Es soll das Interesse des Personalers wecken, die Stärken des Bewerbers darstellen, Qualifikationen und Erfahrungen aufzeigen und idealerweise zu einem Vorstellungsgespräch führen. Sie ahnen es bereits, die Rede ist vom Bewerbunganschreiben. Angesichts der genannten Anforderungen und der hohen Bedeutung wundert es nicht, dass viele Bewerber und Jobsuchende mit wenig Begeisterung und großen Vorbehalten an diesen Teil der Bewerbung herangehen. Natürlich wird oft die Frage gestellt, ob es das perfekte Bewerbunganschreiben überhaupt gibt oder geben kann. Die Antwort: Ja, kann es. Das perfekte Bewerbunganschreiben ist definitiv machbar, doch eine Vorlage gibt es dafür nicht.

Wer darauf gehofft hat, das nächste Bewerbunganschreiben einfach in eine vorgefertigte Maske eingeben oder schnell und problemlos mit einem Programm erstellen zu können, wird leider enttäuscht. Das perfekte Bewerbunganschreiben für jede Stelle und jeden Bewerber gibt es nicht. Dennoch lässt es sich für eine konkrete Stelle und einen konkreten Bewerber formulieren. Dieses perfekte Bewerbunganschreiben ist immer das Ergebnis eines Prozesses, der durchaus Zeit und Energie in Anspruch nimmt. Diesen Prozess haben wir im Folgenden in zehn Schritt unterteilt.

