Wer beim Vorstellungsgespräch eine zu coole Fassade aufsetzt, bekommt keinen Job. Das ist das Ergebnis einer Studie von Jane Richards von der Universität von Texas. Das Vorurteil dahinter: So genannten Gefühlsunterdrückern mangelt es an Empathie. Entsprechend könnten sie in einer belastenden Situation schlechter auf ihre Gesprächspartner eingehen oder reagieren verzögert.

Auch sonst tun sich Bewerber keinen Gefallen, wenn sie ihre Gefühle verstecken. Denn Selbstbeherrschung – auch das wies die Wissenschaftlerin nach – kostet so viel Kraft, dass das Erinnerungsvermögen darunter leidet: Gefühlsunterdrücker können sich deutlich schlechter an Details aus stattgefundenen Gesprächen erinnern. Richards’ Erklärung: Wer cool sein will, ist so stark damit beschäftigt, über sein eigenes Verhalten, dessen Wirkung und Kontrolle im Gespräch nachzudenken, dass seine weiteren Hirnkapazitäten eingeschränkt sind. Allerdings heißt das nun nicht, dass man seinen Gefühlen stets freien Lauf lassen sollte. Dosierte Emotionsregulierung hat durchaus Vorteile: Wer sich zum Beispiel vor einem Vorstellungsgespräch klar macht, dass er dort letztlich nichts zu verlieren hat, wertet den Termin positiv und schöpft so sein volles Leistungspotenzial aus.