neuer Chef
Mit dem neuen Chef wird Vieles anders. Meist weht in der Abteilung sofort ein neuer Wind. Und auch der bisherige Status in der Gruppe steht auf der Kippe: Ein neuer Chef sucht auch neue Gefolgsleute, nimmt die des alten gar in Sippenhaft. Also schaut er oder sie sich jetzt das Team ganz genau an und nimmt jeden akribisch unter die Lupe. Wie soll man da am besten reagieren?

Wie reagieren Sie am besten auf einen neuen Chef?

Zuerst einmal: keine Panik! Das Wichtigste ist, dass Sie jetzt schnell sein Vertrauen gewinnen und zügig eine Beziehung zu ihm aufbauen. Chefs, gerade die neuen, schätzen Mitarbeiter, die Sie bei Ihren Aufgaben entlasten, Informationen teilen und Ihre Einarbeitungszeit verkürzen.

Aber wie gewinnt man sein Vertrauen?

Machen Sie Ihre Hausaufgaben. Damit ist nicht nur gemeint, dass Sie exzellente Leistungen zeigen und bereitwillig Ihre Hilfe anbieten sollten. Sondern auch, dass Sie möglichst viel über Ihren neuen Chef in Erfahrung bringen: Hat er etwa ein Xing-Profil? Oder gibt es Presseberichte über ihn, Fachartikel von ihm?

Forschen Sie im Internet,was für ein Typ Ihr Chef ist, wen er kennt, was ihn interessiert und bewegt, welchen Führungsstil er bevorzugt. So verringern Sie die Gefahr, später in einen Fettnapf zu treten und verstehen besser, wie er denkt und können vielleicht auch manche seiner Entscheidungen antizipieren.

Manche Manager treten solche Jobs allerdings nicht alleine an, sondern holen kurzfristig ein paar alte Vertraute nach – insbesondere bei heiklen Sanierungsmissionen. In diesem Fall ist es ratsam, ebenfalls in Erfahrung zu bringen, wer das sein könnte und ob derjenige vielleicht auf Ihrem Posten landen soll. Das wäre natürlich schlecht für Ihre Jobsicherheit.

Das alles ist aber nur wichtige Vorarbeit. Entscheidender ist, auf den neuen Chef einen brillanten ersten Eindruck zu machen, zum Beispiel im ersten gemeinsamen Meeting oder im ersten Vier-Augen-Gespräch.

Dazu ist diese Vorarbeit essenziell. Denn dabei sollten Sie gute Antworten auf seine potenziellen Fragen parat haben. Oder ihm subtil Ihre Loyalität und Ihr Engagement versichern – freilich ohne sich anzubiedern! Schleimer schätzt keiner.

Insbesondere in turbulenten Zeiten ist Vorsicht geboten. Hier haben kurzfristig eingewechselte Manager nicht viel Zeit zu entscheiden, wer zum künftigen Team zählt und wer nicht. Der erste Eindruck ist deswegen oft ausschlaggebend. Und er prägt Ihr Image noch sehr lange.

Neuer Chef: Auf keinen Fall schauspielern!

Sie dürfen davon ausgehen, dass auch Ihr neuer Chef seine Hausaufgaben gemacht hat, Ihre Personalakte gelesen, sich über Ihre vergangenen Leistungen informiert und Sie vielleicht ebenfalls ausgegoogelt hat.

Er kennt also Ihre Referenzen, mögliche Schwächen und vergangene Fehler – und wird Sie vielleicht sogar darauf ansprechen. Dann ist es wichtig, dass Sie Kritikfähigkeit beweisen und zeigen, aus Ihren Fehlern gelernt zu haben.

Die Kombination aus Vorabrecherche, Offenheit, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Leistungswillen zählt mehr als schauspielerisches Talent. Das ist der Humus, auf dem gegenseitiger Respekt und Vertrauen wachsen können.

[Bildnachweis: Zurijeta by Shutterstock.com]