bekannt, dass Menschen andere Menschen sofort sympathischer finden, je ähnlicher ihnen diese sind. </p>
<h3>Papier</h3>
<p>Natürlich verwenden Sie jede Bewerbung nur einmal. Das Papier (Standard: DIN A4) ist nicht nur einfaches Kopierpapier, sondern besser. Die Blätter haben keine Flecken, Knicke, Eselsohren. Der Druck ist scharf und verwischt nicht (Laserdruck ist am besten). Die Texte sind frei von Grammatik- und Orthografiefehlern. Optimal ist zudem, nur eine Schrifttype (nur nicht die 0815-Typen <em>Arial</em> oder <em>Times</em>) sowie einheitliche Einzüge, Linien und Abstände (eineinhalbzeilig hat sich bewährt) zu verwenden. Die Bewerbung bekommt sonst einen Patchwork-Charakter. Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein. </p>
<h3>Quereinsteiger</h3>
<p>Wer einen nicht ganz so stromlinienförmigen Lebenslauf vorweisen kann oder die Branche wechseln will, sollte das Bewerbungs-ABC genauso befolgen, muss sein unkonventionelles Profil allerdings offensiver verkaufen, denn er kämpft gegen den Vorbehalt, Monate der Einarbeitung zu brauchen, bis er produktiv wird. Wenn also Ihre fachlichen Qualifikationen Sie nicht auf den ersten Blick für den Job auszeichnen, sollten Sie mit Erfolgen trumpfen, deren Erfahrungen auf den neuen Job übertragbar sind. Dieser Vergleich sollte zuvorderst im Anschreiben stehen und auf keinen Fall larmoyant vorgetragen werden, Motto: „Ich hab zwar nicht die Ausbildung, bin aber motiviert.“ Der Tenor sollte sein: „Was ich bei Projekt XY gelernt habe, kann ich perfekt bei Ihnen einbringen.“ Achten Sie darauf, dass der Lebenslauf noch weitere Parallelen aufweist. </p>
<h3>Rückfragen</h3>
<p>Viele Vorstellungsgespräche verlaufen nach dem Schema: Der Interviewer fragt, der Kandidat antwortet. Falsch! Nutzen Sie es zum Dialog und stellen Sie auch Rückfragen. Die sind das Symbol für Eigeninitiative, Selbstbewusstsein und signalisieren eine professionelle Einstellung. Gute Fragen sind: Was genau wird meine Aufgabe sein? Wer gehört zum Team? Mit wem arbeite ich zusammen? Gibt es Probleme im Team? Werden Mitarbeiter kontinuierlich gefördert? Wie? Welche Aufstiegschancen hat man von dieser Position aus? Wann kann ich mit Ihrer Antwort rechnen? Oder direkt an den Interviewer: Warum arbeiten Sie hier?</p>
<h3>Schlagfertigkeit</h3>
<p>Wird überschätzt. Wer zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird, verfügt bereits über gesuchte Kompetenzen. Jetzt geht es um Persönlichkeit, nicht um einen rhetorischen Schlagabtausch. Wer nur versucht zu trumpfen, sieht das Interview aus der falschen Perspektive: Es geht auch darum, herauszufinden, ob man selbst auch zum anvisierten Unternehmen passt. Und wer sich verbiegt, nur um den richtigen Eindruck zu hinterlassen, fällt damit in der Regel erst auf und anschließend durch. </p>
<h3>Termin</h3>
<p>Falls Sie Alternativtermine für ein Vorstellungsgespräch zur Auswahl haben: Nehmen Sie den letzten! In Wettbewerben vergeben Juroren bessere Noten, je weiter der Wettbewerb voranschreitet. Das hat die Psychologin Wändi Bruine de Bruin von der Carnegie Mellon Universität herausgefunden als sie die Punktvergabe bei Eiskunstlaufmeisterschaften und dem Eurovision Song Contest analysierte. Der Effekt wirkt sogar unabhängig davon, ob die Noten während des Wettbewerbs oder erst am Schluss vergeben werden. Und er ist auf Jobinterviews übertragbar: Beim ersten Kandidaten hat der Interviewer noch keine Vergleichsmöglichkeiten, beim zweiten ist er aufmerksam und kritisch, wird aber milder (und müder), je näher er dem Auswahlende kommt. Der Letzte ist also oft der Erste – wie in der Bibel.</p>
<h3>Ungeduld</h3>
<p><em>„Nennen Sie mir bitte eine Ihrer Schwächen!“</em> Auf diesen Klassiker in Vorstellungsgesprächen antworten erstaunlich viele mit „Ungeduld“. Irgendwann muss dieser unselige Tipp in einem Karriereratgeber gestanden haben: „Sagen Sie, Ungeduld sei Ihre Schwäche. Das ist in Wahrheit eine Stärke!“ Wer nach oben strebt, zeichnet sich dadurch aus, dass er die Dinge nach vorne bringt, nicht lange fackelt. Ein Machertyp eben. Geduld ist die Sache solcher Leute nicht. Blödsinn! Ungeduld <em>ist</em> eine Schwäche – eine große sogar, die häufig mit übertriebenem Ehrgeiz korreliert. Und beide haben schon manches aufstrebende Talent zu Fall gebracht. Die Ich!-Alles!-Jetzt!-Attitüde erschafft nur Instant-Typen, die zu schnell und zu viel auf einmal wollen, dieser Aufgabe aber (noch) nicht gewachsen sind. Man kann nicht drei Jahre Erfahrung in einem absolvieren. Es ist die Übung, die den Meister macht. Noch immer. Wenn Sie schon eine Schwäche nennen, dann bitte eine echte, kleine. Ehrlich.</p>
<h3>Videobewerbung</h3>
<p><em>Broadcast yourself</em> – in den USA ist das längst ein Trend, hierzulande werden <a href="http://karrierebibel.de/auf-den-schirm-fehler-bei-der-video-bewerbung/" target="_blank">Videobewerbungen</a> eher als exotisches Nerd-Intermezzo belächelt. Das kann sich aber bald ändern. Einige <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4QNWx8VJa84&#038;mode=related&#038;search=" target="_blank">Beispiele</a> gibt es längst, einige peinliche <a href="http://waschsalon.twoday.net/stories/2844617/" target="_blank">Entgleisungen</a> allerdings auch. Deshalb, und bevor auch Sie zur Kamera greifen, sollten Sie die <em>klassischen Fehler</em> <a href='http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2007/08/videobewerbung.pdf' title='Videobewerbung'>(.pdf)</a> einer Videobewerbung vermeiden.  Sie ist nie eine digitale Doublette Ihrer Printbewerbung! Es ist die Essenz, ein Scheinwerfer auf Ihre Persönlichkeit, ein Werbeclip für Ihre Stärken. Der Zuschauer soll Sie besser kennenlernen und zugleich neugierig werden. Es darf aber nie ein Déjà-vu ihrer Standardbewerbung hervorrufen. Das Video sollte deshalb kurz, prägnant und inspirierend sein. Vor allem inspirierend. Und nicht länger als zwei Minuten. Bereits in der ersten Minute sollte die Hauptbotschaft kommen. Orientieren Sie sich an einem sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elevator_Pitch" target="_blank">Elevator Pitch</a>: Wer es nicht schafft, sein Gegenüber während einer Aufzugfahrt zu überzeugen, schafft es nie.</p>
<h3>Wuschelmähne</h3>
<p>Rund 120.000 Haare wachsen uns auf dem Kopf. Und bis zu hundert fallen täglich wieder aus. Die meisten wachsen nach. Das ist auch gut so: Ein voller Schopf ist ein starkes Signal für Vitalität und sexuelle Potenz – bei Männern und Frauen. Wer seine Haare verliert, verliert in den Augen der anderen immer auch an Kraft und <a href="http://karrierebibel.de/spieglein-spieglein-wer-schoen-ist-macht-karriere/" target="_blank">Sympathien</a>. So werden laut einiger Studien glatzköpfige Männer seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen als ihre behaarten Mitbewerber. Frauen mit Pferdeschwanz wiederum werden von Personalern weniger kritisch befragt als ihre Konkurrentinnen mit wallenden, offenen <a href="http://karrierebibel.de/kamm-drueber-wie-haare-wirken/" target="_blank">Haaren</a>. Und Frauen mit kurzen Haaren werden mehrheitlich als intelligent und selbstbewusst empfunden. Dunkle, lange Locken schneiden übrigens genauso schlecht ab wie Blondinen: Ihre Trägerinnen hält die Mehrheit für unsicher oder gar dumm. Das auch für Männer: Weibliche Personaler halten blonde Männer für weniger intelligent und attraktiv als dunkelhaarige. </p>
<h3>X für U</h3>
<p>Sollten Sie dem Rekruter nie vormachen. Wer sich mit dem anvisierten Unternehmen, seinen Produkten und der Branche nicht auskennt, hat keine Chance. So gut wie immer wird im Jobinterview danach gefragt. Präparieren Sie sich also rechtzeitig und gründlich und lassen Sie am besten schon von sich aus im Gespräch subtil einfließen, dass Sie sich mit dem Arbeitgeber, dessen Kultur und Marktumfeld beschäftigt haben. Zitieren Sie einfach ein paar aktuelle Zahlen oder ein kürzlich publiziertes Interview des CEO in der Presse. </p>
