Festansprachen haben gewöhnlich launigen Charakter. Dafür kann man sie inhaltlich getrost vergessen. Der heutige Anlass ist jedoch weniger launig. Steve Jobs, der legendäre Apple-Gründer, ist nach langer Krankheit verstorben. Mit einer tiefen Verneigung vor seinem Talent und seiner Leistung möchten wir uns deshalb heute noch mal an eine seiner größten Reden erinnern. Er hielt sie vor Jahren vor den Graduierten der Stanford University. Die Rede war wochenlang das Hauptthema im Silicon Valley. Man kann sie immer noch im Internet finden (etwa auf Youtube – siehe Video unten). Die Rede ist eine Art Lebensbilanz, ein frühes Vermächtnis und zugleich ein enormer Ansporn.
Dabei erzählt Jobs darin nur drei Geschichten, das ist alles.
In der ersten Geschichte geht es um das Erkennen von Zusammenhängen. Jobs ist ein Adoptivkind. Seine biologische Mutter war eine junge, unverheiratete College-Absolventin. Als sie ihn zur Adoption frei gab, wollte sie immerhin, dass er selber später ein College besuchte. 17 Jahre später besuchte er tatsächlich ein College. Doch er brach sein Studium ab. Die Ausbildung verschlang die ganzen Ersparnisse seiner Adoptiveltern. Jobs selbst hatte keine Ahnung, was er mit meinem Leben machen wollte und sah nicht, wie ihm das Studium helfen sollte. Also brach er ab. „Für mich war dies ein Furcht erregender Schritt, aber im Rückblick eine meiner besten Entscheidungen“, sagt Jobs. „Denn viel von dem, was mir, getrieben von Neugier und Intuition, auf meinem Weg begegnete, erwies sich später als unbezahlbar.“
Nachdem er die normalen Lehrgänge nicht mehr besuchen musste, lernte er Kunst. Nichts von alledem versprach einen Nutzen für sein späteres Leben. Aber als er zehn Jahre später am ersten Macintosh-Computer arbeitete, erinnerte er sich daran – und baute es in den Mac ein. Er war der erste Computer mit schönen, proportionalen Schriftsätzen. Das konnte keiner ahnen, „aber im Rückblick wird es sehr, sehr klar. Sie müssen auf irgendetwas vertrauen – auf Ihren Bauch, das Leben oder was immer. Diese Einstellung hat mich nie enttäuscht, sie war der bestimmende Faktor in meinem Leben“, betont Jobs.
In der zweiten Geschichte geht es um Liebe und Verlust. Mit 20 gründete Jobs mit einem Partner in der Garage seiner Eltern Apple. Zehn Jahre später wurde daraus einer der wertvollsten Konzerne der Welt. Jobs war gerade 30, da wurde er gefeuert. Er hatte jemanden eingestellt, von dem er glaubte, dass er das Unternehmen besser führt. Doch es kam zum Bruch, der Vorstand stellte sich auf die Seite des Neuen, Jobs stand auf der Straße – abgestempelt als Versager.
Trotzdem begann er von vorn – weil er „diese Arbeit noch immer liebte“. Er gründete zwei neue Unternehmen: NeXT und Pixar. Pixar schuf den weltweit ersten computeranimierten Spielfilm, Toy Story. NeXT wurde später von Apple übernommen, die Technologie schaffte die Basis für eine Renaissance von Apple. Jobs war jetzt ein gefeierter Held.
„Manchmal wirft einem das Leben einen Ziegelstein an den Kopf“, sagt er. Aber verlieren Sie deswegen nie die Zuversicht! „Der einzige Weg zu wirklicher Erfüllung ist eine Arbeit zu finden, die Sie wirklich gut finden. Wirklich gute Arbeit können Sie nur leisten, wenn Sie Ihre Arbeit lieben. Wenn Sie diese noch nicht gefunden haben, suchen Sie weiter! Es ist wie mit allen Herzenssachen: Man weiß erst, dass man es hat, wenn man es gefunden hat.“
In der dritten Geschichte geht es um den Tod. Vor ein paar Jahren wurde bei Jobs Krebs diagnostiziert. Jobs wurde dabei eines bewusst: Der Tod ist die beste Erfindung im Leben. Er ist die Kraft, die Veränderung ins Leben bringt. Und so rät er den Studenten: „Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht, indem Sie anderer Leute Leben leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen einfangen. Lassen Sie nicht zu, dass der Lärm fremder Meinungen Ihre eigene innere Stimme übertönt.“
Und vor allem, rät er zu Mut, dazu, dem Herzen und der Eingebung zu folgen. Irgendwo habe jeder bereits im Gespür, was er wirklich werden will. Alles andere ist zweitrangig. Das einzige, was zählt: hungrig bleiben und verrückt bleiben!







Walde [Mobile]
Ruhe in Frieden Jobs.
Er hat echt sehr gute Arbeit geleistet und war eine sehr sympathische Führungsperson.
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