In der vergangenen Woche haben wir an dieser Stelle gezeigt, wie der Dresscode sich der warmen Jahreszeit anpasst und wie viel Haut Sie entblößen dürfen. Dabei mussten wir feststellen, dass es gerade bei den Herren wenig Spielraum gibt. Was also, wenn Sie sich von allen Textilien befreit haben, die der Dresscode nicht vorschreibt, und die Temperatur immer noch unerträglich ist? Denn die Arbeit muss ja trotzdem getan werden und Hitzefrei gibt es leider nicht mehr. Hier also verschiedenen Maßnahmen von Gesundheitscoach Claudia Samson, die Ihnen dabei helfen, den Sommer-Tag gut zu überstehen.

Klar, die Motivation sinkt, wenn das Thermometer steigt. Nicht nur, weil es schlichtweg unangenehm ist, wenn uns der Schweiß den Rücken runterläuft. Es gibt doch auch so viele Dinge, die wir bei diesem Wetter viel lieber machen würden: baden, grillen, chillen, sonnen. Im Job geht das aber nicht. Und schlimmer noch: Eine weitere Begleiterscheinung der Hitze ist, dass der Blutdruck absackt. Als Folge können wir uns nicht mehr richtig konzentrieren, und im schlimmsten Fall kommt so wenig Sauerstoff im Gehirn an, dass ein Hitzekollaps oder -Schlag droht.

Oase statt Büro-Sauna

Was die meisten sonst mit allen Mitteln vermeiden, ist im Sommer die wirkungsvollste Maßnahme: Starten Sie den Tag so früh wie möglich! Denn dann können Sie die kühleren Stunden perfekt nutzen und sind im besten Fall rechtzeitig zu Hause, um dem Wetter auch noch die oben genannten guten Seiten abzugewinnen. Auch nach der Ankunft ist perfektes Timing alles: Lassen Sie die Fenster so lange weit geöffnet, wie die Morgenluft noch angenehm ist und verdunkeln Sie die auf der Südseite rechtzeitig mit einem Sonnenschutz. Ein Ventilator bringt natürlich auch Erleichterung. Aber Vorsicht: Wirklich kühlen tut der nicht. Also trotz Hitze ab und zu Stoßlüften. Und er sollte natürlich nicht neben wichtigen Dokumentenstapeln platziert werden. (Es sei denn, Sie sind gerade auf der Suche nach einer einfachen, entspannenden Aufgabe, die dem Chef Geschäftigkeit vorgaukelt.)

Welche elektronischen Geräte laufen eigentlich bei Ihnen gerade im Büro?

Monitor, Computer, Drucker, Kopierer, vielleicht noch ein zusätzliches Laptop, Telefon, Scanner…? Unterschätzen Sie deren Hitzeentwicklung nicht! Also, alles ausschalten, was nicht konstant benötigt wird. Das sollten Sie natürlich ohnehin zum Stromsparen tun, aber jetzt kommt noch ein eigennütziges Argument dazu.

Zusätzlicher Tipp von Samson, um den Körper zu entlasten: „Sollten Sie über ein kleines Eisfach im Büro verfügen, legen Sie zwei Kühlaggregate unter die Füße, um die Körpertemperatur herunterzukühlen.“ Und da die ja meistens ohnehin unter dem Schreibtisch platziert sind, kriegt auch niemand mit, wenn Sie dafür die Schuhe kurz ausziehen. Kühlen Sie Ihre Hände zudem ab und zu unter fließend kaltem Wasser. Auch kaltes Wasser im Nacken und an den Schläfen sorgt für Erfrischung.

Richtig gegessen ist halb getan

Einmal am Tag in die Kantine und dann so lange wie möglich Pause machen? Besser nicht: Bei hohen Temperaturen sollten die Portionen kleiner sein und dafür lieber häufiger gegessen werden. „Dadurch benötigen die Verdauungsorgane weniger Blut auf einmal und das kommt den Hautgefäßen zur Wärmeregulierung zugute“, sagt Samson. Verschieben Sie Ihre warme Mahlzeit am besten auf den Abend, um den Kreislauf während der Bürozeit möglichst wenig zu belasten. (Passt also gut in den „Früher starten und dann noch Grillen“- Plan.) Ideal sind in der Hitze jegliche Arten von Salaten wie Couscous-Salat, kalte Pasta-Salate oder Obst. Vermeiden Sie zudem scharfes Essen, um die Schweißdrüsen nicht noch zusätzlich anzuregen.

Wie bei so vielem, verschafft auch bei den Getränken das verlockendste nur kurze Erleichterung, hat aber längerfristig genau den gegenteiligen Effekt. Samson empfiehlt daher Getränke mit Raumtemperatur: „Der Körper ist immer bemüht, Temperaturunterschiede auszugleichen und wird bei einem eiskalten Getränk mit Wärmeproduktion gegensteuern. Und das kann sich durch noch stärkeres Schwitzen äußern.“ Ersetzt ein vermeintlich erfrischender Eiskaffee die alltägliche Bürodroge, belastet das genau wie Cola den Körper doppelt. Denn durch ihren Koffeingehalt sorgen sie für einen weiteren Anstieg des Kreislaufgeschehens. Und der hat ja im Moment wirklich genug zu tun. Besser eignen sich also stark verdünnte Saftschorlen, die dem Körper die Mineralien zurückgeben, die über den Schweiß verloren gehen.

Samson empfiehlt zudem diese Sitali-Übung aus dem Yoga, die Ihnen hilft, Hitze besser zu vertragen:

Yoga-Atemübung für die Hitze


Strecken Sie Ihre Zunge leicht nach vorne. Rollen Sie die Zunge so, dass die Zungenmitte unten ist, und die seitlichen Zungenränder nach oben schauen. Atmen Sie langsam und tief mit einem leichten Zischlaut die Luft über die Zunge ein. Dann atmen Sie zügig aber lautlos durch die Nase wieder aus. Falls es Ihnen angenehm ist, können Sie nach der Einatmung durch den Mund auch schlucken, um die Kühlung noch mehr in sich aufzunehmen. Wiederholen Sie diese Übung etwa zehn Atemzüge.