<h3>Yoga</h3>
<p>Hilft, Stress abzubauen. Sollte der Sie aber im Jobinterview überfallen, sind Atemübungen unauffälliger. Atmen Sie ganz bewusst tief und langsam. Vor allem in den Bauch. Die langsame Atmung sorgt dafür, dass sich der Kreislauf beruhigt. Durch die Nase einatmen, durch den Mund wieder aus. Am besten nach der <em>5-mal-5-Regel</em>: Einatmen und dabei langsam gedanklich bis 5 zählen, Luft anhalten und bis 5 zählen, Ausatmen und wieder bis 5 zählen, fünf Sekunden Pause machen und das Ganze wiederholen – mindestens fünf Mal.</p>
<h3>Zeugnis</h3>
<p>Nur Kopien verschicken – nie Originale! Es sollten aber auch nicht zu viele Nachweise werden – vor allem, wenn das damit nachgewiesene Beschäftigungsverhältnis länger zurückliegt. Fünf  Zeugnisse reichen. Bei Berufseinsteigern sind Abizeugnis und Studienabschluss Pflicht. Wer über 40 ist, kann Ersteres  getrost weglassen. Den Mix aus Ausbildungszeugnis, Facharbeiter- oder Gesellenbrief, Meisterbrief und Arbeitszeugnisse sollten Sie – wenn Sie können – gezielt auswählen. Nur die besten gehören in die Mappe. Das sind vor allem jene, die detailliert Ihre bisherigen Aufgaben und Qualifikationen, Ihre (zwischenmenschlichen) Stärken und Erfolge beschreiben und ausführlich loben. Bedauert der Unterzeichner am Ende noch wortreich Ihren Abschied, ist das ein gutes Zeugnis – für Sie.</p>
 <p><a href="http://karrierebibel.de/?flattrss_redirect&amp;id=754&amp;md5=9f112bbc178283a01b8c9b4e588210ea" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://karrierebibel.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Benimm dich: Knigge-ABC für den Alltag</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Nov 2007 13:06:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Mai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bevor Sie an dieser Stelle einen Rückfall in die (guten) alten Zeiten befürchten, in denen reglementierte Umgangsformen den Menschen zwar Halt und Orientierung gaben, sie aber auch ziemlich steif und knarzig aussehen ließen, seien Sie beruhigt: Gute Manieren sind keinesfalls reaktionär. Im Gegenteil: Dahinter steckt vielmehr der Gedanke, anderen gegenüber stets Rücksicht zu zeigen sowie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2009/02/SchockFehler.png"><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2009/02/SchockFehler.png" alt="" title="SchockFehler" width="300" class="alignright size-full wp-image-38496" /></a>Bevor Sie an dieser Stelle einen Rückfall in die (guten) alten Zeiten befürchten, in denen reglementierte Umgangsformen den Menschen zwar Halt und Orientierung gaben, sie aber auch ziemlich steif und knarzig aussehen ließen, seien Sie beruhigt: Gute Manieren sind keinesfalls reaktionär. Im Gegenteil: Dahinter steckt vielmehr der Gedanke, anderen gegenüber stets Rücksicht zu zeigen sowie jederzeit zuvorkommend und charmant zu bleiben. In einer Zeit, in der Egoismus und Opportunismus dominieren, ist das geradezu fortschrittlich. <span id="more-464"></span></p>
<p>In der Rubrik <a href="http://karrierebibel.de/category/knigge-regeln/" target="_blank">Knigge-Regeln</a> finden Sie hier im Blog bereits einige nützliche Tipps zu aktuellen Übereinkünften etwa zu Tischsitten oder Büromanieren sowie zu Dresscodes und E-Mail-Etikette. Benimmregeln bleiben jedoch nicht nur offiziellen Anlässen vorbehalten. Gute Manieren sind eine Haltung, die man nicht einfach nur im Bedarfsfall an- oder ablegt. Deshalb heute ein <strong>Knigge-ABC für den Alltag</strong> (<a href="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2007/11/knigge-abc-alltag.pdf" title='Knigge-ABC Alltag' target="_blank">.pdf</a>), für typische Situationen, in die wir alle einmal kommen. Die hier aufgeführten Tipps sind jedoch nicht als starres Korsett gedacht, sondern schildert Konventionen, deren Einhaltung das Gros der Menschen angenehm und höflich empfindet.  Wer sich daran hält, beweist nicht nur Parkettsicherheit, sondern auch Kinderstube von A bis Z&#8230;</p>
<h3>Anrede</h3>
<p>Je besser man sich kennt, desto eher kann man auf förmliche Ansprachen verzichten. Wer jedoch neu in eine Gruppe kommt, sollte Fremde konventionell anreden. Konkret: Akademische Grade ab dem Doktor aufwärts werden dem Namen vorangestellt („Herr Dr. Müller“) , Diplome, Master- und Bachelor-Titel indes bleiben unerwähnt.  Doppelnamen (Müller-Lüdenscheidt) wiederum werden vollständig ausgesprochen, Ehrentitel und öffentliche Mandate ebenfalls (Herr Bürgermeister, Frau Ministerin), aber nicht auf die Ehepartner übertragen. Deutlich komplizierter ist der Umgang mit Adelstiteln. Die Titel „Graf“, „Baron“ oder „von“ sind Namensbestandteile, werden also genannt. Dann allerdings fallen zugleich das „Herr“ oder „Frau“ sowie die Präpositionen „von“ oder „zu“ weg. Richtig wäre also beim <em>Baron zu Lippe</em>: „Guten Tag, Baron Lippe&#8230;“ Im Fall, dass der Baron promoviert hat, wird der akademische Grad stets vorangestellt, weil dieser höherrangig ist: „Guten Tag, Dr. Baron Lippe&#8230;“</p>
<h3>Buffet</h3>
<p>Erlaubt ist: jederzeit zum Buffet zu gehen und sich einen weiteren Gang zu holen. Tabu ist: sich den Teller bis zum Anschlag voll zu packen und deshalb anschließend womöglich noch den Tisch vollzukleckern. Peinlich! Stilechte Buffets sind in der Regel so angerichtet, wie man die Gänge zu sich nehmen würde: zuerst die kalten Vorspeisen, dann die Suppe(n), die Hauptgänge und schließlich Käse und Desserts. Die Speisen werden übrigens nie am Buffet verzehrt oder probiert, sondern allein am Tisch. In diesem Fall ist es zwar höflich auf seine Tischnachbarn mit dem Verzehr zu warten – man muss es aber nicht. Und: Gehen Sie bitte niemals mit gebrauchtem Geschirr zurück ans Buffet (Ausnahme: privat)! Benutzte Teller und Besteck räumt der Kellner weg. Unnötig zu erwähnen, dass Sie am Buffet nie drängeln. Einzig richtig: Halten Sie in der Schlange etwas Smalltalk mit Ihrem Nachbarn. </p>
<h3>Canapé</h3>
<p>Zu vielen Anlässen wird heute vorab Fingerfood gereicht, meist sind das kleine Häppchen auf weichem Brot – sogenannte Canapés. Im Idealfall sind diese nicht größer als ein 2-Euro-Stück und brauchen deshalb auch nicht abgebissen werden, sondern können in einem Happen verzehrt werden. So ist es auch richtig. Also bitte, liebe Gastgeber und Caterer: nicht überfrachten!</p>
<h3>Distanzzonen</h3>
<p>Nicht wenige Menschen reagieren auf Gedränge mit Stress. Auslöser ist die menschlichen Nähe und damit einhergehende Verletzung ihrer Intimzone. Der US-Antropologe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_T._Hall" target="_blank">Edward T. Hall</a> hat diese sogenannten <a href="http://karrierebibel.de/bitte-abstand-halten-distanzzonen-und-intimsphaeren/" target="_blank">Distanzzonen</a> bereits 1963 vermessen und in vier Bereiche eingeteilt:  Die öffentliche Zone. Sie umfasst einen Umkreis mehr als 3,60 Meter Abstand und ist für die meisten unproblematisch. Die soziale Zone. Sie reicht von 1,20 bis 3,60 Meter. Der klassische Abstand zu Fremden, Verkäufern, Servicekräften oder Beamten. Näher als eine Armlänge sollten die keinem kommen. Denn dort beginnt schon&#8230; Die persönliche Zone. Sie ist guten Freunden oder Kollegen vorbehalten. Sie dürfen zwischen 0,6 und einen Meter an uns heranrücken. Es ist zugleich die Zone, in die jemand beim Händeschütteln eindringt. Deshalb sollten sich Fremde hierbei nur langsam nähern, wenn sie nicht gleich Vorbehalte schüren wollen. Die intime Zone. Hier hält unser Gegenüber gerade mal 60 Zentimeter Abstand. Das dürfen wirklich nur engste Freunde, Familie oder der Partner. Andernfalls reagieren wir mit Ablehnung oder gar Aggression. Diese Abstände sind allerdings westeuropäische Durchschnittswerte. In sogenannten <em>Kontaktkulturen</em>, wie in Lateinamerika oder im arabischen Raum, darf man sich deutlich näher kommen. </p>
<h3>Essen</h3>
