Könnten sich Mitarbeiter das Geschlecht ihres Chefs aussuchen, so würde sich die Mehrheit für einen Mann entscheiden. Vor die hypothetische Wahl gestellt, plädierte ein Drittel der Befragten (35 Prozent) für einen männlichen Vorgesetzten, für einen weiblichen Boss votierten dagegen nur 14 Prozent. Allerdings, das muss man dazu sagen: Der Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland (52 Prozent) war das Geschlecht der eigenen Führungskraft schnuppe. So das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des IFAK Instituts unter 2000 Erwerbstätigen in Deutschland.
Was aber interessant ist: Frauen sind beim Geschlecht ihres Vorgesetzten wählerischer: sechs von zehn Arbeitnehmerinnen (60 Prozent) war die Frage ob Chef oder Chefin keinesfalls egal, dafür aber 62 Prozent ihrer männlichen Kollegen. In beiden Fällen aber favorisierten sie eine männliche Führungskraft. 30 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen wollen lieber einen Chef. Chefinnen werden dagegen nur von neun Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen bevorzugt.
Dabei spielte offenbar die eigene Erfahrung der Befragten eine große Rolle: Von Beschäftigten mit einem männlichen Vorgesetzten würden sich 40 Prozent wieder für einen Chef entscheiden und nur acht Prozent für eine Chefin. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer Frau als Boss, entschieden sich ebenfalls mehrheitlich (33 Prozent) wieder für eine Frau. Nur 21 Prozent votierten für das männliche Pendant. Die Entscheidung zugunsten des Geschlechts der aktuellen Führungskraft fällt bei Beschäftigten mit einer Chefin damit jedoch weniger deutlich aus als bei Beschäftigten mit einem Chef.
Aktuell haben rund drei Viertel der Erwerbstätigen einen männlichen Vorgesetzten (77 Prozent) und ein Viertel eine weibliche Vorgesetzte (23 Prozent). Jede Führungskraft, unabhängig vom Geschlecht, steht im Durchschnitt sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor. Dabei arbeitet nur jeder fünfte Beschäftigte (21 Prozent) in einem Team, das gleichermaßen aus Frauen und Männern besteht. 44 Prozent arbeiten überwiegend mit Männern und 35 Prozent überwiegend mit Frauen zusammen. Besonders interessant ist hier die Geschlechtertrennung: zwei Drittel der Männer (68 Prozent) arbeiten in überwiegend männlichen Teams und auch knapp zwei Drittel der Frauen (62 Prozent) in überwiegend weiblichen Teams.







Jan Schmidt
Ich hatte schon zwei Chefinnen. Und das reicht mir. Wenn ich wählen könnte, hätte ich am liebsten nur noch einen Mann. Die sind im Zweifel genauso tyrannisch, aber weniger launisch. Ich bin wirklich kein Macho und ich habe einige Kolleginnen, die ich sehr schätze. Aber meine Chefinnen waren durchweg eine Katastrophe.