Schon erstaunlich, wie Worte wirken. Manche Religionen kennen Sie als Gebete, Meditation oder Mantras. Andere nennen es schlicht Priming. Das kommt aus der Ecke des Neurolinguistischen Programmierens, kurz NLP, ist als Methode nicht ganz unumstritten, funktioniert in der Praxis aber erstaunlich gut. Wie etwa zwei bemerkenswerte Experimente des US-Psychologen John A. Bargh belegen. Und wie sollte es bei dem Thema anders sein – ich erzähle Ihnen die Geschichte einfach mal kurz: Tune in!
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Quellen:
Teamarbeit: 11 kaum bekannte Fakten
Powerpoint & Co.: Tipps für bessere Präsentationen
Denksport: 50 Brainteaser für Jobinterviews
Smalltalk-Tipps:



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Jochen Mai
Falls Sie Probleme damit haben, den Podcast zu hören – hier das Manuskript dazu:
Die beiden folgenden Experimente sind schon etwas älter, aber ich bin überzeugt: Sie sind immer noch aktuell. Sie stammen von dem US-Psychologen John Bargh aus dem Jahr 1996. Der wollte damals herausfinden, ob einfache Worte die Leistung und das Verhalten von Menschen beeinflussen können. Und die Pointe schon mal vorweg: Sie können!
Für das erste Experiment nahm Bargh 34 Probanden und teilte diese in 3 Gruppen ein. Alle drei Gruppen hatten die Aufgabe, Wortschnipsel wieder zusammenzufügen. Diese Worte waren jedoch nicht zufällig gewählt: So bekam die erste Gruppe Wortfetzen mit latent aggressiven Begriffen wie „anrempeln“, „unterbrechen“, „rüde“. Die zweite Gruppe bekam indes eher höfliche Wortpaare, wie „geduldig“, „barmherzig“, „freundlich“. Die dritte Gruppe erhielt neutrale Begriffe.
Nachdem alle drei Teams ihre Aufgabe erledigt hatten, sollten sie ihr Ergebnis Bargh und seinen Kollegen in einem Nebenraum präsentieren. Doch die Wissenschaftler unterhielten sich dort sehr angeregt und machten überhaupt keine Anstalten auf die wartenden Probanden zu reagieren. Mehr noch: Sie ignorierten sie. Und genau das war der Test: Wie lange würde es wohl dauern, bis die Studenten die Forscher ansprechen und unterbrechen würden?
Und siehe da: Von der Gruppe, die das aggressive Wortpuzzle erhalten hatte, unterbrachen ganze 64 Prozent die Forscher unmittelbar. Von den Studenten mit den netten Begriffen machten sich indes nur 18 Prozent bemerkbar, der Rest wartete beharrlich … ganze 10 Minuten lang. Die neutrale Kontrollgruppe lag erwartungsgemäß dazwischen: Hier schritten nur 36 Prozent binnen kurzer Zeit zur Tat. Die Worte hatten also die einen geduldig und die anderen aggressiver gemacht. Damit war der Versuch aber noch nicht vorbei…
In dem zweiten Experiment ging es um Leistung. Diesmal wurden 30 Probanden in zwei Gruppen eingeteilt. Wieder bekamen sie jeweils unterschiedliche Wortpaare. Das erste Team bekam Worte, die es an alte Menschen denken lassen sollte: „hilflos“, „gebrechlich“, „faltig“, „Florida“. Die zweite Gruppe wurde auf eher jugendliche Begriffe eingestimmt. Danach sollten die Teilnehmer erneut ihre Ergebnisse so schnell wie möglich in einem entfernten Raum präsentieren. Dabei wurde jedoch heimlich die Zeit gestoppt, wie lange sie für die Strecke brauchen würden. Und auch hier: Die Studenten, die vorher auf das Thema alt und gebrechlich eingestimmt wurden, brauchten deutlich länger. Bemerkenswert, nicht wahr?!
Artur N.
Guten Abend Herr Mai, sehr interessante Experiment haben Sie da herausgesucht!
Die Wirkung von Worten spielt tatsächlich eine gewaltige Rolle, von der man meist nur wenig weiß. Im NLP und der Hypnose fällt das Priming unter die Kategorie: „Eingebettete Befehle“ und kann im Alltag, Beruf und sogar bei der Partnersuche nützlich sein.
Zum besseren Verständnis sollte man sich klarmachen, dass jedes einzelne Wort eine persönliche Assoziation im Leser hervorruft. Beschreibt man also beispielsweise detailliert eine Handlung, so wird der Leser oder Zuhörer sich diese Handlung vorstellen.
Je stärker der bisherige Bezug dazu ist, desto größer sind die Chancen, dass diese kurzen Gedankensprünge in eine tiefere Trance weiterführen. Ist man geschickt, kann man durch weitere Worte den Leser zu einer damit verbundenen Handlung bewegen.
Das ist auch einer der Gründe, wieso wir uns besonders motiviert fühlen, sobald wir ein Buch oder Artikel zu unserem Lieblingsthema lesen. Durch die zahlreichen Assoziationen fühlen wir uns sofort beflügelt, und möchten meist unsere Lieblingshandlung ausüben.
Der Priming-Effekt ist relativ simpel, erfordert zu Beginn allerdings einige Zeit. Ich denke dennoch, dass Marketingexperten, Redner, Autoren, Blogger und eben jeder der schreibt und sich für seine Leser interessiert darauf Rücksicht nehmen sollte.
Immerhin möchte man ja möglichst gute Assoziationen im Leser hervorrufen und einen größtmöglichen Lerneffekt gewährleisten.
Viele Grüße und noch ein schönes Wochenende ;-)
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