<p>Zu Tischsitten und richtiger Esskultur finden Sie <a href="http://karrierebibel.de/speise-art-das-knigge-abc-fuer-geschaeftsessen/" target="_blank">hier</a> ja bereits einige Tipps. Deshalb an dieser Stelle noch einige klassische Fehler, die leider immer wieder zu beobachten sind: Es wird nicht getrunken, bevor der Gastgeber dazu aufgefordert hat. Ellenbogen werden nicht auf dem Tisch abgestützt, das Besteck wird zum Mund geführt – nicht umgekehrt, und mit vollem Mund spricht man nicht. Noch immer. Ebenfalls unhöflich ist, das Essen nachzuwürzen, bevor es probiert wurde. Im privaten Rahmen kommt das sogar einer Beleidigung gleich. Einmal aufgenommenes Besteck berührt die Tischdecke nicht wieder, bei Pausen wird es auf dem Teller geparkt. Heiße Speisen, wie Suppen, sollte man auch nicht kaltpusten – unschön. Der Suppenlöffel wird zudem nicht breitlings an den Mund geführt, sondern mit dessen Spitze. Falls Sie sich Wasser nachschenken oder noch etwas Brot nehmen möchten, bieten Sie zuerst den anderen den Brotkorb an, bzw. schenken Sie erst den anderen nach. Und: Inzwischen wünscht man sich kaum noch einen „Guten Appetit“. Der Grund: Kommt es vom Gastgeber und Koch, riecht es nach Eigenlob; kommt es vom Gast, ließe es die Vermutung zu, der Wunsch sei auch nötig. Kurzum: Wünschen Sie sich lieber einen netten Abend oder prosten Sie auf eine gute Partnerschaft.</p>
<h3>Flirten</h3>
<p>Die Dosis macht das Gift. Komplimente hört jeder gerne, aber sie müssen glaubwürdig bleiben. Übertreiben Sie es also nicht. Sprücheklopfende Draufgänger mag keiner. Bevor Sie losquasseln, stellen Sie lieber erst Blickkontakt her. Wird er auch beim zweiten Mal erwidert, ist das ein Signal, dass Interesse besteht. Eine erste unverbindliche Verabredung auf neutralem Boden (zum Beispiel zum Kaffee) ist heute üblich. Ebenfalls üblich ist heute die sogenannte <em>Akkolade</em> &#8211; der angedeutete Wangenkuss zur Begrüßung. Ob nun zweimal oder dreimal geküsst wird (links-rechts-links), ist unerheblich. Entscheidender ist, dass dieser Kuss nur angedeutet wird. Also bitte kein lautes Schmatzen, kein Berühren der Wange mit den Lippen. Das gilt im Übrigen aus für den inzwischen aus der Mode gekommenen Handkuss: Auch er wurde nur angedeutet, wobei ER der Dame dabei stets ins Auge blickte, nicht auf die Hand. Früher galt zudem: Der Kavalier lädt die Dame ein. Das gilt zwar im Prinzip heute auch noch. Manche spüren wegen des <a href="http://karrierebibel.de/wie-du-mir-das-wesen-der-reziprozitaet/" target="_blank">Reziprozitätsprinzips</a> dabei eine Art Verpflichtung und fühlen sich deshalb unwohl, wenn der andere die Rechnung bezahlt. Tipp: Fragen Sie die Dame, ob sie damit einverstanden ist, wenn Sie sie einladen. Und wenn Sie jemandem mal einen Korb geben möchten, dann versuchen Sie das bitte so, dass der- oder diejenige dabei das Gesicht wahren kann. Wortwechsel à la „Haben wir uns nicht schon mal gesehen?“ „Nein, und ich hoffe, es kommt auch nicht wieder vor&#8230;“ sind zwar amüsant, aber unhöflich. </p>
<h3>Geschäftsessen</h3>
<p>Ziel eines Businesslunch ist nicht etwa auf Firmenkosten satt zu werden, sondern Geschäftsbeziehungen zu verbessern oder zu vertiefen. Konzentrieren Sie sich also vornehmlich auf den Gast und machen Sie es ihm so angenehm wie möglich. Das beinhaltet auch, dass Sie ihm den besten Platz anbieten – besser noch: die freie Platzwahl überlassen. Auch, wenn er dabei Ihren bisherigen Platz wählt. Achten Sie darauf, dass der Gast später zu Ihrer Rechten bzw. zur Rechten des Gastgebers sitzt – das ist der Ehrenplatz. Treffen Sie sich nur zu zweit, setzen Sie sich freilich gegenüber, kennen Sie sich besser sogar eher über Eck. Das wirkt vertrauensvoller.</p>
<h3>Handicap</h3>
<p>Der Umgang mit Behinderten fällt den meisten Nichtbehinderten schwer: Sie sind unsicher, neigen zu übertriebener Rücksicht oder Mitleid und machen es für die Betroffenen dadurch nur noch unangenehmer. Die meisten Behinderten wollen von ihren Mitmenschen in erster Linie als Mann, Frau, Kunde, Mitarbeiter, Fachkraft, etc. wahrgenommen werden und nicht als Mensch mit Handicap. Behandeln Sie sie also normal und bieten Sie Hilfe an, wenn sie augenscheinlich gefragt ist – etwa bei einem Rollstuhlfahrer, der eine Treppe überwinden möchte. Aber helfen Sie nie ungefragt! Das interpretieren manche als Eingriff in ihre Autonomie. Und für den Fall, dass geistige Behinderte Sie einmal bedrängen oder verbal beleidigen, sehen Sie großzügig darüber hinweg und bleiben Sie freundlich und ruhig. </p>
<h3>Integrieren</h3>
<p>Neu im Team? Dann sollten Sie sich einen Überblick über die geschriebenen wie ungeschriebenen Regeln der Gruppe und des Unternehmens verschaffen. Gehen Sie möglichst noch keine Koalitionen ein, auch wenn man sie Ihnen gleich anbietet. In den ersten Tagen sind sie die personifizierte Schweiz. Vorerst. Halten Sie sich ebenso mit Ratschlägen und Verbesserungsvorschlägen zurück. Bevor Sie den Laden mit ihren Ideen dominieren, beweisen Sie zuerst Ihre Fähigkeit zur Integration und Unterordnung. Seien Sie auch nicht vorschnell mit dem „Du“ – es sei denn es gehört zur Kultur. Nähe bauen Sie besser auf, indem Sie zuhören, Hilfe anbieten, sich mehr engagieren als gefordert wird und sich in Sprache, Kleidung und Gepflogenheiten anpassen. Haben Sie erst einmal genug Vertrauen gewonnen, können Sie sich mehr Freiheiten gönnen. </p>
<h3>Jux </h3>
<p>„An seinen Scherzen erkennt man den Menschen“, wissen die Franzosen. „Scherze, die schmerzen, sind keine“, mahnen die Spanier, und eine russische Volksweisheit besagt: „Kein Scherz ist besser als der über sich selbst“. Bei aller Liebe zu Wortwitz, Jux und Dollerei – Humor ist heikel. Einerseits kann er verbinden, eine gespannte Atmosphäre entschärfen oder einfach nur die Laune heben. Andererseits: Nicht jeder verträgt Humor (Ironie ganz besonders) und über das, was der eine lustig findet, muss der andere noch lange nicht lachen. Setzen Sie Späße deshalb nur mit Bedacht ein: keine diskriminierenden Witze; keine Scherze über Sex, Frauen, Politik, Religion; kein Veralbern von abwesenden Dritten. Unbedenklich dagegen: Sie erzählen eine launige Anekdote aus Ihrem Leben, bei der sie zugleich eine charmante Schwäche zugeben. </p>
<h3>Komplimente</h3>
<p>Schmeicheleien hört jeder gerne. Problematisch wird es immer dann, wenn diese ins Anzügliche abgleiten. Wer auf dem schmalen Grat zwischen Kompliment und sexueller Belästigung nicht balancieren kann, sollte das sicherheitshalber lassen. Im Job könnten sonst leicht Ermahnung und Abmahnung die Folgen sein. Vor allem wenn die berufliche Hierarchie ins Spiel kommt, wird es heikel. Als Kollege können Sie der Kollegin, die sie gut kennen, sicher noch sagen: „Sie sehen heute bezaubernd aus.“ Als Chef ist das schon das Äußerste, was Sie sich erlauben dürfen. Je mehr Sie ins Detail gehen („Dieses Dekolleté, diese Beine, Ihre Figur…Wahnsinn!“), desto belästigender kann das auf den anderen wirken. Das gilt übrigens auch für betriebliche Anlässe wie eine Geburtstagsfeier, ein Ein- oder Ausstand nach Dienstende. Hier herrscht zwar eine private Atmosphäre – für Juristen ist dies aber noch immer ein berufliches Umfeld. Wenn Sie dem anderen schon eine Freude machen wollen, loben Sie lieber dessen Leistungen, seine Charakterstärken, sein Teamspiel. Alles unverfänglich – und sehr schmeichelhaft.</p>
<h3>Ladies first</h3>
<p>Die Dame zuerst, gilt inzwischen nur noch im Privaten. Bei Geschäftsterminen zählt allein die Hierarchie. Hier wird stets der ranghöchste Gast zuerst begrüßt – unabhängig vom Geschlecht. Sind solche Hierarchien nicht erkennbar, wird zuerst die Person begrüßt, die man am besten kennt. Immer wieder kommt allerdings die Frage: Wer hält wem die Tür auf – er ihr oder sie ihm? Oder: Wer hilft wem in den Mantel? Diesbezügliche Regeln gelten heute als überholt. Sowohl Sie kann unterstützend eingreifen, er aber auch. Schließlich gibt es aussagekräftigere Gradmesser für die Emanzipation als die Fähigkeit, alleine in einen Mantel zu schlüpfen. Verkehrt wäre nur, solche Gesten barsch abzulehnen. </p>
