“Social Media is going corporate” lautet der Titel der folgenden Infografik, was ein bisschen so klingt, als sei das noch eine Nachricht. Die Zahlen sprechen für sich. Und es ist nicht die Frage, ob Unternehmen Social Media zunehmend für sich nutzen – sondern wie und in welchem Umfang. Weil wir schon so oft darüber geschrieben haben, möchte ich diesmal einen anderen Aspekt diskutieren: Warum denken alle dabei immer nur sofort an Facebook oder Twitter – und so wenige an Blogs?
Blogs bieten so viel mehr Vorteile gegenüber den üblichen Netzwerken: Dort sind Unternehmen im Design und Layout völlig frei. Von dort lassen sich Inhalte in alle anderen Social Networks teilen (versuchen Sie mal ein Facebook-Posting auf Google+ zu teilen oder auf Pinterest zu pinnen!). Umgekehrt lassen sich in Blogs alle Inhalte und Tools einbinden: Zitate, Tweets, Videos, Slideshows, Umfragen, … Sie können dort Ihre eigenen AGBs und Regeln machen (insbesondere was Gewinnspiele anbelangt) und Ihre Artikel können beliebig lang sein oder beliebig viele Fotos enthalten. Und das Beste: Blogger sind starke Influencer.
Natürlich kostet der Aufbau eines Corporate Blogs Zeit, Mühe, Ausdauer und ein gutes Redaktionsteam sowie einen guten Themenplan. Das gilt für die anderen Kanäle aber auch: Lesenswerte Inhalte, ein Team und Programm brauchen Sie dort genauso.
Sicher, als leidenschaftliche Blogger sind wir in dieser Frage befangen. Aber es gibt eben auch gute Argumente dafür. Oder sehen Sie das anders?

Teamarbeit: 11 kaum bekannte Fakten
Powerpoint & Co.: Tipps für bessere Präsentationen
Denksport: 50 Brainteaser für Jobinterviews
Smalltalk-Tipps:



Bewerbungs-Dossiers zu Mappe, Anschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsfoto und Zeugnissen.
Die besten Tipps und Dossiers für das Vorstellungsgespräch: So überzeugen Sie jeden Personaler.

