Haben Sie heute frei? Wenn Sie jetzt erleichtert nicken, wenn sich Ihnen schon beim Gedanken an das Büro der Magen umdreht und Sie so gar keine Lust auf Arbeit haben, dann sollten Sie weiterlesen.
Sie befinden sich übrigens in guter Gesellschaft, jeder Dritte ist im Job unzufrieden und denkt zumindest über einen Jobwechsel nach. Dabei liegen die Gründe nicht nur in den gestiegenen Anforderungen am Arbeitsplatz, auch anstrengende Kollegen nagen an Ihren Nerven. Glücklicherweise sind Sie diesem beginnenden Bürokoller nicht hilflos ausgeliefert, denn sowohl gegen nervige Kollegen als auch gegen widrige Umstände können Sie sich wehren.
Faktor Mensch
Mit Ihren Arbeitsbedingungen sind Sie zufrieden, Ihre Probleme haben eher zwei Beine und machen Ihnen das Leben schwer? Dann kennen Sie die folgenden Mitarbeitertypen sicherlich. Wir haben da einige Strategien, wie Sie auch mit dem nervigsten Kollegen klar kommen.
- Der Besserwisser – Sie machen Ihren Job gut und wollen eigentlich nur in Ruhe arbeiten. Doch ihr Kollege weiß einfach besser, was Sie tun sollten. Und er lässt Sie es alle paar Minuten ungefragt wissen. Äußerlich lächeln Sie und bedanken sich höflich, innerlich wünschen Sie ihm Pest und Cholera an den Hals.
Lösung: Höflichkeit ist wichtig, aber das heißt nicht, dass Sie schweigen sollten. Sprechen Sie Ihren Kollegen einfach mal darauf an und sagen Sie ihm, dass seine gut gemeinten Ratschläge für Sie wirklich anstrengend sind. Manchmal ist dem Kollegen gar nicht klar, wie sehr seine Hilfe nervt. - Der Nörgler – Egal wie gut der Tag beginnt und gut alles läuft, so bald dieser Kollege den Raum betritt geht es mit der Stimmung nur noch bergab. Die Kollegen arbeiten zu langsam, der Chef ist inkompetent, der PC zu langsam und die Putzfrau hat mal wieder nicht sauber geputzt – der Kollege findet einfach immer ein Haar in der Suppe und nörgelt an allem herum. Nach außen hin ignorieren Sie ihn geflissentlich, doch innerlich kochen Sie schon und können es einfach nicht mehr hören.
Lösung: Wenn das Nörgeln in der Natur Ihres Kollegen liegt, werden Sie Ihn nicht ändern können, in diesem Fall hilft wirklich nur ignorieren und ausblenden. Manchmal ist solche Nörgelei aber auch ein Zeichen für tiefer liegenden Probleme. Vielleicht fühlt sich Ihr Kollege ungerecht behandelt, kommt sich ausgegrenzt vor oder will sich unbedingt profilieren. Fragen kostet Sie nichts, vielleicht ergibt sich ja ein interessantes Gespräch. - Der Überforderte – Diesen Kollegen-Typ finden Sie leider viel zu oft in leitender Funktion. Dieser Mitarbeiter wollte gar nicht Chef werden, er wurde schlicht und ergreifend an diese Position versetzt und kommt mit der neuen Rolle gar nicht klar. Die Konsequenz für Sie: Unklare Anweisungen, Aussagen die im Nachhinein zurückgezogen oder geändert werden, widersprüchliche Arbeitsaufträge für Sie und Ihre Kollegen. Irgendwann haben Sie es einfach satt, Sie können tun was Sie wollen, Ihr Chef wird es im Nachhinein sowieso über den Haufen werfen.
Lösung: Meistens sind Sie mit diesem Problem nicht alleine, Ihre Teamkollegen bekommen die Überforderung des Chefs ebenso zu spüren. Tun Sie sich zusammen – nein, nicht für die Bürorevolte – und sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten. Natürlich brauchen Sie für dieses Gespräch Fingerspitzengefühl, wenn Ihr Team jedoch geschlossen auftritt, können Sie Ihrem Vorgesetzten konkrete Verbesserungsvorschläge machen. Verteilen Sie die Arbeit auf das Team und helfen Sie Ihrem Chef, mit der neuen Rolle klar zu kommen. Im Endeffekt profitieren alle davon. - Der Selbstdarsteller – Sie engagieren sich, hängen sich voll rein und sind zu recht stolz auf Ihre Erfolge. Nur leider bekommt Ihr Chef das nicht mit, denn bei Meetings und Präsentationen reklamiert Ihr Kollege alle Lorbeeren für sich. Und da er rhetorisch richtig gut und meistens auch schneller als Sie ist, funktioniert seine Masche wunderbar. Sie machen gute Miene zum bösen Spiel, aber nach und nach resignieren Sie und machen irgendwann Dienst nach Vorschrift. Die innere Kündigung ist nicht weit.
Lösung: Drehen Sie den Spieß einfach mal um. Beim nächsten gemeinsamen Projekt übernimmt Ihr Kollege die Organisation und koordiniert die Arbeit. Sie übernehmen dafür die Kommunikation mit den anderen Abteilungen und den Vorgesetzten. Oft reicht dieser Rollenwechsel schon, um dem Kollegen die Augen zu öffnen.
Faktor Umwelt
Mit Ihren Kollegen und Vorgesetzten kommen Sie gut klar, Ihr Problem sind eher die Arbeitsbedingungen? Die schlecht Nachricht: Sie können nicht alles ändern, manche Vorgaben müssen Sie leider akzeptieren. Die gute Nachricht: Sie haben oft mehr Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten, als Sie denken.