<h3>Mitfahrgelegenheit</h3>
<p>Ihr Geschäftspartner bietet Ihnen an, Sie in seinem Auto mitzunehmen. Obacht: Kommen Sie jetzt bloß nicht auf die Idee, sich allein auf die Hinterbank zu setzen. Der Typ ist nicht Ihr Chauffeur! Allerdings wird ein höflicher Fahrer seinem Gast die Tür aufhalten – erst recht, wenn es eine Dame ist. Werden Sie hingegen im Taxi chauffiert, sitzt der Ehrengast immer hinten rechts. Hier lässt es sich am leichtesten und sichersten ein- bzw. aussteigen. Wer die Zeche zahlt, sitzt links hinter dem Fahrer oder – falls Sie zu dritt oder zu viert fahren – neben dem Fahrer. Auch in diesem Fall gilt: Der ranghöchste Gast sitzt hinten rechts, sein wichtigster Ansprechpartner gleich daneben. </p>
<h3>Nachbarn</h3>
<p>Ob man nun in eine Doppelhaushälfte, ins Mehrfamilienhaus oder eine Plattenbausiedlung einzieht: überall gibt es Nachbarn, die die Wohnqualität empfindlich beeinflussen können. Ein guter Start ist dabei oft schon essenziell. Als Neuankömmling stellen Sie sich möglichst am ersten Tag freundlich vor, klingeln kurz, sagen vielleicht noch was Sie beruflich machen und bekunden den Willen zu guter Nachbarschaft. Umgekehrt: Heißen Sie den Neuen wilkommen und begrüßen Sie ihn vielleicht auch Tags darauf noch einmal mit einem kleinen Präsent – und seien es nur ein paar Süßigkeiten für die Kinder (falls vorhanden). Zum guten Ton gehört es zudem, im Flur zu grüßen, Heraufsteigenden im Treppenhaus den Vortritt zu lassen (erst recht, wenn sie bepackt sind), Älteren Mitbewohnern beim Tragen schwerer Taschen zu helfen oder die Tür aufzuhalten – und Partys rechtzeitig anzukündigen. Ein geschickter Schachzug: Laden Sie die unmittelbaren Nachbarn direkt auf ein Glas dazu ein, dann werden sie kaum gegen die Fete opportunieren. Nach Mitternacht sollte man allerdings den Lärmpegel deutlich senken. Allgemein akzeptiert sind Ruhezeiten zwischen 20 und 8 Uhr sowie zwischen 13 und 15 Uhr. Dann sollte keiner handwerkern oder seine Musik auf Konzertlautstärke hören.</p>
<h3>Order</h3>
<p>Der geübte Gastgeber führt die Regie einer Einladung über Fragen: Was halten Sie von einem Menü? Wollen wir zunächst eine Vorspeise nehmen? Möchten Sie Wein dazu trinken? Anschließend passt er sich den Wünschen seiner Gäste an (nimmt also keine Vorspeise, wenn die keine wünschen) und lässt ihnen selbstverständlich auch bei der Bestellung den Vortritt. Und wenn es ans Bezahlen geht, macht er das möglichst nicht am Tisch, sondern diskret am Empfang.</p>
<h3>Pünktlichkeit</h3>
<p>Ist höflich. Überpünktlichkeit dagegen oft unpassend. Bei privaten Einladungen könnten die Gastgeber bis zuletzt noch mit den Vorbereitungen beschäftigt sein; bei Gesellschaften mit freier Platzwahl könnte es latent gierig wirken, zu früh zu erscheinen. Motto: Den besten Platz für mich! Erscheinen Sie lieber wenige Minuten später – aber bitte nicht mehr als zehn. Ansonsten ist es höflich, seine Verspätung – etwa wegen eines Staus – telefonisch anzukündigen. </p>
<h3>Quittung</h3>
<p>Wenn Sie im Restaurant die Rechnung möchten, rufen Sie bitte nicht „Herr Ooober…!“ Blickkontakt reicht. Trinkgeld (engl. „Tip“: <em>to improve promptness</em>) bekommen nur Angestellte, nie der Besitzer (gilt auch für Restaurant, Friseur, Taxi). Zehn Prozent sind inzwischen üblich, im Ausland besser 15 Prozent.</p>
<h3>Rede</h3>
<p>Leider gelingt nicht jedem eine pointierte Ansprache aus dem Stegreif. Die klassischen Fettnäpfe kann aber dennoch jeder umgehen: Danken oder erwähnen Sie zunächst die Ehrengäste, jedoch bitte nicht mehr als fünf. Dann: Sprechen Sie verständlich! Einfache Sätze, einfache Worte, viel Emotion, viele Verben, kaum Substantive, keine Fremdwörter oder Fachausdrücke. Kurz: Erzählen Sie kurze, launige und persönliche  Geschichten und variieren Sie dabei ruhig mit Stimme und Körpersprache. Das wirkt lebendiger als jedes Wortgeklimper. Und halten Sie stets Blickkontakt zum Publikum und nach fünf Minuten wieder die Klappe. Eine Stegreifrede ist schließlich kein Vortrag.</p>
<h3>Streit</h3>
<p>Sollten Sie im privaten Rahmen einmal unfreiwillig Zeuge eines Beziehungsstreits werden, dann beziehen Sie auf keinen Fall Position! Sie können dabei nur verlieren – schlimmstenfalls einen Freund. Ziehen Sie sich lieber umgehend, diskret und unter einem Vorwand („Ich muss mal telefonieren&#8230;“) zurück. Zurückkehren können Sie, wenn sich die Wogen hörbar geglättet haben. Dauert der Zwist länger, entschuldigen Sie sich, dass Sie jetzt besser gehen werden. Und bitte dabei nicht mehr Text als nötig. Einer der Streithähne könnte das nutzen, um weiteres Öl ins Feuer zu gießen („Siehst du, jetzt hast du unsere Gäste auch noch verprellt&#8230;!“). </p>
<h3>Theater</h3>
<p>Ob Sie nun in die Oper, ins Theater oder zu einem Konzert gehen: Nach wie vor erkennt man den Gentleman daran, dass er der Dame den Vortritt lässt und an der Garderobe zuerst aus dem Mantel hilft, bevor er sich seinen auszieht. Die Kleidung sollte zu solchen Anlässen elegant aber nicht schrill sein – die Künstler spielen die Hauptrolle, nicht Sie! Am Ende eines Stückes wird reichlich applaudiert, Szenenapplaus kommt dagegen seltener vor, bei Sinfonien gar nicht. Wenn das Stück grottig war, sagen Sie das hinterher ruhig. Nur bitte nicht pfeifen oder grölen – ordinär! Und falls Sie während der Aufführung Schluckauf oder einen Hustenanfall bekommen, ziehen Sie sich bitte umgehend aus dem Saal zurück. Bis zur Pause dürfen Sie sich dann allerdings nicht mehr durch die Reihen zurück schlängeln. Das wäre rücksichtslos. Suchen Sie sich stattdessen einen freien Platz am Rand. </p>
<h3>Unterwegs</h3>
<p>Etikette wird durchaus auch global geschätzt. Die jeweiligen Landesmanieren hier alle aufzuzählen, wäre aber zu umfangreich. Daher nur die wichtigsten: Achten Sie auf Ihre Kleidung – vor allem im Hinblick darauf, keine religiösen Gefühle zu verletzen. Miniröcke, Hotpants oder Stringbikinis sind etwa in islamisch geprägten Ländern tabu, auch am Strand. Man sieht Europäern zwar einiges nach, besser ist aber, von vorneherein Rücksicht zu nehmen. Ebenso unschicklich sind nackte Beine, Leggings oder Spaghetti-Träger in christlichen Kirchen. Die Stoppelbeine von Männern in kurzen Hosen mag dort aber auch keiner sehen. In den meisten arabischen Ländern, in Asien oder Afrika wird zudem die Gastfreundschaft sehr hoch geachtet. Eine Einladung auszuschlagen ist hier ein schwerer Fauxpas und kommt einer Beleidigung gleich. Selbst ungewohnte Speisen sollten sie deshalb wenigstens probieren. Und sagen Sie nie, dass es nicht schmeckt – sie leiden heute allenfalls an einer „Magenverstimmung“ oder haben einfach keinen Hunger. Im den meisten Ländern ist es zudem üblich, dass der Gastgeber im Restaurant die gesamte Rechnung bezahlt. Schlagen Sie also bloß nicht <em>Fifty-Fifty</em> vor, sondern sprechen Sie anschließend lieber eine Gegeneinladung aus. Und: Egal, wo Sie sind – jeder freut sich darüber, wenn Sie für die Landschaft, die Architektur, die jeweilige Kultur und das lokale Essen lobende Worte finden. </p>
<h3>Vorstellen</h3>
<p>Früher galt: Herren stehen zur Begrüßung einer Dame auf, Frauen bei der Begrüßung älterer Frauen. Das ist inzwischen überholt. Heute steht jeder für jeden auf – als Zeichen gegenseitigen Respekts.<br />
Die entscheidende Frage bei den Aufwartungen: Wer trifft wen wo? Privat: Hier grüßt immer der, der dazukommt oder den anderen zuerst sieht. Geschäftlich: Hier zählt allein die Hierarchie. Allerdings sollten sich bei Empfängen immer diejenigen zuerst begrüßen und die Hand geben, die sich kennen – also nicht zwangsläufig der Dame zuerst! Danach stellt der Rangniedrigere seine Begleitung vor, was daraufhin der Ranghöhere ebenfalls mit seiner Begleitung macht. Jetzt sind alle mit einander bekannt und können sich gegenseitig die Hand geben. Nicht schütteln! Ein sanfter Druck von ein bis drei Sekunden reicht. Und sehen Sie dem anderen dabei bitte in die Augen.</p>
