Kind und Karriere, noch dazu in einem Führungsjob? Geht das? Ja, und zwar per Teilzeit, sagen einige betroffene Frauen und machen vor wie. Meine Kollegin Liane Borghardt hat dazu in der aktuellen Wiwo einen längeren Artikel geschrieben. Gleichwohl: Solche Managerinnen sind die Ausnahme. Nur elf Prozent der Führungskräfte in Deutschland arbeiten in Teilzeit; 14 Prozent der weiblichen Chefs, zwei Prozent der männlichen. Tatsächlich hegen viele Führungskräfte den Wunsch, ihren anspruchsvollen Beruf auszuüben und gleichzeitig auch wochentags für die Familie da zu sein, stellt die Wirtschaftsforscherin Sonja Bischoff in einer aktuellen Studie fest: Nahezu jede zweite Frau (45 Prozent von 1000 befragten Frauen in Führungspositionen) würde gerne in Teilzeit arbeiten, bei den männlichen Chefs waren es immerhin noch 23 Prozent. Allerdings halten 39 Prozent der befragten Frauen dieses Ziel auch für „realisierbar“. Bei den Männern sind es nur noch 13 Prozent. Der Rest fürchtet deutliche Nachteile für die Karriere. Die Barriere ist eben oft nicht die Machbarkeit – sie steckt in den Köpfen.
Es herrscht vor allem die Sorge vor der Nicht-Verfügbarkeit eines Entscheiders. Aber das ist Unsinn. Meist spüren Mitarbeiter nicht einmal, wenn eine Führungskraft ihre Anwesenheit um 20 bis 40 Prozent reduziert, hat die Wirtschaftswissenschaftlerin Désirée Ladwig von der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität in einer Studie herausgefunden. Vorausgesetzt, der Vorgesetzte ist durchweg erreichbar. Als Beweis ihrer These führt sie etwa die strategischen Lenker deutscher Konzerne an: Die verbringen 40 Prozent der Zeit in Aufsichtsratsgremien und auf Reisen, während das operative Geschäft derweil die Mitarbeiter führen. Und der Laden läuft trotzdem.
Ein Beispiel: Mit der Ansage, 50 Prozent der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen, hat sich bei Ikea „viel verändert“, sagt Marilyn Schröder. Als Personalleiterin der Filiale in Berlin-Waltersdorf ist sie für eine Belegschaft von 240 Mitarbeitern verantwortlich und arbeitet selbst auf einer 80-Prozent-Stelle. Vier Tage in der Woche kommt Schröder ins Büro: dienstags und mittwochs bis 21 Uhr, donnerstags geht sie um 16 Uhr, um ihren sechsjährigen Sohn von der Kindertagesstätte abzuholen. Rückendeckung bekam sie von der damaligen Personalchefin Petra Hesser, heute Chefin von Ikea Deutschland. Die erlebte in den Niederlanden wie sich Führungskräfte selbstverständlich aus Besprechungen verabschiedeten mit dem Satz: „Mein Kind wartet.“ Schröders Beispiel spornt inzwischen auch die Männer an: Seit die Personalchefin in Teilzeit arbeitet, hat sie drei Teamleiter auf deren Wunsch hin im Jobsharing eingesetzt.
Arbeitszeit teilen und trotzdem im beruflichen Netzwerk bleiben – das nutzt sogar der Karriere. So zeigte jüngst eine Studie der Beratung McKinsey in 23 Ländern: Überlange Auszeiten nach der Geburt eines Kindes sind für Frauen Karrierekiller. Mehr als ein Jahr Kinderpause verursacht fast immer einen Knick in der Laufbahn. Arbeiten aber männliche wie weibliche Chefs nach der Familiengründung jeweils eine Zeit lang flexibel, bringt das Vorteile, weil sie so dokumentieren, doppelte Belastung managen zu können.
Selbst die Mitarbeiter profitieren von der Teilzeittätigkeit ihres Vorgesetzten. De facto erfahren sie eine Aufwertung. Damit keine Lücken klaffen, müssen deutlich mehr Informationen nach unten weitergegeben, insgesamt mehr Verantwortung delegiert werden. Das sei für sie die beste Schule: „Meine Stellvertreter wollen ja vielleicht auch mal Personalleiter werden“, sagt Ikea-Managerin Schröder.
Der Witz zum Beitrag via Mitra:
In einer Firma werden fünf Programmierer eingestellt. Keiner ahnt: Sie sind Kannibalen. Nach vier Wochen kommt der Chef zu ihnen und sagt: “Wir vermissen unsere Putzfrau. Wisst Ihr, was aus der geworden ist?” Die Kannibalen verneinen und schwören, mit der Sache nichts zu tun zu haben. Kaum ist der Chef weg, fragt der Oberkannibale: “Welcher Depp hat die Putzfrau gefressen?” Daraufhin meldet sich einer ganz kleinlaut: “Ich war es.“ Sagt der Oberkannibale: “Du Idiot! Wir ernähren uns seit Wochen von Gruppenleitern, Abteilungsleitern, Bereichsleitern und Projekt-Managern, damit keiner etwas merkt, und du musst ausgerechnet die Putzfrau fressen!“ Und die Moral von der Geschicht: Manche fehlen – manche nicht.







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