In 10 Schritten zum perfekten Bewerbungsanschreiben

Stellenausschreibung gründlich lesen. Zugegeben, dieser erste Punkt klingt banal und hat auf den ersten Blick wenig mit dem Bewerbunganschreiben zu tun. Doch bereits hier werden oft gravierende Fehler gemacht. Es reicht nicht, die Stellenausschreibung mal eben kurz zu überfliegen und dann direkt loszulegen. Nein, ein wirklich interessantes Stellenangebot sollte mehrfach gelesen und detailliert unter die Lupe genommen werden. Nur so können Sie sicher sein, dass sich eine Bewerbung für Sie lohnt, Sie den Job wirklich wollen und im Anschreiben alle Punkte erfasst werden.
Unternehmen ausführlich recherchieren. Dieser Teil des Entstehungsprozesses kostet möglicherweise am meisten Zeit – ist jedoch für das perfekte Bewerbunganschreiben essentiell. Ohne umfangreiche Kenntnisse des Unternehmens können Sie schlicht kein überzeugendes Anschreiben formulieren. Dass Sie im Rahmen dieser Recherche auch den zuständigen Ansprechpartner identifizieren sollten, versteht sich von selbst.
Formale Kriterien beachten. Noch ein Schritt vor dem eigentlichen Schreibprozess: Stellen Sie sicher, dass Ihr Bewerbunganschreiben alle formalen Kriterien erfüllt. Das beginnt bei den passenden Seitenrändern und endet bei der Position der Anschrift. Das mögen lästige Details sein, doch genau diese machen das perfekte Bewerbunganschreiben und einen überzeugenden Gesamteindruck schlussendlich aus.
Motivation für den Job darstellen. Eine der häufigsten Fragen zum Bewerbunganschreiben lautet: “Was schreibe ich denn im ersten Satz?” Die Frage ist berechtigt, denn der erste Satz beziehungsweise die Einleitung entscheidet oft darüber, ob der Personaler weiterliest oder die Bewerbung beiseite legt. Eine allgemeingültige Formulierung gibt es nicht, doch inhaltlich müssen Sie hier Ihre Motivation für die Stelle darstellen. Warum wollen Sie den Job und welchen Vorteil hat das Unternehmen davon, gerade Sie zu nehmen? So wecken Sie Interesse.
Stärken und Vorteile präsentieren. Wahrscheinlich können Sie es schon nicht mehr hören, dennoch muss es hier erwähnt werden: Ihre Stärken gehören definitiv ins Bewerbunganschreiben. Bitte begehen Sie nicht den Fehler, diese einfach aufzuzählen, erklären Sie viel mehr, was Sie auszeichnet. Vergleichen Sie sich dabei jedoch keinesfalls mit anderen Bewerbern oder ehemaligen Kollegen, es geht ausschließlich um Sie! Und wenn Sie schon dabei sind, können Sie auch gleich die Vorteile darstellen, die das Unternehmen davon hat, Sie als neuen Mitarbeiter einzustellen. Die werden oft vergessen.
Beispiele und Anekdoten verwenden. Vielleicht fragen Sie sich, wie Sie Ihre Stärken und Erfahrungen am besten ins Bewerbunganschreiben einbringen können. Idealerweise tun Sie das in Form von Praxisbeispielen und Anekdoten. Und nein, das ist keine Aufforderung, aus Ihrem Bewerbunganschreiben eine Märchenstunde zu machen oder es auf mehrere Seiten auszudehnen. Erläutern Sie ganz gezielt Projekte und berufliche Erfolge, an Hand derer der Personaler Ihre Stärken erkennen kann. Das wirkt deutlich überzeugender als eine nüchterne Beschreibung.
Vorstellungsgespräch thematisieren. Was ist das Ziel Ihres Bewerbunganschreibens? Genau, die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Daher müssen Sie dieses Thema auch gegen Ende Ihres Anschreibens ansprechen. Ein perfektes Bewerbunganschreiben verdient diesen Titel erst dann, wenn darin klar zum Ausdruck kommt, dass Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch freuen und dieses jederzeit gerne wahrnehmen werden. Lassen Sie diesen Hinweis weg, sinken Ihre Chancen auf eine Einladung beträchtlich.
Bewerbunganschreiben straffen. Die vielleicht größte Hürde auf dem Weg zum perfekten Bewerbunganschreiben: All die oben genannten Inhalte müssen auf eine, allerhöchstens zwei A4-Seiten passen. Die zweite Seite ist jedoch nur in Ausnahmefällen zulässig und sollte möglichst vermieden werden. Realistisch betrachtet haben Sie sogar nur die Hälfte oder maximal Dreiviertel der Seite zur Verfügung, der Rest wird für Seitenränder, Anschrift und ähnliches benötigt. Um Ihr Bewerbunganschreiben auf diese Länge zu bringen, müssen Sie wahrscheinlich ordentlich straffen.
Rechtschreibung korrigieren. Das Rechtschreib- und Tippfehler im Anschreiben tabu sind, müssen wir nicht extra betonen. Um diese zu vermeiden, ist die Rechtschreib-Korrektur von Microsoft Word oder anderen Textverarbeitungsprogrammen jedoch definitiv nicht ausreichend! So gut diese auch sein mögen, manche Fehler oder Formulierungen finden Sie nur beim (mehrfachen) Korrekturlesen. Diese Zeit müssen Sie sich nehmen. Es kann sogar sinnvoll sein, das Bewerbunganschreiben über Nacht liegen zu lassen und erst am nächsten Tag zu korrigieren.
Gegenlesen lassen. Wollen Sie wirklich das perfekte Bewerbunganschreiben kreieren, kommen Sie ohne mindestens eine andere Person nicht aus. Diese sollte Ihr fertig korrigiertes Bewerbunganschreiben gegenlesen und Ihnen ehrliches Feedback dazu geben. Damit dieses auch fundiert ist, muss die Person natürlich Ahnung von dem Bereich haben, auf den Sie sich bewerben. Auch Erfahrung mit der Formulierung von Bewerbungen kann nicht schaden. Nehmen Sie das Feedback bitte auf und prüfen Sie, welche der Anregungen für Sie sinnvoll sind und in das Anschreiben einfließen sollten.

Ein Tipp zum Schluss: Auch beim perfekten Bewerbunganschreiben ist das Ende irgendwann erreicht. Haben Sie alle zehn Schritte erfolgreich durchlaufen und sind Korrektur und Gegenlesen – vielleicht auch mehrfach – abgeschlossen, sollten Sie die Bewerbung verschicken. Sicher, Sie werden immer noch etwas ändern können. Doch perfekt kann ein Bewerbunganschreiben nur werden, wenn Sie es auch abschicken. Sonst bleibt es eine – sehr zeitaufwändige – Fingerübung.

Lesenswertes zum perfekten Bewerbunganschreiben

Wenn Sie sich mit den einzelnen Schritten oder Aspekten des perfekten Bewerbunganschreibens näher befassen wollen, empfehlen wir Ihnen die Lektüre der folgenden Artikel. Oder Sie suchen noch eine passende Stelle? Dann werden Sie in unserer Jobbörse garantiert fündig.