Angeblich scheitern 40 Prozent aller IT-Projekte – am sogenannten Whiscy-Syndrom. Das klingt nach armen Schluckern, ist aber ein Kürzel oder besser gesagt: ein Akronym. Es steht für: Why Isn’t Sam Coding Yet – und beschreibt das Phänomen, dass Projektteams regelmäßig voller Tatendrang ans Werk gehen, ohne vorher die Ziele klar zu formulieren. Sinngemäß meint der Satz: Warum beschäftigen wir uns noch mit Definitionen – warum programmiert Sam nicht längst?

sanduhrGewiss, man kann Projekte auch zu Tode definieren. Die 72-Stunden-Regel etwa sagt: Wer sich etwas vornimmt, muss innerhalb von 72 Stunden den ersten Schritt machen, sonst sinkt die Chance, dass er das Projekt jemals beginnt, auf ein Prozent. Trotzdem gehören zum erfolgreichen Projektmanagement vor allem zwei Dinge:

  • Ein durchdachtes Ziel
  • und entsprechende Realisierung.

Die Erfahrung aber zeigt: Die Mehrheit scheitert an unklaren Zielen und Ungeduld. Die Verantwortlichen wollen zu früh Resultate sehen und pochen auf schnelle Ausführung. Geht das schief, heißt es am Ende natürlich trotzdem, die Ausführung war Mist.

Und es ist eben kein Ziel zu sagen: Wir wollen eine Social-Media-Strategie einführen. Genau genommen ist das lediglich ein Wunsch, wenn auch ein ehrenwerter. Ein Ziel ist immer konkret. Es sagt, was zu tun ist, bis wann es erledigt sein soll, wie das geht, mit wessen Hilfe, zu welchen Kosten, und warum.

Ein kurzer Ausflug in das Reich der Normen: Laut DIN 69901 ist ein Projekt ein Vorhaben, das durch Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist, wie zum Beispiel Zielvorgabe; zeitliche, finanzielle, personelle oder andere Begrenzungen; Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben; projektspezifische Organisation.

Darin steckt alles, was ein Ziel und damit auch ein Projekt kennzeichnet.