<h3>Wein</h3>
<p>Wein atmet Geschichte. Wer gekonnt den Kelch schwenkt, seine Nase tief in das bauchige Glas taucht, mit seelenwunder Miene das Bouquet in seine Stirnhöhle saugt und dazu Nuancen von Lakritz, Cassis oder Pfeffer wahrnimmt, beeindruckt heute viele und suggeriert mit derlei Brimborium zugleich feinsinnigen Geschmack und Durchblick. Noch mehr freilich, wenn er für die Gesellschaft den passenden Wein zum Essen wählt. Achtung Minenfeld: Falls Ihnen der Kellner einen Testschluck einschenkt, tut er das nur, damit Sie die Qualität des Weines prüfen können, ob dieser richtig temperiert ist oder korkelt. Ob er Ihnen schmeckt oder nicht, steht nicht zur Debatte – das oblag bereits Ihrer Kompetenz bei der Auswahl. Ist alles in Ordnung, brauchen Sie nur nicken. Das ist für ihn das Signal, dass auch allen anderen eingeschenkt wird.</p>
<h3>Xenien</h3>
<p>Sind Gastgeschenke. Diese sind bei privaten Einladungen obligat – erst recht wenn sich daran eine Übernachtung (etwa an Silvester) anschließt. Mit leeren Händen zu erscheinen, ist grob unhöflich. Ein kleines Präsent, wie eine Flasche Wein und ein Blumenstrauß (nie verpackt überreichen!) sind Pflicht. Bringen Sie möglichst Ihre eigenen Pflege- und Waschutensilien mit. Falls Sie etwas vergessen haben, fragen Sie bitte, was Sie im Bad mitbenutzen dürfen – nicht einfach zugreifen, schon gar nicht beim Parfüm. Bei einer einmaligen Übernachtung machen Sie am nächsten Morgen die Betten, ziehen die Bettwäsche ab und legen diese gefaltet obenauf. Aus dem Waschbecken entfernen Sie alle Haare und wischen (falls Sie der Letzte im Bad sind) die Dusche trocken. Kurzum: Machen Sie so wenig Arbeit wie möglich, dann bleiben Sie ein gerngesehener Gast. </p>
<h3>Y-Chromosom</h3>
<p>Mit der Emanzipation haben sich auch einige Benimmregeln geändert: So war es früher Usus, dass die Frau zuerst die Treppe hinaufgeht, damit der Mann sie bei einem Sturz auffangen konnte. Heute gilt dies nur noch bei schmalen Treppen. Sind die Stufen breit genug, gehen Mann und Frau nebeneinander. Bei einem Restaurantbesuch geht indes immer der Mann voran – auch beim Hinausgehen. Das stammt noch aus dem Mittelalter, wo der Mann seine Dame stets schützen musste. Klassisch ist: Im Restaurant führt er die Regie, empfiehlt ihr Speisen und Getränke. Sie wiederum sagt ihm, was sie essen und trinken möchte (nicht dem Kellner) und er bestellt für beide. Diese Choreographie ist zwar heute im Business unüblich, privat – etwa bei einem Rendezvous – gibt er sich damit aber immer noch als Gentleman der alten Schule. Was bis dato gut ankommt – oder ist James Bond etwa uncool?</p>
<h3>Zappeln</h3>
<p>Das Handspiel – egal, ob auf Partys oder bei Vorträgen – verrät viel: Unsicherheit, Nervosität, Interesse oder Noblesse. So wirken zum Beispiel langsame und nicht allzu ausladende Bewegungen immer souverän. Hektische Mikrogesten, wie Spielen an den Ringen, Fuchteln oder Däumchendrehen verraten dagegen den Subordinierten. Verschränkte Arme wiederum zeigen Reserviertheit an, während Hände, die längerfristig in den Hosentaschen stecken, Desinteresse bekunden können. Neutral dagegen: Die Linke hält das Trinkglas, die Rechte unterstützt die Konversation. Und wenn Sie zuhören, wechseln Sie ruhig die Positionen – mit Betonung auf <em>ruhig</em>.</p>
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		<title>Regelkreis – Stilfibel für besondere Situationen</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Aug 2007 06:47:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Mai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Inzwischen haben Sie einiges gelesen über Umgangsformen im Büro, Dresscodes, das Knigge-ABC für Geschäftsessen und Stilregeln für die Kommunikation. Bleiben noch einige Situationen und ihre jeweiligen Eigenheiten. Um das noch mal deutlich zu sagen (weil es offenbar zwischendurch falsch verstanden wurde): Diese Regeln sind keine Gesetze, sie sollen auch keine Belastung sein, sondern eine Hilfe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2009/04/Bewerbungsgespräch.png"><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2009/04/Bewerbungsgespräch.png" alt="" title="Bewerbungsgespräch" width="300" class="alignright size-full wp-image-38493" /></a>Inzwischen haben Sie einiges gelesen über <a href="http://karrierebibel.de/stilbluete-manieren-machen-karrieren/" target="_blank">Umgangsformen im Büro</a>, <a href="http://karrierebibel.de/gefahr-im-anzug-kleider-machen-leute/" target="_blank">Dresscodes</a>, das <a href="http://karrierebibel.de/speise-art-das-knigge-abc-fuer-geschaeftsessen/" target="_blank">Knigge-ABC für Geschäftsessen</a> und <a href="http://karrierebibel.de/sage-und-schweige-kniggeregeln-fuer-die-kommunikation/" target="_blank">Stilregeln für die Kommunikation</a>. Bleiben noch einige Situationen und ihre jeweiligen Eigenheiten.  Um das noch mal deutlich zu sagen (weil es offenbar zwischendurch falsch verstanden wurde): Diese Regeln sind keine Gesetze, sie sollen auch keine Belastung sein, sondern eine Hilfe für das gesellschaftliche Parkett.  Selbst wenn man sie nicht einhalten kann (oder will), bleiben sie eine wichtige Orientierung. <span id="more-181"></span></p>
<h3>Affäre – Entkommen mit Etikette</h3>
<p>Jeder kennt das: Sie stehen auf einer Party plötzlich mit einem Menschen zusammen, der sie fürchterlich langweilt. Wie stehlen Sie sich jetzt möglichst höflich aus der Affäre? Klar, Sie können einfach sagen: „Entschuldigung, ich muss mal kurz verschwinden.“ Den Gang zur Toilette vortäuschen und nicht mehr wiederkommen. Meist aber wird das Manöver durchschaut. Und was, wenn der andere antwortet: „Fein, ich warte dann hier auf Sie“??? Auch nicht besser: das Weiterreichen. Sie suchen sich einen armen Tropf, der gerade ihren Weg kreuzt, stellen dem den Langeweiler vor und ziehen sich diskret zurück. Naja, was werden nun beide von Ihnen denken? In einer solchen Situation bleiben nur zwei Alternativen: Erstens, Sie sagen was Sie wirklich wollen – „Ich sehe gerade einen Kollegen/Kunden, mit dem ich unbedingt noch sprechen möchte. Bitte entschuldigen Sie mich&#8230;“ Oder, was schwerer ist, Sie versuchen herauszufinden, wofür sich die Schlaftablette interessiert und verkuppeln ihn mit einem passenden Gesprächspartner. </p>
<h3>Aufhalten – Tür und Torheiten</h3>
<p>Immer wieder kommt die Frage: Wer hält wem die Tür auf – er ihr oder sie ihm? Oder: Wer hilft wem in den Mantel? Diesbezügliche Regeln gelten als überholt. Sowohl Sie kann unterstützend eingreifen und er auch. Schließlich gibt es aussagekräftigere Gradmesser für die Emanzipation als die Fähigkeit, alleine in einen Mantel zu schlüpfen. Das Prinzip lässt sich auch auf andere Begegnungen im Büro übertragen: Wenn Sie etwa als Chefin Ihrem schwer bepackten Mitarbeiter mal die Tür aufhalten oder als Frau ihm in den Mantel helfen, obwohl Sie sein Boss sind, macht das gar nichts. Verkehrt wäre nur, solch freundliche Gesten barsch abzulehnen. Merke: Man kann nie zu höflich sein – wohl aber grob unhöflich. </p>
<h3>Komplimente – Nett worken im Büro</h3>
<p>Schmeicheleien hört jeder gerne. Problematisch wird es immer dann, wenn diese ins Anzügliche abgleiten. Wer auf dem schmalen Grat zwischen Kompliment und sexueller Belästigung nicht balancieren kann, sollte das sicherheitshalber lassen. Ermahnung oder Abmahnung könnten sonst die Folgen sein. Vor allem wenn die berufliche Hierarchie ins Spiel kommt, wird es heikel. Als Kollege können Sie der Kollegin, die sie gut kennen, sicher noch sagen: „Sie sehen heute bezaubernd aus.“ Als Chef ist das schon das Äußerste, was Sie sich erlauben sollten. Je mehr Sie ins Detail gehen („Dieses Dekolleté, diese Beine, Ihre Figur&#8230;Wahnsinn!“), desto belästigender kann das auf den anderen wirken. Erst recht wenn unkontrollierter Speichelfluss dazu kommt. Das gilt übrigens auch für halbberufliche Anlässe wie einer Geburtstagsfeier oder einem Ausstand nach Dienstende. Hier herrscht zwar meist eine privatere Atmosphäre, die Stimmung ist ausgelassener – für Arbeitsjuristen ist dies aber noch immer ein berufliches Umfeld. Wenn Sie dem anderen schon eine Freude machen wollen, loben Sie lieber dessen Leistungen, seine Charakterstärken, sein Teamspiel. Alles unverfänglich – und sehr schmeichelhaft.</p>
