Artikel in "Test"

Von Jochen Mai // 12 Kommentare

Augenschein – Wir können nicht nicht wahrnehmen

Das mit dem Durchblick ist so eine Sache. Zwar nehmen wir nicht immer alles wahr, gleichzeitig sind wir jedoch nicht in der Lage, unsere Wahrnehmung daran zu hindern, immer so viel wie möglich wahrzunehmen. Klingt kompliziert, ich weiß. Stammt ja auch aus dem Munde eines Wissenschaftlers, genauer: von den Hirnforscher Manfred Spitzer. Wie seine Forscherkollegen inzwischen ermittelt haben, versorgen unsere fünf Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen) das menschliche Gehirn mit rund 11 Millionen Bits Informationen – und das in jeder Sekunde. Das entspricht ungefähr 1,4 Megabyte Daten – der Größe einer alten Floppy-Disk –, die sich unsere grauen Zellen sekündlich reinziehen. Im gleichen Zeitraum verarbeitet unser Bewusstsein allerdings nur 40 bis 50 Bits davon. Der Rest, soweit er überhaupt verarbeitet werden kann, wandert ins Unterbewussstsein… und bringt es mitunter kräftig durcheinander. mehr

Von Jochen Mai // 1 Kommentar

Trinkkur – Ein kleiner Alkoholtest

Freitag Nachmittag wird in zahlreichen Büros gerne mal eine Flasche Sekt, Schampus oder auch ein Bierfässchen geöffnet. Sei es, um das nahende Wochenende einzuläuten oder die überstandene Woche zu begießen. Ein geselliger Brauch, der durchaus verbinden und die Karriere fördern kann. Falls das in Maßen geschieht (und damit meine ich nicht bajuwarische Trinkeinheiten!)… Aber Hand aufs Herz:

  • Haben Sie jemals daran gedacht, weniger zu trinken?
  • Haben Sie sich jemals über andere Menschen geärgert, weil diese Ihr Trinkverhalten kritisiert haben?
  • Haben Sie sich jemals wegen Ihres Trinkens schuldig gefühlt?
  • Haben Sie jemals morgens Alkohol getrunken, um sich nervlich zu stabilisieren oder einen Kater loszuwerden?

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Job, Test 1
Von Jochen Mai // 7 Kommentare

Niete, Niete, Flitzer – Das Monty-Hall-Dilemma

Es ist eine klassische Quizshow-Situation: Sie sind im Finale, der Moderator zeigt ihnen drei Türen: A, B und C. Hinter einer wartet ein nigelnagelneues Sportcabriolet. Hinter den anderen beiden der Zonk – Nieten. Sie sollen nun eine Tür wählen – und wählen A. „Sehr gut“, sagt der Moderator und öffnet Tor B, „denn diese Tür wäre falsch gewesen.“ Soeben haben sich Ihre Gewinnchancen stark erhöht. Der nigelnagelneue Flitzer lauert also hinter Luke A oder Luke C. Nun fragt Sie der Moderator nochmal: „Wollen Sie Ihre Wahl wechseln oder bleiben Sie bei A?“ mehr

Von Jochen Mai // 27 Kommentare

Über Schrift – Die Psychologie der Handschrift

Wer schreibt, verrät sich. Die Schrift ist Körpersprache, sie ermöglicht einen Blick in seine Psyche und Persönlichkeit. Das jedenfalls sagen Graphologen. Für sie ist die Schrift eine Art Charakterzeugnis, so individuell wie ein Fingerabdruck. Diese Einschätzung ist allerdings umstritten. Schriftanalyse gilt vielen als esoterische Kaffeesatzleserei, als Hokuspokus. Graphologie ist nicht einmal eine anerkannte Wissenschaft, obwohl der aus dem Griechischen stammende Begriff (Lehre von der Bedeutung der Handschrift) das nahe legt. Tatsächlich ist Graphologie eine untergeordnete Disziplin der Psychologie, angesiedelt in der Persönlichkeitsdiagnostik. mehr

