Nur für den Fall, dass Sie jetzt noch meinen Blog lesen (Apropos: Was machen Sie hier? Feiern Sie!) – ein letzter Countdown in diesem Jahr:
Artikel in "Essay"
Der letzte Countdown – für 2009
Ahoi – Was man von Shackleton über Teams lernen kann
Als Sir Ernest Shackleton 1914 mit seiner 27-köpfigen Mannschaft in See stach, um zu einer der waghalsigsten Südpol-Expeditionen aufzubrechen, ahnte niemand an Bord, dass es das Abenteuer ihres Lebens werden würde. Eine Mission auf Leben und Tod.
Ihr Begleiter, die Endurance, war ein gutes Schiff: robust, solide, ein wendiger Dreimaster. Shackleton wollte damals als erster die Antarktis auf dem Landweg durchqueren. Doch daraus wurde nichts. Rund eine Tagesreise vor der Küste wurde die Endurance jäh vom Packeis gestoppt und eingeschlossen. Es war der Auftakt einer Abfolge von lebensbedrohlichen Katastrophen.
Zuerst driftete die Mannschaft an Bord der Endurance zehn Monate lang mit dem Eis durchs Meer. Dann drohte das Eis das Schiff zu zerquetschen. Die Mannschaft – Seeleute, Wissenschaftler, Fotografen – musste von Bord. Auf den schwankenden Eisschollen errichten die Männer ein Notlager aus Zelten und Rettungsbooten und mussten schließlich zusehen wie die Endurance zerbarst und in der eisigen See versank. mehr
Demut und Dankbarkeit – Ein Weihnachtsbrief
Wer am Ende seines Lebens die meisten Autos, Häuser und Armbanduhren hat, stirbt reich. (US-Sprichwort)
Zurzeit werden viele Weihnachtsbriefe und -karten verschickt. Man dankt den Geschäftspartnern für die gute Zusammenarbeit, wünscht Ihnen gesegnete Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr 2010. So ist das eigentlich jedes Jahr um diese Zeit. Heute allerdings bekam ich eine E-Mail, die ich so herausragend fand (nicht nur wegen des Umfangs, sondern auch wegen ihres Inhalts), dass ich sie an dieser Stelle und mit freundlicher Genehmigung des Absenders hier gerne veröffentlichen möchte: mehr
Pelz nach innen – Ein Kommentar
Im Ranking der angesehensten Berufe rangieren sogenannte Flop-Jobs wie Politiker, Gewerkschaftsführer oder Journalist traditionell weit unten. Neuerdings reiht sich dort eine weitere Berufsgruppe ein, die sich aus dem intern aufgestauten Selbstverständnis heraus eher am anderen Ende der Skala sieht: der gemeine Bankmanager.
Nach Bankpleiten, Bonus-Exzessen und dem Verschulden einer epochalen Wirtschaftskrise erscheinen die Zocker im Streifenzwirn inzwischen in einem Licht, das ungefähr so schmeichelhaft strahlt wie der trübe Glanz einer Energiesparlampe.
Kein Wunder also, dass die Zunft den von den G20 geforderten Bonusregeln für Bankmanager in einer Art freiwilligen Selbstkontrolle vorzeitig nachkommen will. Allen voran Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der am Donnerstag bei einem Treffen der Initiative Finanzstandort Deutschland in Berlin verkündete, dass es bei den Bankern bereits dieses Jahr schärfere Bonusregeln geben solle. Eine entsprechende Selbstverpflichtung sei schon von allen Großbanken unterzeichnet worden.
Blendet man spontan skandierende Politiker und manch lästigen Anleger, der sich fragt „Wie, erst jetzt?“, aus, klingt das ganz anständig; es klingt wieder so ein bisschen nach ehrbarem Kaufmann, nach gesellschaftlicher Verantwortung, nach nachhaltigem Management, aber auch nach perfektem Timing – und deshalb verdächtig nach einer inszenierten PR-Nummer. Kurz: Es klingt nach Enthaltsamkeit zu eigenen Bedingungen, weil die verordneten viel bescheidener ausfallen könnten. mehr
Freundschaftsanfragen – Wie lange kann man Nein sagen?
