Seit einiger Zeit lassen sich Google+ Profile mit dem HTML-Attribut rel=”author” verknüpfen und so die Autorenschaft eines Blogartikels eindeutig zuordnen (auf G+ wird das ebenfalls eingetragen, unter “Macht mit bei“). Der Effekt ist erheblich, denn bei der Anzeige der Beiträge in den Suchergebnissen erscheint dann das Profilbild des Autors direkt links neben dem Artikellink. Und natürlich fallen solche Links mehr auf als andere und werden auch öfter geklickt. Das Karrierebibel-Autorenteam hat seine Profile mit rel=”author” schon länger verknüpft. Mich interessierte jetzt jedoch: Wirkt sich auch eine Veränderung des Bildes selbst auf die Klickrate aus – als eine Art Bonus-Google-Juice und SEO für Autoren?

Vor rund einer Woche, genauer gesagt am 17. September, habe ich daher mein Profilbild bei Google+ ausgestauscht (siehe Fotos oben: links alt, recht neu) – gegen eine, sagen wir, deutlich auffälligere Variante. Zugegeben, das Motiv ist schon recht laut, ein richtiges “KLICK! MICH! AN!”-Bild. Aber im Extrem lässt sich eben besonders gut feststellen, ob und wie sich das die Veränderung am Profilbild auf die Klickstatistik im Blog auswirkt.

Sehen wir uns das also etwas genauer und im Detail an – bei zwei ausgewählten Artikeln…

Klickrate beim Spitzenplatz im Google-Ranking

Im Mai veröffentlichte ich den Artikel “Mit Blogs Geld verdienen? – So lässt sich die eigene Website vermarkten“, der nicht nur oft gelesen wurde und offenbar vielen gefallen und geholfen hat. Er führt seitdem auch die Google-Suche zu dem Thema an:

Sofort fällt auf: Auch die anderen Autoren, die über dieses Thema schreiben, haben ihre Blogs mit ihrem Google+-Profil(bild) verknüpft. Das macht die Ergebnisse durchweg persönlicher und insgesamt auffälliger. Durch die rot-gelben Strahlen sticht mein Profilbild allerdings unzweifelhaft hervor. Es ist ein Augenmagnet. Aber hat das auch Auswirkungen?

Mal sehen, was Analytics dazu sagt:

Ja, es gibt einen leichten Anstieg. Der Peek am 22. September ist indes darin begründet, dass ich den Artikel noch mal getwittert und geplusst habe. Insgesamt steigt die Klickrate leicht an, aber nicht so stark, dass man von einem bahnbrechenden Erfolg sprechen könnte. Andererseits: Der Artikel ist ja schon auf Platz 1 der Google-Trefferliste. Da bekommt er ohnehin schon die größtmögliche Aufmerksamkeit.

Also schauen wir uns einen zweiten, weniger prominent platzierten Artikel an…

Klickerfolg bei einem Mittelplatz im den Suchergebnissen

Diesmal geht es thematisch um einen Karriere-Klassiker: Bewerbungsanschreiben – Tipps für den ersten Satz. Der Artikel ist schon im September 2011 erschienen und schafft es zwar auf die erste Googleseite, dort aber eher auf einen unteren Mittelplatz. Dennoch ist es der einzige Treffer, bei dem zusätzlich ein Bild angezeigt wird:

Wieder ein Blick auf Analytics: Hier fällt das Ergebnis zwar jetzt auch nicht überragend aus – es ist aber sichtbar. Auch hier gibt es immer wieder einige Ausschläge nach oben, die eher damit zusammenhängen, dass das Thema gerade gesucht wurde. Die Klick-Tendenz insgesamt ist aber (minimal) steigend:

Motivwechsel: Ja oder Nein?

Womöglich ist es nach gut einer Woche einfach noch zu früh für eine valide Aussage, ob sich der Motivwechsel lohnt. Ich habe die kleine Testreihe aber mit noch gut zehn weiteren Artikeln fortgesetzt, etwas genauer statitisch ausgewertet und kann sagen: Die Veränderungen in der Klickstatistik sind bislang nicht gravierend genug, um hier den Superduper-SEO-Trick zu verkünden. Aber sie sind messbar: Insgesamt komme ich auf ein durchschnittliches Plus von 11,7 Prozent – nur durch die Veränderung des Profilbildes. Das ist nicht nix.

Ich werde das Motiv aber noch ein bisschen länger beibehalten und beobachten sowie später gegen ein anderes mit anderen Farben austauschen. Das ist sowieso der beste Tipp: experimentieren, messen, optimieren – bis das optimale Profilbild gefunden ist.

Allerdings setze ich dabei eine Sache als gegeben voraus: Das Bild ist letztlich nur Beiwerk, auf dem hier gerade der Fokus liegt. Was wirklich zählt, ist die Qualität des Inhalts. Man bekommt mit solchen Kniffen vielleicht kurzfristig mehr Menschen dazu, den Artikel anzuklicken, wenn die aber gleich wieder wegklicken, weil nichts Nützliches drinsteht, hat man auch nur mit Zitronen gehandelt – und die Bounce-Rate ist versaut.