- Lange Arbeitszeiten – Es ist immer das gleiche: Kurz vor Feierabend kommt Ihr Chef zu Ihnen und hat noch ganz wichtige und dringende Aufgaben für Sie. Stunden später verlassen Sie – mal wieder. als Letzter das Büro. 40 Stunden Wochen kennen Sie nur vom Hörensagen, Überstunden sind die Regel. Sie machen Ihren Job wirklich gerne, doch die regelmäßigen zwölf Stunden Tage laugen Sie einfach aus.
Lösung: Sie haben zwei Möglichkeiten. Wenn Ihr Verhältnis zu Ihrem Vorsetzen und Ihren Kollegen gut ist, sprechen Sie das Thema offen an. Oft lassen sich Aufgaben anders verteilen, oder Ihr Vorgesetzter legt die Prioritäten Ihrer Aufgaben klar fest, dann wissen Sie, welche Aufgaben warten können. Wenn ein Gespräch keine Option ist, sollten Sie Ihre Arbeitszeiten intelligent legen. Das bedeutet, dass Sie kurz vor Ihrem Chef kommen und kurz nach Ihm gehen. Wenn Sie dazu mehr wissen wollen, finden Sie hier detaillierte Informationen. - Trister Arbeitsplatz – Wenig Tageslicht, kahle Wände, Schreibtisch, Schränke, Decke, alles grau in grau gehalten – Ihr Arbeitsplatz macht Sie fast schon depressiv. Die Eintönigkeit der Umgebung erstickt jede Kreativität im Keim, Ideen fallen Ihnen gar nicht erst ein und wohl haben Sie sich dort noch neu gefühlt.
Lösung: Natürlich können Sie – in den meisten Fällen – Ihr Büro nicht einfach neu streichen oder tapezieren. Dennoch sollten nachfragen oder in den firmeneigenen Richtlinien nachschauen, welche Gestaltungsmöglichkeiten Sie haben. In vielen Firmen sind Zimmerpflanzen, Bilder auf dem Schreibtisch oder ähnliches durchaus möglich. Wenn Sie sich das Büro teilen, sprechen Sie sich mit Ihrem Kollegen ab, vielleicht kommen Sie gemeinsam auf kreative Ideen. Kleiner Tipp: Wenn möglich bieten elektronische Bilderrahmen viel Abwechslung bei wenig Platzbedarf. - Laute Umgebung – Sie können es buchstäblich nicht mehr hören. Sie es Baulärm, die ständige Geräuschkulisse in einem Großraumbüro oder die ständigen Gespräche der Hotline-Mitarbeier nebenan – Lärm kann krank machen und erzeugt auf jeden Fall Stress. Im Lauf der Zeit kann sich dieser in körperlichen Symptomen ausdrücken und irgendwann fallen Sie mit einer Krankmeldung aus.
Lösung: Die Schalldämmung Ihres Arbeitsplatzes können Sie wahrscheinlich nicht beeinflussen. Wenn möglich können jedoch Kopfhörer oder Ohrenstöpsel für etwas mehr Ruhe sorgen. Wenn der Lärm durch bestimmte Verhaltensweisen Ihrer Kollegen verursacht wird, lassen sich diese vielleicht ändern. Sprechen Sie Ihre Kollegen freundlich darauf an, das reicht oft schon. - Langsame Computer – Jeden Morgen das gleiche Spiel: Sie schalten Ihren Rechner ein und gehen erst mal Kaffee machen, wenn Sie Glück haben, ist Ihr Computer bis zur Ihrer Rückkehr hochgefahren. Sie vergingen jeden Tag Stunden damit, auf das Öffnen von Textdokumenten und anderen Dateien zu warten. Und es nervt Sie einfach nur noch, jede Sekunde wollen Sie den PC aus dem Fenster werfen und das Problem so endgültig lösen.
Lösung: Sie können in den großen Chor der meckernden Mitarbeite einstimmen und die Langsamkeit Ihres Rechners beklagen – es wird nur nichts helfen. Machen Sie statt dessen konkrete Vorschläge, wie sich die Situation verbessern lässt. Das kann von der Anschaffung neuer Rechner bis zur Modernisierung der bestehenden Geräte reichen. Ach ja, und wenn Sie Ihren Frust los werden wollen, nehmen Sie sich bitte nicht den Herren unten als Vorbild sondern gehen Sie lieber eine Runde um den Block.
Die Serie rund um den Jobwechsel
Dieser Artikel gehört zu einer fünfteiligen Reihe rund um das Thema Jobwechsel. In dieser Reihe sind folgende andere Artikel erschienen.
Teamarbeit: 11 kaum bekannte Fakten
Powerpoint & Co.: Tipps für bessere Präsentationen
Denksport: 50 Brainteaser für Jobinterviews
Smalltalk-Tipps:



Bewerbungs-Dossiers zu Mappe, Anschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsfoto und Zeugnissen.
Die besten Tipps und Dossiers für das Vorstellungsgespräch: So überzeugen Sie jeden Personaler.

Holger Reich
Hallo Jochen, woher kennst du meine Firma? ;-)
cu
Holger
Christian Mueller
Hallo Holger,
es scheint irgendwie einige universelle Prinzipien zu geben, die in allen Firmen gleich sind. Das schöne daran: Die Gegenmaßnahmen sind auch immer die gleichen. ;-)
Gruß,
Christian