<h3>Damenwahl – Alte Tanz-Schule</h3>
<p>Wer zu einem Ball oder auf ein gesellschaftliches Event mit Tanz eingeladen wird, muss sich keine Sorgen machen: Pflichttänze gibt es nicht mehr. Wer also keine Standardtänze kann, darf ruhig sitzenbleiben. Das dürfen Sie freilich auch, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Erteilen Sie den Korb aber bitte charmant. Bei der Aufforderung ist es allerdings weiterhin gute Sitte, dass dies der Mann macht: Er fordert auf – sie wählt, ob sie will. Zur Aufforderung schließt der Herr stets sein Jackett (zum Tanz ebenso), geleitet die Dame zur Tanzfläche und auch wieder an ihren Platz zurück. Ist die Dame indes nicht die eigene Partnerin, muss man ihre Begleitung heute nicht mehr fragen, ob man sie zum Tanz einladen darf (In sehr konservativen Kreisen fragt er allerdings besser der Form halber kurz in Richtung Herr: „Gestatten Sie?“). Umgekehrt wird ein wahrer Gentleman immer darauf achten, dass keine Dame am Tisch alleine sitzenbleibt. Sprich: Fordert ein Tischnachbar eine fremde Dame zum Tanz auf, macht man das umgehend mit dessen Dame. Wie gesagt: Das darf sie ablehnen, in diesem Fall aber gilt: Diesen einen Tanz darf sie dann keinem anderen Herren mehr <em>schenken</em>. Das wäre ein Affront. </p>
<h3>Flugzeug – Knigge an Bord</h3>
<p>Sie betreten die Maschine, suchen Ihren Platz und setzen sich hin. Falsch! Zuvor werden erst die Sitznachbarn freundlich gegrüßt. Klingt simpel, macht aber fast keiner. Gleiches gilt für die Verabschiedung nach der Landung. Gerade in der engen Economy-Klasse gehört es zur Kinderstube, sich möglichst schmal zu machen. Dem Passagier in der Mitte stehen die Lehnen links und rechts zu, er kann sich am wenigsten bewegen. Gang- und Fensterplatz bekommen je eine Armlehne. Falls Sie aufstehen müssen, sollten Sie sich nicht mit den Händen am Vordersitz festhalten: Beim Loslassen federt der sonst zurück und schleudert den Vordermann aus dem Schlaf. Gleiches gilt für ständiges Hoch- und Runterklappen der Rückenlehne – belästigt den Hintermann. Und weder in Linien- noch in Charterflügen wird nach einer Landung geklatscht. Ein kurzes Dankeschön ans Personal, sobald man aussteigt, reicht.</p>
<h3>Kondolieren – Mit Gefühl und Anstand</h3>
<p>Der Tod ist leider häufig ein Tabuthema. Deswegen entstehen viele Unsicherheit – und unnötige Irritationen. Schade. Denn für Trauernde ist der richtige Umgang mit ihnen eine Erleichterung. Wenn Sie vom Tod eines Bekannten, Nachbarn, Geschäftspartners oder Kunden erfahren haben, sollten Sie umgehend schriftlich kondolieren. Karten, Umschläge oder Briefpapier mit schwarzem Rand sind allerdings den Hinterbliebenen vorbehalten. Für Ihre <em>aufrichtige Anteilnahme</em> ist Geschäftspapier ebenso tabu wie ein Fax oder die Schlussformel <em>Mit freundlichen Grüßen</em> – besser: Mein herzliches Beileid. Ihr Brief ist auf schlichtem, weißen Papier möglichst handschriftlich geschrieben und enthält bitte keine Floskeln, das dokumentiert nicht gerade echtes Mitgefühl. Besser sind persönliche Zeilen mit Bezug zum Verstorbenen. Es muss ja nicht viel sein, zwei, drei Sätze reichen. Scheuen Sie sich auch nicht, im Geschäftsleben Ihnen völlig fremden Angehörigen Ihr Beileid auszudrücken. Die meisten Hinterbliebenen freuen sich darüber, wenn sie sehen, wie beliebt der Verstorbene war. Und: Ein Anruf ist kein Ersatz für eine Karte! Sie können allerdings per Telefon zusätzlich Ihre Hilfe anbieten. Und fehlen Ihnen die Worte auf der Beerdigung, dann sagen Sie das ruhig. Das ist immer noch besser als ein rhetorisch geschliffener und auswendig gelernter Satz.</p>
<h3>Taxi – Tour der Form</h3>
<p>Ihr Geschäftspartner bietet Ihnen an, Sie in seinem Auto mitzunehmen. Obacht: Kommen Sie jetzt bloß nicht auf die Idee, sich allein auf die Hinterbank zu setzen. Der Typ ist nicht Ihr Chauffeur! Allerdings wird ein höflicher Fahrer seinem Gast die Tür aufhalten – erst recht, wenn es eine Dame ist. Werden Sie hingegen im Taxi chauffiert, sitzt der Ehrengast immer hinten rechts. Hier lässt es sich am leichtesten und sichersten ein- bzw. aussteigen. Wer die Zeche zahlt, sitzt links hinter dem Fahrer oder – falls Sie zu dritt oder zu viert fahren – neben dem Fahrer. Auch in diesem Fall gilt: Der ranghöchste Gast sitzt hinten rechts, sein wichtigster Ansprechpartner gleich daneben. </p>
<h3>Toilette – Stil(l) am Ort</h3>
<p>Das <em>stille Örtchen</em> heißt nicht umsonst so. Konkret: Gegrüßt wird allenfalls im Vorraum, wo man sich die Hände wäscht (jedes Mal nach dem Geschäft!!!). Im Toilettenbereich dagegen herrscht Diskretion und Ruhe. Das gilt vor allem für Herrentoiletten, wo schon mal mehrere Herren nebeneinander stehen. Allenfalls kurzes Zunicken ist erlaubt. Und schon gar nicht sollten Sie versuchen, Ihrem Chef die Hand zu reichen, falls Sie ihn dort zufällig treffen. Wer weiß, was dessen Hand gerade geschüttelt hat – oder umgekehrt&#8230;</p>
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		<title>Speise-Art: ABC für Geschäftsessen</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Aug 2007 06:52:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Mai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei keinem anderen Bereich assoziieren wir so stark gutes Benehmen wie bei Tisch. Tischmanieren haben die größte Außenwirkung und sind ein häufiger Stolperstein – für Bewerber ebenso wie für Geschäftspartner in spe. Diese Kernregeln des Knigge-ABC (.pdf) sollte jeder beherrschen: Alkohol Darf ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden. Der Gastgeber kann sogar Alkohol ausschenken und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2007/08/BusinessLunchEssen.png"><img src="http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2007/08/BusinessLunchEssen.png" alt="" title="BusinessLunchEssen" width="300" class="alignright size-full wp-image-38538" /></a>Bei keinem anderen Bereich assoziieren wir so stark gutes Benehmen wie bei Tisch. Tischmanieren haben die größte Außenwirkung und sind ein häufiger Stolperstein – für Bewerber ebenso wie für Geschäftspartner in spe. Diese Kernregeln des Knigge-ABC <a href='http://karrierebibel.de/wp-content/uploads/2007/08/kniggeabc-essen.pdf' title='Knigge-ABC Essen'>(.pdf)</a> sollte jeder beherrschen: <span id="more-168"></span></p>
<h3>Alkohol</h3>
<p>Darf ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden. Der Gastgeber kann sogar Alkohol ausschenken und selbst Wasser trinken. Kein Fauxpas. Wird vor dem Essen ein Aperitif gereicht, wird dieser nicht mit an den Tisch genommen, das erledigen Kellner. Die eingedeckten Gläser am Tisch werden von rechts nach links verwendet, Besteck von außen nach innen. Alle Gläser werden am Stiel angefasst oder im unteren Drittel und nur bis zu einem Drittel eingeschenkt. </p>
<h3>Bouillon</h3>
<p>Suppen sind echte Manierenminen. Die Grundregeln: nicht pusten, nicht schlürfen, nicht mit dem Brot tunken und den Löffel nur mit der Spitze zum Mund führen! Die Frage, ob Suppenreste ausgetrunken werden dürfen, entscheidet der Inhalt: Cremesuppen sowie Suppen mit Einlagen werden ausschließlich gelöffelt, klare Brühen hingegen dürfen auch getrunken werden. Sie werden in der Regel in einer Suppentasse (mit Henkel) serviert. Übrigens: Zum Auslöffeln Suppenteller möglichst nicht schräg stellen.</p>
<h3>Couvert-Brot</h3>