Die Frage ist weniger trivial als sie zunächst klingt: Wie reagiert man als zunehmend öffentliche Person auf Freundschaftsanfragen in sozialen Netzwerken?
Geht man davon aus, dass jeder von uns im Netz zur Marke wird (manche mehr, manche weniger), dann stellt sich diese Frage immer stärker. Denn wer zum Netzwerk gehört (und wer nicht), ist gleichfalls markenbildend und Ausdruck derselben. Wie also geht man zum Beispiel mit fremden Leuten um, die ohne jegliche Begründung Facebook-Freunde werden wollen? Bestätigt man solche Anfragen blind, schreibt man zurück oder ignoriert man sie aus Prinzip? Oder: Wie reagiert man auf latente Fans, also Menschen, die einem im Netz begegnen, auf Twitter folgen, vielleicht den RSS-Feed abonnieren, das Blog lesen und sich aus Sympathie vernetzen wollen? Kurzum: Es geht um die Frage, wie viel Privatleben kann man erhalten, wenn man es im Kosmos der sozialen Netze zu zunehmender Prominenz bringt.
Ich hatte diese Frage so ähnlich gestern Nacht auch auf Twitter gestellt und dabei einige Reaktionen ausgelöst. Als Auftakt ein paar Antworten wie andere mit damit umgehen: mehr
Danke schön! – Dankbarkeit macht glücklich und gesund
Es war ein simples Experiment, das Robert Emmons und Michael McCullough 2003* entwarfen: Sie teilten eine Gruppe von Probanden, die einen ließen sie ein paar Minuten darüber nachsinnen, wofür sie in ihrem Leben dankbar sind, die anderen sollten einfach an irgendetwas denken. Diese kurzen Reflektionsübungen wiederholten die Forscher jede Woche, zehn Wochen lang. Das Ergebnis des Versuchs überraschte jedoch selbst die Wissenschaftler: Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten die Dankbaren über den gesamten Zeitraum des Experiments mehr Motivation, mehr Optimismus und selbst ihre Gesundheitswerte und die Immunabwehr verbesserten sich. Kurz: Ein paar dankbare Gedanken machten die Probanden glücklicher und gesünder.
Dankbarkeit ist ein Schlüssel zum Erfolg, und viel zu selten wird darüber nachgedacht. Heute feiern die USA Thanksgiving, das amerikanische Erntedankfest. Das ist wenigstens ein Anlass. Wobei es keine großen Feste braucht, um sich ab und an in Dankbarkeit zu üben. mehr
Ist es wirklich schon so spät? – Unpünktlichkeit ist gelebte Arroganz
Hand aufs Herz: Wann haben Sie sich das letzte Mal verspätet? „Unpünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige“, lautet ein schönes Bonmot. Leider gibt es viele Menschen, die sich wie Könige gebärden. Die kommen dann zu spät zur Arbeit, zu spät zu Meetings, sie sind säumig bei Projektabschlüssen, genauso wie bei Partys oder Dates. Ein Ärgernis ist das. Sogar ein großes.
Entschuldigt wird das gerne damit, dass der Deutsche ein schrecklicher Pedant sei. Kein anderer im globalen Dorf nehme es mit der Zeit so genau wie die teutonische Bürokratenseele. In Lateinamerika zum Beispiel sei immer noch pünktlich, wer zu einer Verabredung eine Stunde später erscheine – more or less. Mag sein. Aber Lateinamerika ist weit weg und hierzulande treibt das Versäumnis die Leute in den Wahnsinn. Und nicht einmal nur hierzulande. Eine Umfrage des Personaldienstleisters Randstad etwa hat in den USA ermittelt, dass 54 der Arbeitnehmer vor Wut kochen, wenn sich die Leute notorisch verspäten. Getoppt wird das nur noch durch das Ärgernis Klatsch und Tratsch (60 Prozent). mehr






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