Artikel in "Psychologie"

Von Jochen Mai // Schreibe einen Kommentar

Charakterfrage – Schöne Menschen werden treffender beurteilt

Was schön ist, liegt zwar im Auge des Betrachters. Doch blickt der bei schönen Menschen deutlich tiefer als bei hässlichen. Genauer gesagt lassen sich die Charakterzüge von Menschen besser einschätzen, je attraktiver diese sind. Zu diesem Fazit ist jetzt Jeremy Biesanz von der Universität von British Columbia in Vancouver gelangt. “Es ist nicht nur so, dass wir Bücher nach ihrem Einband beurteilen, wir lesen diejenigen mit einem schönen Einband auch eingehender als die anderen”, sagt Biesanz.

Die Erkenntnis selbst basiert auf einem Experiment mit 73 Probanden. Diese teilten Biesanz und sein Team zunächst in unterschiedlich große Gruppen von fünf bis elf Mitgliedern ein, die sich zunächst gegenseitig kennenlernen und in lockerer Atmosphäre jeweils drei Minuten den anderen vorstellen sollten. Anschließend wurden die Teilnehmer gebeten, die anderen Gruppenmitglieder zu charakterisieren sowie hinsichtlich ihrer Attraktivität zu beurteilen. Sich selbst allerdings auch. Das Ergebnis – also Fremd- und Eigenwahrnehmung – verglichen die Forscher schließlich miteinander, und siehe da: Je hübscher die Menschen wahrgenommen wurden, desto treffender wurde auch ihr Charakter beschrieben – und nicht immer nur positiv. mehr

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Kennen wir uns nicht? – Das Äh-O-Meter für Silvester-Partys

ÄhBeim Plaudern ist es wie beim Flirten: Dem ersten Satz haftet ein nahezu mythisches Sexualisierungsfanal an – als gäbe es danach keine Höhepunkte mehr. Deshalb suchen viele nach dem ultivativen Ansprech-Spruch. Fatal! Wenn manche an Smalltalk denken, dann assoziieren sie die mitreißende Eloquenz und geschliffene Rhetorik eines Alleinunterhalters. Dabei ist Smalltalk das genaue Gegenteil davon: Es ist die Kunst des unangestrengten, ebenso amüsanten wie eleganten Geplauders – der Sprezzatura, wie Smalltalk früher hieß. Wer etwa dem inneren Zwang erliegt, jedem beweisen zu müssen, wie kommunikativ er ist, kann nur scheitern. Eine solche Haltung wird immer unbewusst wahrgenommen und wirkt entsprechend aufdringlich. Das lockere Parlieren dient dazu, sich unverbindlich auszutauschen, sich besser kennenzulernen, Gemeinsamkeiten zu betonen und so eine gute Atmosphäre sowie Vertrauen zu schaffen. Es ähnelt in seinem Wesen daher eher guter Bildung: Smalltalk versprüht Charme und Charisma, Witz und Esprit, ist aber völlig zweckfrei.

Den ultimativen Spruch wird es nie geben. Zumal Anmachsprüche wie “Wenn Du Lust auf einen Drink hast, sag nichts – lächle nur” oder “Nenn mir Deinen Namen und ich sag Dir wie Du heißt” oder “Ich würde dich gern zum Frühstück einladen” stets wirken wie frisch aus der Phrasenstanzmaschine. Weil das leider einige vergessen, führen zwischenmenschliche Begegnungen bei latent Schüchternen und um Worte Verlegenen regelmäßig zu einer verkrampften Alertheit, deren Folgen ebenso schaurig schlicht und flüchtig sind wie weiße Weihnachten im Rheinland (außer in diesem Jahr): „Schönes Wetter heute?“, „Sind Sie öfters hier?“, „Haben wir uns nicht schon mal gesehen?“… Die Reaktion darauf: Häufig ein schlichtes, anhaltendes “Äh”.