<p>Es ist heute Sitte vor dem Essen Brot zu reichen. Das ist keine Vorspeise, sondern eine Beilage zur Vorspeise. Dazu steht meist auch ein kleiner Teller und ein kleines Messer auf dem Tisch. Achtung: Das sogenannte Couvert-Brot wird nur gebrochen und nie wie eine ordinäre Stulle im Ganzen mit Butter bestrichen und dann gegessen! Allein richtig ist, das Brot in mundgerechte Happen zu brechen, jedes Stück einzeln zu bestreichen und mit der linken (!) Hand zu essen.</p>
<h3>Drängeln</h3>
<p>Zu vielen Anlässen werden die Speisen heute an Buffets gereicht. Das garantiert eine große Auswahl und ermöglicht den Gästen, nur das zu essen, worauf sie Appetit haben. Allerdings lauern auch hier einige Stolperfallen: Drängeln ist tabu, ebenso das Überhäufen von Tellern (ganz schlimm: Antipasti-Vorspeisen neben dampfenden Sauerbraten) – lieber öfter gehen. Auch Suppe darf wiederholt genommen werden. Als stillos gilt indes das Naschen am Buffet sowie das Lästern über die aufgebauten Speisen. Wenn schon Smalltalk, dann bitte nur Launiges, Lustiges, Verbindendes. </p>
<h3>Espresso</h3>
<p>Klingt banal, wird aber in besseren Kreisen gerne zum Fauxpas: Heiße Getränke, die in Tassen nach dem Essen gereicht werden, dürfen erst serviert werden, wenn alle Besteckteile (Messer, Gabel, Teller &#038; co.) abgeräumt sind. Allenfalls wenn vorher noch ein Digestif serviert wurde, darf dieser zum Espresso, Kaffee oder Mokka stehenbleiben. Sektgläser bleiben ebenfalls unangetastet. Und bitte beim Trinken nie den kleinen Finger abspreizen – affektiert!</p>
<h3>Fisch</h3>
<p>Wird dieser im Ganzen serviert, werden zuerst Flossen entfernt, dann mit dem Fischmesser von Kopf bis Schwanz die Filets geteilt, der Fisch aufgeklappt und die Gräten in einem gelöst. Sie kommen auf einen Extrateller. Bei Forellen nicht die Bäckchen (liegen hinter den Kiemen) vergessen. Delikatesse! Geräucherter Fisch dagegen wird mit normalem Besteck gegessen. Ebenso Hähnchen. Nur wenn es nicht anders geht, darf man bei Geflügel die Hände hinzuziehen. Fingerschale danach benutzen! Apropos Fingerfood: Artischocken, Austern, Canapés, Garnelen, Muscheln, Spareribs, Wachteln dürfen ebenfalls mit den Fingern gegessen werden. </p>
<h3>Getränke</h3>
<p>Die alte Regel – weißes Fleisch, weißer Wein; rotes Fleisch, roter Wein – ist überholt. Erlaubt ist, was schmeckt. Zum ersten Schluck jedoch fordert allein der Gastgeber auf. Solange bitte warten.</p>
<h3>Hummer</h3>
<p>Richtiges Hummeressen ist ein gefürchteter Klassiker – aber zu unrecht: Zum klassischen Hummeressen werden in der Regel rote Servietten gereicht, die auch in den Hemdkragen gestopft werden dürfen (rot, weil sich eventuelle Flecken aus hellen Stoffen nur schwer entfernen lassen). Zum Essen dürfen Scheren und Beine in die Hand genommen werden. Das Scherenfleisch wird mit den Zacken der Hummergabel herausgezogen, der Rest mit Messer und Gabel des Menübestecks gegessen. Die Hummerzange dient nur für den Fall, dass der Koch den Lobster noch nicht die Zangen geknackt hat. Hummer wird übrigens immer mit einem Extrateller für die leeren Schalen serviert. Am Ende gibt es ein Schälchen mit Zitronenwasser, in dem man sich die Finger säubern kann. </p>
<h3>Interaktion</h3>
<p>In Deutschland gibt es inzwischen mehr Handys als Einwohner. Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass jeder der Gäste eines in der Tasche hat. Zum Business-Essen werden diese abgeschaltet, mindestens aber auf Vibrationsalarm umgeschaltet. In guten Restaurants kann man sie auch beim Oberkellner hinterlegen, der einen dann ruft, falls man angerufen wird. Grob unhöflich: Das Telefon neben den Teller zu legen. Das sagt: Der Anruf ist mir wichtiger als mein Gegenüber.</p>
<h3>Jungbrunnen</h3>
<p>Die Außenwirkung ist heute ein wesentlicher Baustein für die Karriere. Gepflegte Kleidung, Hände und Haare gehören zu gutem Stil dazu. Bei Frauen ebenso wie bei Männern. Allerdings ist es eine Unsitte, sein Make-up bei Tisch aufzufrischen, den Lippenstift nachzuziehen oder die Augen zu tuschen. Dazu zieht sich frau stets diskret zurück.</p>
<h3>Karte</h3>
<p>Hier geht es nicht um die Speise-, sondern die Visitenkarte. Die werden auf keinen Fall ungelesen weggesteckt. Besser: Drei Sekunden überfliegen und auf eventuell vorhandene Titel achten, die mündlich nicht vorgestellt wurden. Erwähnen! Das freut jeden. Bei einem Treffen übergibt der Gast als Erster seine Karte – in Gruppen erhält sie zuerst der Ranghöchste. Ist eine Hierarchie nicht erkennbar, werden die Karten der Reihe nach verteilt, beginnend mit der Ihnen nächsten Person. Natürlich überreichen Sie nur saubere und aktuelle Karten. Haben sich Adresse oder Durchwahl geändert, sollte man spätestens eine Woche danach neue Karten haben.</p>
<h3>Liegenschaften</h3>
<p>Die Lage des Essbestecks ist zugleich ein Code für das Servicepersonal. Die sogenannte 20-nach-7-Stellung (Gabel auf 8 Uhr, Messer auf 4 Uhr) sagt, dass Sie eine Pause machen; die 20-nach-4-Position (Messer und Gabel liegen parallel auf 4 Uhr) dagegen bedeutet: „Ich bin fertig“. Andere angebliche Codes gehören ins Reich der Mythen. Eine reale Regel, die jedoch kaum beachtet wird: Einmal aufgenommen, darf das Besteck die Tischdecke nicht mehr berühren. </p>
<h3>Malheur</h3>
<p>Das kann passieren: Sie stoßen ein Weinglas um, kleckern dem Nachbarn auf den Schoß, Brot fällt zu Boden. Alles kein Desaster – solange Sie kein Aufheben darum machen. Bitten Sie diskret den Kellner heran, der die Spuren beseitigt. Ist Ihr Nachbar in Mitleidenschaft gezogen, bitten Sie ihn formvollendet um Entschuldigung und bieten Sie ihm an, für etwaige Reinigungskosten aufzukommen. Sind Sie selbst betroffen, ziehen Sie sich mit einer Entschuldigung auf die Toilette zurück und trocknen dort Ihre Kleidung – nicht bei Tisch! Und für die Zuschauer gilt: Großzügig darüber hinwegsehen, nicht kommentieren.</p>
<h3>Niesen</h3>
<p>Nieser unterscheiden sich in zwei Gruppen: die Unterdrücker und die Windmaschinen. Egal zu welchem Hatschi-Typ Sie gehören – wenden Sie sich dabei ab! Besser noch Sie benutzen ein Taschentuch. Ansonsten die linke Hand. Mit der rechten geben Sie vielleicht später noch jemandem die Hand. In einigen Kulturen (z.B. arabischer Raum, Indien) gilt die Rechte als besonders rein, nur mit ihr wird gegessen. Wer vorher reinniest, könnte genauso gut ins Essen spucken. Haben Sie bei Tisch eine Niesattacke sowie links und rechts Tischnachbarn, dann rucken Sie mit dem Stuhl etwas zurück und niesen ebenfalls nach links (wegen der linken Hand). Danach entschuldigen Sie sich kurz und leise. „Gesundheit!“ wird nicht mehr gewünscht. Husten wird ja auch nicht kommentiert. </p>
<h3>Ovationen</h3>
<p>Die entscheidende Frage bei den gegenseitigen Aufwartungen: Wer trifft wen wo? Privat: Hier grüßt immer der, der dazukommt oder den anderen zuerst sieht. <a href="http://karrierebibel.de/stilbluete-manieren-machen-karrieren/" target="_blank">Geschäftlich</a>: Hier zählt allein die Hierarchie. Allerdings sollten sich bei Empfängen immer diejenigen zuerst begrüßen und die Hand geben, die sich kennen – also nicht zwangsläufig der Dame zuerst! Danach stellt der Rangniedrigere seine Begleitung vor, was daraufhin der Ranghöhere ebenfalls mit seiner Begleitung macht. Jetzt sind alle mit einander bekannt und können sich gegenseitig die Hand geben. Nicht schütteln! Ein sanfter Druck von ein bis drei Sekunden reicht. Und sehen Sie dem anderen dabei in die Augen. </p>
<h3>Prosten</h3>
<p>Bei fast jedem Fest, jedem Aperitif lassen Gäste gerne Gläser zusammenscheppern und sprechen ein Hoch aus. Ein schöner, alter Brauch – aber häufig unangebracht. Nur mit Wein, Champagner oder Sekt wird angestoßen (Ausnahme: Bier bei Volksfesten), nicht aber mit Longdrink-, Milchkaffeegläsern oder gar Tassen. Bei Geschäftstreffen wird heute meist sogar ganz darauf verzichtet. Vornehmer ist, das Glas lediglich anzuheben, sich zuzunicken und zuzuprosten. Und dabei immer Blickkontakt halten! Cheers!</p>
<h3>Quittung</h3>
