Es gibt Mitarbeiter, die jede Menge gute Ideen und Vorschläge haben und dennoch niemals befördert werden. Das liegt in vielen Fällen nicht daran, dass diese Mitarbeiter sich schlecht verkaufen. Nein, sie erzählen schlicht und ergreifend niemand von ihren Ideen. Denn oft stehen Selbstzweifel und Unsicherheit im Weg. Dann kommen Gedanken wie: “Ist mein Vorschlag wirklich so gut? Was, wenn mein Chef die Idee schlecht findet? Und was werden die Kollegen denken?” Dieses Phänomen betrifft keineswegs nur Berufseinsteiger, auch berufserfahrene Mitarbeiter können plötzlich Selbstzweifel entwickeln und unsicher werden. Doch dagegen lässt sich etwas tun.

Warum?

Die erste und wichtigste aller Fragen: Wollen Sie Ihre Selbstzweifel wirklich los werden? Bitte denken Sie in Ruhe darüber nach, denn auch wenn die Frage erst mal komisch klingt, steckt ein tieferer Sinn dahinter. Wäre es für Sie nur “nett” oder “nützlich”, sicherer auftreten zu können, oder leiden Sie wirklich unter Ihren Selbstzweifeln? Wollen Sie sicherer werden, weil Ihnen Ihr Partner oder Ihre Kollegen sagen, dass Sie dann vorankommen würden? Sollte das der Fall sein, können Sie sich die Mühe sparen. Denn um Selbstzweifel zu überwinden, braucht es Zeit und Engagement Ihrerseits. Das funktioniert nur, wenn Sie dafür die richtige Motivation haben. Und diese kann nicht von anderen kommen.

Ursachenforschung

Okay, Sie sind also motiviert und wollen Ihre Selbstzweifel und Unsicherheit endlich in den Griff bekommen. Jetzt kommt der eher unangenehme Teil: Machen Sie sich auf die Suche nach Ursachen. Waren Sie schon immer so unsicher oder können Sie einen Zeitpunkt bestimmen, ab dem die Selbstzweifel eingesetzt haben? Wenn ja, was ist damals geschehen? Welche Zweifel tauchen immer wieder auf? Gibt es einen Zusammenhang mit bestimmten Themen oder Personen? Oft ist es schwer bis unmöglich, die Antworten auf diese Fragen alleine zu finden. Besprechen Sie das Thema daher mit Ihrem Partner oder einem Freund, auf jeden Fall einer Person, die Sie gut kennt und kein Problem damit hat, Ihnen die Wahrheit zu sagen.

Rückhalt

So bald Sie die Ursachen für Ihre Unsicherheit kennen, müssen Sie systematisch an sich arbeiten und die bestehenden Selbstzweifel überwinden. Wichtig: Suchen Sie sich von Anfang an Unterstützung im Familien- und Freundeskreis dafür. Sicher, es geht hier primär darum, die Unsicherheit am Arbeitsplatz zu überwinden. Doch dazu benötigen Sie auf jeden Fall die Hilfe Ihres Netzwerks. Und das finden Sie oft außerhalb des Jobs. Natürlich können – und sollen – Sie auch Kollegen einbinden – sofern Sie diesen weit genug vertrauen.

Stärken nutzen

Auch wenn Sie das jetzt vielleicht nicht glauben: Sie haben bereits jede Menge Stärken, auf denen Sie aufbauen können. Sie müssen sich diese nur bewusst machen. Im Gegensatz zur Ursachenforschung ist das der einfache Part. Nehmen Sie sich jeden Abend 15 bis 20 Minuten Zeit, um ein Erfolgstagebuch zu führen. Darin notieren Sie alles, was am Tag gut funktioniert hat und was Sie geleistet haben. Zu Beginn wird Ihnen das schwer fallen und Sie wissen vielleicht gar nicht, was Sie notieren sollen. Doch mit etwas Übung fallen Ihnen garantiert genug Punkte ein. Als Faustregel gilt: Es müssen pro Tag mindestens fünf Erfolge verzeichnet sein. Wir garantieren Ihnen, dass Sie das hinbekommen.

Gut, Ihre Stärken werden Ihnen dadurch bewusst. Jetzt gilt es, diese zu nutzen. Suchen Sie sich Aufgaben, bei denen Sie Ihre Stärken voll ausspielen und diese weiterentwickeln können. Belegen Sie Kurse und erweitern Sie Ihre Kenntnisse in diesen Bereichen. So bauen Sie Ihre Stärken aus. An Ihren Schwächen können und sollen Sie ebenfalls arbeiten – allerdings erst, wenn Sie sich auf Ihre Stärken verlassen können und ein sicheres Fundament geschaffen haben. Testen Sie Ihre neu gewonnene Sicherheit dann auch in Praxis. Stellen Sie Ihrem Chef eine Ihrer Ideen vor und bringen Sie immer wieder kleinere Vorschläge in das Team ein. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn einzelne Idee auf Ablehnung stoßen, das gehört dazu und hat absolut nichts mit Ihnen und Ihrer Person zu tun.

Motivation erhalten

Wenn Sie voller Energie und Motivation in diesen Veränderungsprozess gestartet sind, werden Sie feststellen, dass Ihre Begeisterung im Lauf der Zeit nachlässt. Sehen Sie das bitte keinesfalls als Rückschlag an, denn es ist völlig normal. Es kommt nur darauf an, wie Sie damit umgehen. Geben Sie Ihrer Motivation ganz bewusst neue Nahrung und umgeben Sie sich mit Gleichgesinnten. Holen Sie sich von den Ihnen nahestehenden Menschen immer wieder Feedback ein und beschäftigen Sie sich mit den Erfolgsgeschichten andere Menschen, die ähnliche Probleme überwunden haben. All das hilft Ihnen dabei, Ihre eigene Motivation hochzuhalten. Und dadurch schlussendlich Ihre Selbstzweifel zu überwinden und sicher auftreten.