Je nachdem wie lange dies dauert, kann das allerhand aussagen. Was – das verrät Ihnen das folgende Äh-O-Meter: mehr

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Adventskalender (23) – Mit dem rechten Ohr hört man besser

Um Weihnachten, noch mehr aber an Silvester werden regelmäßig Partys gefeiert. Falls auch Sie ein Partygänger sind, möchte ich Ihnen noch schnell einen Tipp geben: Falls Sie Ihr Gegenüber um etwas bitten möchten – Feuer, einen Drink, die Telefonnummer –, sprechen Sie der Person unbedingt ins rechte Ohr! Diese eigentümliche Empfehlung geht auf Luca Tommasi und Daniele Marzoli von der Universität in Chieti zurück. Die wollten wissen, in welches Ohr Menschen in erster Linie reden, wenn sie sich in Nachtclubs begegnen. Dabei fiel ihnen auf, dass sich 72 Prozent der knapp 300 Discobesucher hauptsächlich über das rechte Ohr ansprachen. Die beiden machte das neugierig. Also besuchten sie noch mehr Nachtclubs und brabbelten zunächst unverständliche Worte zu beliebigen Besuchern. Und hier waren es vor allem die Frauen, die den Forschern vorwiegend ihr rechtes Ohr schenkten. Im zweiten Versuch sprach das Hörtest-Duo die Besucher wahllos mal von rechts und von links an, um eine Zigarette zu schnorren. Resultat: Wer die Gäste von rechts anbaggerte, hatte hernach deutlich mehr zu rauchen. Ihre Erklärung dazu: Das rechte Ohr hat den direkteren Draht zur linken Gehirnhälfte und die verarbeitet Aufforderungen besser. Bei Tieren ist das übrigens genauso.

Von Jochen Mai // 2 Kommentare

Lern-Nachhilfe – Stress verbessert das Gedächtnis

Falls Sie sich gerade gestresst fühlen – keine Bange: Das ist womöglich sogar gut für Ihr Gedächtnis. Denn wer Stresssituationen hinter sich gebracht hat, erinnert sich besser an zuvor Gelerntes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern um André Fenton von der New York Universität.

Bei dem zugrunde liegenden Experiment ließen Fenton und seine Kollegen Mäuse ein T-förmiges Labyrinth durchlaufen. Danach sorgen sie bei der Hälfte der Tiere für Stress und ließen sie durch tiefes Wasser schwimmen. Die andere Hälfte durfte dagegen durch eine Pfütze krabbeln. Nun sollten die Nager noch einmal durch das Labyrinth laufen. Und siehe da: Mäuse, die zuvor gestresst waren, erinnerten sich deutlich besser an den schnellsten Weg durch den Irrgarten als ihre Artgenossen aus der Kontrollgruppe.

Die Erklärung der Forscher: Stress und Angst sorgen dafür, dass sich aufgenommenes Wissen tiefer in unser Gedächtnis brennt – und eben nicht nur der aktuelle Reiz, sondern offenbar auch kurz zuvor aufgenommenes Wissen. Ob sich die Ergebnisse so ohne Weiteres auf den Menschen übertragen lassen, wollen die Wissenschaftler jetzt untersuchen.

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Adventskalender (22) – Mit 22 Jahren erreichen wir unseren geistigen Höhepunkt

An der Studie waren 2000 Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren beteiligt, sieben Jahre lang. Immer wieder ließ Professor Timothy Salthouse von der Universität von Virginia seine Probanden im Verlauf der Zeit Puzzle- und Erinnerungstests absolvieren. Mal sollten sie Muster erkennen, mal die Details von Geschichten wiedergeben. Und immer wieder zeigte sich dasselbe Ergebnis: Im Alter von 22 Jahren erreichten seine Teilnehmer ihren mentalen Leistungshöhepunkt, schnitten am besten ab und meisterten neun von zwölf Prüfungen mit Bravour. Danach aber, insbesondere ab 27 begann der geistige Abschwung. Die Probanden antworteten langsamer, bekamen häufiger Probleme, Details korrekt zu erinnern. Überhaupt: Mit 37 Jahren schien das Erinnerungsvermögen deutlich nachzulassen, spätestens mit 42 war es merklich schlechter geworden. Allerdings, und das ist die gute Nachricht, war es auch so, dass jene Fähigkeiten, bei denen es darum ging, vorhandenes Wissen optimal zu verknüpfen, um daraus brillante Lösungen zu gewinnen, ebenso wie der Sprachschatz (ein veritables Indiz für differenziertes, analytisches Denken) zunahmen – bis zum Alter von 60 Jahren.

