Dankbarkeit ist ein Schlüssel zum Erfolg. Sie beugt Größenwahn vor, verbessert die Beziehungen zu anderen Menschen und macht sogar glücklicher. Doch was so einleuchtend klingt, wird leider meist dort vergessen, wo es am stärksten wirkt: im Büro. Dort, wo Aufträge und Anweisungen zum Alltag gehören, sind Bitte und Danke oft Ausnahmeerscheinungen. Und genau das ist Ihre Chance! Ganz besonders bei der Suche nach einem neuen Job und nach einem Bewerbungsgespräch.

Ein Dankeschön ist selten

Tatsächlich wirken Dankesschreiben im heutigen Geschäftsleben, zumal in Briefform, auf viele wie ein Relikt aus vergangenen Tagen. Andere halten sie vielleicht für aufdringlich oder für übertriebene Effekthascherei. Da ist was dran. Wenn man übertreibt. Allerdings schaffen es die wahren Profis, dass solche Danksagungen eben nicht wie eine hohle Phrase oder Betteln um eine Stelle klingen. Und richtig dosiert eingesetzt, kann ein solches Dankesschreiben nach dem Bewerbungsgespräch enorme Kraft entwickeln und Ihre Chancen auf den Job dramatisch erhöhen.

Zum Einen, weil Sie damit auffallen – und zwar positiv und mit Klasse. Zum Anderen, weil sie in dem Dankesschreiben noch einmal wichtige Punkte, vielleicht sogar kleine Patzer aus dem Bewerbungsgespräch aufgreifen, nachbessern oder richtigstellen können. Gerade, wenn das Jobinterview nicht so gelaufen ist, wie Sie sich das gewünscht hätten, ist das Dankesschreiben eine hübsche Verpackung, in der Sie noch einmal ein paar Argumente für Sie mitsenden.

Vielleicht haben Sie gemerkt, dass Ihre Fähigkeiten nicht mit den Anforderungen der Jobs zusammenpassen oder erwünschte Skills fehlen. Klar, wenn das Muss-Anforderungen waren, dann sind Sie raus. Da hilft dann auch kein Dankesbrief mehr. Waren es hingegen Kann-Anforderungen, können Sie so noch einmal begründen, warum Sie dennoch der perfekte Kandidat sind oder wie Sie gedenken, diese Schwächen auszugleichen. Was können Sie schon verlieren? Ein paar Stunden Zeit und etwas Porto…

Wann sollten Sie einen Dankesbrief verfassen?

So oder so ist ein persönliches Dankesschreiben zunächst einmal ein Ausdruck von Höflichkeit. Sie haben sich die Zeit genommen, sich zu bedanken. Das zeugt von Klasse und Wertschätzung für den Empfänger. Ganz uneigennützig ist es natürlich auch nicht. Denn egal, ob Sie nun die Zeit, das Vertrauen oder die Mühe Ihres Adressaten würdigen – mit einem Dankesschreiben erhöhen Sie die Chance, dass Sie das eigene Wohlwollen irgendwann umgekehrt in Anspruch nehmen können. Psychologen nennen dies übrigens auch den Reziprozitäts-Effekt, Motto: Wie ich dir, so du mir…

Aber natürlich erhöhen Sie mit einem solchen Brief auch die Aufmerksamkeit für sich und damit auf einen guten letzten Eindruck. Sie rufen sich ins Gedächtnis zurück – und bleiben hoffentlich noch eine Weile dort.

Was macht ein gelungenes Dankesschreiben aus?

  • Die Formalia. Dankesschreiben sollten nicht länger als eine halbe Seite sein. Im Job ist auf ein elegantes, zurückhaltendes und professionelles Design zu achten. Also nur Absender, Datum, Adressat und Text sowie Unterschrift. Ob Sie das Schreiben handschriftlich oder am PC verfassen und ausdrucken, bleibt Ihre Entscheidung. Ein von Hand geschriebener Brief wirkt heute natürlich wertvoller, kann aber auch schnell überkandidelt aussehen. Wägen Sie also ab, was dem Anlass entsprechender ist. Die Ästhetik Ihrer Handschrift ist dabei sicher auch ein Kriterium.
  • Der Inhalt. Machen Sie dem Leser schon im ersten Satz deutlich, dass er ein Dankesbrief in der Hand hält. Natürlich müssen Sie auch den Grund oder den Auslöser Ihres Schreibens nennen. Anschließend benennen Sie die verschiedenen Details der gemeinsamen Zeit – was ist Ihnen vom Vorstellungsgespräch besonders positiv in Erinnerung geblieben: das Betriebsklima, die Atmosphäre, die Gastfreundschaft? Was waren die Highlights des Bewerbungsgesprächs? Schildern Sie dabei ruhig auch lobend konkrete Aussagen des Personalers – etwa zu geplanten Messeauftritten oder den Herausforderungen des ausgeschriebenen Jobs.
  • Die Dreingaben. In jedem Fall sollten Sie Ihren Dank dazu nutzen, den Wunsch hier zu arbeiten, noch einmal zu bekräftigen. Auch dürfen Sie sich selbst erneut subtil loben – insbesondere jene Talente, die für die Stelle wichtig sind, beim Bewerbungsgespräch aber irgendwie nicht recht zur Sprache gekommen sind. Oder Sie fügen noch eine gute Idee hinzu, wie Sie im neuen Job echten Mehrwert schaffen.
  • Das Timing. Mit dem Abschicken des Dankesschreiben sollten Sie nach dem Gespräch nicht allzu lange warten. Faustregel: Eine Woche nach dem Gespräch sollte ihr Gegenüber den Brief auf dem Schreibtisch haben. Natürlich ausreichend frankiert, auf unbeflecktem hochwertigem Papier und persönlich adressiert.

Soweit die Theorie. Jetzt zur Praxis. Als Anregung – und bitte wirklich nur als Anregung, nicht abschreiben! – geben wir Ihnen noch ein paar konkrete Formulierungen mit auf den Weg, mit denen Sie es beim Formulieren Ihres Dankschreibens hoffentlich etwas leichter haben. Am Ende sollten Sie aber Ihren eigenen Stil finden. Nur mit solchen individuellen Sätzen heben Sie sich von der Masse ab. Außerdem: Einige Personaler lesen hier mit – und es wäre ja irgendwie doof, wenn die das Gefühl hätten, nicht Sie, sondern die Karrierebibel bedankt sich für das Vorstellungsgespräch…

Formulierungstipps für das Dankesschreiben

  • „Herzlichen Dank für das angenehme Gespräch / Ihre Zeit / Ihre Mühe“
  • „Ich habe selten ein so kollegiales Betriebsklima erlebt, wie bei Ihnen …“
  • „Besonders gut hat mir an Ihrem Unternehmen gefallen …“
  • „Der Nachmittag hat meinen Wunsch noch einmal verstärkt, für Ihr Unternehmen zu arbeiten.“
  • „Bei der Frage nach … war ich zuerst verunsichert, jetzt aber bin ich mir sicher, dass …“

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