<p>Wenn Sie im Restaurant die Rechnung möchten, rufen Sie bitte nicht „Herr Ooober&#8230;!“ Blickkontakt reicht. Besser noch Sie begleichen die Rechnung vom Tisch entfernt, so dass Ihre Gäste davon nichts mitbekommen. Trinkgeld (engl. „Tip“: to improve promptness) bekommen nur Angestellte, nie der Besitzer (gilt auch für Restaurant, Friseur, Taxi). Zehn Prozent sind inzwischen üblich, im Ausland besser 15 Prozent.</p>
<h3>Rede</h3>
<p>Wer eine Tischrede halten will, hat mindestens zwei Tage vorher den Gastgeber darüber zu informieren. Der legt dann eine bestimmte Reihenfolge fest und teilt sie den Rednern sowie Küche und Personal mit. Während der Rede wird weder serviert, nachgeschenkt, gegessen, getrunken, noch das Gespräch mit dem Tischnachbarn fortgesetzt. Tischreden werden deshalb meist erst zwischen Hauptgang und Dessert gehalten. Dann sind alle satt. Reden sollten nicht länger als 10 Minuten dauern, Gäste sind durstig! Die Begrüßungsrede steht allein dem Gastgeber zu. Sie wird beim Aperitif im Stehen gehalten oder unmittelbar nach dem Servieren der ersten (kalten) Vorspeise. Dazu erhebt sich der Gastgeber vom Stuhl und wartet, bis die Gäste ruhig geworden sind. Nicht ans Glas klopfen – unfein! Das gilt erst recht für übereifrige Tischnachbarn. Blickkontakte sind souveräner. Nach der Begrüßung darf maximal eine Rede folgen. Sie wird üblicherweise von der ranghöchsten Person an der Tafel gehalten – oder vom Ehrengast. Inhaltlich ist alles erlaubt, was keinen der Anwesenden kritisiert und alle erheitert. Bei einem Businesslunch ist zudem ein Lob des Geschäftspartners wichtig. </p>
<h3>Serviette</h3>
<p>Sie wird ausgebreitet und einmal gefaltet stets auf den Schoß gelegt. Ausnahme: Hummer- oder Krebsessen. Hier darf sie um den Hals gebunden werden. Sollte der Stoff während des Essens versehentlich zu Boden fallen, bitten Sie das Personal, Ihnen eine neue zu geben. Nicht aufheben! Wer kurz aufstehen muss, legt die Serviette locker zusammen, links neben den Teller (amerikanisch: auf ?den Stuhl, gilt hierzulande allerdings als unhygienisch). Der Gastgeber deutet mit derselben Geste an, dass das Essen beendet ist. Bis dahin lassen die Gäste die Serviette auf ihrem Schoß. Danach legen sie diese ebenfalls links neben den Teller – nicht auf den Teller und auch nicht gefaltet unter das Besteck!</p>
<h3>Tischgespräche</h3>
<p>Vor allem international ist das lockere Parlieren Geschäftsgrundlage. Wer sich so unverbindlich austauscht, lernt sich kennen, betont Gemeinsamkeiten, schafft eine gute Atmosphäre. Das ist das ganze Geheimnis und zugleich der Leitfaden für mögliche Themen: Ein erster Einstieg können Gespräche rund um den Ort sein, an dem man sich trifft. Alternativ eignen sich auch der Anlass, das Essen, die Zusammenstellung des Menüs sowie die Qualität der Getränke. Alle Bemerkungen müssen aber stets positiv sein! Weitere Einstiege sind gemeinsame Bekannte, Kunst, Musik, besuchte Städte in aller Welt, Urlaubs- oder Geschäftsreisen, Speisen und Getränke, Sport, TV-Sendungen und Hobbys. Notfalls auch das Wetter. Tabu sind dagegen Kritik, selbst wenn sie Dritte betrifft, politische, religiöse und andere weltanschauliche Diskussionen sowie Gespräche über Krankheiten, Gebrechen und Tod. </p>
<h3>Unpünktlichkeit</h3>
<p>Höfliche Menschen sind pünktlich. Auch Chefs, die ihren Rang gerne mal damit dokumentieren, dass alle anderen auf sie warten müssen. Überpünktlichkeit ist bei einer Einladung jedoch ebenso grob unhöflich. Meist wird noch bis zum letzten Moment vorbereitet. Bei Veranstaltungen mit freier Platzwahl wirkt es zudem unsouverän und gierig, zu früh zu kommen. Etwas verspäten (maximal eine Stunde) darf man sich bei Firmenfesten, Cocktailempfängen, Modeschauen oder Einladungen, auf denen „c. t.“ (cum tempore) vermerkt ist. Bei „s. t.“ (sine tempore) erscheinen Sie auf ?die Minute genau. </p>
<h3>Verzichten</h3>
<p>Bestimmte Beilagen oder ganze Gänge können Sie jederzeit auslassen. Diskretes ablehnen ist erlaubt – mit Betonung auf „diskret“ – nicht: „Das mag ich nicht!“ Und falls Beilagenplatten durchgereicht werden, reichen Sie diese unkommentiert weiter. Dasselbe gilt auch, falls Sie erst nach dem Probieren feststellen, dass es Ihnen nicht schmeckt. Es ist keine Schande, einen Rest auf dem Teller liegen zu lassen. Und wenn Sie der Kellner danach fragt, ob es nicht geschmeckt hat, können Sie charmant antworten, dass es einfach zu viel war. Es sei, denn das Gemüse war etwa tatsächlich verkocht, dann dürfen Sie das durchaus kurz erwähnen. </p>
<h3>Wein</h3>
<p>Wein atmet Geschichte. Wer gekonnt den Kelch schwenkt, seine Nase tief in das bauchige Glas taucht, mit seelenwunder Miene das Bouquet in seine Stirnhöhle saugt und dazu Nuancen von Lakritz, Cassis oder Pfeffer wahrnimmt, beeindruckt heute viele und suggeriert mit derlei Brimborium zugleich feinsinnigen Geschmack und Durchblick. Noch mehr freilich, wenn er für die Gesellschaft den passenden Wein zum Essen wählt. Achtung Minenfeld: Falls ihnen der Kellner einen Testschluck einscheinkt, tut er das nur, damit sie die Qualität des Weines prüfen können, ob dieser richtig temperiert ist oder korkelt. Ob er Ihnen schmeckt oder nicht, steht nicht zur Debatte – das oblag bereits Ihrer Kompetenz bei der Auswahl. Ist alles in Ordnung, brauchen Sie nur nicken. Das ist für ihn das Signal, dass auch allen anderen eingeschenkt wird. </p>
<h3>Xenien</h3>
<p>So nannte der römische Dichter Martial seine Gastgeschenke – eine Sammlung von Begleitversen. Heute gehört es zum guten Ton, insbesondere bei privaten Einladungen, ein kleines Präsent zu überbringen. Falls Sie Blumen verschenken wollen: Sträuße werden immer mit einer Begleitkarte und nie im Einwickelpapier überreicht – und stets mit beiden Händen entgegengenommen! Treffen Paare aufeinander, überreicht der Mann der Gastgeberin den Strauß. Weibliche Singles tun das ebenfalls. Geschenke müssen vom Gastgeber nicht sofort ausgepackt werden. Im Laufe des Abends, zu passender Gelegenheit reicht völlig. Das zu vergessen, wäre allerdings eine Beleidigung. Wer zu seinem Chef und einem geschäftlichen Termin nach Hause eingeladen wird, braucht kein Geschenk mitbringen. Kümmert sich dessen Partner jedoch um die Gäste, sollte man am nächsten Tag Blumen schicken.</p>
<h3>Y-Chromosom</h3>
<p>Mit der Emanzipation haben sich auch einige Benimmregeln geändert: So war es früher Usus, dass die Frau zuerst die Treppe hinaufgeht, damit der Mann sie bei einem Sturz auffangen konnte. Heute gilt dies nur noch bei schmalen Treppen. Sind die Stufen breit genug, gehen Mann und Frau nebeneinander. Bei einem Restaurantbesuch geht indes immer der Gast voran – und zwar der Mann! Das stammt noch aus dem Mittelalter, wo der Mann seine Dame stets schützen musste. Freier ist man inzwischen beim Ankleiden beziehungsweise Ablegen von Mänteln &#038; Co. Höfliche Herren nehmen Damen zwar noch immer den <a href="http://karrierebibel.de/gefahr-im-anzug-kleider-machen-leute/" target="_blank">Mantel</a> ab und helfen ihnen wieder hinein. Es darf inzwischen aber auch die Dame dem Herrn helfen, wenn er allein nicht klarkommt. In beiden Fällen ist die Hilfe protestlos anzunehmen, um selbst nicht unhöflich zu sein! Verändert hat sich bei Einladungen auch die Anrede: „Herr Dieter Meier und Frau Silke Meier“ ist richtig; „Herr und Frau Meier“ wäre diskriminierend.</p>
<h3>Zahnstocher</h3>
<p>Versuchen Sie bitte nicht Speisereste mit der Zunge aus den Zähnen zu lösen. Noch schlimmer: der Einsatz eines Zahnstochers bei Tisch. Da sowieso jeder weiß, was Sie hinter vorgehaltener Hand tun, sollten Sie dazu lieber die Toilette aufsuchen – wie für alle kosmetischen Reparaturen (Kämmen, Schminken, Fingernägel säubern)! Und fragen Sie bitte nicht nach der „Toilette“, sondern nach den „Erfrischungsräumen“.</p>
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<h3>Guten Appetit!</h3>
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