Von Jochen Mai // 1 Kommentar

Wieso, weshalb, warum – 70 indiskrete Fragen

Rolf Dobelli hat ein hinterlistiges Buch geschrieben, in dem er ein altes britisches Gesellschaftsspiel belebt: den Fragebogen. Der Autor bietet gleich 777 Fragen – wohlgeordnet nach Lebensbereichen – mal amüsant, mal zynisch, mal nachdenkenswert. Vor allem aber eignen sie sich zur diskreten Selbsterforschung. Am besten Sie fangen gleich damit an:
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Von Jochen Mai // 8 Kommentare

Stammplatz – Wir sind, wo wir sitzen

Meetings laufen so: Etwa acht Menschen sitzen in einem hellen Raum um einen Tisch. Der Leiter sitzt am Kopfende und ist das verortete Aufmerksamkeitszentrum. Er beginnt mit Smalltalk. Manche sitzen dabei zurückgelehnt, eher gelangweilt, andere vorgebeugt. Sie versuchen die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Der intellektuellen Primadonna am anderen Kopfende geht das alles zu langsam. Zwei Leute sagen gar nichts oder beschränken ihren Beitrag auf Zustimmung oder Wiederholung. Andere reden viel und sagen wenig. Ergebnis: Keiner ist so blöd, wie alle zusammen. mehr

Job, Test 8
Von Jochen Mai // 2 Kommentare

Gastplatz – Ein moralisches Dilemma im Vorstellungsgespräch

Neulich las ich von einem interessanten Vorstellungsgespräch in den USA. Es ging um eine ethische Frage. Der Personaler schilderte folgendes Szenario:

Sie fahren mit Ihrem Auto über eine einsame Landstraße in einer eiskalten, gefährlich-stürmischen Nacht. Als Sie eine Bushaltestelle passieren, sehen Sie dort drei Menschen:

1. Eine alte Dame, die offenbar dem Tode nahe ist und ins Krankenhaus muss;
2. einen alten Freund, der Ihnen einmal das Leben gerettet hat;
3. Ihren Traumpartner, nach dem Sie schon Ihr ganzes Leben suchen.

Wenn Sie nur eine Person mitnehmen könnten, wem würden Sie den Platz in Ihrem Auto anbieten? mehr

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Erfolg in 7 Worten

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  1. Seien Sie da. Der beste Weg, einem Kollegen oder Freund zu helfen, ist auch der einfachste: Sorgen Sie dafür, dass der Betreffende sich nicht allein gelassen fühlt. Hören Sie zu, spendieren Sie einen Kaffee, gehen Sie zusammen essen. Und sagen Sie – beiläufig – was Sie an dem Kollegen schätzen. Nur eines dürfen Sie auf gar keinen Fall: ungefragte Ratschläge verteilen, belehren, beurteilen, kritisieren.
  2. Reden Sie nichts klein. “Ach, das wird schon wieder!”, “Morgen ist die Welt wieder in Ordnung.”, “Sei nicht so dünnhäutig…” – Kommentare wie diese streuen nur noch Salz in die Wunde. Und sie sind verletzend, weil sie die wahren Gefühle und Sorgen des Betroffenen ignorieren und stattdessen nur die eigene Perspektive transportieren. Stellen Sie lieber Fragen und zeigen Sie Verständnis.
  3. Haben Sie Geduld. Manche denken, wenn man sich um den betreffenden Kollegen kümmert, müsse der sich doch bitte bald wieder einkriegen. Fatal! Das erzeugt nur zusätzlichen Druck, den der andere spürt. Dahinter steckt schon der unterschwellige Vorwurf: Du bist so nicht ok. Besser: Lassen Sie dem anderen die Zeit, die er oder sie braucht. Und puffern Sie jeden Druck ab – das hilft wirklich.
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Drei Wege, wie Sie einem niedergeschlagenen Kollegen wirklich helfen