Hans
Ein Blog ist das eigene Büro. Facebook, Twitter und Co sind ein Schreibtisch im Co-Working-Haus oder auf dem Wochenmarkt. Von mir aus auch vergleichbar mit der Botschaft des einen Landes in einem anderen Land.
Mir ist schleierhaft, warum Internet-Seiten-Inhaber ihre Besucher mit fetten Buttons auf ihre Facebook-, Twitter- und sonstige Seiten schicken und sie damit von der eigenen Seite vertreiben. Erst Geld ausgeben für SEO und Adwords und danach verscheuchen…
Das ist ungefähr so, als wenn Sie einen Kunden aus Ihrem Ladenlokal oder Geschäftsbüro rausschmeißen und ihn auf den Wochenmarkt schicken, wo Ihr Praktikant unter einem Sonnenschirm mit Ihrem Geschäftslogo darauf Flyer verteilt. Und der Praktikant soll außerdem dafür sorgen, dass die Kunden regelmäßig zurück kehren – zu ihm auf den Wochenmarkt – statt zu Ihnen ins Büro…
Ein Besuch in der chinesischen Botschaft ist ja mal ganz lustig, aber echtes China gibt’s nur in China.
Und wenn der Tag kommt, an dem Ihr Co-Working-Haus, der Wochenmarkt, und – das gibt es gelegentlich auch – Ihre Botschaft schließt oder sich deren Bedingungen zu Ihren Ungunsten verändern (Facebook-Tabs, Welcome-Page, …) stehen Sie da – ohne Follower…
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Halten Sie sich auf Ihrer Website mit Social-Media-Buttons zurück und bieten Sie stattdessen einen RSS-Feed oder einen Newsletter an, der Ihre Besucher wieder auf Ihre Website (den/das Blog!) zurück bringt. Sie bekommen die E-Mail-Adresse des Besuchers, die er so schnell auch nicht ändert, und die Erlaubnis, ihm ab und zu interessantes und hilfreiches zu senden.
In Ihren E-Mails können Sie dann immer noch auf Ihre Facebook- oder besser – GooglePlus-Seite – verweisen. Dort bieten Sie natürlich andere Inhalte als auf Ihrem Blog. Sonst macht’s wenig Sinn. Nicht keinen, aber wenig.
-Hans Steup, Berlin
Jochen Mai
Hallo Hans, das mit dem Wochenmarkt ist eine ganz großartige Metapher. Die merk ich mir!
Hans
…danke Jochen :) – der “Wochenmarkt-Spruch” kommt immer gut :)
Björn
Ich fasse mal zusammen … Blogs sind also wichtiger weil man dort sein eigenes “Reich” hat? … ich würde das eher als Unabhängigkeit bezeichnen … doch selbst mit dem eigenen Blog ist man nicht total unabhängig … die äußeren Gegebenheiten wirken auch auf den eigenen Blog … Facebook und Co. sollten wie schon von Hans beschrieben eine zusätzliche Möglichkeit sein mit dem Besucher in Kontakt zu bleiben … trotzdem muss ja nicht jeder mit einem Blog starten … gibt es Beispiel wer aus Facebook und Co. sein Business aufgebaut hat? Grüße Björn.
Jochen Mai
Hallo Björn,
zu sagen, Blogs sind wichtig, heißt nicht, alles andere ist unwichtig. Aber im Blog ist man wesentlich freier, unabhängiger, und multimedialer aufgestellt. Müssen muss da keiner etwas. Es mag Beispiele geben, die mit Facebook Business aufgebaut haben, die gibt es für Blogs aber genauso (Die Saftblog-Story kennt inzwischen wohl jeder). Nur was ist nachhaltiger? Geld und Marketing in eine Plattform investieren, die dir nicht gehört und die dir der Betreiber jederzeit dicht machen kann, wenn er glaubt, dass du gegen seine Regeln verstößt (dann sind alle Fans und Investitionen mit einem Schlag futsch, deine Daten kann der Betreiber aber trotzdem für sich nutzen) – oder in die eigene Plattform investieren, wo alle Daten dir gehören und auch keiner plötzlich mit deinen Fans Werbung macht oder deren Privatsphäre misachtet?
Ich finde, Hans hat das mit der Wochenmarkt-Metapher schon ganz gut auf den Punkt gebracht…
meine-baufi.de
Hier ein Artikel der in die andere Richtung schlägt … http://www.robertbasic.de/2012/07/wie-ich-zum-facebook-blogger-ohne-blog-wurde/
Jochen Mai
Halte ich für ein bisschen verfälscht. Robert sagte selbst einmal, dass er heute glaubt, es war ein Fehler das Blog zu verkaufen. Und viele andere sagen das auch. Aber es ist doof über Abwesende zu diskutieren. Das nur zur besseren Einordnung.
Björn
Sorry, irgendwie ist mein Name verschwunden …
Pingback: Bedeutung von Corporate Blogs
calceola
Alle Social Media Kanäle sind nur Hilfsmitttel um die Botschaft (kauf mich, lies mich, mag mich was auch immer) zu verbreiten. Wie Hans schon sagte, ich will doch die Menschen in meinem Geschäft haben um dort mit Ihnen etwas zu machen. Neben den genannten Aspekten, eigene Regeln, eigenes Design, eigene Entscheidung, möchte ich auf all die vergangenen Sozialen Medien aka Netzwerke hinweisen. Der Abgesang auf zum Beispiel FB hat ja schon begonnen, was passiert wenn der Dienst in den man investiert hat geschlossen wird? Um im Bild zu bleiben wenn der Wochenmarkt auf einmal nicht mehr angeboten wird? Dann hat man seine Informationen doch lieber auf dem eigenen Blog.
Pingback: » link dose 17.07.2012
Jürgen
habt ihr eure Meinung geändert oder wie soll ich das jetzt verstehen?
Vor ein paar Wochen war eure Aussage zu Blogs und Netzwerken (damals ging es um eine G+ Page statt dem Blog) noch “etwas” anders!
Jochen Mai
Nö, lies mal genau nach. G+ kann unter Umständen eine Alternative sein. Und wir sagten, wie man es nutzt. Aber Blogs mögen wir mehr.
Pingback: Blogs sind für Unternehmen wichtiger als Facebook und Twitter | Timebandit Media
Kreativer Frechling
Blogs schließen niemanden aus (es gibt immer noch Anzeichen von Leben außerhalb sozialer Netzwerke) und schränken (den Verfasser) nicht ein. Der Leser wird, wenn man sich dafür entscheidet, nur durch eigene Inhalte abgelenkt. Ein Blog ist allerdings, wie oben angedeutet, nichts anderes als ein Werkzeug. Ob es besser oder schlechter ist als ein anderes? Entscheidet die Zielsetzung.
Pingback: Links der Woche: e-Commerce Marktplätze im Vergleich, Neckermann Insolvenz-Verbraucherrechte, eBay schränkt Verkäuferkonto ein. Was tun? » Take-me-to-auction
Pingback: Social Media: Lieber die große Party? « Das M & M Blog
Pingback: Corporate Blog: Beispiele, Beispiele, Beispiele … | PR-Doktor
Pingback: Social Media und PR-Rückblick
Pingback: Social Media Personalmarketing falsch verstanden: Blogs auf Facebook