Cool (auch Coolness; von engl.: cool = kühl, kalt) ist ein ursprünglich jugendsprachlicher Begriff, der in die Umgangssprache eingegangen ist. Der Begriff wird einerseits zur saloppen Bezeichnung einer besonders gelassenen oder lässigen, nonchalanten, kühlen, souveränen, kontrollierten und nicht nervösen Geisteshaltung oder Stimmung genutzt (vergleiche: kühl bleiben, kühler Kopf im Sinne von „ruhig bleiben“). Andererseits ist cool als jugendsprachliches Wort zur Kennzeichnung von als besonders positiv empfundenen, den Idealvorstellungen entsprechenden Sachverhalten (ähnlich wie „geil“) gebräuchlich im Sinne von „schön“, „gut“, „angenehm“ oder „erfreulich“.

So jedenfalls beschreibt Wikipedia Coolness. Man könnte auch sagen (um bei der ersten Definition zu bleiben – und nur um die soll es heute hier gehen): Wer cool ist, bleibt auch unter größtem Stress noch ruhig. Das erklärt aber freilich noch nicht ausreichend, warum diese Attitüde bewundert und zumindest in seiner ungekünstelten Variante hoch geschätzt wird.

Genau genommen handelt es sich bei gezeigter Coolness um eine subtile Machtgeste: Ein anderer mag in der Lage sein, uns unter Druck zu setzen – doch der Coole widersteht der Strapaze mit einem Lächeln. Es ist eine durchaus kreative Art, sich Obrigkeiten und Autoritäten zu widersetzen, ein innovativer, ja fast paradoxer Mix aus Subordination und Subversion. Zu gewinnen ist cool, aber nicht zu gewinnen und dabei cool zu bleiben, ist es noch viel mehr.

Und es ist eine Pose, die – wenn sie gekonnt inszeniert wird – enorm anziehend wirkt und attraktiv macht. Man müsste fast die Frage stellen: Was zieht mehr an – sexy zu sein oder cool? Oder ist cool womöglich gar das neue Sexy?

Im Job definitiv. Führungskräfte, die stets versuchen, alles unter Kontrolle zu haben, sind uncool. Sie sind Kontrollfreaks. Der coole Chef dagegen dokumentiert auch in Krisenzeiten ebenso Souveränität wie Selbstbeherrschung und sammelt so zweifellos Pluspunkte in Sachen Vertrauen und Respekt. So jemandem folgt man gern, zumindest aber lieber (was für Kollegen letztlich genauso gilt).

Ich muss allerdings gestehen: Der Versuch, Coolness zu definieren, ist ein überraschend uncooles Unterfangen. Es ist so, als wollte man eine Suppe mit der Gabel essen: anstrengend, zeitaufwendig, müßig. Doch zum Glück gibt es da dieses coole Twitter-Ding. Also habe ich Sie, lieber Leser dort, gefragt, wie Sie Coolness definieren würde. Und das ist dabei herausgekommen – Danke!

Definitionen von Coolness aus dem Twitterreich

@Buchkolumne

Mit schwierigen Situationen überlegt und gelassen umgehen.

@textzicke

Cool ist, wenn dir Konventionen egal sind, ohne dass du dabei teenageresk renitent rüberkommst.

@BewerberBlog

Souveränität

@AStagge

Coolness bedeutet, entspannt etwas über den Dingen stehen, aber nicht abgehoben sein.

@nerxs

Für mich hat Coolness immer einen negativen Beigeschmack. Leute, die nach außen nicht zeigen, was wirklich in ihnen vorgeht.

@ChrisWallrafen

Eine bewusste Haltung zur Selbstinszenierung. Oder versteckte Schüchternheit.

@SueWestCom

Cool sein heißt für mich: in brenzligen Stress-Situationen, richtig gute Entscheidungen treffen (und dabei gut aussehen).

@MarcoZehe

Für mich ist jemand cool, der nicht durch große Worte, sondern durch gute Taten überzeugt. Das kann kompetentes und engagiertes Pflegepersonal genauso sein wie auch jemand wie Steve Jobs. Genauso finde ich diese Rettungsaktion der Bergleute in Chile cool. Weil sie einfach alle gerettet haben.

@JoachimL

Cool sein bedeutet nicht dem Mainstream folgen, sondern sich treu bleiben.

@DGAMedien_Kuehl

Gelassenheit. Absolute Gelassenheit.

@renewelter

Cool: in sich selbst ruhen.

@wissensagentur

Cool = sein Ding durchziehen ohne arrogant zu sein, unabhängig von der Meinung anderer zu agieren, Nerven bewahren im Chaos.

@muellero

Coolness – neue Form der antiken Tugend ‘moderatio’: das rechte Maß in Wort & Tat, oder: Down to earth relaxt & hip reagieren.

@annatab

Coolness ist, nicht darüber nachzudenken, ob man cool ist oder nicht.

@CFahrenbach

Coolness heißt, in all dem Getöse ruhig zu bleiben und in sich selbst zu hören, was zählt.

@HerbertSieben

Cool bleiben heißt für mich auf seinen gesunden Menschenverstand zu vertrauen.

@Wehrmann

Andere zu überraschen, natürlich mit einem (coolen) Lächeln im Gesicht!

@AnjaPepper

Coolness ist: Sich nicht kleiner machen als man ist. Sich nicht größer machen, als man ist.

@astridschau

Über den Dingen stehen und gut dabei aussehen.

@Moritz22765

Grundvoraussetzung für Coolness ist, sich nicht zu bemühen cool zu sein – zumindest sollte es niemand merken.

@HeikeEberle

Cool ist eine hypermoderne Ausdrucksweise für eine positive Zustimmung.

@markus_beckmann

Coolness: Schmaler Grat zwischen souverän bleiben und wie ein Volltrottel aussehen.

@curiosit

Cool = ein selbstsicherer und gelassener Auftritt, auch wenn’s mal turbulent wird. Sein Ding machen und sich nicht reinreden lassen.

@ElkeFleing

Cool sein = entspannt aber präsent, humorvoll, charismatisch, nicht überheblich aber selbstbewusst zu sein + zu handeln.

@tkre

Cool = Nicht’s wissen und trotzdem einen überlegenen Eindruck hinterlassen.

Falls Sie nicht auf Twitter sind oder die Umfrage an Ihnen vorbei gerauscht ist, können Sie gerne auch hier noch im Kommentarbereich Ihre Definition hinterlassen sowie über das Thema diskutieren. Nur bitte: Bleiben Sie unbedingt cool dabei!