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Neujahrs-Vorsätze – Die Top 10 Ziele für 2011

Das Streben nach Besserem ist nichts Verwerfliches. Im Gegenteil: Man muss sich ab und zu daran erinnern, das Beste aus sich heraus zu holen, um nicht abzustumpfen und um dem Ideal von sich wieder jenen Rang einzuräumen, den ihm Terminkalender, Trott und Trägheit zwischenzeitlich abgelaufen haben. Nur – wir müssen es wirklich wollen.

Das amerikanische Forscher-Duo Anirban Mukhopadhyay und Gita Johar beispielsweise hat 2005 festgestellt, dass es bei den Vorsätzen vor allem auf unseren Erfolgsglauben ankommt. Wer davon überzeugt ist, dass er alte und lästige Gewohnheiten mit genug Willenskraft verändern oder gar ablegen kann, ist der Studie zufolge damit deutlich erfolgreicher, als jemand, der es nur mal so ausprobiert.

In den nächsten Tagen ist es wieder soweit: Die Menschen entwerfen von sich in den Nachwehen feiertäglicher Völlerei ein neues Bild. Eines, von einem abnehmenden, nicht rauchenden, nicht saufenden, zielstrebigen, konsequenten, freundlichen, teamfähigen, sparsamen, durch und durch besseren Menschen. Konkret hat die DAK-Versicherung durch Forsa 3008 Deutsche befragen lassen und so die Top-Ten der Vorsätze für 2011 ermittelt. Das sind: mehr

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Adventskalender (21) – Wetter wirkt nicht auf Stimmung

Na, stürmt und schneit es bei Ihnen gerade draußen? Genießen Sie das! Viele Menschen sind zwar davon überzeugt, dass das Wetter unmittelbaren Einfluss auf ihre Laune und Motivation hat. Doch das ist falsch. Das hat etwa der niederländische Psychologe Marcus Huibers in einer umfassenden Studie und mittels 14.500 Probanden ermittelt. Und um es kurz zu machen: Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen Jahreszeiten oder Schön- oder Schlechtwetterperioden und der Stimmung. Zu einem vergleichbaren Ergebnis kam übrigens vor einiger Zeit auch schon Jaap Denissen von der Humoboldt Universität. Demnach machen Sonnenschein und hohe Temperaturen die Leute weder glücklicher, noch schlägt uns das Grau in Grau draußen schwer aufs Gemüt. Allenfalls ein bisschen sorgte der Sonnenschein auch für eine Stimmungsaufhellung. Allerdings so gering, dass Wissenschaftler hier nicht von einem Effekt sprechen würden.

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Erfolg in 7 Worten

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  1. Seien Sie da. Der beste Weg, einem Kollegen oder Freund zu helfen, ist auch der einfachste: Sorgen Sie dafür, dass der Betreffende sich nicht allein gelassen fühlt. Hören Sie zu, spendieren Sie einen Kaffee, gehen Sie zusammen essen. Und sagen Sie – beiläufig – was Sie an dem Kollegen schätzen. Nur eines dürfen Sie auf gar keinen Fall: ungefragte Ratschläge verteilen, belehren, beurteilen, kritisieren.
  2. Reden Sie nichts klein. “Ach, das wird schon wieder!”, “Morgen ist die Welt wieder in Ordnung.”, “Sei nicht so dünnhäutig…” – Kommentare wie diese streuen nur noch Salz in die Wunde. Und sie sind verletzend, weil sie die wahren Gefühle und Sorgen des Betroffenen ignorieren und stattdessen nur die eigene Perspektive transportieren. Stellen Sie lieber Fragen und zeigen Sie Verständnis.
  3. Haben Sie Geduld. Manche denken, wenn man sich um den betreffenden Kollegen kümmert, müsse der sich doch bitte bald wieder einkriegen. Fatal! Das erzeugt nur zusätzlichen Druck, den der andere spürt. Dahinter steckt schon der unterschwellige Vorwurf: Du bist so nicht ok. Besser: Lassen Sie dem anderen die Zeit, die er oder sie braucht. Und puffern Sie jeden Druck ab – das hilft wirklich.
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Drei Wege, wie Sie einem niedergeschlagenen Kollegen wirklich helfen