Artikel in "Psychologie"

Von Jochen Mai // 3 Kommentare

Regelmäßigung – Toleranz ist ein Karrierekiller

Der Deutsche trinkt im Schnitt vier Tassen Kaffee pro Tag. Das entspricht etwa 160 Liter im Jahr. Damit ist Kaffee noch vor Bier das beliebteste Getränk der Deutschen. Zu verdanken hat er das zahlreichen positiven Eigenschaften: Er schmeckt gut, regt an, belebt Körper und Geist. Der Komponist Ludwig van Beethoven etwa machte es sich zur Gewohnheit, regelmäßig 60 Kaffeebohnen abzuzählen, um daraus eine Tasse Mokka zu brauen. Der französische Romancier Honoré de Balzac wiederum trank täglich mehrere Tassen starken Kaffee, um wach zu bleiben. Er arbeitete meist zwölf Stunden am Tag. mehr

Von Jochen Mai // 4 Kommentare

Phantasiegespinst – Umwege führen schneller zum Ziel

Die Streitmacht schien unüberwindlich. Die Sumerer hatten eine scheinbar unaufhörliche Phalanx von Soldaten aufgestellt, die vom Euphrat bis zum Tigris reichte. So wollten sie 2300 v. Chr. die eindringenden Semiten aufhalten. Deren König war Lugalzagesi – und gerissen dazu. Tagelang spähte er die Phalanx aus, nirgendwo gab es ein Durchkommen. So vergingen Tage um Tage, Woche um Woche. Und jeden Tag standen die sumerischen Soldaten mit ihren Schilden und Speeren in der glühenden Hitze der Wüste. Da ließ Lugalzagesi die Steinskulptur einer wunderschönen Frau mit riesigen Brüsten anfertigen. Anschließend schickte er einen Jungen mit der Statue zu den Reihen der Sumerer. Der sagte: „Dies ist meine Schwester. Sie hat sich nachts durch eure Reihen geschlichen und hinter euch versteckt. Könnt ihr mir helfen, sie zu suchen?“ mehr

Von Jochen Mai // 11 Kommentare

Schwarmintelligenz – Gemeinsam sind wir klüger

Panik kam auf. Am 21. Mai 1968 verlor die US Navy den Kontakt zu einem ihrer Atom-U-Boote im Nordatlantik, der USS Scorpion. War es aufgelaufen? Leck geschlagen? Explodiert? Vor allem aber: Wo war das Boot? Eine Suchaktion mitten im Atlantik wäre wie die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen geworden – die Navy hatte einfach zu wenige Informationen über Unglücksursache und letzte Position des Unterseebootes. Also bildete man ein Team aus Technikern, Offizieren, Navigatoren, die allesamt überlegten, was passiert sein könnte: Wie schnell das Boot gefahren ist? In welche Richtung? Wie tief es fuhr? Und so weiter. All diese Einzelmeinungen fasste man anschließend zu einem Mittelwert zusammen – und tatsächlich: Das U-Boot lag nur 200 Meter neben den so errechneten Koordinaten. Bemerkenswert an diesem Ergebnis: Keiner der Experten hatte auf diesen Ort getippt. Es war allein die Summe aller Vermutungen. mehr

Von Jochen Mai // 15 Kommentare

Spieglein, Spieglein – Wer schön ist, macht Karriere

M3Manche Karrieren sind wie Efeu, kriechend steigen sie empor. Andere bekommen die Reise in den Olymp geschenkt. Mit Leistung hat das manchmal wenig zu tun. Ungerechte Welt. Aber so ist es nun mal. Der Volksmund nennt das Phänomen „Chemie“: Wenn sie zwischen zwei Menschen stimmt, klappt’s mit dem Nachbarn genauso wie mit dem Chef oder den Kollegen. Was aber tatsächlich hinter dieser ominösen Chemie steckt, untersuchen zum Beispiel Attraktivitätsforscher seit Ende der Sechziger Jahre – mit zum Teil überraschenden Ergebnissen.
Dass die äußere Erscheinung Karrieren enorm beeinflusst, zeigt eine etwa Langzeitstudie der Hamburger Wissenschaftlerin Sonja Bischoff von der Universität für Wirtschaft und Politik. Sie befragt seit 1986 regelmäßig Führungskräfte, wie groß diese den Einfluss der äußeren Erscheinung auf die Karriere (.pdf) einschätzen. Ergebnis: Der Faktor Attraktivität hat selbst über die Jahre hinweg Karriere gemacht. Stuften 1986 noch rund fünf Prozent die äußere Erscheinung als wichtig ein, so waren es 1991 bereits 14 Prozent, 1998 schon 22 Prozent – in vierten, aktuellen Studie maßen die Befragten dem Faktor Schönheit erstmals 28 Prozent (Männer, 26 Prozent Frauen) eine sogar größere Bedeutung zu als persönlichen Kontakten oder Seilschaften.
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Von Jochen Mai // 4 Kommentare

Do ut des – Strategien für Verhandlungen

Matthias Schranner hat einen faszinierenden Beruf: Er ist Ghost Negotiator, ein Verhandlungsprofi, ein käuflicher Dienstleister, spezialisiert auf Grenzfälle – Verhandlungen, bei denen es um viel Geld geht und sich beide Seiten festgebissen haben; Fälle, bei denen der Stress hoch ist und die Zeit knapp. Er ist so eine Art Physiotherapeut, der die Spannungen lockert; ein Stauberater, der steckengebliebene Gespräche auflöst; ein Pfadfinder, der versucht, „zwischen Desaster und Katastrophe das Beste herauszuholen“. Nur eines ist er nicht: ein Vermittler, ein Schlichter. Im Gegenteil. Ein Ghost Negotiator schlägt sich bedingungslos auf eine Seite, bringt die Unterhändler seines Klienten in Stellung und macht sie fit für nur einen Zweck: die Verhandlungen zu gewinnen. mehr

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Erfolg in 7 Worten

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  1. Seien Sie da. Der beste Weg, einem Kollegen oder Freund zu helfen, ist auch der einfachste: Sorgen Sie dafür, dass der Betreffende sich nicht allein gelassen fühlt. Hören Sie zu, spendieren Sie einen Kaffee, gehen Sie zusammen essen. Und sagen Sie – beiläufig – was Sie an dem Kollegen schätzen. Nur eines dürfen Sie auf gar keinen Fall: ungefragte Ratschläge verteilen, belehren, beurteilen, kritisieren.
  2. Reden Sie nichts klein. “Ach, das wird schon wieder!”, “Morgen ist die Welt wieder in Ordnung.”, “Sei nicht so dünnhäutig…” – Kommentare wie diese streuen nur noch Salz in die Wunde. Und sie sind verletzend, weil sie die wahren Gefühle und Sorgen des Betroffenen ignorieren und stattdessen nur die eigene Perspektive transportieren. Stellen Sie lieber Fragen und zeigen Sie Verständnis.
  3. Haben Sie Geduld. Manche denken, wenn man sich um den betreffenden Kollegen kümmert, müsse der sich doch bitte bald wieder einkriegen. Fatal! Das erzeugt nur zusätzlichen Druck, den der andere spürt. Dahinter steckt schon der unterschwellige Vorwurf: Du bist so nicht ok. Besser: Lassen Sie dem anderen die Zeit, die er oder sie braucht. Und puffern Sie jeden Druck ab – das hilft wirklich.
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Drei Wege, wie Sie einem niedergeschlagenen Kollegen wirklich helfen